Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Mr, eine goldene Uhrkette, eine Wanduhr und ein silbernes Besteck vom Bockenheimer Schützenverein.

Geschossen wurde bis jetzt recht'flott, nicht minder getrunken. Silberne Medaillen errangen bis jetzt die Herren: August Müller, Gustav Prescher, Josef Kichler, Heinrich Schwab, Georg Mühlig, Michael Bergmann, Jean Funk und I. B. Müller- Hersurth.

Von den Gründern des hiesigen Schützenvereins leben jetzt noch 11 Herren, nämlich: L. Dietrich, Ehr. Forell, F. Gleichauf, E. Horn, E. Kühn, H. Nov, H. Sies- mayer, W. Stesmayer, W. Walter, A. Will und W. Will.

Der Besuch des Festplatzes soll gestern ein so starker gewesen sein, daß iämmt- liche Karten verbraucht wurden: es mußten heute neue gedruckt werden. Die Festwirthe machen vergnügte Gesichter, denn der Durst läßt bet 27 Grad selten etwas zu wünschen übrig. Uebrigens ist es den Leuten von Herzen zu gönnen, daß sie etwas verdienen.

Mannheim, 13. August. Die Juniormannschaft des hiesigen Ruderclub wollte gestern Abend um 8 Uhr aus dem Neckar in den Rhein fahren. In Folge der starken Strömung schlug das Boot um, zwei Ruderer ertranken, während die drei übrigen gerettet werden konnten.

Mannheim, 13. August. Ueber die gestrige Katastrophe an der Neckarmündung entnehmen wir einem Berichte desMannh. Journ." Folgendes:Die schöne sommer­liche Witterung des Sonntag Nachmittags wurde von hiesigen Ruderoercinen zu einem Ausfluge benutzt, so von derAmicitia", demRuderklub" und demRuderoerein". Man brauchte zur Spazierfahrt theils Raceboote, theils auch Skiffs. Der Zufall wollte es, daß als das gemeinsame Ziel des Ausfluges der Waldhof ins Auge gefaßt wurde. Der Weg dahin führt durch den Friesenheimer Durchstich am Frankenthaler Kanal entlang in den Floßhaken, den sog. Altrhein. Gegen sieben Uhr Abends ward fröhlich und guter Dinge die Heimfahrt angetreten. Voraus fuhr ein Boot der Mannheimer Rudergesellschaft, ihm folgten zwei Skifffahrer und den Beschluß machte derMolike", ein sehr gutes, wiederholt preisgekröntes Boot desRuderklub". Als das führende Boot der Rudergesellschaft an der Floßhafenschleuße angelangt war, machte dasselbe den Versuch, die starken Wasserwirbel und den Strom, der an jener Stelle in ber Höhe von mindestens einem halben Meter über die aufgezogene Schleuße herabfällt, mit einem kräftigen Spurt zu nehmen. Als die Insassen das Gefährliche dieses Ver­suchs erkannten, standen sie von dem waghalsigen Beginnen ab, fuhren zurück, hoben das Boot aus dem Wasser und trugen es ordnungsgemäß am Lande über die Schleuße, um es dann vor derselben wieder einzUsetzen. Es erfordert dies nur einen höchst un­bedeutenden Zeitverlust. Gerade so machten es die folgenden Skifffahrer. Die preis­gekrönte Mannschaft desMolike", welche nun ihrerseits an der gefährlichen Stelle an­langte, schien aber durchaus nicht gewillt, so leichten Kaufs von einem Versuche abzu- stehen, ihre Fertigkeit und Tüchtigkeit vor den anderen Sportsfrcunden zu bethätigen. Aber schon beim ersten Anlauf gegen die Wasserstürze an der Schleuße faßt das Boot sehr rasch und sehr viel Wasser; obwohl in diesem Augenblick die an den Ufern stehenden Personen den Ruderern warnend zuriefen und baten, von dem waghalsigen Beginnen zu lassen, wurde doch ein zweiter Versuch gemacht, wobei das Boot aber­mals Wasser faßte und auf der Stelle in den Fluthen verschwand. Die fünf Insassen sprangen aus dem Boote in das Wasser; anstatt aber nach der Instruktion zu ver­fahren und sich bei einem solchen Vorfälle am Boote anzuklammern, das sofort wieder an die Oberfläche gelangte, scheinen die Insassen in diesem Augenblicke die klare Be­sinnung vor Schrecken verloren zu haben und suchten durch Schwimmen das feste Land zu gewinnen. Dreien gelang es, daffelbe zu erreichen, während die beiden Bug­leute W. Dörr und Karl Kern, obwohl tüchtige Schwimmer, von den in Folge des Hochwassers ganz besonders gefährlichen Wirbeln und Strudeln erfaßt und in die Tiefe hcrabgezogen wurden. Von allen Seiten wurden Rettungsversuche unter­nommen, man vermochte aber nicht einmal mehr die Leichen der Verunglückten aufzu­finden, welche bis zu diesem Augenblick von dem heimtückischen Strudel noch nicht zurückgegeben wurden. Die beiden Verunglückten sind der neunzehnjährige Kaufmann Karl Kern, Sohn des hierselbst in K 1 wohnhaften Steuergehilfen Kern, sowie der (verheirathete?) in der Maschinenfabrik von H. Lanz hier angeftellte Monteur Wilhelm Dörr. (Fr. Z.)

