Wit Perichondritis behafteten Stelle eingesetzt werden könne. Der Kronprinz verlor bet der Operation kaum einen Kaffeelöffel voll Blut- Sofort nach der Operation fühlte sich der Kronprinz leichter und dankte dem Dr. Bramann. Die einzige Besorgniß der Aerzte nach dem Luftrührenschnttt bleibt die Möglichkeit de« Eintritt« von Bronchitis. Allein dies kommt nicht häufig vor.
Deutscher Reichstag.
35. Sitzung vsm 11. Februar 1888.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst Wahlprüfungen.
Die Commission beantragt, die Wahl des Abg. Dr. Haarmann (5. Arnsberg) für gültig zu erklären.
Abg. Traeger (srets.) bringt die zahlreichen bet dieser Wahl vorgekommenen Wahlbeeinflussungen politischer wie socialer Natur zur Sprache. Im Wahlkreise Bochum seien die Arbeiter zu Wahlknechten gemacht worden; es sei Alles geschehen, um die Bergleute bei der Wahl einzuschüchtern. Alle die incrimtnirten Vorgänge bei der Wahl von 1884 hätten sich 1887 in noch höherem Maße wiederholt; Wahlzettel mit dem Namen Haarmann seien aus Cartonpapier in dreieckiger Form gefertigt worden und die Leute hätten mit hocherhobenem Zettel zur Wahl antreten müssen. Auch das Etsenbahnamt sei sehr rührig in der Wahlbceinflussung seiner Beamten gewesen. Redner wünscht, daß der Antrag Rintelen auf Bestrafung dec Wahlbceinflussung wiederholt würde.
Abg. Rintelen (Centr.) verzichtet bet der jetzigen Constellation des Hauses auf die Wiedereinbringung seines Antrages auf Bestrafung von Wahlbeeinflussungen.
Abg. v. Hclldorff (cons.) erwidert dem Abg. Träger, daß bet der letzten Wahl gerade von fortschrittlicher Sette die gröbsten Wahlbeetnflussungen gegen die Arbeiter vorgekommen seien.
Abg. Kleine (natl.) erwidert dem Abg. Träger, daß diese Angriffe einzig und allein auf dem Proteste des christlich-socialen Arbeitervereins in Bochum beruhten. Dort seien die Ultramontanen im Bunde mit den Deutschfreisinnigen die entschiedensten Gegner der nationalltberalen Industriellen. In clertcalen Blättern würden die Arbeiter auf's Aergste gegen die Arbeitgeber verhetzt, in einer Sprache, die sich durch nichts von der dir L>octaldemokraten unterscheide. Die schlechten Erfahrungen erst, die die Industriellen in Bochum gemacht, hätten dazu geführt, daß sie zwar keinen Arbeiter hi der Freiheit seiner Wahl behinderten, aber jeden Arbeiter entließen, der sich an jener Verhetzung und Agitation betheilige. Daß man von einer Wahltyrannei der Industriellen nicht sprechen könne, beweise schon der Umstand, daß nach den Wahlen keine Arbeiterentlassungen ftattgefunden, obwohl der Centrumscandidat über 20000 Stimmen erhalten hätte.
Abg. Stötzel (Centr.) behauptet, daß in ganz Deutschland keine so große Wahltyrannet herrsche wie im Bochumer Kreise. Wenn sich die ultramontane Presse der gemaßregelten Arbeiter annehme, so könne man das keine „Verhetzung" neunen. Hunderte von Arbeitern seien nach der Wahl wegen ihrer Abstimmung entlassen worden. Er wisse, daß in den meisten Wahlbezirken die Arbeiter mit erhobenem Arm zur Wahlurne geführt worden seien, damit sie nicht den Wahlzettel umtauschen könnten. Es würden Arbeiter schon strafversetzt, wenn sie in dem bloßen Verdachte ständen, ultramontan gewählt zu haben.
Abg. o. Strombeck (Centr.) beantragt, die Entscheidung über diese Wahl auszusetzen und den Reichskanzler um zeugeneidltche Vernehmung der in den Wahlprotesten benannten Zeugen zu ersuchen.
Nachdem noch die Abgg. Dr. v. Marquardsen gegen den Antrag gesprochen und Dr. Ham mach er die eingegangenen Proteste kritisirt, wird der Antrag v. Strombeck abgelehnt und somit die Wahl des Abg. Dr. Haarmann für gültig erklärt.
Die Wahl des Abg. Richter (4. Arnsberg) beantragt die Commission für ungültig zu erklären.
Abg. v. Manteuffel (cons.) beantragt, diese Wahl für gültig zu erklären. Das Moment, welches in der Commission zur Ungültigkeitserklärung dieser Wahl geführt, sei so geringfügig wie möglich. Er verhehle nicht, daß er den Abg. Richter in diesem Hause ungern vermissen würde, denn ihm habe die conservative Partei ihre jetzige Stärke zu verdanken und hätte dieselbe einen Sänger in ihren Reihen, so müßte er Herrn Richter als Mehrer derselben besingen. Bet der großen Majorität, die Abg. Richter erhalten, habe die Auflösung des Arbeiterwahlcomitös gar keine Bedeutung. Das Haus habe bereits im Jahre 1881 gelegentlich der Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abg. Dr. Hänel entgegen dem Commtssionsbeschluß für die Gültigkeit der Wahl ootirt. Er hoffe, daß das Haus auch diesmal so verfahren werde und bitte die Fractionsgenossen des Herrn Richter, ihn durch gütliches Zureden zu veranlassen, seinen Sitz im Hause wieder einzunehmen.
