Sternau schien nicht recht bei der Sache zu sein, sein Spiel war wenigstens kühl bis in's Herz hinein. Das Telephontren besorgte er sehr gut. Der treuherzige Ungar wurde von Herrn Kreitz in Spiel und Sprache meisterlich wiedergegeben. Urform^ war die Geschichte oom Bergstock. Ftt. Friedrichs spielte Die junge Sängerin tm Ganzen hübsch, die Palme des Abends gebührt jedoch Frl. Hellmuth, dessen Paula i Hartwig eine wirklich herzerquickende Leistung war. Die schon an sich tief ergreifende ■ Stelle, wie sie der Freundin ihren Begriff von einer „berühmten Frau" klar macht, ' wie die Erinnerung an ihr eigen Mut ter glück sie beschleicht, spielte sie, wir glauben ! nicht zu übertreiben, wenn wir sagen, erschütternd, aus uns wenigstens wirkte es so. I
Die Regte besitzt einen uns unbegreiflichen Widerwillen gegen Elavterunterricht, ' der doch in der Regel nicht darin besieht, daß Meister und Schülerin sich eifrig lesend ' über ein. Rotenheft beugen. Für 6—8 pro Monat könnte die Dtreetion ein sehr i stattliches Instrument mtethen, gewänne so ein hübsches Versatzstück — wir meinen tm z technischen Sinn — und entginge der Nothwendtgkeit, die ohnedies schon schier unendliche Zahl E»erey'scher Composilionen noch um einige Dutzend Etüden für Zither zu vermehren. ■
Ueber den Ausfall der für heute angesetztenBenefizvorstellung desFrl. Müller können wir leider wegen deren Ausfall nicht berichten. Th. M—n.
— sR eues Thea ter.^s Durch einen in letzter Stunde eingetretenen Krankheitsfall enies Mitgliedes mutzte die Mittwochsvoritellung plötzlich inhibtrt werden. Die betreffende Vorstellung „Der schwarze Schleier", Schauspiel in 4 Akten von Oscar Blumenthal, findet am Freitag den 14. December statt und zwar tm Abonnement. Wir verfehlen nicht an dieser Stelle nochmals auf dieses interessante Schauspiel des berühmten Dichters ganz besonders aufmerksam zu machen.
Vermischtes.
— Frankfurt a. M., 12. December. Schon vor einiger Zeit wurde mit- ' getheilt, dag augenblicklich hier mehrere Platzfragen Kopfzerbrechen verursachen, namentlich aber die, wohin man das Kaiser-Wilhelm-Denkmal stelle. In ein ganz neues Stadium ist diese Frage getreten durch eine im Ostend-Verein gegebene Anregung, das Denkmal an der Ecke der Reuen Zeil und Allerherligcnstratze zu errichten. Zu Gunsten dieses Platzes wurde der rege Verkehr, sowie die centrale Lage geltend gemacht. Die dort befindliche Löwenapotheke nebst den angrenzenden Häusern tollen angekaust und nicdergelegt werden. Ganz abgesehen von der Zweckmäßigkeit des Platzes, war man seither schon darum berechtigt, diese Idee zu verwerfen, weil sie mit beträchtlichen Geldopfern verbunden zu sein schien. GeändrN hat sich nun aber die Sache dadurch, datz eine Anzahl Bürger aus der Umgebung erwähnten Platzes namhafte Beiträge zum Ankauf der niederzulegenden Häuser gezeichnet haben. — Die Platzfrage in Betreff des Schützenbrunnens ist auch noch nicht gelöst.
