Einzelbild herunterladen

England.

London, 12. Januar. Di?Times" läßt sich von außerhalb telegra- phiren, die Pforte hätte sich auf Ansuchen der Mächte bereit erklärt, den Prinzen Ferdinand von Bulgarien aufzufordern, Sofia zu verlaffen. Eine anderweitige Bestätigung dieser Nachricht, die jedenfalls den Thatfachen vorauseilt, liegt hier nicht vor.

Italien.

Nkom, 12. Januar. In der Sitzung des Gemeinderaths theilte an Stelle des seines Amtes entsetzten Bürgermeisters, Herzogs Torlonia, der Ao- junct Guicctoli den Beschluß der in dieser Angelegenheit eingesetzten Commission mit, daß der Gemeinderath in Function oe;bleibe, zugleich sprach Guiccioli die Erwartung aus, daß in diesem Momente jede Debatte über die Enthebung Torlonia's von seinem Posten im Interesse Italiens unterbleibe. Der Adjanct ersuchte ferner die klerikalen Mitglieder des Gemeinderathes. ihren Antrag, wo­nach der Gemeinderath sich lobend über dis Verhalten Torlonia's aussprechen sollte, zurückzuziehen. Die klerikalen Mitglieder zogen angesichts dieser Erklüruag ihren Antrag zurück.

Telegraphische Depeschm-

Wolffs telegr. 6 ätowixu

Berlin, 12. Januar. Seine Majestät der Kaiser, dessen Befinden gestern recht befriedigend und schmerzfrei war, verbrachte einige Zeit außer dem Bett. In der letzten Nacht schlief der Kaiser gut, mit einmaliger Unterbrechung.

Seine Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag den Vortrag Albedyll's entgegen. Nachmittags den Vortrag Wilmowski's.

Ihre Majestät die Kaiserin besuchte Vormittags das Augustastift, machte um IVa Uhr eine Spazierfahrt und Promenade im Schloßpark Bellevue. Abends findet kleine Theegesellschaft statt.

Berlin, 12. Janaar. Die Aerztekammer von Berlin und von der Provinz Brandenburg trat heute Mittag zusammen. Oberpräsident Achenbach eröffnete die Sitzung, gedachte des in der Ferne weilenden Kronprinzen und sprach den Wunsch aus, daß Gottes Gnade und die ärztliche Kunst denselben geheilt zurückführen mögen und es dem Kaiser vergönnt sei, den heißgeliebten Sohn frisch und gesund wieder in ferne Arme schließen zu können. Geheimrath vr. Körte wurde zum Vorsitzenden gewählt und dankte dem Oberpräsidenten für das bekundete Interesse und die angekündigte Unterstützung.

Wien, 12. Januar. Wie diePresse" schreibt, findet die Meldung der Limes", die Mächte hätten bereits gemeinschaftliche Schritte bet der Pforte gethan, um sie zu bestimmen, den Prinzen Ferdinand von Coburg aufzufordern, Sofia zu verlassen in hiesigen diplomatischen Kreisen keine Bestätigung. Man weiß in diesen Kreisen ab­solut nichts von diplomatischen Verhandlungen in der bulgarischen Frage, geschweige denn von bereits erfolgten Collectioschritten in dieser Sache.

Wien, 12. Januar. Der Reichsralh ist auf den 25. Januar einberufen.

Pesth, 12. Januar. DemNemzet" zufolge erreichten die eingegangenen dtrecten Steuern des letzten Quartals nicht blos die im Voranschlag des laufenden, sondern auch die im nächstjährigen Budget dafür vorgesehene Höhe.

mrirr. Goch , 12. Januar. Die engliche Post aus London von gestern früh über Mtssingen ist ausgeblieben, weil das Schiff in Folge des starken Nebels Vlissingen nicht rechtzeitig erreicht hat. Auch die über Ostende gehende Post ist ausgeblieben, weil die Schifffahrt im Canal wegen des Nebels verzögert ist.

Goch, 12. Januar. Die englische Post von gestern Nachmittag ist aus- geblleben, weil das Schiff wegen starken Nebels auf See in Vlissingen verspätet ein­gelaufen rst.

B o k a § e L.

