Die Vermehrung des Weinstocks zu betreiben ist. Am leichtesten ist die Vermehrung durch Augen. Man schneidet zu dem Zwecke im Frühjahr, wenn die Augen zu treiben beginnen, eine gute, ausgereifte Rebe in Stückchen und zwar so, datz an jedem Stückchen ein gut ausgebildetes Auge sitzt. Die Stückchen sollen etwa einen Zoll lang sein, und das Auge muß möglichst in der Mitte sitzen. Sodann werden die Enden abgerundet und auf der Unterseite, der dem Auge entgegengesetzten Seite, wird der Länge nach ein Stückchen Rinde und Holz herausgeschnitten. Darnach werden die Stäbchen mit der Unterseite auf die Erde eines kalten Mistbeetes gelegt und eingedrückt, aber so, daß das Auge nicht mit Erde bedeckt ist. Auf die Stecklinge bringt man Moos, das, um ein Austrocknen zu verhüten, stets mäßig feucht gehalten werden muß.
— sDurchsicht der Obstbäume.j Gewöhnlich treten erst mit dem Beginn des Frühjahrs und der Saftbewegung die Schäden und Wunden hervor, die die Obstbaume vielleicht durch Ungeschicklichkeiten beim Herbstschnitt oder durch die Einwirkungen des Winters erlitten haben. Es gilt daher, ehe Blüthen und Laub dies verhindern, noch einmal Umschau zu halten und alle entdeckbaren Wunden und Schäden zu beseitigen. Meist bleibt nichts anderes übrig, als die Wunden und Schäden bis auf das gesunde Hol; auszuschneiden und dies gehörig mit heißem Theer zu tränken. Heiß muß der Theer sein, weil er bei dem regen Saftzufluß sonst nicht in die Poren eindringen kann, sondern abgestoßen wird. Freilich sitzt auch ost heißer Theer nicht, dann muß Pfropfwachs benutzt werden.
Literarische-.
Die Bibliothek bet Gcsammtliteratur, welche im Verlage von Otto Hendel in Halle a. S. erscheint und sich vor ähnlichen Unternehmungen durch schönen, gut lesbaren Druck und außerordentliche Billigkeit auszeichnet, nimmt einen erfreulichen Fortgang. Soeben gelangt zur Ausgabe: Nr. 180. Björnson, Kapitän Mansana. Deutsch von H. Herzfeld, in steifen Umschlag geheftet 25 Pfg., in eleg. Ganzleinenband 50 Pfg. Eine der besten Erzählungen des bekannten Verfassers. — Nr. 181. Müsset, Spielt nickt mit der Liebe! Schauspiel in drei Aufzügen. Eine venetianische Nacht. Charakterbild in einem Aufzuge. Deutsch von Hermann v. Löbner, geheftet '25Pfg., eleg. gebunden 50Pfg. — Nr. 182. 183. Reinick, Lieder, Gesammtausgabe, geb. 25 Pfg., eleg. geb. 50 Pfg., in eleg. Prachtband mit Goldschnitt 1.30 Pfg. — Nr. 184. Webers Demokritos IV, Die Religion und die Religionen, geh. 25 Pfg., eleg. geb. 50 Pfg. — Nr. 185. Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig, geh. 25 Pfg., eleg. geb. 50 Pfg. — Nr. 186—191. Goethe, Aus meinem Leben, geh. 1.50 X, eleg. geb. 1.75 X — Jedes einzeln käuflicke Bändchen ist mit einer literarischen Einleitung und mit dem Bildnisse des Verfassers versehen. Ein vollständiges Verzeichniß sendet die Verlagsbuchhandlung gratis und portofrei.
Handel und Verkehr.
