Ausgabe 
17.6.1888 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

BI,rt ..d-tsd-M' 15 Juni 9 Nachrn. Während der I^ten ©tunbeÄatfe Sri® bidt die Katienn Victoria die rechte Hand des Kaisers umschlossm. Der jetztge Kaiser hipUMn?Cma^ 5 ftaknbc" Iinf5 DDm Veite. Der Kaiser liegt in seinem eisernen Bette, dre Hände umfassen den Kavalleriesäbel. Auf der Brust liegt der Kram welchen

.."Äbf'Sl',1 &ä. aSS "s>-

I Publikum glaubt gleichwohl daran und ist von tiefer Niedergeschlagenheit und offen

P"nzregent batte schon aus Grund ^er ersten heutigen I Nachrichten die Festlichkeiten abgesagt. Die Börse hat sofort geschlossen Ö

I rt1lpa ^uttgart, P* Juni. Die Bevölkerung ist von der Trauerkunde aus Berlin I ^^^öltchste bewegt. Das Hoftheater bleibt geschlossm. Das Musikfest unter I bldbt Soeben beginnt das Trauergeläute sämmtlicher Glocken. ' ' 1 CT' I nnfimp *7 ^ob bc§ deutschen Kaisers erregt die lebhafteste Theil-

I nähme. Die Blätter veranstalteten Extraausgaben. Der deutsche Botschafter Vrinr | Neuß, ist aus der Sommerfrische hier eingetrosten er nabm xnhVreichp $

entgegen. Auf Befehl des Kaisers bleiben beide Hosthealer heut/ g^schlchse^

. L°Nd°N,15. Juni Die englische Presse zeig? sich ooll Trauer L die Nach- ^Ä Eu ous Potsdam und sie äußert sich viel pathetischer als vor drei Monaten Die "T/mes" bewundert den männlichen Muth und das Pflichtgefühl des Kaisers Ldrick welcher trotz der unheilbaren Krankheit Staatsgeschäfte besorgte.Daily News" bebt Unedlen Ehrgeiz, bte friedliche Entwickelung des Vaterlandes zu fördern hervor hnh» er eine großartige, sorgfältig ausgedachte innere Politik gehabt

Kaisers Verhalten auf dem Sterbebette kröne das Beispiel, welches er während seines Lebens seinem Volke und der ganzen Welt aeueben I dobe. Nach dem ',Daily Telegraph" hat kein fremder Monarch je die Achtung und

14*'"®°'» u. fo hohem Motze besessen wie Kaiser Frsidrich^ Alle Blatter theilen den Kummer der Kaiserin und des deutschen Volles.

c m London, 15. Juni. Oberhaus. Salisbury nimmt unter dem tiefsten Sckweiaen ?Äommlung das Wort. Er habe die traurige Pflicht, den Tod des Kaisers Friedrich dem Hause mitzutheilen. Es sei unnöthtg zu sagen, wie tief der Verlust deS Mannes zu beklagen sei der mtt Recht hier wie in Deutschland geschätztwurde Dte Königin habe ihren geliebten Schwiegersohn, Deutschland seinen geliebten Herrscher

TO7^e "h^b^binsttmmung mit dem Hause am Montag eine Adresse an ?nni^n h9,P C k- verwittwete Kaiserin Victoria beantragen, um dadurch bn für die betroffenen hohen Verwandten, sowie die Station die hn6 fJhPä anrCnt ZU bekunden. In Abwesenheit Granvilles erwiderte Ktmperley daß ledes Wort Salisbury s vollen Widerhall im ganzen Hause finde und abaeieben D0V ber bohen Achtung, welche man für eine Persönlichkeit von so hoher Stellung ull? bc! Bewunderung, die man für die edlen Eigenschaften des verstorbenen Kaisers während seiner ganzen Laufbahn hegen mußte, Jeder, der die Ehre hatte, mit dem verstorbenen per onhd) bekannt zu sein, das Gefühl habe, daß er ein Mann gewesen ttchkett eiiMflötz! hätte^ " ®erÜ6run8 dos tiefste Gesühl der Anhang-'

k .301 Unterlaufe jeiflte der Leiter desselben. Minister Shmtth, mit dem Aus- brucke tiefen Schmerzes über das Ableben Kaiser Friedrichs an, daß er am Montag eine Adresse an die britische Krone und die verwittwete deutsche Kaiserin beantragen werde, welche dem tiefen Kummer des Hauses über das Unglück, welches die Kaiser- famiUe und das deutsche Volk betroffen, Ausdruck verleiht. Harcourt hebt darauf Smith aus gedrückt. W ben Besinnungen sich a7schließen^ di!

r 15. Juni. Die Königin, der Prinz und die Prinzessin von Wales

sowie die Prinzen Albert und Victor reisen morgen Abend nach Berlin ab. Der Prinz D°s e Albert und Victor, der Herzog von Cambridge, die Minister und Botschafter condolirten auf der deutschen Botschaft. "utnl,Icr