<- 13. Januar. Von gut unterrichteter Seite wird uns miigetheilt, daß

oer hiesige Radfahr-Veretn am 29. Januar in Stetn's Garten ein größeres Galafest feiert, bestehend in Concert der hiesigen Regimentscapelle, Aufführen eines Saalkorsos, gyren von Quadrillen und mehreren humoristischen Stücken auf dem Rad. Den Schluß bildet ein solenner Ball. Wie aus dem Programm zu entnehmen, verspricht dasselbe einen recht genußreichen Abend für die Thetlnehmer und da der Radfahrsport überdies reich an heiteren Scenen ist, so werden für diesen Abend auch die Lachmuskeln ihre Schuldigkeit zu thun haben. Freunde und Gönner des schönen Sports werden hierauf aufmerksam gemacht.

13- Januar. sT Heater.) Kommenden Sonntag wird die bereits ?^^umlich gewordene ZauberposseLumpaci Vagabundus oder: Das luderliche Kleeblatt als vorletzte Sonntags-Vorstellung gegeben, während am Montag das Benefiz für die Soubrette Fräulein Selma Hesse stattfindet, gelegentlich welchem das beliebte SchauspielMuttersegen" zur Aufführung gelangt Am Vorstellung " Januar gibt die Rudolph'sche Gesellschaft definitiv ihre letzte ch-^i Gesinge Benefiz des Herrn Heinrich hatte ein zahlreiches und gewähltes Publikum im Theater versammelt, welches dem geistreichen SchauspieleMaria und Magdalena mit gespannten Interesse folgte. Die Aufführung war eine exquisite, f?ameQuS? Di?n vornehmen Salonstücken eine Specialrtät der Rudolph scheu Gesellschaft ist. Werthvolle Lorbeerkranze und Bouquets gaben der geflrtgen Vorstellung noch ein besonderes Relief. ß

he3 Nr. 8 bringt eine Notiz über einenRettungsact

fce? Wlrthes auf dem St. Bernhard", der einer Richtigstellung bedarf. Nach jener Dar- fcernnfint ^hr bescheidene Wirlhschaft, von einem Manne

s« T -. be" befände. Dem ist jedoch keineswegs so. Als ich im Jahre 1839 ben St. Bernhar^sberg besuchte und eine Nacht dort zubrachte, fand ich nach meinem Tagebuchs 8 Mönche (Augustiner) und 8 Maronnier (Knechte) nebst 7 Hunden

1« dem geräumigen Wirthszimmer 30-40 Gäste. Das Kloster ein massives dreistöckiges Gebäude hat über 40 Zimmer, in denen mehr als 600 Menschen beherbergt werden können. Meine weiteren Notizen besagen: In St Pierre ein-,» XI Dörfchen, 4890 Fuß über dem Meer, hört der Weg auf fahrbar zu sein die Waaren werden auf Maulthi-r-n und Pferden über den St. Bernhard wcitergebracht.' Don hie? sind c8 J10* 3 Stunden bis zum Kloster (7680 Pariser Fuß hoch). Die Nacht brück an und der Weg, meist über Steingerölle, wurde immer.schlimmer. Ich kam durch ein

°oftB.eim?efu5 1 $6aL d°s Todtenthal, und gelange bei stocksinst-fer Rothw^n b-wstthÜt.^ m 3-h wurde mit Supp-, Kartoffeln, »äse und

All- Reisenden gingen zur Ruh-, tiefe Stille herrscht- durch das Kloster nur draußen heulte furchtbar der Wind und schlug Schnee und Regen wider die zitie'rnden Fenster; er schien das Kloster in seinen Grundsesten erschüttern zu wollen. Bald nach Mitternacht drang mit dem wilden Toben der Elemente das feierliche Geläute der ÄS«SÄ* ""m b" ®"nia «|»> Biftj

000 Gulden belaufen, für die Unterhaltung der jährlich büer b-Wrgt-n ^0^1? ^0 Menschen werden von mehreren Kantonen der Schweiz bestritten ^lAer J? Kloster anstoßenden. Kirche kann man eine Gabe niederlegen. Im Winter und Lhaupt mr Tagen, die durch üble Witterung den weisenden geiä^dtcb ^erben rön^n Sc^en c^n Mvnch und ein Maronnier, mit langen Stöcken und Schneeschuhen versehen' und von einem der berühmten Hunde begleitet, nach der italienHdjen unh

d-r schweizerischen Seite hinab. Finden 'sie -inen von der Kälte erstarrten -der

Kirchliche AnzeiKeR der Dtnbt Tiefters.