Abg. Singer (Soc.): Wenn Herr Richter trotz des Verbots des Arbeiter- wahlcomitüs seinen Platz im Hause wieder einnehmen würde, so würde das einen Eingriff in die Verfassung bedeuten. (Vicepräsident Buhl ruft den Redner zur ? Ordnung.) Er glaube nicht, daß dem Abz. Richter ein Gefallen damit geschehe, wenn j auf Grund solcher Thatsachen seine Wahl für gültig erklärt werde.
Nachdem sich noch die Abgg. Vetel (natl.), Dr. Windthorft und v. Rhein- ! baben (Rchsp.) gegen den Commissionsantrag ausgesprochen, wird die Wahl des ' Abg. Richter gegen die Stimmen der Feisinnigen und Socialdemokraten für gültig erklärt.
Die Wahl des Abg. Henneberg (2.?Sachsen-Coburg-Gotha) beantragt die Commission zu beanstanden.
Ein Antrag des Abg. Singer, die Wahl für ungültig zu erklären, findet nicht genügende Unterstützung.
Abg. Rickert (freis.) bittet den Staatssecretär v. Bötticher um Auskunft darüber, zu veranlassen, daß die Polizeiorgane angewiesen werden, Versammlungen nicht eher zu verbieten, als bis die Verhandlungen der Versammlung dazu Anlaß gegeben.
Staatssecretär v. Bötticher erwidert, daß das Haus ja selbst in der Lage sei, über das Verbot von Versammlungen bet den Wahlprüfungen sich zu beschweren und Remedur zu verlangen. Generelle Vorschriften über die Behandlung von Versammlungen seien gegeben, werde von den Polizeiorganen einmal dagegen verstoßen, so bewiesen solche Etnzelfälle nichts gegen das Princtp.
Die Discussion wird geschlossen, worauf sich das Haus vertagt. Die Abstimmung über die Wahl wird also ausgesetzt.
Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Soctalistengesetz.
» O ? ö i ft
1 Gießen, 13. Februar. In der am 9. Februar abgehaltenen Generaloersamm- nrafihr^^?^rrb^tn§ £u/?e ""Stelle d-s wegen hohen Alters resigntrten Ehren- prasidcnten Geh. Rath v. Rttgen Herr A. Heß zum 1. Präsidenten, Herr Fr. Schiele zum 2. Präsidenten, zum 1. ^ecretär und Rechner Herr Buchhändler Reimer, zum 2. Secretar Herr Hauptlehrer Hug erwählt.
welcher in einem hiesigen Kohlcngcschäste sich Unredlichkeiten zu Schulden kommen ließ, wurde heute Morgen verhaftet.
Kirchliche Anzeigen der evsnMi. Gemeinde
.. . Montag, den 13. Februar, Abend 8 Uhr Bibelstunde in der Klein- MfÄ und Gefangennahme Jesu,
Abends 6 Uhr: I. P-ssi°ns°nd°cht in der Kirche.
Vermischte-,
büd) b* Februar. Auf bis jetzt unaufgeklärte Weise brach »
06(10^ gegen 10 Uhr in den Stallgebäuden des Peter Krämer Feuer aus welches sich rasch verbreitete und in kurzer Zett drei Scheuern einäscherie.
nach Rom 12’ Februar. Bischof Dr. Haffner begibt sich nächsten Donnerstag
— Während sich bis auf einen kleinen Bruchthcil die gesammte Beoölkeruna von Mamz actio oder pasno dem Earneoalsleben hingab, durcheilte gestern Abend die Kunde von einem m der Neustadt begangenen Verbrechen die Stadt. In einem ver- elnzelt stehenden Häuschen im Gartenfeld, unfern dem dortigen alten Schulhause fand ^""./"^örer Stube todt nn Blute liegend die schon bejahrte Frau eines städtischen Arbeiters Namens Jeckel. Derselben war der Schädel eingeschlagen. Neben der Leiche ag ein schweres, flflt Blut beflecktes Veil. Es war in der dortigen Gegend ziemlich bekannt, daß die kinderlosen Eheleute Jeckel sich einen Sparpfennig zurückgelegt hatten und benutzten jedenfalls mrt den Verhältnissen betraute Strolche die Abwesenheit des Mannes, um sich der Ersparniß der alten Leute zu bemächtigen. Nach Lage der Leiche 140 io0hUCfI le $rQh t°^'dLen von hinten erhalten. Ein Betrafl von
S da?" dem oder den Mördern in die Hände gefallen. Begreiflicher Weise ^Cr ba§ 'Erbrechen eine große Aufregung. Die Polizei entfaltet eine fieberhafte Aufregung, brs fetzt ohne Erfolg. '
Telegraphische Depesche«»
Wolff'S telegr.
