Ausgabe 
18.4.1888 Erstes Blatt
 
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Minister Graf Stolberg und der General von Albedyll verweilten Nachmittags längere Zeit im Schloß.

Die Kaiserin - Mutter Augusta fuhr mit der Großherzogin von Baden um Vi7 ULr Abends nach Charlottenburg und kehrte um Uhr hierher zurück. Der Zustand des Kaisers ist am Abend unverändert, das Fieber dauert in der bisherigen Weise fort.

Das Abgeordnetenhaus verwies die Nothstandsvollage an die Budget­commission. Der Finanzminister von Scholz erklärte im Laufe der Debatten, die Regierung bcabsichtige auch für die Erhaltung des Nahrungsstandes solcher Personen zu sorgen, die, ohne Grundbesitzer zu sein, Schaden gelitten hätten. Bezüglich der Verwendbarkeit der ausgeworsencn Summe behalte sich die Regierung freie Hand vor. Es sei nicht ausgeschlossen, daß auch solche von der Ueberschwemmung betroffene Gemeinden unterstützt würden, welche in der Vorlage noch nicht berücksichtigt wären. Die Vorlage betreffend die Weichselregulirung wird an die Commission zurückverwtesen. Der Minister Dr. Lucius erklärte, er habe nichts gegen eine nochmalige commissarische Berathung, er halte dieselbe aber für überflüssig, weil für die Coupirung der Nogat die Regulirung der Weichsel eine Vorbedingung sei. Die nächste Sitzung findet Mittwoch um 11 Uhr statt, in derselben wird über das Volksschullastengesetz berathen werden.

Leipzig, 16. April. Das Reichsgericht hat in dem Prozeß Thümmel die von dem Angeklaglen und von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision gegen das am 13 Januar in Cassel gefällte Urtheil verworfen. Die hierfür angeführten Gründe besagen im Wesentlichen: Es sei Niemandem verwehrt, Einrichtungen der Kirche anzu­greifen, aber es sei dabei Maß innezuhalten; es dürften keine Ausschreitungen dabei stattfinden, welche den Vorschriften entgegen seien, die zum Schutze religiöser Gefühle Andersgläubiger und zur Wahrung des confessionellen Friedens gegeben seien.

Paris, 16. April. In der gestern von Ferry in Epinal gehaltenen Rede bezeichnet derselbe Boulanger als einen Soldaten des Aufruhrs und rechtfertigte die Haltung der Opportunisten. Die gegenwärtige Deputirtenkammer hätte mit den Ministerkrisen Mißbrauch getrieben. Die jetzige Krisis lieferte den Beweis, daß das direkte Stimmrecht nicht unfehlbar sei. Die momentane Lage des Landes sei ein Plagiat des 2. December. Er würde das Cabinet Floquet unterstützen, dasselbe müsse aber gegenüber dem Boulangismus eine tbätige streitbare Haltung einnehmen und auf die Concenlration der Republikaner gegenüber bet cäsaristischen, plebiscitären Bewegung hinarbeiten. Die Rückkehr zum CäsarismuS würde den Krieg mit dem Auslande her- beiführen. Frankreich würde die Achtung Europas verlieren, wenn es innerhalb 40 Jahren zum zweiten Male die Mittelmäßigkeit für Genie, den Catilina für den Washington nähme. Redner rechne sich die Angriff,; der boulangistischen Blätter als eine Ehre an. Alle guten Bürger müßten sich erheben, um die Rückkehr des Cäsaris- mus zu bekämpfen, welcher stets schmachvolle blutige Spuren in der Geschichte Frank­reichs zurückgelassen hätte.

Belgrad, 16. April. Die Skupschtina nahm mit großer Majorität die Be­stimmung des Gemeindegesetzes an, wonach bei einer dirccten Steuer von 10 Francs die Ausübung des Wahlrechtes gewährt wird. Das vorgelegte Budget für das Jahr 1887/88 ergibt einen Ueberfchuß von 33 500 Francs.

