Ausgabe 
15.7.1888 Zweites Blatt
 
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Gießen, am 6. Juli 1888.

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3» Art. 65 der allgemeinen Bauordnung.

§ 21.

Bei Herstellung ober wesentlicher Veränderung von baulichen Anlagen - der in Art. 23 der allgemeinen Bauordnung, sowie in Art. 134 des Polizei­strafgesetzes bezeichneten Art ist, sofern dieselben an öffentliche Straßen zu liegen kommen, der Localpolizeibehörde mindestens 14 Tage vor Beginn der Bau- arbeiten Anzeige zu erstatten. Ein früherer Baubeginn ist mit ausdrücklicher Genehmigung der Polizeibehörde gestattet.

§ 22

Verfehlungen gegen vorstehendes Polizeireglement unterliegen den Rechts­folgen der Art- 79 und 80 der allgemeinen Bauordnung.

Dasselbe gllt für Verfehlungen gegen die 15, 17, 18, 21, 22, 23 und 29 des Ortsbaustatuts für die Provinzialhauptstadt Gießen vom Heutigen.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

8 18.

Gegrabene Brunnen müssen, sofern der Nachbar in eine* geringeren Abstand nicht einwilligt, wenigstens 1,50 Meter von der nachbarlichen Grenze entfernt bleiben.

8 19.

Abtritts-, Dünger- und Pfuhtgruben müssen vollkommen dicht hergestellt und dürfen nur ausnahmsweise und bei beschränktem Raum näher als 1 Meter an der äußeren Kante von der Grenze des Nachbars entfernt errichtet werden.

Zu Art. 57 der allgemeinen Bauordnung.

8 20.

Wenn Schieferdächer steiler als V< und Ziegeldächer steiler als Vs der überdachten Gebäudetiefen sind, müssen Schneeschutzvretter an der Straßenseite der Art angebracht werden, daß kein Schnee auf die Straße herabfallen kann.

Literarische».

Die Manessische Ltederhandschrist, deren Wtedererwerbung für Deutschland aus der Pariser Staatsbibliothek vor Kurzem erfolgte, ist soeben in vortrefflicher neu­hochdeutscher Uebertragung von Franz Weber in der von Otto Hendel in Halle a. d. Saale unternommenen »Bibliothek der Gesammtliteratur" unter dem Titel: Minnesinger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts erschienen. Trotz des geringen Preises (in steifen Umschlag geheftet und beschnitten 50 in elegantem Ganzleinenband mit Rothschnttt 75 in hocheleg. Prachtband mit Goldschnitt 1 JL 50 H) ist der über 150 Setten starke, mit Titelbild versehene Band äußerst geschmack- voll ausgestattet. Eine billigere und bessere Ausgabe dieser Perlen unserer ersten klassischen Literaturperiode ist nicht vorhanden.

In derselben Sammlung erschien ferner:

Kaiser Wilhelm. Ein Lebensbild in kleinen Zügen vom großen Kaiser von Arnold Wellmer. 120 Seiten stark, mit einem hübschen Portrait des Kaisers. In steifen Umschlag geheftet und beschnitten 25 in eleg. Ganzleinenband mit Rothschnttt 50 Dieses Lebensbild von dem als trefflichen Erzähler bekannten Verfasser ist entschieden das gelungenste von allen, welche bisher erschtenen sind. Die Ausstattung ist wie die des vorerwähnten Buches eine äußerst elegante; wir können dasselbe Jeder­mann zur Anschaffung empfehlen und keines eignet sich besser als Geschenk für die Jugend, resp. zur Vertheilung in Schulen.

Der Jahrgang 1888 von Otto Hübners ^Statistischer Tafel aller Länder der Erde" ist vor Kurzem bei Wilhelm Rommel in Frankfurt a. M. erschienen und zu dem gewohnten wohlfeilen Preise von 50Psg. überall zu Haden. Die wegen ihrer erschöpfenden statistischen Angaben bei allen Politikern und Geschäftsleuten seit lange beliebte Tafel hat eine vollständige Umarbeitung und beträchtliche Erweiterung durch einen Fachmann ersten Ranges, Dr. Fr. o. Juraschek, Professor für Staats­recht und Statistlk, erfahren und wird sich somit künftighin für immer weitere Kreise -unentbehrlich machen.

Ein literarisches Unternehmen von vorwiegend nationalem Charakter hat soeben im Verlage von Voß' Sortiment (G. Haessel) in Leipzig zu erscheinen begonnen, nämlich das von Schulte vom Brühl herausgegebene Werk: ^Deutsche Schlösser und Burgen". Dasselbe, von dem alljährlich ein Band in zehn Hesien ä 50 Ptg. erscheinen soll, schildert in Wort und Bild jene historischen Stätten, die, zum Thefi nur noch in Trümmern erhalten, das lebhafte Interesse jedes Geblldeten in Anspruch nehmen. Die Schilderung beschäftigt sich sowohl mit dem Landschaftlichen, wie mit dem Architectonischen und Künstlerischen und hauptsächlich auch mit der Sage

unb Geschichte des Ortes, so daß der Lefer nicht nur in angenehmer Weise unterhalten, sondern auch belehrt wird. Der reiche Bilderschmuck der gediegen ausgestatteten Lieferungen trägt das feine dazu bei. So darf denn das Werk, das zur Verbreitung der vaterländischen Gefchichtskenntniß und Heimathkunde von hoher Wichtigkeit ist und das feiner Billigkeit halber wohl von Jedem angeschafft werden kann, warm empfohlen werden. Lieferung 1 (mit 11 Illustrationen) behandelt die unter Barbarossa erbaute, geschichtlich und architectonisch hochinteressante Kaiserpfalz Gelnhausen, deren Ausbau zu einem Rationaldenkmal gelegentlich des Todes Kaiser Wilhelms von den Zeitungen vielfach in Vorschlag gebracht wurde und welche unser Kaiser Friedrich als Kronprinz einer eingehenden Besichtigung unterzog. Lieferung 2 behandelt die Rod en st ein er Burg im Odenwalde, die durch ^cheffel's Dichtungen in Aller Gedächtniß lebt. _______________

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

Das Striegeln der Pferde ist so nothwenig wie das Füttern, denn die Haut ist mit einer großen Anzahl feiner Oeffnungen versehen, durch welche ein beständiger Strom von Feuchtigkeit und Gasen mit für das Blut unbrauchbar Gewordenem aus­geschieden werden. Außerdem befinden sich in der Haut taufende kleiner Drüsen, welche eine ölige Substanz absondern, durch welche die Haut weich unb geschmeidig gehalten wird. Ferner nutzt sich die Oberfläche der Haut beständig ab und schlürft sich der Abfall, welcher durch neuen Wuchs ersetzt wird, in trockenen Schuppen ab, welche durch Kamm und Bürste entfernt werden müssen. Trocknet der Schweiß aus der Haut unb bleiben dabei die Unreinigkeiten mit Heben, so schließen diese die Poren, verhindern die Hautausdünstung und die Haut wird rauh, zusammengezogen und krankhaft. Die Unreinigkeiten, welche nicht entweichen können, sammeln sich stellenweise als Blasen, Geschwüre u. dgl. an; wenn diese nicht entfernt werden, ist Gefahr der Blutvergiftung und des Auftretens von Räude und Rotz. Alles dies kann durch öfteres Waschen, regelmäßiges Striegeln und Bürsten vermieden werden.

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