Ausgabe 
16.9.1888 Erstes Blatt
 
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London, 14. September. Der Deputirte William Redmond (Nationalist) in Wexford ist wegen Aufreizung der Pächter zum Widerstand gegen das Gesetz zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt worden.

London, 14. September. Der frühere Statthalter des Congostaates Francis de Winton erhielt vom Congo die Nachricht, Major Barttelot sei von seinen Trägern ermordet; James Won sei nach den Stanleyfällen zurückgekehrt, um eine neue Expedition zur Unterstützung Stanley's zu organisiren; Tippu Tipp befinde sich in Nyangwe.

bet ihm noch 430 auf die Sacke bezügliche Briefe vor von 57 Briefmarken bet dem Manne tn Beschlag.

und nahm auch einen Vorrath

Gchtff» Nachrichten.

p-,c Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldamvter

®£pt Ü-Bauv, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am

1 September von Bremen und am 2. September von Southampton a^aeaanaen J

10- (s>eplember 11 Uhr Abends wohlbehalten in R-wpmk ang-komm^.

Lokales.

Gießen, 15. September. Die zweite sechswöchentliche Hebung der Ersatz­reservisten findet in der Zeit vom 20. September bis 31. October statt. Hierzu werden hauptsächlich die Mannschaften aus den Jahrgängen 18811883, also die tn den Jahren 1861, 1862 und 1863 Geborenen, einberufen. Ferner werden die Tratn-Reservtsten zu einer 16tägigen Hebung und zwar vom 18. September bis 3. October einberufen. Sämmtltche Mannschaften der Ersatz-Reserve, welche nicht geübt haben und deren Dienstpflicht in der Ersatzreserve vom 1. October 1883 ab zählt, haben die in ihrem Besitz befindlichen Ersatz-Reservepässe bis Ende dieses Monats behufs Ueberführung zum Landsturm ersten Aufgebots dem zuständigen Bezirksfeldwebel einzureicken. Es wird hierbei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß, so lange der Ueberführungs- oermerk in dem Ersatz-Reservepaß fehlt, der Inhaber desselben auch der Ersatz-Reserve angehört.

Gießen, 15. September. Die Verwendung der Reichsmünzen als Gewichte. Durch viele Zeitungen lief in den letzten Jahren die Notiz, daß man deutsche Reicks­münzen bequem als Gewickte gebrauchen könne. Hiernach sollte ein Zwanzigmarkstück 8 Gramm, ein Zehnmarkstück 4, ein goldenes Fünfmarkstück 2 Gramm wiegen. Das Gewicht des Etnpsenntgstückes wird zu 2, das des Zweipfennigstückes zu 3Vz Gramm angegeben. Von den Ntckelmünzen soll das Fünfpfenntgstück ein Gewicht von 2V2, das Zehnpfennigstück ein Gewicht von 4 Gramm ersetzen können. Vor dem Gebrauch der Münzen als Gewichtsstücke muß nun eindringlich gewarnt werden, da die oben angeführten Gewichte der Münzen theilweise gar nicht richtig sind. So wiegen Zwanzigmarkstücke und Zehnmarkstücke schon eine Kleinigkeit weniger. Am schlimmsten ist aber die Sache bei den geringwerthigen Scheidemünzen. Das Normalgewicht derselben stimmt zwar mit dem oben angeführten überein, jedoch gestattet schon das Gesetz, daß diese Münzen 5pCt. mehr oder weniger wiegen. Außerdem verlieren sie noch durch den Verkehr sehr beträchtlich an Gewicht.

Gießen, 15. September. Das 2. Großh. Hessische Infanterie-Regiment Nr. 116 trifft Montag Abend >/,11 Uhr mittelst Extrazügen aus den Manöoern wieder hier ein.

Vermischtes.

Büdingen. Dem hiesigenAllg. Anzeiger" zufolge ist ein Büdinger, der seit­herige PoUzeicommissär Hörhold in Mainz, zum Polizeimeister in Kamerun designirt worden. Derselbe hat sich dieser Tage an seinen neuen Bestimmungsort nach Westafrika begeben.

nn. Darmstadt, 14. September. Die Ihnen s. Z. gemeldete Räuberaffaire scheint sich nach den gemachten polizeilichen Erhebungen nicht zu bestätigen. Das betr. Dienstmädchen hat die ganze Ueberfallgeschichte erfunden, um ihre wegen verschiedener schlechter Streiche erfolgte Entlassung aus dem Dienst hierdurch zu verdecken. Bedauer­lich ist es nur, daß wegen dieser Person unsere ganze Polizeimannschaft Tag und Stacht in Bewegung gesetzt wurde, ohne daß auch nur eine Spur von einem Straßenräuber zu entdecken gewesen wäre.

Mainz, 14. Sept. Der Großherzog in Begleitung des Prinzen Heinrich begab sich heute Morgen um 7 Uhr nebst militärischem Gefolge mittelst eines vierspännigen Hofwagens nach dem Manöverfeld bei Niederolm. Die Rückkehr hierher et folgt heute gegen Abend.