Berlin, 17. April. (Privatdepesche.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Befinden des Kaisers hat sich im Lause des gestrigen Tages nicht gebessert. Daß das Fieber andauert, zeigt, daß das Leiden kein örtliches mehr ist. Die Professoren Leyden und Senator wurden berufen; Ersterer war abwesend, wird aber den Kaiser heute noch sehen, Letzterer wohnte gestern dem Consilium der Aerzte bei. Professor o. Berg­mann nimmt jetz an den regelmäßigen Besuchen der Aerzte Theil, Prof. Krause wohnt zeitweilig im Schlosse.

. Berlin, 17. April, 10 Uhr 40 Min. (Privatdepesche.) Der Kronprinz, sowie

Prinz Heinrich verblieben des Nachts über in Charlottenburg. Der Verlauf dieser Nacht war bei dem Kaiser ruhiger als in voriger Nacht.

K o k « I e

Gießen, 17. April. ^Geistliche Musik.^ Wie wir in Erfahrung bringen, wird das bereits anaekündigte Kirchen-Concert nunmehr am Sonntag den 22. April, Abends 8 Uhr, stattfinden. Wir lassen in Kurzem über die Leistungen des erblindeten Künstlers einen Bericht derBarmer Zeitung" folgen; dieselbe schreibt: Herr Bartels aus Dortmund, ein erblindeter Orgel-Virtuose, gab uns in seinem heutigen Concert Gelegenheit, seine höchst entwickelte Kunst des Orgelspiels bewundern zu können. Fast unglaublich erschien es uns, mit welcher Gewandtheit, Sauberkeit und Tactsestigkeit Herr Bartels seiner schweren Aufgabe gerecht wurde. Die von Orgelspielern ersten Ranges ihrer Schwierigkeit wegen gefürchteten Orgelpiöcen, wie die Fuge Ricercata und die Paesacglia von Bach brachte er in brillanter technischer Ausführung zu Gehör. Manual und Pedal beides war vollendet. Höchst fiappirend war es anzusehen, mit welcher unglaublichen Sicherheit Herr Bartels die verschiedenen Manuale wechselte. Kurzum er ift-eln vollendeter Orgelspieler. Wir wünschen dem erblindeten Künstler ein gefülltes Gotteshaus und bemerken noch, daß Programms ä 20 Pfg. an der Kirch- Ihüre zu lösen sind.

Ein festes Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Es bleibt den Besuchern freigestellt, beim Ausgange aus der Kirche ihrer cvent. Anerkennung der Leistungen durch eine entsprechende Gabe Ausdruck zu geben.

Gießen, 17. April. In der gestrigen General-Versammlung des Turn­vereins würbe beschlossen, das diesjährige Gaufest, welches bekanntlich Gießen über­nommen hat, inStein's Garten abzuhalten und erbietet sich Herr Stein außer den zur Verfügung gestellten großen Räumlichkeiten seines Etablissements noch eine weitere Halle zum Schutze gegen Sonne und Regen erbauen zu lassen. Das weitere Arrange­ment des Festes wurde dem Vorstände, der sich durch Cooptation verstärken soll, übers tragen. Bei der durch Amtsniederlegung des 1. Turnwarts nothwcndig gewordenen Ersatzwahl wurde der seitherige wieder gewählt.

Gießen, 17. April. Gestern ist für etwa 180 Arbeiter aus den Dorfschaften Beuern, Harbach, Großcn-Buseck, Reiskirchen re. eine Eingabe an die Großh. Direction der Oberhesstschen Eisenbahnen gerichtet worden, welche die Einrichtung eines Früh­zuges Grünberg-Gießen für den Sommerdienst erstrebt, der Morgens vor 6 Uhr hier eintrifft. Die Petenten sind der Mehrzahl nach an den Klinikbauten beschäftigt und müssen zur Zeit, um rechtzeitig an ihrer um 6 Uhr beginnenden Arbeit zu sein, in Gießen nächtigen, während sie, wenn der Frühzug eingerichtet wäre, allabendlich nach Hause fahren könnten. Dein Vernehmen nach wird die Agitation für die Einrichtung des Frühzuges noch weitere Kreise ergreifen. Liegt, wie wohl die Ermittelungen ergeben werden, ein wirkliches Bedürsniß vor, so darf man von den zuständigen Behörden ertoorten, daß dasselbe Berücksichtigung findet. Aehnliche Einrichtungen zum Nutzen der Arbeiterbevölkerung sind bekanntlich an vielen Bahnstrecken getroffen, so namentlich Seitens der Frankfurt-Hanau-Bebra-Etsenbahn, sowie der Main-Neckar-Bahn.