über KM-Ä WlWÄW?* Trauer die Theater sind geschlossen- alle JeMichketten^nnt^bl^Ä"" wehen Trauerflaggen- Ausstellung wird bis auf Weiteres ge chlossen Di?U$ ,<'5 Kunstgewerde

wigs ist bis Ende Juli oeÄn.sSteeemdlteJSSL3*1!*1* König, tud- Sitzungen halten, in welchen der Trauer der Eolleaipn werden am Montag

Der Grohherzog von werden soll,

lichen ®egnü^genr?nbne.n8®M0taniC S,b "efc Xrauer -gelegt- olle öffent- Sr. M^E.b?e^Äaistrs^Friedrich"wu^rden^Flaaaen^in"fbtä Ablebens mast gezogen. Börsen geschlossen. " 00en in Stadt und Hafen auf Halb-

fchlossen^do'tz' heute^Abend'Zwischen 7°ükb°8^>7br"L b-s Senats ist be- stattfindet. Bis zur Beisetzung finden aute oller Ktrchenglocken

statt. Der Senat trauert während sechs Wochen § An^Bp»P^"b^ U r«^k^cn0cbctc gemeiner Trauergottesdienst statt Alle Lstentli^Pn uS Beisetzungstage findet ein all­eingestellt. ' 4Ue bffentlichm Vergnügungen find bis auf Weiteres

Telegraphische Aepeschen.

Wolff'S telcgr. Korrespondenz. Bureau.

des eS,,!6,' 3unLArmee-Verordnungsblatt" enthält einen Armeebefehl beS Kaisers Wilhelm, tn weichem er auf bte unverbrüchliche Zugehörigkeit der Armee zum Kriegsherrn, foroie auf die Vorbilder Seines glorreichen Grotzooters und theuern Vaters hinwetst. Am Schluste heißt es: so gehören wir zusammen, sind für einander geboren, wollen unauflöslich zusammen halten, möge Friede ober Sturm fein - '\n einem Eriatz an die Marine heitzt es: Die Marine weitz, datz es mich nicht nur mit grotzer Freude erfüllt, ihr durch ein autzeres «and anzugehören, sondern datz mich auch seit frühester Jugend in Uebereinstimmung mit meinem Bruder ein lebhaftes warmes Interesse mit ihr verbindet. W 69 n"nmeS

Äff* «6** S

ciDitifirt^n,^Vt4 t^'njo5 bäU Sieiben* beö^Saif'erä^^r/ebric^'^n^i^t befWnbia^^Efi'^f"'R

Sein Tod war ein tapferer." 9 9 fein Selben mit wahrhaftem Heldenmuth.

des SPrÄs Sia3«"bLnomC27^än lMbfJr'h. ®rle

Zch habe stets davor gewarnt ein UrtbeH ütertSM* Verfahren Mackenzies:

Än/eMft nich^anzunAen H Diagnose mlrzu'

Ä'JP »""« .......... Ä-Ä»?ÄÄ

11 llbr^?^^' Die Purpurflagge auf Schloß Friedrichskron ging um

Halbmast. Die ganze Umgebung des Schlosses wurde mit dem

Augenblicke des Todes durch verstärkte Postenkette abgesperrt. °

15. Juni. Dem Vernehmen nach soll die Landestrauer eine secks- ä䣣.".£*' * JSJK fron 49lhe?h* 7t/e ni,L Der engttsche Botschafter verweilte zwei Stunden in Flierichs- statt Mn-npn f^^lltcheu Kirchen Potsdams ein Trauergottesdienst

WSSÄÄÄ L2L Wi '-Ä-

XS'r? Bundesrath soll die offizielle Mittheilung durchsTn Äta alobald wahrschemltch morgen erfolgen,ebenso soll bte rruppenvereidiguug alsbald stattfinden

sZnn Ä ?k°ute . Gegen 12 Uhr sand unter dem Vorsitz des Reichen lers eme Fürst"Bisma^"nach"Potsdam^fuhr^'* »-'""n'machung desselben erfolgte und Seit hen^rrh1' - l-40 Fürst Bismarck und Minisier v. Friedberg waren I

feit den frühen Morgenstunden tn Friedrichskron. Bei dem Tod des Kaisers waren I

nb schloß herauf bte Sitzung. Heute Abend findet eine außerordentliche Sitzung statt. I bes Ä^V^Hph^l' rcie f,^rbbc Ztg." schreibt anläßlich des Ablebens I he5 5lai)ers tfriebrid):Em echter Hohenzoller hinterläßt in ber Erinneruna und hpn I ^er^n der Zeitgenossen wie ber kommenben Geschlechter bas Andenken an einen dürften 1