Frankfurt, 12. December. Die hiesige Section der Tabak-Berufsgenossenschaft hielt dieser Tage mit Zuziehung der Arbeiteroertreter ihres Bezirkes (Aachen, Bingen, Coblenz, Gietzen, Hanau, Offenbach, Eöln, Düsseldorf, Duisburg u. s. w.) eine gemeinsame Vorstandsitzung unter Vorsitz des Herrn Lucan-Oldenkott zum ' JLLIHIII uif—um ■—■in— iti i>iMinrri7nr-infTi»wiiriiiinTriTiM[TTr-_-n—_nrTTm-nTi7n-'---ijTn-i 71 «—a
Allgemeiner
der Berathung eines neuen Entwurfes für Unfallverhütungsvorschrlften. In mehrftundigrr Verbandlung wurde über die einzelnen Punkte allseitig Etnverständniß erzielt; die endgültige Genehmigung zum Erlah der Vorschriften hat das Reichs- versicherungsamt zu erteilen. ($r. Z.) w
o b.cm badischen. Ein unternehmendes Schneiderletn ist der ledige
,^7?renbieth aus Obermünsterthal. Kaum aus dem Zuchthause entlassen, in welches ihn ein schwerer Kirchendtebstahl gebracht hatte, trat er in einer selbstangefer- ttgten Kutte als Kapuziner öffentlich auf und hielt in der Gemeinde H. (Amt F.) unter nroßeni Zudrang der Bevölkerung mehrere Maiandachten nut Predigt ab. Sobald er fid) als falschen Propheten entlarvt sah, schüttelte er den Staub von seinen Füßen, um
— o,Ierusalem zu pilgern. In Oesterreich reifte er unangefochten unter dem
Feodor Therbacken, Priester und Professor der Theologie zu Salzburg, bc= fdjwtnDelte aller Orten die Geistlichkeit und verschwand jeweils aus den Gasthöfen mit i? <n k r & ^iner Zechschulden. Zu Jajce (Bosnien) venuuschtL er den Doctorhut "I" Scheere und fand bei einem mohamedai.ischen Schneider eine Stelle
als Geselle. Die Lehren des Alcorans machten auf unseren Schneidergesellen einen so tiefen Eindruck, datz er auf seiner weiteren Wanderschaft in Belgrad zum Islam übertrat und tn^ aller Form Tüike wurde. Gegenwärtig wirkt der Jungtürke an einer türkischen schule in Smyrna. — Und all diese Wanderungen und Wandlungen hat der Mann in nicht viel mehr als Jahresfrist durchgemacht.
An-
Limburg, 12. December. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.55, weitzer Weizen JL 16 40, Korn JL 12 35, Gerste JL 9.10, Hafer JL 6.60, Erbsen X 00.00, Kartoffeln JL 0 00.
, Frankfurt, 12. December. Erbsen ganze pr. Pfd. 12-18 do. geschälte 14—18^, Linsen 18—28 H, weiße Bohnen 16—18 Kartoffeln 100 Ko. Jl 0,00—0,00, do. per Gescheid 10-12 Butter per Pfd. JL. 1,10-1,20, Eier das Stück 6-7 Blumenkohl per Stück 40-80 H, Wirsing per Stück 8-12 Zwiebeln per Pfd- 7-9 Weißkraut per Stück 10—20 Rotherüben per Portion 26—30
Als preiswerthes, praktisches Weihnachtsgeschenk empfehle ich: Rohseidene Bastroben (ganz Seide) Mk. 16 80 per Robe, sowie Mk. 22.80, 28.—, 34 —, 42.—, 47.50 nadelfertig. Es ist nicht nothwendig, vorher Muster kommen ju lassen; ich tausche nach dem Fest um, was nicht convenirt- Muster von schwarzen, sarbigen und Weitzen Seidenstoffen umgehend.
Briefe kosten 20 Porto. Setdenfabrik-D6p5t G. Henneberg (K. und K.
Hofltef.) Zürich. 9398
Gottesdicvst hrr israclitischko Ktligionsgescllschast.
Freitag Abend 340 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 300 Uhr, Samstag Abend 445 Uhr.
I— n'«NIMMNiri!'M »I, EI! 1^ IHII IUM———
Anzeiger.
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 3. Januar f. I., Vormittags 10 Uhr, wird auf dem Bahnhofe hier- selbst der alte
Post-Packetschuppen öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden.
Gießen, den 12. December 1888. Kaiserliches Postamt.
Ritsert. 10019
Holzverfteigernng im Gießener Stadlwslde. Montag den 17. December 1888, von Vormittags 9 Uhr, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Strangswiese und Bruder- winter nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
54 Eichenstämme mit 28,07 Fstm., 611 Fichtenstämme „ 326,47 „
29 Fichtenstangen „ 3,05 „
B. Brennholz.
Scheith Kuüppelh Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen.
Eichen 12 13,8 7 400
Nadel 22,8 173,6 4 6830
Unter den Nadelknüppeln sind 72 Raummeter von 3 Mtr. Schnittlänge.
Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese.
Gießen, am 10. December 1888. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 9931
Freitag den 25. Januar 1889,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Dietrich Dörner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 33 — 106 Meter Hofraum m der Mühlgasse.
Flur I Nr. 33b - 25 Meter Grabgarten daselbst, ä e _
Flur I Nr. 43 — 62 Meter Hofraithe m der Neustadt,
Flur 33 Nr 153 — 1475 Meter Acker am Nahrungsberg und dem Stein- bacherweg
öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 13. December 1888.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I A:
Vogt, Ortsgerichtsmann. [10017
Möller’s Kokosnussbutter
garantirt reines Naturprodnct
das beste, billigste und gesundeste Speisefett, zu allen Zwecken in der Küche und den Bäckereien verwendbar; monatelange Haltbarkeit, hoher Fettgehalt und desehalb sparsamster Verbrauch, empfiehlt 9618 Emil Fischbach.
