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heißgeliebten Herrn Ausdruck gebrachte Möge die dank- bleiben bis in die

Die beim Heimgange Seiner Hockseligen Majestät, Meines Großvaters, von den Vertretern der Residenzstadt Potsdam zum Gesinnung hat Mein tiestrauerndes Herz wohlthuend berührt, bare Erinnerung an die Segnungen Seiner Regierung lebendig spateste Zett.

Berlin, den 20. März 1888.

jedoch im vollen Umfange bewilligen werden, erscheint vorerst noch etwas fraglich, denn namentlich die klericale Partei der Repräsentantenkammer will durchaus nicht die Nothwendigkeit der beabsichtigten militärischen Bauten einsehen.

Die im französischen Norddepartement an diesem Sonntag vorgenommene Ersatzwahl zur Deputirtenkammer hat einen neuen Sieg des Boulangismus er­geben. Die boulangisttschen Agenten haben es an nichts fehlen lasten, die Wähler des genannten Departements in diesem Sinne zu bearbeiten und noch in den letzten Tagen vor dem entscheidenden Termin sind die Wählermassen von den Freunden und Vor­kämpfern Boulangers mit Manifesten, Aufrufen und Flugschriften zu Gunsten des Ex-Generals förmlich bombardtrt worden. Diese Agitation hatte allerdings schließlich auch auf Setten der gemäßigten Republikaner, die von einem Theile der Radicalen und sogar der Sozialisten unterstützt wurden, bedeutende Anstrengungen für ihren Eandtdaten, den Adoocaten Foucard hervorgerufen, aber die Ehancen für Boulanger standen äußerst günstig und hat denn auch der Telegraph bereits seinen Sieg ver­kündet (s. Prioatdepesche); damit dürfte aber die boulangistischc Bewegung in ein Stadium getreten fein, in welchem ihre Eindämmung und Bekämpfung durch die gegenwärtige Regierung in Paris kaum-mehr möglich sein dürfte.

Der Papst hat beim Empfang der französischen Wallfahrer recht freundschaftlichen Gefühlen gegen Frankreich Ausdruck verliehen. Er sprach seine Freude darüber aus, daß dieses Land trotz der Uebel, an denen es leide, und der es bedrohenden^ Gefahren, doch nicht auf den schönen Titel als älteste Tochter der Kirche verzichte. Schließlich betonte der Papst, daß Frankreichs künftiges Schicksal durch zu enge und zu alte Bande mit der Kirche und dem heiligen Stuhle verknüpft sei, als daß diese zerrissen werden könnten und werde sich Frankreich dessen bewußt bleiben, daß seine edle und ruhmvolle Stärke in einer tiefen und innigen Verbindung mit der Kirche bestehe. Auf die französischen Radikalen, welche mehr wie je die Trennung der Kirche vom Staate verlangen, dürfte diese päpstliche Kundgebung ohne Wirkung bleiben.

Vermischtes.

Wetzlar, 14. April. Ein tief bedauerlicher Unglücksfall hat sich gestern Abend an dem Bahnübergang bei dem Schießplätze der vorstädtischen Schützengcsellschaft zu- getragen. Der Arbeiter Karl Schreier von hier befand sich gerade an dem Uebergange, als ein von Albshausen her kommender Güterzug vorüberfuhr. Obwohl die Barriere noch geschlossen war, überschritt Schreier nach dem Passiren dieses Zuges den Ueber- gang, da er nicht bemerkte, daß im selben Augenblick der um 9'* nach Weilburg ab-

Keutschland.

Darmstadt, 14. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Oberlandesgerichtsrath Wiener, sowie den Landgerichisrath Müller von Gießen.

Durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 11. l. M. wurde der Großh. Landgerichtsrath Hofmann zu Gießen an Stelle des zum Oberlandesgerichtsrath ernannten Großh. Landgerichtsraths Wiener zum Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen bei dem Großherzoglichen Land­gericht der Provinz Oberhessen für die Dauer des laufenden Geschäftsjahres bestellt.

Darmstadt, 14. April. Das heute ausgegebene Großherzogl. Regierungsblatt Nr. 13 enthält:

Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, bahnpolizeitiche Vorschriften für die Nebenbahnen im Großherzogthum, insbesondere für die Nebenbahn OsthofenWesthofen betreffend.

