Ausgabe 
16.8.1888 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 190 Zweites Blatt. Donnerstag den 16. August

1888.

Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen.

Bureau r Schulstraße 7.

RStitOD

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Amtlicher Hßeil,

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf«

Bekanntmachung.

1888/89 ausgestellten Voranschlag

Summa

8. Ausgabe

1. Bureau und Rechnungswesen

Summa

7620

8828,50

Friedelhausen, den 3. August 1888.

« p

Verwilligungen an die landw. Kosten der Zeitschrift für die

Bezirksvereine . landw. Vereine .

1. Überschüsse aus vorderen Jahren

2. Zuschuß aus Großh. Hauptstaatskaffe .

3. Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft

4. Beitrag des Landespferdezuchtvereins zur Provinzialfohlenweide

5. Beiträge der Vereinsmitglieder

Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen: Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.

Bemerkungen zur Ausgabe.

ad 2. Die landw. Bezirksvereine sollen auch pro 1888/89 ein Dritttheil der im Jahre 1887/88 wirklich eingegangenen Beiträge der auf die einzelnen Bezirke entfallenden Mitglieder dann aus der Provinzialvereinskasse ausgezahlt erhalten, wenn vor Ablauf gegenwärtigen Rechnungsjahres dem Präsidenten Rechenschaft über Verwendung der im Jahre 1887/88 verwilligten Mittel erstattet sein wird.

ad 4. Nachdem bereits wiederholte Ersuchen an Großh. Regierung um Uebernahme des Wiesenbaumeisters auf den Staat gerichtet worden sind, deren willfährige Erledigung zu erhoffen steht, ist pro 1888/89 der Gehalt desselben nochmals verwilligt worden. Der Ausschuß beabsichtigt aber nicht, fernerhin noch für diese Ausgabe einen Credit zu eröffnen.

ad 5. Der hier vorgesehene Betrag soll zu gleichen Theilen den Curatorien der landw. Winterschulen zu Alsfeld, Büdingen und Friedberg über­wiesen werden.

ad 8. Dem landw. Bezirksverein Friedberg ist dieser Betrag unter der Bedingung bewilligt worden, daß derselbe an geeignetem Orte im Bezirke

Friedberg im Lause des Jahres 1888 oder 1889 eine Viehpreisvertheilung abhält und sich dazu versteht, einen namhaften, nicht unter 500 Jl. betragenden

Zuschuß für Preise aus der Bezirksvereinskaffe zu leisten, die Pretsvertheilung ist bis zum Jahr 1889 verschoben worden.

ad 10. Der hier vorgesehene Betrag soll den sechs landw. Bezirksvereinen zu gleichen Theilen für die Bestreitung der Kosten bei Abhaltung landw.

Vorträge im Rechnungsjahr 1888/89 zur Verfügung gestellt werden.

ad ii. Aus diesem Betrag können nach der Reihe der Anmeldungen diejenigen Landwirthe Unterstützung erhalten, welche landw. Sämereien oder Düngemittel bei der landw. Versuchsstation in Darmstadt zur Untersuchung bringen.

ad 12. Die hier vorgesehene Summe wurde dem landw. Bezirksoerein Büdingen für Gründung einer Haushaltungsschule für junge Bauernmädchen zur Verfügung gestellt.

Das Budget des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen pro 1888/89.

Nachdem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz den vom Ausschuß des landw. Vereins von Oberheffen pro genehmigt hat, wird derselbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

A. Einnahme

9. Zur Unterstützung der Prooinzialfohlenweide

10. Zur Bezahlung der Kosten der landw. Vorträge . . .

11. Zur Unterstützung der Untersuchung von Sämereien und Düngemitteln

12. Für Errichtung einer Haushaltungsschule für junge Bauernmädchen

13. Für Bestreitung der Kosten des Landesausfchuffes und für Reisevergütungen Mitglieder des Ausschuffes und Vorstandes .....

14. Für unvorherzusehende Ausgaben ...... .

Gehalt des Wiesenbaumeisters . . -

Für die landw. Winterschulen zu Alsfeld, Büdingen und Friedberg .

Beitrag zu den Kosten des Deutschen Landwirthschaftsrathes

Beitrag zu den Kosten der Vertretung in den Eisenbahnbeirathssitzungen .

Für die Viehpreisvertheilung im Bezirk Friedberg

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Staatsfonds:

Vereinsfonds:

1378,50

. 7620

.

750

.

200

.

6500

. 7620

8828,50

1300

2132

.

2800

. 2500

. 3300

120

80

100

1000

400

. 1200

.

100

500

t

600

.

316,50

Vermischtes.

Darmstadts 10. August. ^Generalversammlung des Landesgewerboereins.j Der von dem Präsidenten des Landesgewerdvereins, Herrn Geheimerath Fink, verfaßte Bericht über die Thätigkeit des Landesgewerdvereins im verflossenen Jahre lautet wie folgt:

Hochgeehrte Herren!