Gießen, 14. April. Auf dem heuUgen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.95—0 00, Hühnereier pr. St. 0 2 Stück 11 H, Enteneier 5—6 X Gänseeier
St. 9—10 5>, Käie vr. St. 4—8 H, Käsematte per St- 3 Erbsen per Liter 16 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar X 0.60—0.70, Hühner per Stück X 0.85 bis 1.00, Hahnen per Stück X 1.30—1.50, Enten per Stück X 1.80—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 58—50 Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleisch 54—60 H Hammelfleisch 54—64 H, Kalbfleisch 40—46 Kartoffeln per 100 Kilo X 5.60—7.00 Zwiebeln per Centner X 1450—15.50, Milch per Liter 12—18 Weißkraut Stück 0—00
Wiesbadener Kochbrunnen - Salz zum Ein- nehmen liefert, in heißem Wasser aufgelöst, das vorzüglichste Mittel gegen Bronchial- und Magenkatarrbe, sowie Darmkrankheiten, Fettleibigkeit, Gicht und Rheumatismus, selbst in veralteten Zuständen, sowie überhaupt Ersatz für den Wiesbadener Kochbrunnen. Ausführliches in den Gebrauchs- Anweisungen; erhältlich durch das Wiesbadener Brunnen- comptoir virect und in Apotheken und Mineralwasserhandlungen
ä Fl. 2 X. 3142
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
» * ln s.®Aanbt', ,geb; Magnus, Wittwe des verstorbenen Gastwirtbs ! Karl Schmandt dahier. II. „Heinrich Pelz von Vaake, Cvlvorteur dahier mit
Mar ha Helene Boliner, gebürtig von Spangenberg. 13. BaUhaser Wikme» Taglohner dahier, mit Elstabeth Müller, ledig, von Marburg.18.'Johame?»^ Hamer von Storndors Wagenheizer bei der Main-Weser-Bahn dahier mit Elii- Hofmann von Bettenhausen. y
o Gehörens.
$em Gemüsehändler Christian Meinhardt eine Tochter Emilie 4-ra^m. Dienstknecht Johann Adam Letsmann eine Toch
Anna Marie. 6. Dem Gastwrrth Karl Achenbach eine Tocktcr Anna
7. Dem Hulfstelegraphtsten Georg Döll eine Tochter, Marie. ' Dorothea.
Gestorbene^
7. Anna Marie Katharine Schneider, 1 Monat alt, Tochter von Tan- lohner Heinrich Schneider dahier. 10. Andreas Pfeffer 49 ^abre alt PnrnmnHnf.^00' 10. Albert Kring, 2^ Jahr alt, Sohn von Johannes Ernst Kring zu Steinbmb' Amt Dillenburg. 11. Marie Reuschling, geb. Steinmüller, 32 Jahre alt,^ Wittwe d?s Photographen Johann Reuschling dahier. 11. Ludwig Adolf Kauffmann, 7 Jahre alt Sohn von Fabrikant Eugen Kauffmann dahier. 13. KatharineWilhelmineMund' geb. Haibach, 28 Jahre alt, Ehefrau des Hautboisten Friedrich Mund dahier. '
Odtatth«
Böttner^zu Casse^^ ^nrich Pelz, Colporteur zu Gießen, und Anna Martha Helene m , Den.13. April. Johannes Georg Hainer, Wagenheizer bei der Main-Weser- z^ Bettenhaustm' C ^ofmann' 2od?ter be§ Leinwebers Georg Heinrich Hofmann ol^afcr Wißner, Taglöhner zu Gießen, ein Wittwer, und Elisabetb Muller, Tochter des Schreiners Johann Andreas Müller zu Marburg. ,
Wtiatsfte.
SufannTflebarentn Xjg“ Schneider eine Tochter, Marie Wilhelmine Julius Mtom'gLm bf„C26.Änr.CrmCiftet 3U"U§ W dn
Beerdigte»
6. 2ipr®Cn 8' 5SpriL 2beobor Wortmann, Privatmann, alt 68 Jahre, starb dm starb bmW1 a^rtL1' 2lnbrCaS SPftffer' Locomotioführer zu Gießen, alt 49 Jahre, Johann^Reuschlingdftarb^N°Ä?rll°' Steinmüller, Wittwe bes Phot°gra,hm au 7 Sdftant'6 ben 1L N.Kauffmanv, Sohn bes Fabrikanten Eugen Kauffmann.