ConioreT HeHTKblkel Marktstr. 32
empfiehlt seine [10000
Weihnächte ■ Ausstellung in schönster größter Auswahl, wie bekannt, zu den MigstenPreisen.
heute ein Waggon eingetroffen. 10008
Restaurant i. Stadt München.
Apfelsinen ganz aussergewöhnlich grosse und schöne Frucht, empfiehlt 10006 Emil Orbig, Bahnhofstr. 30. Mehlverkauf. Aus den Kunstmühlen von L. Bingel empfiehlt bei Abnahme von 5 Pfd: Feinsten Kaiserauszug, pr. Pfd. 20 H „ Vorschuss Nr. 0 „ 18 „
„ Vorschuss Nr. 1 „ 16 v
C. Roth,
10009__________Wallthorstraße 5.
In Folge günstigen Fanges sind Schellfische heute sehr bill. und treffen Donnerstag und Freitag früh größere Sendungen in I». Waare ein.
Außerdem empfehle frisch eintreffend: frischen Helgol. Cabliau, Soles, Rhein» «nd Lahnhechte, Zander, frische rothe Salme, Karpfen, Snppen» «nd Tafeltrebse, holl. Bratbücktnge, ächt. rnss. Caviar A. Koch Nacht., 10016 Hamb. Fisch- u. Delic.-Handlg.
Goldfische in reicher Auswahl.______
Blumentische, Rohrsessel. Fkindersessel, Puppenwagen, Kleidergestelle v. 1.50 an, empfiehlt billigst 10014
Fh. Schlatter.
Empfehle mein Lager in
MG-, Roth- u.
Mdweinen,
sowie
moussirende Weine
von xAL 1.80 an bis 6 die Flasche-
10010
9993 Eine fast noch billig zu verkaufen-
neue Zither
Schulstraße 5.
Vegetabil. Schuppen-Pomade | v. Bergmann & Co., Berlin u. Frankft. M. einzig sicheres und reelles Mittel gegen Schuppen, welches zugleich den Haarbodeu stärkt und den Haarwuchs kräftig fördert.
1 Jeder Versuch ist garantirt ein Erfolg. Vorräte g ä Tiegel 1 JL bei Georg Petri Wwe- Christbaumlichter und Lichterhalter
empfiehlt äußerst billig 10013
Wilhelm Orbig, Marktplatz 7.
Cassaschrank
lichter Raum 87 cm hoch, 62 breit, 38 tief, billig abzuaeben. Ebenso zwei kleinere.
9996 W. Handwerk tn Wetzlar.
Rheinische Wallnüffe
25
Sicilianer Haselnüsse
35 3x, 10012
empfiehlt C. Roth.
Bekanntmachung.
Das in hiesigem Gemeindewald, Distritt Groß-Häuserberg, bereits schon lagernde und etwa noch zur Fällung kommende Fichten-, Bau- und Schnittholz, ca. 140 Festmtr., soll aus dem Sudmissionsweg verkauft werden und wollen Jntereffenten ihre Angebote bis zum Montag den 17. V. M., Mittags 1 Ubr, auf hiesiger Bürgermeisterei, versiegelt und mit der Aufschrift verfitzen „Submission auf Fichten-, Bau- und Schnittholz^ abgegeben haben, nach welcher Zeit alsdann die Eröffnung der eingelause..en Offerten sogleich stattftndet.
Lich, den 11. December 1888.
Großh. Bürgermeisterei Lich.
Walz. 9972
Freitag den 25. Januar 1889, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Hermann Werner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 27 Nr 7^/w, - 483 Meter Hofraithe am kleinen Steinweg, theils über die Wieseck,
Flur 27 Nr. 77^/100 - 88 Meter Grabaarten daselbst,
Flur 27 Nr. 103a«’/iro - 90 Meter Grabgarten in der Stephansmark öffenllich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 13. December 1888. Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A-:
10018 Bogt, Ortsgerichtsmann.
Aeilgeöotenes.
Empfehle hochfeinen
alten franz. Cognac, per Flasche JL 450, alten Jamaica Rum, per Flasche JL 2 50, alten Ärrac de Batavia, per Flasche J6. 250, Arrac- und Rum-Punsch, essen;, per Flasche 2.50.
inoii C. Roth,
Christbäume
in schönster Auswahl täglich zu haben bei Dienftmann F e r b e r auf dem-Brano und dem SelterSthor. 9998