Zu meinem lebhaften Bedauern bin ich verhindert, Sie heute persönlich zu begrüßen. Ein ernstes Unwohlfein, das durch den Gebrauch einer Badekur gelindert, aber noch nicht gehoben ist, verjagt es mir, heute in Ihrem Kreise zu erscheinen und der Generalversammlung zu präsiütren.

Die Statuten des Landesgewerdvereins sehen vor, daß in Verhinderungsfällen des Präsidenten dessen Stelle durch einen Vtcepräsidenten vertreten werden soll und daß zu diesem Ende von dem Ausschuß ein erster und ein zweiter Vtcepräsiden! gewählt wird. Von dieser statutarischen Bestimmung ist bis jetzt kein Gebrauch gemacht worden; ich werde den Gegenstand aber aus die Tagesordnung der nächsten Äusschußsitzung setzen und den Ausschuß etnladen, die Wahl eines ersten und zweiten Vtcepräsidenten zu vollziehen. Für die heutige Generalversammlung hat, meinem Wunsche entsprechend, das Ausschußmttglied Herr Commerztenrath Reuleaux, meine Stellvertretung freund­lichst übernommen.

Die Richtungen, in welchen sich die Thätigkeit Ihrer Eentralstelle bewegt, sind ^zhnen bekannt. Eine detaillirte Darstellung dieser Thätigkeit während des abgelaufenen Jahres, sowie Nachweis der steigenden Benützung unserer Bibliothek und der Erledigung mannichfaltiger Auskunttsertheilungen über technische und verwandte Fragen, dürfte überflüssig erscheinen. Gestatten Sie mir indessen wenige Mittheilungen und Rückblicke von allgemeinem Interesse.

2teue Lokalgewerbvereine wurden gegründet in Ober-Ramstadt, Butzbach und Bad-Nauheim. Es bestehen jetzt 44 solcher Vereine.

Die Gesammtzahl der Mitglieder des Landesgewerdvereins beträgt gegenwärtig 4141. Hiervon gehören 117 keinem Lokalgewerboerein an und die übrigen 4024 Mit­glieder verthetlen sich wie folgt auf die Lokaloereine: Alsfeld 82, Altenstadt 32, Alzey 29, Babenhausen 29, Bad-Nauheim 45, Beerfelden 23, Bensheim 68, Bingen 106, Büdingen 60, Butzbach 55, Darmstadt 574, Eberstadt 71, Echzell 33, Erbach 27, Friedberg 117, Fürth t. O. 58, Gießen 108, Griesheim 12, Groß-Gerau 71, Groß- Umstadt 72, Guntersblum 28, Heppenheim 33, Herbstein 43, Hirschhorn 44, Hom­berg a. O. 24, Hungen 50, Langen 57, Lauterbach 29, Mainz 620, Michelstadt 70, Nidda 57, Ober-Ingelheim 50, Ober-Ramstadt 52, Offenbach 294, Oppenheim 68, Pfungstadt 159, Schlitz 69, Schotten 44, Sprendlingen in Rheinhessen 48, Vilbel 70, Westhofen 22, Wöllstein 40, Wörrstadt 107 und Worms 273.

Die Veranstaltung von Vorträgen über wirthschaftltche und technische Fragen bei den Lokalgewerbvereinen an kleineren Orten ist, wie früher, von der Eentralstelle gefördert und auch durch Geldbeiträge unterstützt worden. Solcher Vorträge wurden im verflossenen Winter ca. 80 abgehalten, wobei der Vorstand und der erste Assistent der chemisch-technischen Versuchs- und Auskunfts-Station für die Gewerbe die Central- stelle in dankenswerther, uneigennütziger Weise unterstützt haben.

Neue Handwelkerschulen sind entstanden in Ober-Ramstadt, Mörfelden, Sprend­lingen im Kreise Offenbach, Groß Zimmern und Bad-Nauheim.

Die Zahl der gewerblichen Fortbildungsschulen, welche mit dem Landesgewerb- verein in Verbindung stehen, beträgt nunmehr 77 an 68 Orten des Großherzogtbums, mit über 5400 Schülern. Nähere Mittheilungen über den Bestand dieser Anstalten wird Ihnen der Bericht der Handwerkerschul-Commtssion geben.

Seither war cs Grundsatz, daß Seitens des Landesgewerdvereins an alle mit demselben in Verblndung stehenden Handwerkerschulen kostenfrei die erforderlichen Vor­legeblätter _unb Unterrichtsmittel geliefert wurden, daß dagegen Geldunlerstützungen nur an solche Schulen gegeben werden sollten, welche unter specieller Leitung von Lokal- gewerboereincn stehen. Ihr Ausschuß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, diesen.