Die Leiche des geistesgestörten Herrn, eines Lehrers aus Friedberg, dessen Kleider am Sonntaa an der Lahn gefunden wurden, ist gestern Nachmittag an derselben Stelle gelandet worden.

Vermischte«-.

Nidda, 13. April. Ein Unglücksfall ereignete sich vorgestern in der Nähe von Assenheim. Apotheker Friedrich Münch und Postoerwalter Wagner, beide aus Alten­stadt, waren in der Nacht vom 11. zum 12. April auf dem Heimwege nach Altenstadt begriffen, kamen in der Dunkelheit vom rechim Wege ab, gertethen auf überschwemmte Wiesen, wurden von einer Strömung fortgerissen Münch ertrank und Wagner wurde bewußtlos aufgefunden, kam jedoch wieder zur Besinnung. (N. Anzbl.)

Frankfurt a. M., 17. April. Der am vorigen Samstag auf Station Bocken- beim verunglückte Stationsassistent Fricke hinterläßt, wie nachträglich mitgetheilt wird Fran und 4 Kinder. 1

Halle, 16. April. Das Schwurgericht verurtheilte heute den vr. Maximilian 1 Thilo, der am 29. Februar den Volontärarzt an der hiesigen Klinik, Dr. Schmitz ans Köln, im Zweikampfe erschossen hatte, zu 21/* Jahren Festungshaft.

I Köln, liapril. «ergangene Nacht gegen 2U6r entstand in einer kür.tich am I Zollstock außerhalb her UmroaUung, un eingemeindeten Gebiete erbauten Arbeite-koniinl Feuer, welches das leichte Gebäude einäidjerte, noch ehe die Feuerwehr berankomn^ konnte. Zwei Arbeiter, die Brandwunden im Gesicht und an den JffiS hatten, schaffte man gleich in's Hospital; heute Morgen aber sand man in dem Schutt noch dre oerkohlten Leichen von drei Arbeitern. Mau vermuthet, dah an die S Seuer gelegt worden, und fahndet nach einem Menschen, der Tags zuvor mit P- aus der Kantine gewiesen werden mußte. u

. _ 0 r ft, 12. April. Einen kaum glaublichen Selbstmordversuch beging aeftprn

der Hausler und Brunnenbauer Johann Wolt aus Berge, indem er sich im dämmr tremens mit einer mittelgroßen Zimmermannssäge den Hals zu durchschneiden ver- ^^.^.^achdem ihm der erste Verband angelegt war, wurde er in's städtische Kracken- haus überfuhrt. ltn'

Nürnberg, 16. April. Im Bankhaus W. I. Gutmann wurde heute Nacht b/naebrochen. Die Spitzbuben zertrümmerten theilweise den Geldschrank und stahlen 6000 in baar und 7000 JL in Effekten. Der Haupttresor blieb unversehrt Ver- muthlich bat man es mit einer auswärtigen Verbrecherbande zu thun.