„ „ §ür die Ueberschwemmten gingen ferner ein: Fr. Textor 20 Paul Sennina 3 **'6- B. 1 Schirm-Levi 2 M, Rechtsanwalt Batst 6 M, ®. 3 enrnf9
« Frau Prof. Zopvritz 5 JL, St. St. 3^, Wilh. Rudolf' 5
Stattonsassistent Lenz 2 M, I. Schudt 10 M, Dr. H. Baur 10 M, Jochum w ^^^"'''«-ü-legentlrch gesammelt bei einer Tischgeiellschaft im „Gambrinus-^ 2 M. 35 a* derselbe, Reinertrag ber Vorstellung im Casö Leib am 11. ds. 5 JL 70 .3, 'Rolh'ti- ra>h Fresenms 5 JL, Frau Braune 2 M, Ungenannt 3 Jü, Pfarrer Dieffenbach in Üanab 5 3L, Stadt Gießen 500 W. Schmoll I. 5 M, Frau Mülberaer 5 JF Tr°u Küchler 5 M.. C. Schwan sen. 30 JL, Postdireetor Ritsert 10 M. inSaefammt M. 678.05, mit den früher quittirten Betragen nunmehr 2770 Lm 42 8
Wir sandten heute laut Postquittung die Summe von 1670 M als 2 Rote an Herrn Oberbürgermeister v. Forckenbeck als Vorsitzenden des Eentral-CoEs in Berlin ab.
Weitere Gaben nimmt gerne entgegen
______________ Die Expedition des Gießener Anzeigers.
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.
Aufgebote.
April: 7. Georg Heinrich Sandmann von Lauterbach, Sergeant dahier, mit Margarethe Stammler von Grünberg, wohnhaft dahier. 10. Adam Wagner von Gleiberg, Lackier bei der Oberhessischen Eisenbahn dahier, mit Katharine Belloff dahier. 10. Ehristtan Weller, Hülfsgerichtsschreiber zu Mainz, mit Anna Margarethe Jobannette Friedel zu Gießen. 10. Siegfried Nathan, Kaufmann zu Darmstadt, mit Mathilde Katz zu Gleßen. 10. Johannes Mehl, Wagner zu Dutenhofen, mit Pauline Luise Weber zu Gießen. 11. Heinrich Karl Westrupp, Kaufmann zu Gießen, mit Luise '-Z^rie.-^ntzer von hier 11 Emil Bernhard Weidenhaus, Schlosser zu Gießen, mit ??^rlne Bender, Näherin zu Gruningen. 12. Christian Emil Franz, Großh. Calculator bei der Oberhessischen Eisenbahn dahier, mit Martha Minna Arnold zu Neustadt an der Werra. 13. August Hauck von Aglasterhausen, Metzger dahier, mit Elisabethe Bleser zu Maar. v
_ lr Eheschließungen.
K U Berg, Kaufmann zu Essen an der Ruhr, mit Lina Löser
d°mer. H. Christian Schreftel, Zugführer bei der Köln-rechtsrheimschen Bahn zu Kalk,
Brodpreise
vom 15. bis 29. April 1888.
der Bäcker H
2 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 25
1 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 50
2 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 22
1 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 44
2 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 19
3 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 38
1 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
bei L. Keil und K. Haas.....57
Gießen, den 14. April 1888.
der Brodverkäufer H
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 25 2 i/ (4 „ ) „ .....60
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 22
* * (4 » ) Schwarzbrod 1. Sorte 44
3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. S->rte —
1 (2 w ) Schwarzbrod 2. Sorte 19
2 w (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 38
3 * (6 w ) Schwarzbrod 2. Sorte 57
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
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