EvKngsiische Gemeinde.

Gottesdienst.

^»Sonntag nach Epiphanias, 15. Januar: Vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

e,. , Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. ' Kinderklrche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser-

r nta4'«en lo Januar, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- MarrerOor^Na^man'n^" ^cr§ 21 an> ^brifti Kommen; dieses Geschlecht; Wachet; Ab-nb^ots/s dienst"" 22' 3nUar: Reicht- und heiliges Abendmahl im Hie bei dem Missionsf-st eingegangene Kirchenkollekte für di- äußere Mission Uu <yVu Du rVje

Pfarrei. s/aum'°nn^^^ '**Om 15' 618 * 2°nuar besorgt

! von einer Lawine begrabenen Reisenden, so bringen sie ihn schnell nach dem Kloster wo alle Rettungsversuche angewandt werden. Bleiben diese erfolglos, so wird der Verunglückte in ein Todtenhaus gebracht, wo durch die stete Kälte und die reine Luft

I sich vie Leichen so wohl erhalten, daß sie zuweilen noch nach mehreren Jahren zu ; erkennen sind. 0

Oesters gehen die Klosterhunde auch allein auf Entdeckungen aus und besonders gerade bei recht fturmrschem Wetter. Finden sie einen Verunglückten, dann eilen sie J ld,.ncU ?n J>a§ Kloster und geben durch Bellen rc. ihre gemachte Entdeckung kund. Der - bekannte Barry, der im Museum zu Bern ausgestopft ist, jsoll mehr als 30 Menschen | gerettet haben.

I - , , Anmerkung. Oberhalb St. Pierre, auf dem halben Weg nach dem Hospiz, kehrte lch in einem Wtrthshaus ein. Ob der angegebene Grand vielleicht dieses Haus f bewohnt und den Rettungsact ausführte?

t ... JF8 ?ri.0.ät^um- Im 3. Quartal 1887 kamen im Groß-

herzogthum Hessen 4968 Todesfälle vor, von welchen auf die Provinzen Starkenburg &135'ß?Qe?eiCn "o^^^lnhessen 1659 entfallen. Darunter waren in Starken­burg 808 Ätnber tm 1 317 im 215. Lebensjahre und 1010 Erwachsene; in Ober- beften 249 Kinder tm 1., 195 tm 2.15. Lebensjahre und 730 Erwachsene; in Rhein-

Hessen 616 Ktnder tm 1 312 im 2.-15. Lebensjahre und 731 Erwachsene. - Die , Brutto-Emnahmen des Großherzogthums Hessen an Reichssteuern im Etatsjahr 1886,87

M Suf/o?^not87-35x ÜOn diesen kommen auf Eingangsabgaben 6 1d7 583.20 ^ü (31508.76 JL), Relchsstempelabgaben 81056.05 (1621.14°^),

Tabaksteuer 272 269.80 JL (22 832.05 ^L), Salzsteuer 989 847 40 (9 644 85

Branntweinsteuer 220 179.70 * (39 506.42 M), Brausteucr 871393A5 JL (1339964,4 M)', 162 777.40 JL (8 053.79 M), Zuckersteuer 753380.35 M (46 925.15 JL). Die in Klammern beigesetzten Beträge wurden zur Großh. Staats­kasse vereinnahmt. Im Jahre 1886 wurden in folgenden Orten des Gtoßherzog- ^bums mtt Postämtern 1. Classe an Porto- und Telegrammgebühren vereinnahmt: io«?onoan762 Darmstadt-Bestungen 494 335 JL, Offenbach 359 392 Jt, Worms ftm9 ^f^^7 318 Bingen 81945 ^L, Bensheim 33 443 ^, Alzey 46 801 utl und Friedberg 50 485 JL, zusammen 3 314 099 JL

Mainz, 12. Januar. Auf ein von dem ComitL derNarrhalla" erlassenes Circular h.n find aus allen Klassen und Kreisen der Bevölkerung zahlreiche An- meldungen zur Bethetligung an dem Carnevalszug erfolgt, so daß es jetzt schon außer allem Zweifel ist, daß ein Zug am Carnevalsmontag stattfinden wird. Da neben hervorragenden carnevalistischen Kräften auch schwerwiegende Geldmänner die active Lhetlnahine an dem Zuge zugesagt haben, verspricht das Mainzer Carnevalsjubiläum auch nach dieser Rtchtung hin großartig zu werden. Mit dem Entwurf wie auch mit der Oberlertung bet dem Arrangement des Zuges ist der Architect Zulehner betraut, Der sich auf bte|em Gebiete schon viel Lorbeeren errungen. Nächster Tage wird das Comtt^ die emzelnen Commissionen bilden und alsdann mit der Ausführung der einzelnen Projecte begonnen werden.

