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Berlin, 16. April. Se. K. H. der Erbgroßherzog von Hessen ist, begleitet vom Hauptmann v. Schwartzkoppen, gestern früh 73/< Uhr auf der Anhaltischen Bahn aus Darmstadt hier eingetroffen und hat für die Dauer seines Aufentdalts in Berlin im früheren Kronprinzlichen Palais Wohnung genommen. Im Laufe des gestrigen Tages begrüßte Höchstderselbe die Kaiser!. Majestäten, sowie die zur Zett hier anwesenden anderen Hohen Herrschaften und folgte dann einer Einladung der Kaiser!. Majestäten zum Diner nach dem Charlottenburger Schlosse.

General-Feldmarschall Graf von Blumenthal ist von der Stellung des kom- mandirenden Generals des 4. Armee - Corps entbunden und zum General - Inspekteur der 4. Armee-Inspektion, sowie zum Chef des reitenden Feldjägercorps ernannt worden. Die erstere Stellung halte bekanntlich bis zu seiner Thronbesteigung Kaiser Friedrich selbst inne. Da dieser Armee-Inspektion das 1. und 2. königlich bayerische Armeekorps zugetheilt sind, welche zu besichtigen der Kaiser vertragsmäßig nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, so war eine baldige Ernennung eines General-Inspekteurs geboten, um in dieser Beziehung keine Unterbrechung etntreten zu lassen. Feldmarschall Graf von Blumenthal ist sowohl den Bayern als den Württembergern, deren Armee- Corps auch zu dieser Armee-Inspektion gehört, nicht unbekannt, war er doch im Kriege 187071, als alle diese Truppen unter dem Oberbefehl Kaiser Friedrichs standen, der Chef des Generalstabs der damaligen deutschen 3. Armee.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenr-Brrrearr.

Berlin, 17. April. DerReichs - Anzeiger" veröffentlicht heute folgendes Bulletin:

Bei Sr. Majestät dem Kaiser haben sich die bronchitischen Erscheinungen seit gestern erheblich vermindert, auch ist das Fieber geringer geworden. Die Nacht war besser und das Allgemeinbefinden ist befriedigend.

Mackenzie, Wegner, Krause, Hovell, Bergmann, Leyden, Senator.

Berlin, 17. April. Zwischen 10 und 11 Uhr heute Vormittag fand eine Be- rathung der Aerzte Sr. Majestät statt, woran außer Professor Senator auch Professor Leyden theilnahm.

Der Kräftezuftand des Kaisers hat sich nicht verschlechtert und das Befinden war in den Vormittagsstunden relativ etwas befriedigender.

Berlin, 17. April. Wie diePoft" hört, hatte heute abermals eine Sitzung des Staatsministertums ftattgefunden.

Berlin, 17. April, 5 Uhr 48 Min. Nachm. Das Befinden des Kaisers hat sich jm Laufe des Tages nicht verschlimmert; er verließ Mittags auf einige Zett das Bett. Der Höhepunkt der Bronchitis schein: überwunden. Die Temperatur war im Laufe des Vormittags auf 38.5 Grad heruntergegangen, gegen gestern 39.5 Grad. Der Kaiser zeigte sich Nachmittags nochmals am Fenster, vom Publikum stürmisch begrüßt. Unter den heute von demselben Empfangenen befindet sich auch der russische Militär- bevollmächtigte Kutusoff.

Pest, 17. April. Sämmtliche Abendblätter drücken in sympathischester Weise ihre tiefste Thetlnahme anläßlich der Verschlimmerung im Zustande des deutschen Kaisers aus.

Pari-, 17. April. Der leitende Ausschuß der Patriotenliga wählte gestern D6rouldde wieder zum Ehrenpräsidenten. Drei Ausschußmitglieder, der Partei Ferry's angehörend, sind in Folge dessen ausgetreten. Verschiedene Gruppen durchzogen gestern Abend unter den Rufen:Es lebe Boulanger'." die Straßen und wurden von der Polizei leicht zerstreut. DasJournal de Döbats" schreibt, das Wahlergebniß im Nord-Departement beweise, daß das Land in hohem Grade erschöpft sei; es empfinde tiefe Abneigung gegen die Politik und die Handlungsweise der Regierung. Die Mehr­heit der Wähler wolle nichts mehr von einer Negierung wissen, welche das Land der Tyrannei der Wahlcomit6's und den Zwistigkeiten der Parteiführer preisgebe. In Bordeaux konnten die Opportunisten wegen tumultuarischen Auftretens der Boulangisten eine von ihnen angesagte Versammlung nicht halten und mußten die Sitzung aufheben.

