mit herzlichem Dank so auch mit der Versicherung Meiner fortdauernden Fürsorge und Meines unveränderten Wohlwollens für die Ihrer Pflege unterstellte Bildungsstätte zu erwidern.
Darmstadt, den 28. Juni 1888.
Ihr wohlgeneigter Ludwig.
Gießen, 13. Juli. Die Gesammtproben zu dem am nächsten Sonntag in Stein's Garten stattfindenden Wohlthätigkeits-Concert der vereinigten Männer- Gesangvereine, unter der Direction des Herrn Kaufmann, nahmen den besten Verlauf und verspricht die Aufführung, da jeder Sänger sein bestes Können einsetzt, sowohl in den mächtigen, imposanten Gesammtchören, als in den Vorträgen der einzelnen Vereine für alle Freunde des Männergesanges hochinteressant zu werden. In der gestrigen Probe wurde für den dem Concert sich anschließenden Famtlien-Abend der bethetligten Vereine, an welchem sich auch Freunde der Mitglieder betheiligen können, ein Eintrittsgeld von 30^. für Musik für jeden Herrn beschlossen, während Damen frei eingehen.
Gießen, 13. Juli. Einem raffinirten Schwindler aus dem benachbarten Odenhausen ist ein hiesiger Uhrmacher zum Opfer gefallen. Derselbe entnahm auf den Namen eines Gutsoerwalters zu Nordeck, dessen DZumen, beiläufig bemerkt, gar nicht exiftirt. gegen Hinterlegung einer älteren Uhr eine werthvolle neue vorläufig zur Ansicht des Verwalters mit der Angabe, daß et nach getroffener Auswahl das Geld alsbald überbringen wolle. Doch Uhr und Mann kam nicht wieder. Nach erstatteter Anzeige ermittelte die Polizei den Schwindler in Großen-Linden und wurde derselbe gestern nach hier in Untersuchungshaft verbracht.
Vermischtes.
A Mainz, 12. Juli. Mit Bezug auf eine in der jüngsten Stadtverordneten- Sttzung gefallene Aeußerung, daß die Erwartungen, die man bezüglich des Auifchwungs des Mainzer Handels an die neuen Hafenanlagen hier geknüpft habe, nicht in Erfüllung gegangen, nahm der Vicepräsident der hiesigen Handelskammer in der heutigen Stadt- verordneten-Sitzung Veranlassung, eine Reihe officieller Zahlen vorzulegen, aus welchen hervorgeht, daß sich der Verkehr im Mainzer Hafen gegen das Vorjahr bedeutend entwickelt und gehoben habe. In drei Monaten allein beläuft sich das Plus der verladenen Güter im laufenden Jahre gegen das Vorjahr auf 148,000 Doppelccntner. Ferner wurde conftatirt, daß sich sämmtliche Lagerräume heute schon als zu klein erwiesen und die großartigen maschinellen Einrichtungen des neuen Hafens eben Tag und Nacht im Betriebe sind, um die Abfertigung der Güter zu bewerkstelligen.
— In der heutigen Sitzung des 5. Verbandstags der deutschen Seifenfabrikanten wurde der Vorstand beauftragt, gegen die beabsichtigte Erhöhung des Zolles auf Fette und Oele vorstellig zu werden.
— Bei seiner gestrigen Generalversammlung beschloß der Landwirthschaftliche Verein für Rheinhessen, bei dem Reichstag, sowie bei dem Fürsten Bismarck Petitionen um Erlaß eines Verbots des Verkaufs von gallisirtem Weine einzureichen. Die Petitionen sollen in ganz Rheinhessen zur Unterschrift circuliren.
— Frankfurt a. M., 12. Juli. Hier kommen die Wintervaletots langsam wieder in Benutzung. Das Wetter ist nämlich ein solches, daß die Wirthe ihre Lokale iu Heizen beginnen und die Promenaden menschenleer sind. Ganz abgesehen davon, daß es jeden Tag seit Anfang dieses Monats regnet, die Temperatur ist auch eine so niedrige, daß es nicht zu den Annehmlichkeiten gehört, im Freien zu sein. Verflossene Nacht sank das Thermometer auf + 6 Gr. R. und heute früh hatten wir nur 8 Gr. Wärme. Dabei Mitte Juli'. Der gegenwärtige Monat ist mindestens um ebenso viel zu naß und zu kalt, wie der Juni zu warm war. Für die Heuernte ist das Wetter sehr schlecht, das Gras verfault auf den Wiesen.