Berlin, 14. April. Kaiser Friedrich hat am Donnerstag in Lebensgefahr geschwebt; glücklicher Weise ist es Herrn Professor v. Bergmann gelungen, sie noch rechtzeitig zu bannen, lieber die Einzelheiten geht derKöln. Ztg." folgende Dar­stellung zu: In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wurde der Kaiser von schwerer Athemnoth befallen; sein Krankenwärter begab sich deßhalb gegen 1 Uhr zu dem m der Nähe des kaiserlichen Zimmers schlafenden Dr. Hooell, weckte ihn und theilte ihm seine Wahrnehmungen mit. Dr. Hovell glaubte zunächst nur an eine un­begründete Aengstltchkeit des Wärters, der sich darauf wieder entfernte. Als der Wärter indeß nach einiger Zett wiederkam, stand Dr. Hovell auf und begab sich zum Kaiser, etwa gegen 2 Uhr. Hier fand er nun, daß die Eanüle die rechtwinklige, Mackenzie'sche nicht richtig saß; er versuchte, ihre Lage wieder in Ordnung zu bringen; allein die vielfachen Versuche, bet denen die Umgebung der Wunde vielfach verletzt worden ist, waren vergeblich; erst gegen Morgen glaubte Dr. Hovell einen Er- folg erzielt zu haben. Im Laufe des Tages aber, Donnerstags, hatte der Kaiser wiederholt Erstickungsanfälle auszustehen, deren Anlaß die Herunterftoßung großer Gewebetherle in die Lungen war; sie steigerten sich und mit ihnen die Athemnoth der­maßen, daß schließlich Sir Morell Mackenzie selbst der Ansicht war, wenn Professor v. Bergmann nicht bald komme, sei der Kaiser in Gefahr. Professor v. Bergmann wurde sofort geholt; er traf gegen 4 Uhr mit seinem Assistenten Dr. Bramann im Stadtschlosse zu Charlottenburg ein; bet der Untersuchung fand er, daß die rechtwinkeltg gebogene Eanüle überhaupt nicht mehr in die Luftröhre reichte; sie saß zwar noch in der Wunde, sah aber mit ihrem vorderen Theile beträchtlich aus derselben heraus- die Luftröhre selbst war mit einer Wuchermasse erfüllt. Professor o. Bergmann beseitigte auf's Schleunigste die ungeeignete Eanüle und legte eine neue Eanüle ein und Sir Morell Mackenzie entschied sich selbst dafür, daß diese Bergmann'sche Eanüle nunmehr liegen bleiben müsse. Der Kaiser erholte sich bann nach und nach und Freitag Mittag konnte Professor v. Bergmann beim Krankenbesuch feststellen, daß das Befinden oerbält- nißmäßig sehr befriedigend war, so daß der Kaiser sogar die Fahrt nach Berlin machen konnte, ein Beweis von der staunenswerthen körperlichen Kraft, die Kaiser Friedrich von Haus aus besitzt.

Berlin, 14. Avril. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heutigen Sitzung eine Reibe kleinerer Vorlagen, überwies den Antrag Metzner (betr. einheitliche Ge­staltung des Schornsteinfegerwesens) einer aus 14 Mitgliedern bestehenden Commission und erledigte dann eine Reihe Petitionen. Bei Festsetzung der nächsten Tagesordnung ^hob sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, indem der Präsident vorschlug, am Montag über das Schullastengesetz zu verhandeln, während v. Minnigerode bat, die ^Et^dsvorlage und das Weichselregulirungsgesetz auf die Tagesordnung zu setzen. Schließlich stimmte das Haus dem Anträge Minnigerode's bei. Die nächste Sitzung findet am Montag um 11 Uhr statt. B

Potsdam, 13 April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Ver- ^^uug gelangte folgendes Schreiben Seiner K. und K. Hoheit des Kronprinzen zur

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Gießen, 16. April. Der gestrige Sonntag brachte uns, zum ersten Male in oiefeinFrühling , ein recht vernünftiges Frühlingswetter. Die liebe L>onne, anderen Verschwinden resp. Nimmerwiederkehr man sich in Gedanken schon gewöhnt, sandte ihre Strahlen mit aller Wärme zu der schon lange ihrer harrenden Menschheit hernieder und lockte Alles hinaus in's Freie, allwo es allerdings noch nicht so recht frühlings- mäßig auvsieht. Die gut besuchten Ausstugspunkte von Gießens Umgebung zeigten ein beinahe sommerliches Bild, man saß im Freien, klagte hier und da auch schon über Hitze und erörterte nicht zum wenigsten die nunmehr unvermeidliche Toilettenfrage, welcher natürlich unsere Damenwelt, die jetzt im Zeichen der neuen Hüte und ditto Schirme steht, das größte Interesse abzugewinnen vermag. Hoffentlich holt der Frühling das, was er in der Natur versäumt, recht rasch nach, damit es wieder einmal grün auf Erden wird und berufene und unberufene Frühlingsliederdichter, die in diesem Jahre mehr denn je für den Papierkorb arbeiteten, endlich Erhörung finden. Nicht nur die für denStaat" so besorgten Putz-, Modewaaren- und Kleidergeschäfte, nein,, die ganze Welt, der Bauer nicht minder wie der Städter, alle haben Interesse daran, daß es endlich endlich Frühling werde.