Wie auswärtige Blätter melden, steht in der Besetzung des hiesigen Gouverneur­postens wieder ein Wechsel in Aussicht. Der seitherige Gouverneur, Generallieutenant v. Winterfeld, beabsichtige, in den Ruhestand zu treten. Wenn sich diese Mittheilung bestätigen sollte, würde sie hier lebhaftes Bedauern Hervorrufen, da sick Herr v. Winter­feld, trotz der kurzen Zeit seines Hierseins, die Sympalhieen aller Kreise erworben hat.

Mainz, 14. Sept. Im Anschluß an eine größere Versammlung hat sich gestern hier eine gemeinnützige Baugesellschaft conftituirt, die den Zweck hat, billige Arbeiter­wohnungen zu beschaffen. Nach der in der erwähnten Versammlung gegebenen Skizze sollen die zu errichtenden Häuser kein kapitalistisches Unternehmen, sondern Eigenthum der organisirten Masse sein. Die Theilhaber der Gesellschaft sollen nur mittelbar be­schränktes Eigenthum erwerben. Mit Rücksicht auf die hohen Terrainkosten sind vier­stöckige Häuser gedacht und hofft man, daß die Stadt Mainz bei dem Terrainerwerb günstige Bedingungen stelle. Mitglied wird Jeder, der 30 Eintrittsgeld und 1 JL Jahresbeitrag zahlt. Wer auf eine Wohnung reflectirt, hat weitere 20 JL jährlich zu entrichten, welche in Summen von je 50 A als Antheilscheine gutgefchrieben und mit 4 pCt. verzinst werden. Die Vertheilung der Wohnungen geschieht durch Verloosung.

Aus Rheinhessen, 14. September. Den guten Bewohnern von Bretzenheim hat das Schicksal gestern einen schlimmen Streich gespielt. Sie hatten gehört, daß der Großherzog an dem Ort vorüberkommen würde, und so sind denn gestern Mittag der Bürgermeister, die Adjunkten, der Pfarrer, der Lehrer und fonstigen Honorakionen mit der Schuljugend vor den Ort gezogen, um den Landesfürsten zu begrüßen. Durch Zufall fuhr der Großherzog einen anderen Weg und so bekamen denn die braven Bretzenheimer nach vierstündigem Warten nichts zu sehen, als eine große Staubwolke welche der Wagen des Großherzogs zurückließ. '

Chemnitz, 12. September. Gar häufig erscheinen, besonders in den kleineren Provinzialblättern, Anzeigen, in denen für eine gutbezahlte Stelle als Aufseher ober dergleichen in Berlin ein tüchtiger Mann gesucht wird, mit dem ausdrücklichen Bei­fugen, daß Vorkenntnisse nicht erforderlich sind, wohl aber die Einsendung von Frei­marken zur Rückantwort verlangt wird. Als Adresse wird dabei nur eine Chiffre ober ein bei der Wiederholung der gleichen Anzeige öfter wechselnder Name angegeben Alle solche Anzeigen erregen den Verdacht, daß es dem Einsender nur um die eingehenden Briefmarken zu thun ist, aber es ist bisher nur in wenigen Fällen gelungen den Be- Irug aufzudecken. Die hiesige Polizei war in diesen Tagen so glücklich, einen solchen Briefmorkenschwindler zu entlarven. In mehreren auswärtigen Zeitungen waren in Men Wochen Anzeigen erschienen, daß man ein sieben Monate altes Kind gegen das tur Viele verlockendeZiehgeld" von 30 A monatlich unterzubringen suche. Post- J1 >ur die Beantwortung seien beizufügen. Auch hier war als Adresse nur eine ilbttfre angegeben. Auf eingegangene Beschwerde erkundigte sich die Polizei des Näheren nach der Sache, ermittelte als Einsender einen hiesigen Galanteriewaarenhandler, fand |

Den

Tochter des

Den

Handel und Verkehr.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

geborenem ieMug$tm5oftWttffnet ®tot8 Wilhelm Kumps eine Tochter, Paula, 11 2Iu®uftfdben' $Cm Fuhrmann Konrad Hoffmann eine Tochter, Elise, geboren den geboren$,bme2?';M®im ^tcn6änbIcr Eduard Klinkei ein- Tochter, Karoline Margarethe, Maria,^g?b°rm den w^Akgüst'^ Wm cinc Tod>,cr- Anna Elisabeth Denselben. Ein unehelicher Sohn, Wilhelm Emil, geboren den 4 August .. Beerdigte.