London, 17. April. Alle Morgenblätter drücken tiefste Theilnahme anläßlich der ernsten Wendung der Krankheit des deutschen Kaisers aus. TerStandard" sagt, die Sympathien Europa's seien mit dem Kaiserpaar in dieser Stunde der schweren Prüfung. Aber nicht minder lebhaft und bewundernswerth sei die Standhaftigkeit, welche beide beweisen.

Dublin, 17. Avril. Der Deputirte für Ostmaya, Dillon, wurde heute verhaftet.

Rom, 17. April. Der Papst empfing heute alle anwesenden österreichischen Bischöfe.

Belgrad, 17. April. In der Skuptschina theilte heute der Präsident den Dank der deutschen Regierung für die Betletdskundgebungen anläßlich des Todes Kaiser Wilhelms mit.

Berlin, 18. April, 8 Uhr 55 Min. (Prioatdepesche.) Die Besserung im Be­finden des Kaisers dauerte auch bis gestern Abend an, obschon das Fieber in den Abendstunden etwas zunahm. Der Kaiser begab sich zeitig zur Ruhe.

r 18- April, 10 Uhr. (Prioatdepesche.) Se. Majestät der Kaiser hatte

eine leidlich gute Nacht, obwohl der Schlaf einige Male durch Husten unterbrochen war. Das Fieber ist noch nicht gehoben. Der Kronprinz verbrachte die Nacht in Berlin.

Lokale*.

®i«6ett, 18. April. kSt-nograp hie-Unterricht.) Der Gab-lsb-raer ?tmOaJ???cnDerc^1 croffnet am 19- April, Abends 8 Uhr, einen neuen Anfangscursus in Gabelsbciger Stenographie (siche das Inserat in unserer heutigen Nummer) aus welchen wir auch an dieser Stell- nochmals unsere Leser ausmerksam machen -In unserer Zeit in welcher das Bemühen so bedeutend ist, die Schwierigkeiten lu über- winden, welche Zeit und Raum dem Verkehr darbieten, um das Gcschäslslcben, das Schaffen in den verschiedensten Kreisen menschlicher Thäiigkeil zu erleichtern, bricht sich auch immermchr die Erkennlnlh von dem Werth der Stenographie Bahn. Die Steril Factor geworden, mit welchem im menschlichen Leben und namentlich im Geschäftsleben gerechnet werden muß; schon in den meisten Geschäften werden S enographen bevorzugt und es sollte deshalb kein junger Mann unterlas en sich die Stenographie anzuetgnen wenn er auch für den Augenblick vielleicht glaubt, durch dieselbe keinen dtrecten Vortheil zu haben. Wenn er dieselbe erlernt hat, bringt sie ihm immer Nutzen, dies haben bis jetzt All- anerkannt, welch- sich längere steit m t der Kunst Gabelsbergers beschäftigt haben. ö 10611 mu

Universität- ° Chronik.

Nachfolger des Pros.vr.Kohler in Würzburg, der bekanntlich einem Rufe nach Berlin folgt, ist Pros. Dr. Lothar S-ussert von Erlangen ernannt vr. L. Seuffcrt ist ein geborener Würzburger und-Ve.sasser des bekannten trefflich n Commentars zu der neuen deutschen Clvtlprozeßordnung. 11

Derurifchte-.