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— Um dem Fleisch den üblen Geruch zu nehmen, der ihm im Sommer fast immer an haft et, ift als das einfachste Mittel das mangansaure Kali zu empfehlen. Zu diesem Zweck löst man in einem Liter recht reinen Wassers 20 Gramm mangan- >aures Kali auf, diese Lösung läßt sich bei gutem Verschluß der Flasche Jahre lang aufbewahren, ohne ihre Wirkung zu verlieren. Das Fletsch, welchem man den üblen Geruch nehmen will, lege man in ein Gefäß, übergieße dasselbe mit ganz reinem -ZBafier, so daß das Fleisch vom Wasser gänzlich bedeckt ift. Dann setze man von der mangansauren Kaliauflösung, je nach der Größe des Fleischftückes oder des Wildes, mehr ober weniger Tropfen hinzu, bis das Wasser, in welchem das Fleisch liegt, eine rothliche Färbung bekommen hat. Nun läßt man das Fleisch etwa 15 Minuten in bem Wasser liegen, wobei basselbe von außen eine weiße Farbe annimmt, welche sich ledoch beim späteren Braten ober Kochen wieder verliert. Der üble Geruch verschwindet dann vollständig, ebenso wie sich der Wohlgeschmack des Fleisches durch das Kali auch nicht vermindert.
— sBrennnesselsamen als Pferdefutter.j Einen ganz vorzüglichen Einfluß hat Brennnesselsamen auf Pferde, weshalb ihn die Dänen, deren Pferde, wie ja bekannt, sehr stattlich aussehen, sorgfältig sammeln, trocknen und zerreiben. Von diesem Nesselstaube mengen sie Morgens und Abends eine Handvoll unter den Hafer: die Pferde werden davon fleischig und fett und ihr Haar erlangt einen auffallend schönen Seiden- glanz. Man wendet dieses Futter dreimal in der Woche an und erreicht damit schon jene vorzügliche Wirkung.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Eliangktischr Gemeinde.
Gottesdienst.
7. Sonntag nach Trinitatis, den 15. Juli:
Vormittags 9Vz Uhr: Professor Dr. Gottschick Nachmittags 2Vz Uhr: Pfarrer Schlosser.
, . Nach beiden Gottesdiensten Kollekte zum Besten des Kirchenbaus in Arnshain, Kreis Alsfeld.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 8 Uhr, in der Kirche, Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrge sch äste in der Woche vom 15. bis 21. Juli besorgt Pfarrer Dingelbe y.
Katholische Gemeinde.
8. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte.
Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung ber h. Communion.
Um V2IO Uhr: Hochamt und Predigt.
„ 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 70® Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr.
Samstag Abend 900 Uhr.
Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 10, Wasser 12 Gr.
Gießen, den 13. Juli 1888. Rübsamen.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Der für Verhinderungsfälle eines der Kaffenbeamten der Gewerbebank zu Gießen e. G. als Stellvertreter bestellt gewesene Herr Kaufmann Karl Loo- zu Gießen mußte, in Folge seiner Wahl als Mitglied zum Aufsichtsrathe dieser Bank, sein Amt niederlegen und ist demgemäß Herr Loui- Schultheis, Rentner zu Gießen, an seine Stelle getreten.
Gießen, den 11. Juli 1888.
Großh. Amtsgericht zu Gießen.
Gebhardt. 5737
Immobilien- Versteigerung.
SamStag, den 21. l. MtS., Don Nachmittags 4 Uhr an, sollen auf dem Bureau des Großh OrtSgerichtS Merlau die zur Concursmaffe des Johannes Wöll gehörigen Immobilien, als:
1) Mühle (die Triebmühle), 2) ca. 12V2 Morgen Acker- und „ 31/2 n Wiesenland unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen nochmals versteigert werden.
Die Mühle, bestehend aus Mahlmühle mit zwei Gängen und Oelmühle mit guter Wafferkraft, liegt bei dem Dorfe Merlau, V4 Stunde von der Bahnstation Mücke und befindet sich wie die übrigen Gebäude in gutem baulichen Zustande.