Berlin, ^.Februar. Se. Majestät der Kaiser nahm heute Mittag Vorträge entgegen und ertheilte Audienzen. Nachmittags 4 Uhr hat der Staatssecretär Graf Bismarck Vortrag. Um 5 Uhr findet ein Diner statt, an welchem der Prinz und die Prinzessin Wilhelm, die Hohenzoller'schen Herrschaften und der Erbprinz von Meiningen theilnehmen. — ^e Kaiserin stattete Mittags dem Prinzen Georg persönlich ihre Glückwünsche zum Geburtstage ab.
ii ec. ü" D^„Aichs -Anzeiger" veröffentlicht folgende Bulletins: „San Remo. 11. Februar 10 Uhr 30 Minuten Abends. Das gute Befinden des Kronprinzen hat im Laufe des heutigen Tages angedauert. Mackenzie. Schrader. Krause. Bramann. Hooell. — San Remo 12. Februar, 11 Uhr Vorm. Ter Wundverlauf beim Kron- prmzen ist durchaus befriedigend. Das gute Befinden von gestern hat sich nicht ver- 5?^rt. Die Nacht war gut, Fieber und Schmerzen sind nicht vorhanden. Mackenzie. Schrader. Krause. Hovell. v. Bergmann. Bramann."
?’ ^bniar. Im^L-itzungssaale der Stadtverordneten fand gestern Abend eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der preußische Landtagsabaeord- ”e,te über die allgemeine Schulreform von dem Gesichtspunkte der
öffentlichen Interessen sprach. Die Ausführungen und Vorschläge des Redners fanden eine beifällige Aufnahme. Der Versammlung wohnten auch Vertreter des Untcrrichts- mtntsterrumS bei. Es folgte eine mehrstündige Debatte, in welcher auch die zahlreich anwesenden Humanisten sich mit einer Verschiebung der alten Sprachen auf ein reiferes Alter einverstanden erklärten. Zum Schluß hielt man cs einstimmig für erwünscht, die vorliegenden Petitionen dem preußischen Unterrichtsminister v. Goßler zur Anbahnung einer deutschen Schulreform auch in Sachsen zu unterstützen
Madrid, ll.Februnr. In der Sitzung der Kammer erklärte der Minister des Innern in Beantwortung einer Anfrage des Deputirten Römers Robledo, daß das Gerücht, dem Herzog von Montpensier solle der Aufenthalt in Spanien untersagt werben, unbegründet fei. Im weiteren Verlause der Sitzung beschloß die Kammer, den Antrag eines Deputirten , die Einfuhr des für Jndustriezwecke bestimmten Alkohols mit außerordentlichen Zöllen zu belegen, in Erwägung zu ziehen.
AasrtzKil nutz BsEetzL „ „ Gr^berg, n. Februar. i Fruchtpreisefl Weizen 1780 Korn k non ®erftc 00.00, Hafer at 12.80, Erbsen JL 00.00, Linsen JC. 00 00 Lein 20 00 Samen 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 00 00 ”
Franksurt 11. Februar. Auf dem heutiaen sMarkt kosteten' Turins»!« W13~ $laIßr ^00^0-50, das Ge scheid 10—12 4, Eier das Hundert JL 7.00— 9^00, das St- tm Großen 80.00—85 00, im Detail das Pfund Jt l Oö
bis 1.20, Weißkraut per Stück 20-30 4, Rothkraut per Stück 20—33 Ls tfr/tornto
°4?° Wft35-660rt
Mbn 40-0° Schweinefleisch 65-70 4, Hammelfleisch 50-60 4, 1 Hahn £aube~1Ö—60 X“aMWi. 1-5°~3 00' $fUnb UC-°°
Mem gelegen istder kaufe Un^ ^önen Haarwuchses etwas
Ketter’s Haarwasser (München).
Dienstag (Fastnachts-Abend)
1229
im Saale des Cafö ^eib.
Entree für NLchtmitglieder 40 Pf.
Anfang 7 Uhr. Bier im Glas.
ivd ax’ r Der Vorstand.
' Smladungskarten zum Masken-Ball berechtigen auch zum Kränzchen.
Allgemeiner Anzeiger.
Ludwig Schmitt, Glaser,
mein
1192
Kanzleiberg 7, empfiehlt sich im Einrahmen von Bildern und Spiegeln in allen denkbaren Rahmen. 477
Geschäftsverlegung. |
Meiner werthen Kundschatt zur gefälligen Kenntniß daß sich 5fc t Geschäft von heute ab Wesfattlage IVr. 1 befindet. A
Achtungsvoll < ’4
Christian Noll, Schlosser. A
Hülsensrnchlr, vorzüglichste Kochart, zu billigsten Preisen empfiehlt 761
Robert Stuhl, Neustadt 23.
Minerva, eine hochfeine 5,Pfg.,Cigarre, per Kistchen (50 Stück, 2 Mk. 25 Pf. bei
Jean Häuser,
713 Neuen Baue.