Darmstadt, 14. April. Einen der interessantesten Gegenstände der statistisl-ben Mittheilungen bildet das niedere Schulwesen im Großherzogthum. Hessen hat befannS A"!A-?iner Lehranstalten wegen eines sehr vortheilhaften Rufs sich erfreut die Statistik beweist, daß es denselben auch heute noch verdient. In 991 einfachen Volks- schulen werden von 2107 Volksschullehrern und 167 Volksschullehrerinnen 165 002 Kinder ^Eerrichtet. Davon sind 111123 evangelisch, 49 593 römisch-katholisch und 3103 k, Fortbildungsschulen bestanden in Hessen 767 einklassige, 85 zwetklassige und 39 mehrklassige, welche insgesammt von 23 713 Schülern besucht wurden Vrivat- §:2lnfialitcn existiren 68, davon sind nur 12 confessionell evangelisch 7 römisch- katholtsch und 5 israelitisch. An diesen Anstalten wirken 152 Lehrer und 153 Lehrerinnen und beträgt die Zahl der Schüler 1321 Knaben und 3231 Mädchen InTen£ouimm Starkenburg und Oberhessen bestehen an manchen Plätzen auch noch sogerweitert

, Volksschulen", in Starkenburg 12, in Oberhessen 7. An ersteren wirken r i Lehrkräfte darunter 13 bezw/3 Lehrerinnen Erstere L

Un2 14l3 Fädchen, letztere von 199 Knaben und 257 Mädchen besucht Eine außerordentliche P-rbr-ttung haben die Handwerker- und Kunftg-w-rb-fchulcn a-m°nn7 und zwar sowohl als Sonntags- wie als Abend,chulen. lieber das ganze Gr°ßbcr?°" thum verbreitet, bieten dieselben bei richtiger Leitung eine Garantie §anbnjerf und Kunstgewerbe seinen goldenen Boden behalten Die (Sefammhnhr Fauler betrug 4885 welche von 152 Lehrern unterwiesen wurden. S-Hr"r^r u ch m die zahtteich- Beteiligung von Schulern im Alter von über 20 Jahren A Offenbach, 12 April. In einem Hofraum des großen Bier-rund

Nachmittag eine Kuh in einen daselbst befindlichen, schlecht verdeck,en Brunn,! schacht. Diese be wurde nach einstündig-r mühsamer Arbeit aus demselben herausm,^ war aber bereits verendet und mußte dem Wasenmeistcr übergeben werden D-sA ' hatte - n-n Werth von 300 M und gehört- -inem Bauersmann von Heustnstamw Di- Viehv-rsich-rung wird wohl diesen Schaden nicht ersetzen. ? m a '

., Mainz, 17. April. Das oft besprochene Project von der 9fnfnno

birecten Eisenbahnlinie Mainz-Brüssel über den Hunsrück scheint nun vEändia^n Waffer geworden zu sein. Wie man nämlich derVoss.Ztg." mitthetlt setdasVrui^ vollständig aufgegeben worden. Das belgische Ministerium lasse mit Eifer an k" ^/"Wellung der Amblare - Bahn, mit deren Anschluß an das preußische Bahnmtz die preußische Regierung einverstanden sei und welche die Linie Mainz-Brüssel erfehpn fnn di?^ 7-- Zur Fertigstellung des zweiten Abschnitts der AmblärEahn" babe sicb jetzt bewilligen ^lassen^^""8 H°$ ClnCR außerordentlichen Credit von 1200 000 Mark

rr ~ ^^vielseitiger Bemühungen ist es immer noch nicht gelungen, zwischen d-n Gesellen und Meistern der Maurer eine Verständigung zu erzielen. Der Umstand hnh MÄL^^elrathete Arbeiter zu der Arbeit zurückgekehrt, scheint den Widerstand der Masker verstärkt zu haben, denn bereits gemachte Concessionen sind wieder von Einzelnen 7rrİ8Cn* b übrigen Baugewerbe fängt der Strike bereits an, sich in d n Arbeiten unangenehm hemmend und störend bemerklich zu machen. 0 n

. enr Rheinhessen, 17. April, lieber den gegenwärtigen Stand derSaail-N in Rheinhessen wird mttgetheilt, daß der allgemeine Stand der Wintersaaten als durck-

rufriedenftellend betrachtet werden kann. Die Vorbereitungen für die FrühjahA- konnten erst letzt und zum Theil nur in beschränktem Maße in Angriff 0eü?mulen werden und durften sich diese Arbeiten nur bei andauernd guter Witterung

9 0ani sollenden lassen. Die Weinberge, in welchen die Arbeiten früher ihren Anfang genommen, hasten ganz vereinzelt Schaden durch den Frost erlitten. 9 mi.rbe. In Eibingen, einem Dörfchen oberhalb Rüdesheim

di^N-fe vollständig -bg-bMem°'''''°° --rheir-the.en Mann von feinem Gegner niedergebrannt^ " b e i m ist in vergangener Nacht die Arens'sche Zündhölzerfadttklolal

Literarisch«*.