Gingesandt.

Gießen, 14. August.

In Nr. 188 desGießener Anzeigers" befindet sich unterLokales" ein Artikel bezüglich des von Außen eingebrachten Schweinefleisches, welches von einem kranken Schweine herrühren soll, was wir durchaus nicht in Abrede stellen wollen. Fragliches Schweinefleisch wurde von einem Schweinehändler einem hiesigen Metzger während besten Abwesenheit in seine Behausung gebracht; es war ihm somit nicht möglich, den Ueberlieferer weder auf Lösung des Octrois noch auf Befundschein zu befragen. Nach Eintreffen in seinem Geschäfte und nachdem derselbe sich bereits an das Zerhauen be­geben hatte, wurde dem Metzger polizeilicherseits mttgetheilt, daß fragliches Fleisch von

einem nicht der Fleischbeschau unterworfenen Thiere herstamme, infolge dessen sämmt- l ich es Fletsch sofort in's Schlachtbaus gebracht. Es kann somit, wie in dem Artikel ü'fagt fit, daß ein Theil des Fleisches schon verarbeitet worden wäre, keine Rede fein.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht verfehlen, eingehend darauf hinzuweisen,' wie gerechtfertigt die Forderung und gleichzeitig der Wunsch sämmtlicher hiesiger Metz- gcrJ1L wonach alles von Außen eingebrachte Fleisch (a. von Großvieh in Viertheil, b. Kleinvieh in Halsten) erst tn's Schlachthaus gebracht werden soll, um dasselbe einer nochmaligen Untersuchung zu unterziehen. Nur dadurch würde man derartige Unzu- traglichkeiten, d e für beide Theile, Publikum sowohl wie Metzger, nachtheilig sind, ver­melden können. Eine weitere Forderung der hiesigen Metzger ging dahin, die obliga­torische Fleisch- und Trichinenschau im ganzen Deutschen Reiche einzuführen und ist auch eine diesbezügliche Petition von Seiten des deutschen Fleischerverbandes an den hohen Reichstag einzureichen beschlossen worden.

Aus Vorstehendem werden die geehrten Consumenten ersehen, daß die hiesigen Metzger bestrebt sind, nur gute Waare in Verkehr zu bringen.

Die Fleischer-Innung Gießen.

Handel und Verkehr.

" l.ehe",14. August. Auf den? heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. ** 0,95-1,05, Hühnereier, 1 St. 56 H, 2 St. 0-00 H, Enteneier 6-7 Gänse­eier 0-00 H, Käse pr- St. 4-8^, Käsematte pr. St 3 Erbsen pr. Liter 18 Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar JL 0,500,65, Hühner pr. St. JL 0,901 30 Hahnen pr. St. JL 0,60-1,20, Enten pr. St. 1,501,80, Ochsenfleisch pr. Pfd. 69-58 A Kuh- und Rindfleisch 45-54 H, Schweinefleisch 50-60 H, Hammelfleisch 5464 H, Kalbfleisch 4046 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,006,50, Zwiebeln per Gentner JL 8,0u0,00, Milch pr. Liter 12-18 Weißkraut pr- St. 0000. Kirschen pr. Pfd. 1012

Frankfurt, 13 August. lViehmarkt). Angetrieben waren 474 Ochsen, 30 Bullen, 586 Kühe, Stiere und Rinder, 332 Kälber, 53 Hammel, 142 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual JL 5759. 2. Qual. JL 5053, Bullen 1. Qual. JL 3840, 2. Qual JL 3637, Kühe, Stiere und Rinder 1 Qual. JL 4951, 2. Qual. 4046, Kälber 1. Qual- pro Pfund Schlachtgewicht 5053 H, 2. Qual. 4545 H, Hämmel 1. Oual. 6062 2 Qual. 4850 H.