. - Abends gegen 12 Uhr, wurden mehrere Bewohner der Neustadt

und Bahnhossstraße durch Fenstereinschlagen an ihren Wohnungen aus dem Schlafe geweckt. Es wird der Polizei hoffentlich noch gelingen, die rohen Burschen zu ermitteln, damit sie ihrer verdienten Strafe nicht entgehen.

,,Am Freitag und Samstag erregte das rohe Betragen einzelner Soldaten des hiesigen Regiments in der Neustadt allgemeines Aufsehen und Entrüsten. Wie man hort, ist Anzeige Seitens der Polizei an das Regiment erstattet worden.

I" b.er Nachi vom 14. auf 15. d. M. wurden in mehreren Straßen die Laternen ausgelöscht. Drei Unterbeamte der Post von hier sind bei der That betroffen und zur Anzeige gebracht worden.

m Gestern Nachmittag 2 Ubr meldete der Thürmer einen Waldbrand auf die Polizeiwache. Das Feuer war in dem District Landshut, Gießener Stadtwald, ent­standen und hatte einen jungen Fichtenschlag von etwa 80100 Quadratmeter ergriffen und stark beschädigt. Die Entstehung des Feuers ist noch unbekannt, aber jedenfalls der Fahrlässigkeit von Waldgängern zuzufchreiben.

Ein geistesgestörter älterer Herr aus Friedberg entfernte sich in einem un­bewachten Augenblick von dort, um nach Gießen zu fahren. Seine Angehörigen, welche ihm alsbald nachretsten, suchten ihn hier vergebens. Heute früh wurden an der Dampfbaggerei seine Kleider mit einem Zettel dabei gefunden und ist daher anzu- nehmen, daß er in der Lahn den Tod gesucht hat.

England.

London, 14. April. Der Deputirte William O'Brien ist wegen der von ibm am letzten Sonntag m Loughrea gehaltenen Rede heute Abend in Kingstown verhak °-Tt UH Dublin, spater nach Loughrea gebracht worden. O'Brien beabsichtig, morgen in Wexford einer Versammlung der Nationalliga beizuwohnen. 9 e

Aesterreich.

Pest, 14. April. Unterhaus. In Beantwortung der Interpellation des Abge­ordneten Fenyoessy betreffend die staatsrechtliche Form der Zuschrift des deutscken Bot- schatters Prinzen Reuß anläßlich der Beileids-Kundgebung oes ungarischen Parlaments verlas dec Ministerpräsident Tisza den Wortlaut der Zuschrift und ü0le K >elbe eutsvreche dem uiigariscken Staatsrechte vollkommen. Der Interpellant hätte fick norber gehörig informiren sollen. Er (Tisza) bitte die Abgeordneten, sich durch un­überlegtes Einbringen von Interpellationen nicht der Lächerlichkeit auszusetzen Das Haus nahm die Antwort des Ministerpräsidenten zur Kenntniß.

Zlrankreich. '

acrid)t?Pat^/ a15' Alle Augen sind gespannt auf das Departement du Nord

Sn«« s oppor unim^en und die radikalen Antiboulangistenblätter richten letzte ^ufruf an die Wähler des Nord. Die Agenten Boulanger's erließen gestern Abend rin letztes Manifest, worin sie mittheilten, daß die Gegner das Zustandekommen des

Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reichs und von Preußen. eebalbu"ee20,b00"IPr' Wft8 betlM,et bcrolai8le für Wtaurirung her

