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Von Um

Katholische Gemeinde.

4. Sonntag nach Pfingsten.

Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 12'/,, Wasser 15 Gr.

Gießen, den 15. Juni 1888. Rübsamen.

2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 910 Uhr.

vermischtes.

Darmstadt, 14. Juni. sBeerdigungsseierj. Am Dienstag Nachmittag wurde die Leiche des zu Breslau plötzlich verstorbenen früheren Generalsekretärs der landwirthschaft- lichen Vereine des Großherzogthums, Oekonomierath Dr. Weidenhammer, auf hiesigem Friedhof unter zahlreicher Betheiligung von nah und fern beigesetzt. Der Sarg wurde von Darmstädter Monomen von dem Leichenhause mit Trauermustk zum Grabe getragen, auf welchem nach Vollendung der kirchlichen Feier Kränze von folgenden Herren unter entsprechenden Ansprachen niedergelegt wurden: 1) von Herrn Kreisrath Haas aus Offen­bach Namens des Vorstandes der landwirthschaftlichen Genossenschaften, 2) von Herrn Freiherrn v. Wedekind für die Genossenschaftsbank, 3) von Herrn Dr. Heidenrelch für den landwirthschaftlichen Verein der Provinz Starkenburg, 4) von Herrn Obermedizmalrath Dr. Uloth für das Kuratorium der landwirthschaftlichen Versuchsstation, 5) von Herrn Professor Dr. Kittler Namens des Lehrerkollegiums der technischen Hochschule dahier, 6) von Herrn Sekretär Petri Namens der Lehrer der Ackerbauschule zu Darmstadt, 7) von Herrn Sekretär Stimme! Namens der Landwirthsschaftslehrer, 8) von Herrn Heinrich Möser von Darmstadt Namens früherer Ackerbauschüler, 9) von Professor Tobisch aus Friedberg für die Ackerbauschulen, 10) von Herrn Gustav Jakobi aus Darmstadt für den Oekonomen- verein dahier, 11) von Herrn Rechtsanwalt Gallus Namens der deutsch-freisinnigen Partei, 12) von Herrn Monom Schneider von hier für den landwirthschaftlichen Konsumverein Darmstadt. Ein weiterer Kranz, gestiftet von dem Lehrerkollegium der höheren landwirth­schaftlichen Lehranstalt zu Helmstedt, wo Weidenhammer früher wirkte, lag mit zahlreichen anderen Blumenspenden auf dem Sarge. Der Verstorbene war, obgleich kürzlich in den Pensionsstand getreten, rastlos thätig geblieben und hatte den höchst ehrenvollen Auftrag, das Großherzogliche Gut in Fischbach zu inspizieren, als ihn zu Breslau, woselbst er die Ausstellung der deutschen Landwirthsschaftsgesellschaft besichtigte, der Tod jählings ereilte. Unter den zahlreich erschienenen Leidtragenden bemerkte man auch Herrn Generaladjutant Generallieutenant v. Westerweller und Herrn Oberst v. Zangen, sowie die Spitzen ver­schiedener Behörden. Friede seiner Asche. r. t Z- o

j a Mainz, 14. Juni. Die im Jahre 1889 in Paris stattstndende Weltaus­stellung scheint aus der hiesigen Gegend wenig oder gar nicht beschickt zu werden. Au eine Anfrage in der jüngsten Sitzung der Handelskammer, ob eine Betheiligung von Industriellen des hiesigen Kammerbezirks an der Ausstellung stattfinden werde, erwiderte der Kammerpräsident, daß ihm von einer solchen Absicht der hiesigen Industriellen nichts bekannt sei. Die übrigen Mitglieder der Handelskammer bestätigten die Antwort des $r^lbjbcn Bemühungen der hiesigen Handelskammer werden die mit Rück­sicht auf die Kunstausstellung von den Stationen der Ludwigsdahn ausgegebenen Retourbillete nach München eine 14tägige Gültigkeitsdauer haben.

