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Vermischtes.

Mainz, 17. Mai. Ein Schreinerstrike scheint vorerst hier nicht zu befürchten XU sein. In einer gestern Abend stattgehabten Versammlung, in welcher von den 700 >L>chreinergehilsen hiesiger Stadt 150 anwesend waren, wurde zwar der hier übliche Lohn vielfach als zu gering bezeichnet, jedoch von einem Beschluß, zu slrtken, Umgang genommen. Dagegen wurde beschlossen, die sinkenden Kollegen in Hamburg auf das Kräftigste durch Geldmittel zu unterstützen.

A Aus Rheinhessen, 17. Mat. Die diesjährige Generalversammlung des hessischen Landesgewerbvereins wird den Sommer in Bingen stattfinden.

Mainz, 17. Mai. Ein noch nicht 16 Jahre alter Durchgänger wird von hier aus steckbrieflich verfolgt. Derselbe war Lehrling in einem hiesigen Handlungshaus und hat durch Fälschung einer Posttquittung sich einen Betrag von nahezu 7000 angeeignet. Trotz seiner Jugend hat der Ausreißer die Vorbereitung zu seiner Flucht mit der größten Ueberlegung getroffen. Nachdem er das Geld auf der Post erhalten, nahm er sich, um bet seinen Eltern keinen Verdacht zu erregen, unter einem Vorwand in einem kleinen Gasthof am Morgen ein Zimmer, wo er im Laufe des Tages einen Koffer und sonstige Reiserequisiten htnbringen ließ. Zur gewohnten Stunde ver­abschiedete sich der Lehrling am Abend im Geschäft, ging in das Gasthaus und kleidete sich um, und eilte zur Bahn, um den Nachtzug nach Basel zu benutzen. Der Bedienstete, welcher dem Flüchtlinge die Reiseeffecten nachbringen sollte, verspätete sich etwas unterwegs, so daß das Gepäck zurückblieb. Bei dessen Durchsuchung durch die Behörde fand man in dem Koffer mehrere Revolver und verschiedene zu einer Seereise dienlichen Gegenstände. Das geschädigte Geschäftshaus, die Firma Hch. Disch , mußte anfänglich befürchten, noch um einen weit größeren Betrag gekommen zu sein, denn der Lehrling hat am Morgen noch für 40,000 «4t Geldbriefe zur Post befördert, die zwar aufgegeben worden, von welchen man aber vermuthete, daß deren Inhalt mit werihlosen Papieren vertauscht sei. Die telegraphischen Anfragen bei den Adressaten der Geldbriefe haben die Vermuthung nicht gerechtfertigt.

Frankfurt a. M., 17. Mai. Augenblicklich spielen hier die Trambahn- frager» die größte Rolle. Mit der hiesigen Trambahngesellschaft wird schon seit längerer Zeit wegen Herstellung neuer Linien, namentlich nach dem Centralbahnhof, Derbanbelr. Die Trambahngesellschaft, welche, nebenbei bemerkt, ein vortreffliches Ge­schäft macht, verhält sich den Wünschen der Stadt gegenüber ablehnend, ablehnend in­sofern, als sie sich nur zum Bau neuer Linien verstehen will, wenn ihr die Concession auf weitere 18 Jahre enheilt wird. Eine solche Zwangsmaßregel will sich die Stadt aber und mit Recht nicht gefallen lassen und sie bat dies auch um so weniger nöthig, als erst vor einigen Tagen durch die Betriebseröffnung der Frankfurt-Eschers- heimer Lokalbahn der Beweis geliefert worden ist, daß auch noch andere Leute als die Trambahngesellschaft (eine belgische Gesellschaft) Pferdebahnen zu bauen verstehen. Die Trambahnangelegenheit war einer gemischten Commission zur Berathung überwiesen worden, deren Resultat dahin ging, daß man das Ansinnen der Gesellschaft ablehnen möge. Dieser Antrag der gemifchten Commission wurde denn auch mit großer Mehr­heit angenommen und die auf ihre eigenen Interessen etwas allzu sehr bedachte Gesell­schaft wird jedenfalls den Schmerz erleben müssen, daß ihr nicht nur Concurrenten entstehen, sondern daß auch die Stadt nach Ablauf des Vertrages die Trambahn in eigene Verwaltung nimmt. Der Bericht der gemischten Commission wird jetzt von der Gesellschaft heftig angegriffen und versucht, der Stadt die Uebernahme der Trambahn leid zu machen. Die Entgegnung der Trambahngesellschaft wird aber heute schon in öffentlichen Blättern gründlich und mit Erfolg bekämpft und es ist nicht zu zweifeln, daß ihre Anstrengungen, den Beschluß des Magistrats umzustoßen, völlig nutz- los sind.______________

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Evangelische Gemeinde.

G o t t e s d i e n st.

Samstag, den 19. Mai:

Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Schlosser.

Pfingstsonntag, den 20. Mai:

, Vormittags 9Vr Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Nauman n. Vormittags 9'/r Uhr in der Friedhofstapelle: Professor Dr. Gottschick.

Nachmittags 3 Uhr in der Kirche: Pfarrer Dingeldey.

Nach den Gottesdiensten Kollekte für die hessische Luther ftiftung.

Pfingstmontag, den 21. Mai:

Vormittags 9*/r Uhr in der Kirche: Pfarrer Schlosser. Konfirmation der Mädchen und Feier des heiligen Abendmahls.

Wegen der ungewöhnlich großen Zahl der Confirmandinnen muß die Gemeinde gebeten werden, mindestens % des ganzen Schiffs der Kirche für die Angehörigen der Confirmanden frei lassen zu wollen- Darum wird auch nochmals aufmerksam gemacht auf den gleichzeitig in der Friedhofskapelle flattfindenden Gottesdienst.

Vormittags 91/2 Uhr in der Friedhofskapelle: Kandidat Vogel aus Friedberg.

Nachmittags 3 Uhr in der Kirche: Pfarrer Dingeldey.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde.

Die Pfarrgefchafte in der Woche vom 20. bis 26. Mai besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

Hochheiliges Pfingstfest.

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Kommunion.

Um V2IO Uhr: Hochamt und Festpredigt.

2 Uhr: Festandacht; nach derselben Beichte.

II.

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Kommunion.

Um V»10 Uhr: Hochamt und Predigt.

2 Uhr: Andacht.

Mittwoch und Freitag um 6 Uhr: Maigebet.

Mittwoch, Freitag und Samstag ist Quatemberfasten.

Gottesdienst in der Lynagogr.

Freitag Abend 700 Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 830 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschssl.

Freitag Abend 7°® Uhr, Samstag Vormittag 8®° Uhr, Samstag Nachmittag 4W Uhr, Samstag Abend 825 Uhr.

Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen Zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 22, Wasser 16 Gr.

Gießen, den 18. Mai 1888. Rübsamen.

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