Den Abonnenten desUnifrerfitm* können wir zu den Ueberraschunaen gratuliren.,welche das soeben erschienene 18. Heft dieser prächtigen Zeitschrift gebrockt hat. C5 ist geradezu ^^Enswerth, was hier für den Spottpreis von nur 50 H ßeboten wird. Dem Gedachtmß an Kaiser Wilhelm I. ist dieses Heft gewidmet dal kuud^gt der eigens wr diesen Zweck vornehm hergestcllte, in würdigem und p'ietät- £oI?ei wirkende Umschlag des Heftes an. Der getragene und stimmungsvolle Inhalt desselben mit feinen vortrefflichen Illustrationen im Text würde allein schon im Stande sein, ben haften Anforberungen Genüge zu leisten. Ader zwei Extrabeilagen desselben. Kunstblätter von großartigem Werth, stellen alles bisher Dagewesene geradezu in den Schalten. Das eine Blatt ist ein überaus sinnreich und fein componirtes Erinnerungsblatt an Kaiser Wilhelm!." von Professor Anton Seder, welches n doppeltem Format wundervoll in neun Farben lithographisch hergestellt ist und aus bem Heft her ausgenommen einen Album- und Wandschmuck abgeben dürfte, wie er nicht schöner und passender gedacht werden kann. Nicht minder werthvoll ist die zweite ^7 StUn0o^XfC§ Fettes, nämlich die mit Allerhöchster Genehmigung in photo­graphischem Lichtdruck als Facsimile wiedergegebeneZeichnung des hochseligen Kaisers auf dem Sterbebette", welche auf Befehl Ihrer Majestät der Kaiserin Königin Augusta von Profefsor Anton v. Werner am 9. März 1888 früh 9 Uhr angefertigt wurde und ebenfalls von keinem Journal sonst publicirt werden darf.

Wer sich in den Besitz dieser beiden Kunstwerke von so exceptionellem Wertbe Uen will, versäume nicht, noch nachträglich auf dasUniversum" zu abonntren, eine m 00N welcher auch in allen Stücken behauptet werden muß, daß stets das Beste ihr gerade gut genug ist, es ihren Lesern in Wort und Bild, und zwar für den denkbar billigsten Preis, vorzuführen und so als der vortrefflichste literarische Haus- und Famttienschatz wärmstens empfohlen zu werden verdient. v

Nichtabonnenten können dieses Heft zum Einzelpreis von 1 JC durch jede Buch- handlung beziehen, das farbigeErinnerungsblatt an Kaiser Wilhelm I." von Pro- sessor A. Seder ist apart für 75 $ zu haben.

Wöchentliche Ueberficht der TodesMe in der Stadt Gießen.

15. Woche. Vom 8. April bis 14. April 1888.

Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer- 245°/« Q r _ _ Kinder '

Zusammen: Erwachsene: im vom

! 1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

2 2 9 Z

1 1 _

11- \(1) E =

Summa: 9 5 i 3

in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Schwarz ganzfeid. Satin merveilleux von 1«55 bis Mk. 9.80 p. Met. (13 Oual.) versendet roben- und stück- weise Portos und zollfrei das Fabrik-D^pöt G. Hennebere (Ä. u. K. Hoflief.) Ziu-ich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 3271

Wir eröffnen Donnerstag den 19. April unter Leitung unteres 2. Vorstandes stud. phil. Pfaff einen

Unterrichtskursus in Gabelsberger Stenographie.

Das Honorar für den Unterricht, welcher zweiinal wöchentlich (Montag und Donnerstag von 8-9 Uhr Abends , im Vereinslokal, Gasthaus zum Löwen, Neuenweg (oberes Zimmer) stattfindet, beträgt 5 3293

Dir GabelSberger Stenographen-Berein Gießen.

ES starben an:

Gehirnschlagfluß Lungenschwindsucht Wochenbettkrankheit Altersschwäche Lebensschwäche Lungenentzündung Scharlach

Anm. Die in der betreffenden \

empfiehlt 3191

Ernst Blödner, Ecke der Plockstraße u. Seltersweg.

Alle Arten

Keppidje & Vortagen