A Mainz, 14. Juni. Auf Anordnung der Kreisschulcommifsion Mainz ist a-st-rn aus dem g-metnsamm Lesezirkel der ftäbti|d>en Lehrer und Lehrerinnen die von einer Stau Löper-Houscll- ,u Markirch in Elsaß herausgegebene FachzeitschriftDie Lehrerin" confiscirt und für die Folge verboten worden. Anlaß zu der Maßregel gab eine von der Herausgeberin herrührende ErzählungErinnerung eines alten Land- viarrers", welche nach Ansichi der Krcisschulcommisston eine V-rungltmplung des Cöltbals enthalten soll. Nach einer Darstellung des Mainzer Journal soll die ®r= &luna derartigManien" Stoff enthalten, daß es in der Thal unbegreiflich erscheint, wie dieselbe in eine von vielen Lehrerinnen gehalt. nen Zeitschrist Ausnahme finden hiesige Domkapitel hat eben ein großes Anwesen hier erworben, in

welchem ein Heim für arbeitsunfähige und hulfsbedüiftigc ledige Frauenspersonen errichtet werden stll. { Das hiesige Kreisamt hat soeben einen Erlaß an die Bürgermeistereien des Kreises gerichtet, worin dt°s-ld-n, in Anbetracht des Umstandes, daß Uebcrversicherungen von Mobilien leicht Anlaß zu Brandstiftungen geben, aus­drücklich angewiesen werden, die -inlangcnden Versicherungsanträge i-wc ig aus das lAewiifenbasteste zu prüfen und sich namentlich nicht dazu bestimmen zu lassen, das zu hem betagten Zwecke dienende, seitens der betreffenden L-rsicherungsgesells»a,ten gestellte vorgedruckte Formular ohne Weiteres und ohne sorgfäl, gstc Erwägung der -mz-lnen in Betracht kommenden Umstände -insach auszufüllen. Weiter wird in der D-rfugung den Bürgermeistereien ausgegeden, sich über di- B-ihaUniffe des Versichernden genau zu verlässigen und das Verhalten der Untcragenten den Verstcherungsn-hm-rn gegen- über gen/lu zu überwachen.

6 Uhr an Beichte.

7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communton. Um VilO Uhr: Hochamt und Predigt.

GieAen, 15. Juni. Rach uns gewordener Mittheilung hat das Programm für hie Feier des 75jährigen Jubiläums des 116. Regiments am 17. Juni insofern eine Aenderung erfahren, als die Parade auf dem Trieb nicht, wie vorher festgesetzt, um i2'/o Ubr sondern schon um 11 Uhr stattfindet. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog trifft in Begleitung Sr. Kgl. Hoheit des Erbgroßherzoas und Ihrer Gr. Hoheiten der Prinzen Alexander und Heinrich am Sonntag Vormittag 9 Uhr 40 Min. auf hiesigem Bahnhof ein und begiebt sich von hier per Wagen über die Bahn­hofstraße Liebigstraße, Frankfurter Straße und Südanlage auf den Exerzierplatz. Nach der Parade begeben sich die höchsten Herrschaften in das Exerzierhaus der neuen Kaserne, woselbst eine Begrüßung der daselbst versammelten ehemaligen Unteroffiziere des Regiments stattfindet. Gegen 12 Uhr fährt der Großherzog von der neuen Kaserne aus über die Grünberger Straße, Neuen-Bäue und Schulstraße nach dem Hüte! Einhorn, in welchem bis'zu dem um 2 Uhr im Offizier - Casino in der alten Kaserne statlfiudenden Diner Absteigeguartier genommen wird. Die Rückkehr nack Darmstadt erfolgt Abends 7 Uhr, die Fahrt nach dem Bahnhof wird vom Offizier-Casino aus über den Seltersweg stattfinden. Sofern nicht noch anderweitige Dispositionen getroffen werden, geht die Feier in der bisher beschriebenen Weise vor sich. Hoffentlich kommt die Einwohnerschaft Gießens dem Ersuchen Großh. Bürgermeisterei, an dem Ehrentage des Regiments die Häuser zu beflaggen, in vollstem Maße nach; Bürgerschaft und Militär sind seit der nunmehr zwanzigjährigen Anwesenheit des Regiments in unserer Stadt gewiß in dem Maße mit einander befreundet, daß die Einwohnerschaft in der angedeuteten Weise das 75jährige Jubiläum mitfeiern kann

Für die Ueberschwemmten gingen nachträglich noch ein: (A. M. eine Ofen- reparatur) JL 10.

Consorm einer Verfügung des preußischen Verkehrsministers Herrn v. Mayback, hat die Verwaltung der Heffifchen LudwigSbahn ihren Beamten im äußeren Dienst neuerdings wiederholt eingcschärft, in der jetzigen Hauptreisesaifon fick eines zwar bestimmten, aber äußerst höflichen Verhaltens zu befleißigen. Gleichzeitig ist den Beamten zur Pflicht gemacht worden, während der heißen Tage eine Uebersüllung der Waggons möglichst zu verhüten.