9. ©cpkrnVr1' @eplCmbtr- §einri4 ^'Müller, Tagiöhner, alt 44 Jahre, starb den .. B ?/u_I??Eptember. Karoline Wülfing, geb. Riegelmann aus Wetzlar, Wittwe des KrAsgerichtssecretar Wülfing daselbst, alt 68 Jahre, starb den 10. September

12. September 3ar8arc,6e RaW- '-big, alt 52 Jahr-, starb den

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

Aufgebote. u

September: 11. Wilhelm Spaar, Gärtner zu Rödgen, mit Ludwia Kolb Wittnw Esießen. 11. Hermann Ludwig Karl Köhler, Kreisbauaufseher-Aspirant zu Worms mit Susann- Frt-d-rik- Emma W.tzmann von ht-r. 11 Guftav D?ott Bur-?^ mUÄn' -n" Katharine Seng zu Gietzen. 13. Johann Jost, genannt Justus Buchbmder dahrer, mit Auguste Kreuter Hierselbst. 14. Georg Schepp ftrbeur

S tÄ8?" " »«»ÄSSi

mit Katharine Leidner, gebürtig von Wetterfeld, wohnhaft dahier. P '

~ Geborene.

, , ^cp^inber: 2. Dem Mechaniker Wilhelm Gras eine Tockter 5 mrtn- Xmhte?r h£P dne 2°«$>tcr,.2ince' 6* Dem Kaufmann Gustav Müller eine 7Xm wm ?'ßD?» ®U®r!aS5 ?*artln Helferich eine Tochter, Katharine Elisabethe 7 Dem Bäckermeister Karl Plank II. ein Sohn, Earl. 7 Dem Oeconomen Vbilivv mJhtP°rr n Fabrikanten Georg Throm ein Sohn. 8. Dem Maure^r-

? %pm^r?iann ^eOt0 dfaff ein Sohn. 9. Dem Schreiner Ludwig Beil eine Tochter.

. Dem Telegraphenvorarbeiter Franz Kreuzburg ein Sohn. 9 Dem Metzaermeister GeorZ Heinrich Meister eine Tochter, Karoline. 10. Dem Schuhmacher Carl Amend ein ©obn 10. Dem Henenkleidermacher Johann Georg Pfaff eine Tochter Elife ÄS' 1L ®Cm 3trbeiter Ludwig Engel -in todtgeborcnes Klnb wei'bl^en

~ Äestorbeue.

®Iifabet&a Rausch, 5 Tage alt, Tochter von Taglöbner Nicolaus Rausch dahier. 9. Heinrich Etzelmüller, 45 Jahre alt Taglöbner dabstr Wiststna^Ä?b«b^,F°b"^s"c?^8 Throm dahter, 13 Stunden alt 10. Karoline SH'» Ricgelmann, 68 Jahr- alt, Wittwe von Landgerichtssecretär NA 3U ^c6ÄQr\,l0; Alb-rt Schmidt, 6 Monat- alt, Sohn von B-rgmann Pbiltvo Schmidt zu Gebhardshain. 10. Marie Wendland, 24 Jahre alt ledig Dicnstmaad

Db-r-Ohmen. 12. Margarethe Rühl, 52 Jahre altz ledig, Haushüli^in dahier 18 2"bre aii, Geheimer Baurath dahter. 12. Peter Lutz,

kbig, Dt-nstmagd von 2ang"@BnS. "14°Estsabethe^Becker"Deibe? 72 Jahre alt'

Getraute.

nnh Wrtri y. 'Se^ember Leo M^zer, Telegraphenleitungsaufseher, ein Wittwer, unb Marie Keßler, Tochter des Ziegelbrenners Theodor Keßler zu Homberg a. d. Ohm

Den 14 Sept-mb-r. Georg Jakob MÜll-r, Taglöhner, und Katharine Leidner, Bahnwärters Johannes Leidner zu Schiffenberg.

Getaufte.

geboren den 28. Jul? ®Em £a,flrcr 3°6fln,,e§ Röhmig -in- Tochter, Mart-,

Kirchlicht Aapigen der evangelischen Gemeinde. mora?SnnnSBM8, rtfrA0^86" uuf dem Thurm der Stadtkirche können 6 gelautet werden. Die Besucher der

0 3/ itr;roOkfn mariUim beachten, daß Vormittags 98/4 Uhr unb Nachmittags /4 Uhr die Gottesdienste mit dem Orgelspiel beginnen werden.

Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 15V,, Wasser 12 Gr.

Greßen, den 15. September 1888. Rübsamen

7392

bvrräthig auf meinem Lagerplatz Rodberg. > -ffrieover^er & jtt i

2. Chr. Rübsamen. I empfiehlt[7351] Julius Wallach

Lina Moser, Schiffenbergerweg Nr. 14.

Meinen seitherigen Schülerinnen und sonstigen Interessenten theile hier- durch mit, daß ich, den Unterricht in

Knetarbeit, Filigran, Flachschnitzerei und Blumenmachen

nach wie vor ertheile. Näheres hierüber wolle man gefälligst bei mir erfragen,

Achtungsvoll

Allgemeiner Anzeiger.

E. K. G. V

Beginn der Proben: Dienstag den 18. Septbr., Abends 8 Uhr, tm Realgymnasium. Da am 30. Sep­tember gesungen werden muß, so wird um vollzäh- liges Erscheinen gebeten. 7393

7J. Lahnkies und -Land stets i Darmstädter Pferdelsose h jl. 2 'rräthrg auf meinem Lagerplatz Rodbera. ! ^riedber.,er VT ä 1.50*