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 15. April. Der König von Schweden hat während seiner Reise vsv Hamburg nach Frankfurt, dohl Gesandten v. Lagerheim auf die Ueberschwemmunaev bei Hannover aufmerksam gemacht, demselben 2000 JL für die Geschädigten gegeben welche v. L^erheim gestern dem Staatsminister Achenbach aushändigte. '

n- , ~ Bei der gestern abgehaltenen ersten Sitzung des Vorstandes der deutschen Eolonialgesellschaft unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe-Langenburg, welcher alle ^r beiroobnten, stattete Dr. Peters über Ostafrika. Staatsminister Hoffmann über Westafrika, Hammacher über Neu-Guinea Bericht ab; außerdem wurde Auswanderungsfrage, die Subventionirung von Dampfern nach OstMka und über die neueste Gestaltung des Colonialrechts verhandelt. Die nächste Sitzung Ödo^^in11^lin1 flattQm in Weimar, die nächste Hauptversammlung m

, , Königsberg i. Pr., 15. April. Die Dampfschifffahrt ist heute durch Eis­brecher wieder eröffnet worden, und sind bereits zwei Dampfer hier eingetroffen. .r. r 15/ Die regelmäßige Verbindung zwischen Frederikshavn und Gothenburg ist jetzt in vollem Umfange wieder aufgenommen; bis auf Weiteres gebt das Dampfschiff von Frederikshavn nach Gothenburg jedoch am Vormittag nach Au- kunft des dänischen Zuges 31 ab. Der Eisboot-Transport über den Sälingsund ist aufgehoben und die direkte Expedition von Stückgut und Vieh über diese Route wieder ausgenommen. Vorläufig wird der Abendzug von Glyngöre nach Nykjöbing aber nickt ubergefuhrt Die Postdampfschiffe zwischen Kiel und Korsör haben ihre regelmäßigen Fahrten noch nicht wieder ausgenommen. Die direkte Expedition von Wagenladungs- gutern über Nyborg Korsör nach Seeland ist der Eisverhältnisse wegen aufgehoben

Zürich, 15 April. Dr. Johann Conrad Kern aus Berlingen (Thuraau), welcher von 1857 bis 1883 den Gesandtenposten der Schweiz in Paris bekleidete ist heute hier gestorben.

ii Bukarest, 15. April. Deputirtenkammer. In Beantwortung einer Interpella­tion über die Bauernunruhen gab der Ministerpräsident Nosetti zu, daß die Untuben fett 2 -Lagen einen etwas ernsteren Charakter angenommen hätten. Die Regieruua habe üideß geeignete Maßregeln zur Herstellung der Ordnung ergriffen und sei gewillt, nach Wiederherstellung der Ruhe eine aus Mitgliedern aller Parteien bestehende Com­mission zu ernennen, die sich nicht blos mit der Erforschung der Ursachen der Unruhen, sondern auch mit den Mitteln zu deren Beseitigung beschäftigen solle. Roselti verkün- digte darauf den Schluß der ordentlichen Kammersession und fügte hinzu, daß die Auslosung der Kammer und die Vornahme von Neuwahlen in aller Kürze ungeordnet werden dürsten.

Meetings in Lille verhindert hätten, indem sie für gestern alle Säle mMw,« Antiboulangisten hielten selbst fein Meeting ab, betreiben aber ben Wablkam^ fieberhafter Leidenschaft. Sie vertheilten zuletzt Zettel mit der Aufschrift gS mtt b-d-ut-t^Pl-biscit und Krieg!" Auch di-Nachricht, Kaiser Friedrich^gest^L °d'. gestern hier auf den Boulevards ausgeschrieen und im Nord mit BUtzeÄle^ wurde, erklären die Boulangisten für ein Wahlmanöver, Die Agenten d-mentirten die Nachrichten sofort durch Flugblätter, Auch die in Brüssel^ Franzosen richteten -inen Aufruf an di- Wähler des Nord, worin sie Eard«»''^ Rettung der Freiheit des Vaterlandes und der Republik für Boulanger ^".?^r°nft<-lt-'-n die Boulangisten vor den Nedactionen der Zeitungen Lilles d"' sammtlich antrboulangis,,ch sind, Manifestationen; 10 Personen wurden verhaftet ' den letzten Tagen, so urlheilt man allgemein, Haden sich die Aussichten B°ulan°-r>ä ? schlechlert. Eine Stichwahl ist nicht unmöglich. ' --oulanger s vcr-

, Paris, 14. April DerNation" zufolge bereitet der Prinz Victor'ein Mani fest vor, welches er nach der Wahl, im Departenrent du Nord an das franzöfftcheNE ru richten beabsichtigt. - Die Anhänger Boulanger's haben -in-Proclamat on 7r afsm ää >»"