A Vom Rhein, 14. Juni. Rach Mittheilungen vom Oberrhein ist nächster Zeit Hochwasser zu befürchten. In Folge heftiger Regengüsse und deS starken Föhns ist daS Eis aus dem Gebirge rasch geschmolzen, wodurch der Bodensee innerhalb kurzer Zett bedeutend gestiegen. Bet seinem Einfluß in den See ist der Rhein bereits so hoch wie bei der Ueberschwemmung im Jahre 1885.

= Frankfurt a. M., 14. Juni. An der Fertigstellung der Rosen-, Blumen- und Pflanzen-Ausstellung wird mit aller Kraft gearbeitet. Die landwirthschaftliche Halle, in welcher vor etwa 4 Wochen circa 1000 Hundeconcertirten", ist in einen wahren Blumengarten umgewandelt worden, in dessen Mitte sich eine prächtige Fontaine erhebt. Das Arrangement der Ausstellung ist ein vortreffliches, das den fünfte und unverständigen Leiter erkennen läßt. Die Blumenpracht, welche sich in der Halle auf verhältnißmäßig kleinem Raume dem Auge darbietet, ist schon jetzt, obgleich die Bindereien noch gänzlich fehlen und überhaupt noch Vieles unfertig ist, eine wunder­bare, und bestätigt neuerdings daS alte Wort, daß Mutter Natur unerreichbar ist. Etwas Schöneres als eine Rosen- und Blumen-AuSstellung läßt sich überhaupt kaum denken. Leider lauten die Nachrichten über daS Befinden Kaiser Friedrichs derart, daß man auf daS Schlimmste gefaßt fein muß und unter dtefen betrübenden Ereignissen wird der Besuch der Ausstellung voraussichtlich sehr zu leiden haben.

Die Aufregung, welche heute Nachmittag in Folge der Verschlimmerung im Befinden Sr. Majestät deS Kaisers in der Stadt herrschte, war eine ungewöhnlich große und bekundete sich zunächst dadurch, daß die ZeitungSredactionen förmlich belagert wurden. Eine solch schlimme Wendung überrascht daS Volk um so mehr, alS die,vor einigen Tagen zuerst aufgetretenen Schlingbeschwerden als unbedeutend hingestellt wurden. Die Theilnahme für den hohen Patienten, der nun schon so lange mit wahrem Heroismus sein schweres Lerden ertragen hat, ist tm Publikum eine innige und allgemeine. .

Der Leibarzt deS hochseltgen Kaisers, Generalstabsarzt Dr. von Lauer, hat einen schweren Verlust erlitten. Nach langem Leiden ist sein Lrohn, Hauptmann Arnold von Lauer, 34 Jahre alt, gestorben.

In Gotha wollte ein Knabe, welcher einen Vogel gefangen hatte und diesen auf Geheiß der Mutter ungehorsamer Weife nicht losließ, dem Thiere dew Kopf abhacken. Bei dieser Gelegenheit hieb er sich sämmtliche Fingerspitzen der linker» $ Einen hübschm typographischen Scherz bringt das in Napier, Neuseeland,

neu erscheinende FachblattThe Typo": In Folge E'.ves in unser-r Sruc^eteJ "ttfig ebroebenen Streiks war ich gezw UNgen, di< vorl t) e Numm<t selbst abz-- Tegen und die gegenwärtige eigenhändig ju -etzen, Man glaubt gewöhnlich, os gehöre eine geWlife Wertigkeit hierzu, das iet ein Irrtum- Die Lache ist ganz einfach.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

^Beschneiden der Mohrrübenblätter.j Es kommt noch häufig vor, daß die Blätter der Mohrrübe zum Theil entfernt werden, weil die Betreffenden meinen, stärkere Wurzeln zu erzielen,wenn nicht Alles in'S Kraut geht". Dieses Beschneiden ist aber durchaus schädlich, denn die Wurzel wird durch die Abnahme der Blätter tn der Entwickelung aufgehalten und bleibt kleiner. Es gilt für alle Pflanzen die Regel: Je stärker der oberirdische Theil ist, je stärker ist auch der unterirdische Theil, also die Wurzel.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Semrindr.

Gottesdienst.

3. Sonntag nach Trinitatis, den 17. Juni: Vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Schlosser.

Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. Nachmittags 2»,z Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Kinderkirche, Vormittags 11V» Uhr, Pfarrer Schlosser.

Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 8 Uhr, m der Kirche, Pfarrer Schlosser-

ne Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. Juni besorgt Pfarrer Schlosser. ___________

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