Das Gut liegt zum größten Thell um die Mühle.
Nähere Auskunft ertheilt der unterzeichnete Maffeverwalter.
Grünberg, den 11. Jnli 1888.
Der Masseverwalter: Karl, 5730 Sparkasserechner.
’Jll i Es wirb sehr oft versucht, wenig
rt 1 Werth babei.de Stärke-Präparate als ♦ Glanz-Stärke einzuführen und durch Nachahmung der Packung meiner jl Amerikanischen Glanz-Stärke das Publikum zu täuschen, II weshalb ich hiermit ganz besonders darauf aufmertiam mache, daß jede- Paket meines Fabrikats meine Firma und obigen GlobuS trägt, denn ich will nicht, daß der Ruf meines durchaus reellen, allgemein als vorzüglich anerkannten Fabrr- kats geschmälert wird. Von den Vorzügen meiner Glanz-Stärke anderen Fabrikaten Gegenüber wird man sich durch einen Versuch leichi überzeugen. » Paket 20 Pfg. in den meisten Drogen-, Seifen- und Colonialwaaren- handlungep vorräthig. • [5739]
Fritz Schulz jun., Leipzig.
EE Flaschenbier. E
Hiermit empfehle ich einem geehrten Publikum
• per Flasche
Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg.
Prima dunkelfarbiges Exportbier 25 „
Prima hellfarbiges Lagerbier 18 „
aus der Äclikn-Brauerei Gießen.
Gütigen Bestellungen fehe ich gerne entgegen und liefere bei Abnahme von mehreren Flaschen frei ins Haus.
Daniel Heil,
2370____________________Lindenplatz 3.___________
JEmail-
aus ächtem Bernstein-Oel Lack, zum Eelbstlackiren.
Er ist fast geruchlos, kann von jedem Laien verarbeitet werden, trocknet rasch und hart, erzeugt einen hocheleganten Anstrich von großer Dauer Er übertrifft an Qualität alle im Handel existirenden Sorten, namentlich die wenig haltbaren Spirituslacke.
Niederlage in den gangbarsten Farben mit Probeanstrichen in Gießen bei den Herren:
Carl Petri, Kaufmann, Marktplatz,
Friedrich Leo, „ Seltersweg, 5212 Carl Schulze!!,,, Schillerstraße.
Samstag, den 14. ds. Mts,
Nachmittags 2 Uhr,
in ber früher Bramm'schen Hofraithe bahier werbe ich gegen Baarzahlung öffentlich versteigern:
1 Clavier, 2 Sopha's, 4 Sessel, zwei Kleiberschränke, 1 Verticvw, 1 ovalen Tisch, 1 Spiegelschrank, 1 ©ecretar. 1 Hobelbank, 1 Handwägelchen, eine Anzahl WtrthStische (noch neu), do. Stühle und Bänke, 1 Regulator, 1 silberne Taschenuhr, 1 Theke, zwei Decimalwaagen, 22 neue feinere Filzhüte, 1 Parthie Plüschkappen, Muffs, Wollewaaren rc.
Versteigerung voraussichtlich bestimmt. Gießen, den 12. Juli 1888.
Gugel,
5724 Gr. Gerichtsvollzieher.
Dienstag, den 17. Jnli,
Nachmittags 2 Uhr,
wird in meinem Haus ein fast noch neuer Stotzkarren mit Federn,
und um 3 Uhr an der Grünbergerstraße, nächst der Kaserne, eine Parthie gerissenes Tannenscheityolz
versteigert. 5747
F. Hoffmann, Konkursverwalter.
Mühlen-Verkauf.
Eine der Spar- und Vorschußver- einS'Kaffe Allendorf a. d. Lda. E. G. gehörige, an der Lumda gelegene Mühle, ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Auf Wunsch können circa 5 Morgen Acker, Wiesen und Gärten mitverkauft werden.
Nähere Auskunft ertheilt der Vorstand jener Kasse. 5736
Jeikgeöoteues.
5785 (Sine autgerittene, ein- und zwei- spännig gefahrene Schimmelstute zu verkaufen.
Näheres in der Exped. d. Bl-_________
Neue holl. Vollhäringe
eingetroffen. 5738.
L. KaUihof.