n Freiburg i. B., 12. April. Mißhandlungen Deutscher in Frankreich/! aur Ergänzung unseres Prioat-Telegramms in Nr. 88, wonach die französische Regieruna strengste Untersuchung angeordnet hat, bringen wir nachstehende Mittheilung Aus Belfort wird den Straßburger Blättern ein Vorfall gemeldet, welcher der Cultur unserer n^stlrchen Nachbarn wieder alle Ehre macht. Zwei Studenten von hier und zwei Studeillen aus Würzburg, welche auf der Straße der Stadt Belfort, sich in ihrer deutschen Muttersprache unterhaltend, promenirten, wurden in gehässigster Weise mtfc- öandelt. Wir entnehmen einem Straßburger Blatte über diesen Vorfall folgende Mit- thellung: Vier Studenten, zwei aus Freiburg i. B. und zwei aus Würzburg, fuhren meser Tage nach Belfort. Dort angekommen, gingen dieselben, in deutscher Sprache sich unterhaltend, eme Siraße entlang, als sie plötzlich von zwei ihnen folgenden Gasstn- lungen alsPreußen" undSpione" bezeichnet wurden. Im Nu hatte sich ein Hausen Pobel um sie gesammelt, welche in einem fort brüllte:Vive la France, vive Bou- langer! ä bas la Prusse!u Als sich nun gar noch Militärpersonen bei dem Schreien unö Xumulte beteiligten,^ und die Studenten schon mit Steinen beworfen und von den Soldaten mit ihren Seitengewehren gestoßen wurden, sprach einer derselben, der sranzostschen Sprache mächtig, einen zufällig passirenden Osfieier an und bat ihn wenigstens dre Soldaten von ihnen fern zu halten. Dieser rief jedoch laut:A. bah' vous etes des Pruesiens, vons navez rien ä chercher ici! Diese Worte gaben nun­mehr das förmliche Signal zur Mißhandlung; alles stürzte auf die Studenten los schlug und stieß nach ihnen, io daß der eine derselben eine Wunde und eine faustgroße Beule am Hinterkopfe erhielt und alle vollständig mit Schmutz und Straßenkotb beworfen wurden. Zwei Polizisten, welche die Studenten beschützen wollten, bekamen auch Prügel ab und nur mit großer Mühe gelang es den Studenten, sich nach dem Bahnhofe zu fluchten, wo sie schnell in den zur Abfahrt nach Deutschland zurückbrachte tprön0Cn' welcher sie um 5 Uhr Nachmittags, übel zugmchtü,

Literarisches.

, r Eine prächtige Erinnerung an den Tod des Kaisers Wilhelm und die darauf folgenden Trauerfeierlichkeiten und den Regierungsantritt des Kaisers Friedrich bieten Heft 18 19 der H-Jllustrirten Welt" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt),

welche wieder zergen, wie dies schöne Fannlien-Journal stets bestrebt ist, seinen Lesern das Beste zu geben. Die Fülle und Schönheit der Bilder in diesen Heften sie fuhren dem Leser^ nach Zeichnungen von Specialartisten vor: das Sterbezimmer des Kaisers, Gedenkblätter, Aufbahrung, Traucrausschmückung der Stadt, Leichenzug, Bei­setzung, dann den neuen Kaiser und die Kaiserin, herrliche Porträts aus der neuesten Zeit zeigen, daß hier in Text und Illustrationen nicht gespart worden, um den Lesern eme der großen Ereignisse würdige Erinnerung zu schaffen und sie an den denkwürdigen, gewaltigen Feierlichkeiten im Bilde theilnehmen zu lassen. Dabei hat ledoch dies vortreffliche Familien-Journal nicht vergessen, für die Unterhaltung und Belehrung wie immer zu sorgen der große historische Roman von Samarow ent- wickelt sich hochinteressant, für die Frauen ist die anmuthige ErzählungDie beiben Schwestern wie geschaffen, an kleineren Novellen und Skizzen und kurzen Artmin wird leder Geschmack berücksichtigt. Wir können daher nur immer wieder daraus zurück- kommen, unseren Lesern dies Journal als die beste, reichhaltigste und dabei btUiafte Familien-Zeitschrist zu empfehlen.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