Frankfurt, 13. August. lGetreidemarkt). Weizen hiesiger JL 19,0019,75, fremder JL 18,5020,10, Roggen hiesiger JL 15,0015,25, fremder JL 00,0000,00, Gerste, Brauerwaare JL 17,0017,50, do- zu Mahlzwecken JL 11,0000,CO, Hafer hiesiger JL 14,00-14,50, fremder JL 00,00-00,00.

GchrtffSnachrtLhtea.

Bremen, 13. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Ems, Eapt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. August von Bremen und am 5. August von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

S unentbehrliches Nährmittel für Magenkranke, tAVÄÄii.dav* *** Rchwueho ii.finn-.Pndp.Vnn AmtPn verordnet.

Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.

32. Woche. Vom 5. August bis 11. August 1888.

Einwohnerzahl: 19 001 (incl.

1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 19,15°/«. Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

im

1. Lebensjahr: 2.-

vom

-15. Jahr

Organischer Herzkrankheit

1

1

Lungenschwindsucht

1

1

Lungenentzündung

1

1

Eitervergiftung

1 (1)

1 (1)

Krämpfen

1

1

Diarrhöe

1

1

Knochenfraß der Wirbelfäule

1

1

Summa:

7 (1)

4 (1)

2

1

A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Wärmegrade der Lahn und der Luft,

nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr.

Luft 17«/». Master 17 Gr.

Gießen, den 14. August 1888. Rübsamen.

Verdingung

der Herstellung der Feldweguntersührungen und Durchlässe im Loose IV der Eisenbahn von Sarnau nach Fronkenberg einschließlich Lieferung der erforderlichen Materialien <rund 1600 cbm Bruchsteine und Mauer­werk, 25 cbm Werksteine, 170 cbm Wasser­kalk u. s. w.)

Termin Freitag, d. 31. August 1888,

Vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten.

Zeichnungen, Bedingungen,Berechnungen u- s. w. können daselbst eingesehen und die Verdingungsunterlagen gegen kostenfreie -Einsendung von 1,50 bezogen werden-

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Wetter in Hessen, den 11- August 1888.

Der Abheilungs-Baumeister: Widekind 6535

Ieilgeöotenes.

6530 Drei Morgen Haferernte zu verkaufen. Näheres Eichgärten 19.

Ein gutes Pferd

billig zu verkaufen

Näheres in der Exped d. Bl- [6532 ül. Georger Ausbruch Tokayer übertreffend, bester Stärkungswein für Kranke und Schwächliche empfiehlt

August Noll II«, -6534] Bahnhofstraße 63.

Allgemeiner Anzeiger.

Zur guten Stunde". Z

£ Jlluftrirte deutsche Zeitschrift,

. bringt Romane und Novellen der besten und bedeutendsten Schriftsteller 1 Glänzende künstlerische Ausstattung!

Preis pro Quartal (13 Nummern) 2 Mk. 30 Pf.

Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten

(Zeitungsliste 6650) entgegen.

Probenummern Y

X liefern alle Buchhandlungen, sowie die Verlagshandlung

Berlin W. 10. Deutsches Verlagshaus.

Emil Dominik.

H. van der Moolen, Geldern (Rtopr.)

fabricirt

Tinten, Siegellack, i 1 Leim, Reissschienen, Dreiecke, Lineale, Zeichenbretter, Paletten, Biicherträger, Dflanzenpressen, Feder- kästen, Löscher etc. etc., hält Enigros-Laser in sämnitllchen Schreib- und Äelchncn- Materiallen. [6387

Incarnat-Kleesamen

diesjährige Ernte, empfiehlt

H. F. Nassauer,

6549 Neuenweg 15.

Nur die besten Caoao-Sorten werden

verarbeitet

Puder-Caoaos, absolut rein und scha­lenfrei. daher leicht verdaulich.

Chocoladen mit 5 u. 10% Sago-Zu­satz per Vi Ko. von A 1.25 ab; mit Garantie-Marke »ReinCacao und Zucker« von 1.60 ab.

Die/,- u. */* Kilo-Tafeln treten die Verkaufs­preise.

Unsere Kaiser-Chooolade (pr. Vi Ko. JK. 5) ist das Beste, was in Chocolade gefertigt werden kann.

Ddpöt Schilder kennzeichnen die Verkaufs stellen, woselbst auch wissenschaitlicho Ab handhingen Uber den Nährwerth des Cacao erhältlich.

Köln. Gebr. Stollwerck,

Kais., König!. Growhernl. it. Hoflief.