ÄVÄ Ä,W! "Ä5- SM ?^re mCr ?a9Cnb?1 bVn0 "brlebt unb sich auf bie hohen unb schweren Ausgaben des fürst' I Men Berufes vorbereitet." Auch alle anderen Zeitungen enthalt^TraLrUkel W

derttn, 15. Juni. Jetzt um 2 Uhr beginnt hier das Glockengeläute Trauer I J"Sckl^^b^^^Kaiser?.^D^ |

wd^'ta«a'°T 9Zatmer b°s Kommando über die Waches

Berlin, 15. Juni. Sämmtliche Zeitungen erscheinen mit Trauerrand und Eil rr0rt ln^cna-^tiFcIni-^cm Allgemeinen Schmerz Ausdruck; sie betonen ,um npsÄnss^^k^ E dem Tode Kaiser Friedrichs die Epoche des Kaisers Wilhelm endgültig aeschlossen sei und e ne neue Zeit beginne. Anton Werner zeichnete d n KaUe? aus dem Sterbelager Au dem Antlitz des Todten ruht der Ausdruck der riedlichsten Ergebung und schmerzlosen Schlummers, lieber die Beerdigunasfeierlicbkeiten hnt kpr Bestimmungen getroffen; nicht in

Garnisonkirche zu Potsdam, wo Friedrich der Große ruht, soll er beigesetzt werden.^ . . x Berlin, 15. Juni. Welchen Namen der neue Kaiser und König annehmpn Snm'pnte'r110?aber es gilt für zweifellos, daß er seinen wenWilhelm beibehalten wird, zumal es der seines unvergeßlichen Großvaters ist dessen ^blingsenkel er stets gewesen und der ein unbegrenztes Vertrauen in ibn fehtV Lebens" b!»wi^n et L ein ganz seltener Menschenkenner, wie er Zefl seines (pin mL ? b' *' blc erwähnte Thatsache eine neue Gewähr dafür

Gpsisti^ "c!b ^"lickland unter dem jugendlichen Herrscher, dem heute die

mächtigsten Staates und Reiches zugefallen sind, sicherer Zeit entaeaen- w-ni ?aUUnflen vbc5 neuen Kaisers und Königs weiß man mst Be« büb eI ane rben b0" seinem Großvater geschlossenen, von seinem Vater hochgehaltenen und gefestigten Friedens- und Schutzbündnissen unverbrüchlich festhalten wird. Dem Fürsten Bismarci bringt der neue Herrsche? '^dasselb^Vertrau und man darf wohl sagen dieselbe Freundschaft entgegen, wie Kaiser Wilbelm I bis an fein Lebensende es unentwegt gethan hat. Dabei dürfen wir Ina unh xJf die ganze s^iedliebende Welt mit uns beruhigen. In unterrichteten Kreisen gilt der I SunfLnin?r /PfIamQtlon des neuen Herrschers bei seinem Regierungsantritt ^ür be- ichlossen, tn welcher namentlich betont werden wird, daß die auswärtige Politik Seuifd)- Fredrich NL leiste geführt werden solle, wie unter den KaL Wil^ 0-rieonch ui., daß sie bemüht fein werde, jeöen Zwist zu vermeiden und ihrp hnr-

btIC ^^altung der bestehenden Verträge richten werde. - Neber die Mar^ m^im unter dem neuen König verlautet noch nicht viel Zuverlässiges

Man meint, Herr v. Liebenau, der Hofmarschall des bisherigen Kronprinren werde §ripKnm * f?C§ w^den. Fürst Radolin, der Hofmaischall des'Königs freiwittbenben B°twafte^sttn''erhasten ^''°''' Unb voraussichtlich ben nächsten «»sgufc s«; ä'ä

aprtPnV«r l^Ven Je^n (,e9enfce Bundesversammlung in Frankfur?mit neun I

" ^chs Stimmen ben österreichischen Antrag auf Mobilmachung ber Bunbesarmeecorvo »S ^reu|en angenommen unb nachdem der preußische Gesanbte ben Beschluß für einen I Bruch ber Bunbesverfassunq unb ben Bund für aufgelöst erklärt hatte era nnen I

ein d^den Sommationen an Sachsen, Hannover unb Ku'rhessen mit Preußen I

em neues Bundmß zu schließen, wlbnqenfalls König Wilhelm tu feinem IpMinftpftn I bauern sich in bie Nothwenbigkeit versetzt finbe biefe Staaten als .

©mmen" [6ffifnbI'4 brtracht-N unb diesem B.rhattnitz entsprechend zu handeln Siebte" etaaten lehnten noch am selben Tage jtne Aufforderung ab und damit war die ittieaä- I aWn.tSntÄhen' Süt>.fiaj!er STbrld) erwuchs daraus die Gelegenheit, sich als den I « ne der eI. bewähren, der tn der deutschen und preußischen Geschichte stets

«Ute der ersten Stellen emnehmen werd. Sein Ruhmesgenosie und Mitstre ter N drei Feldzügen, der Prinz Friedrich Karl, ist dem Kaiser Friedrich vorzeitig im Tob- voran! gegangen; am h-uitge n Tage vor drei Jahren ist er einem Herzschläge plötzlich erlegen. ,, . liV'rr'Nurt a. M.,. Juni. In Folge Ablebens Sr. Majestät des Kaisers I lauten jämmtlicbe Glocken der Stadt. Börse unb Effekten-Sozietät sind geschlossen. I

. ,la- Auni. Soeben verkündet die Kaiserglocke im Dome die Wmfirirfit I « Äfli,CV5 Königs Ftiebtich. Flaggen überall

| 'rmmtlich^rch-n ,u»ut-n an' Ä'ta