~ [^eue Rosens Unter den Nosenzüchtern, die für dieses Jahr Neuheiten ankundigen, sind es besonders die englischen und amerikanischen, die sich durch Reich­haltigkeit Hervorthun. Unsere Leser, die sich für Rosenzucht interessiren, werden gern Kenntniß nehmen von den Neuheiten und ihren Eigenschaften, wenn auch vor der Anschaffung solcher neuen Rosen immer gewarnt werden muß, bis sicheres über ihre Acclimatisationsfähigkeit feftsteht. Da ist zunächst Princess Beatrice, eine Theerose, gezüchtet von H. Bennet. Die Pflanze ist stark mit festen, aufrechten Zweigen und dichtem, schönem Laube, die Blume schön sitzend auf langem, aufrechtem Stiele, groß, gefüllt und von vollster Form, Petalen breit, fein abgerundet und sehr dick, dte Rück- sette der Blumenblätter ist hellgelb, die Mitte reich goldgelb, der Rand der Petalen scim zart mit leuchtend rosa umsäumt. Ausgezeichnet ist diese Rose mit dem Certificat 1. Classe des Kgl. Londoner Gartenbauvereins 1885 und 1. desgleichen im Ctystal- Palast 1887. Als zweite folgt The Puritan, Theehybride von Bennet aus einer Kreuzung von Mabel Morrison und Devoniensis gewonnen. Die Pflanze ist kräftig und aufrecht! und blüht sehr reichlich, aber nur unter Glas. Keine andere Blume kann mit längeren Strelen geschnitten werden, und diese Eigenschaft in Verbindung mit ihren schönen Blumen und ihrem üppigen Laubwerk macht sie zu Schmuckzwecken für Gärtner vor Allem geeignet. Die Blume ist von rein weißer Farbe, groß, vollkommen ebenmäßig gebaut und von köstlichstem Duste. Es folgt The Mentor, Theehybridrose von dem Amerikaner Evans in den Handel gebracht. Die Pflanze hat einen sehr starken Wuchs ohne Steigung zum Mehlthau und soll sich als stete und gute Blüherin auszeichnen. Die Blume blüht dunkel sammetkarmesinroth ohne den geringsten Anflug von Purpur­farbe. Grand Mogul (Gross-Mogul) ist eine öfter blühende Hybridrose von Wm. Paul & Son nu$ der bekannten schönen A. K. Williams gezogen. Pflanze stark mit großer, massiger Belaubung, Blumen tief und glänzend karmesin mit scharlach und schwarz schattlrt; bei trübem Wetter und im Spätsommer zeigt sie einen dunklem, an kastanienbraun reichenden Farbenton, sie ist groß, gefüllt, von vollendet ebenmäßigem Bau, reich- blühend. Ausgezeichnet ist sie mit einem Certificate 1. Classe Seitens der Kgl. Gartenbaugesellschaft. Silver Queen (Silber-Königin), öfterblühende Hybridrosc von Wm. Paul & Son. Pflanze kräftig mit schönem Laubwerk und von ungewöhnlich guter Haltung., Blumen silberigröthlich, im Innern sehr zart rosigroth schattlrt eine liebliche^ Färbung, groß, gefüllt, von schöner Schalenform. Die Blumen ersch/inen in reicher Fülle, da jeder Zweig mit einer Blüthenknospe endet, und treten frei über vie Belaubung heraus. Earl of Dufferin ist eine öfterblühende Hybridrose von Alex. Dlckson <fc Sons als neueStammbaumrose" nach dem Vorgänge Bennet's gezüchtet. Die Pflanze ist von kräftigem Wuchs, buschig und dicht und schön belaubt; sie blüht früh, andauernd und spät. Die Blume ist groß, gefüllt, vollständig symmetrisch gebaut, von lieblichem Duft und sehr haltbar; ihre Farbe ist reich glänzend sammtig karmesin mit bunfelfaftanienbraunem Anfluge und ihre Petalen groß, rund und glatt. Die feinste bisher geschaffene dunkle Rose, die in den Jahren 1885 und 1886 bereits mit sechs ersten Preisen ausgezeichnet wurde! Der Züchter veröffentlichte davon eine prachtvolle Abbildung. Man kann sich also darauf gefaßt machen, auf den Blumen- und Gartenbau-Ausstellungen dieses Jahres einen reichen neuen Rosenflor bewundern zu können.

SchLff-Nachrichten.

Bremen, 14. April. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vorn dtorddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. April von Bremen und am 5. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.