~ In der Schloßkaserne hier hat sich heute Morgen aus noch unbekannten Gründen ein Soldat erschossen.

^¥Iainj,r,12. Januar. (Rückkehr der Jesuiten.^ Aus Moresnet, eine ganz vom preußlschen Gebiet etngeschlossene holländische Enclave im Reg.-Bez. Aachen, wird dem M. Journal" geschrieben, daß in das bis vor Kurzem von Mitgliedern des Franziskaner-Ordens bewohnte dortige Kloster dieser Tage wieder drei Patres der Gesellschaft Jesu eingezogen, unter diesen der Pater Sack, welcher mehrere Jahre Kaplan in dem nahen Mombach war. Sack, der Ende der sechziger Jahre hier in Mainz lebte, genoß einen bedeutenden Ruf als Kanzelredner.

A Aus Rhein Hessen, 12. Januar. Mit Rücksicht aus das demnächst im Reichstag zur Berathung kommende Weingesetz beschäfttgt man sich in den Weinbau- distncten Rqeinhessens eben vielfach mit der Frage, in welcher Weise das vielbesprochene Thema se^e Losung finden soll. Im Allgemeinen geht die Stimmung dahin, strengere Bestimmungen gegen die Kunstweinfabrikation zu erlassen. Petitionen in diesem Sinne stnd mehrfach in Circulation.

,. m Münster, 8. Januar. Die Sänger, welche auf dem hiesigen RathhauLsaale die Generalprobe zu einem Vereinsconcert abhielten, wurden gestern Abend in unan­genehmer Weise überrascht. Als eben Frau Joachim aus Berlin ein Solo fang, platzte em grofee§ ^öhr ber Wasserleitung und ein mächtiger Strahl setzte den Saal unter ira M^^er sprangen auf die Stühle und die Damen schrieen um Hilfe, bis

der Zwifchensall beseitigt war.

. c^W?en 12. Januar. In der Pfarrkirche in Lavis bei Trient brach gestern bei Der Abendpredigt infolge einer Unruhe, welche der epileptische Anfall einer Frau ver­ursachte, eine entsetzliche Panik aus. Fünf Personen wurden todtgedrückt, drei welkere starben im Laufe der Nacht, zahlreiche Personen wurden verwundet. (F. Z) , . Aus Varis wiro geschrieben: Jrn Theatre Beaumarchais, welches seit drei Monaten geschloffen rst, brachen am 3. ds. Mts., um 4 Uhr Nachmittags mehrere Wasterleitungsrohre und setzten das Parquet des Bühnenhauses vollständig unter Aaner. Da Niemand rm Theater anwesend war, konnte man denFluthen nicht gleich ®lI\bfraltCi ^un und so stieg das Wasser bis zur Höhe der ersten Gallerte. Durch den Au^siuß des Wasters auf die Straße wurde man erst aufmerksam gemacht. Nur mit Kahnttt konnten die schleunigst herbeigeholten Pompiers auf die Bühne gelangen, um das Wasser abzulassen. ° '

.. Mit dem Winter und seinem, leidigen Gefolge, wie Frost, Schneewehen, Glatteis rc., beginnt gleichsam als Entschädigung auch das Regen der Bälle, feinen Diners rc. In der Thai, wenn draußen der Nordwind weht, wild am eifrigsten getankt und die Feinschmecker geben sich alsdann mit Wohlbehagen dem Genuß aus­gesuchter Speisen, edler Weine und feinen Liqueurs hin. Dieses Jahr gebührt die Palme dem ächten Benediktiner der Abtei zu F^camp; durch seinen köstlichen Ge- fchmack und seine tonischen und die Verdauung btförbernben Eigenschaslen hat sich dieser Liqueur die Gunst selbst der verwöhntesten Gaumen zu erwirben gewußt. Bei Kbcm Doaitanbigen Dessert unb auf j-bcm wohlgarmrten Buffet nimmt heute ber Benediktiner den ersten Rang ein.

nnrfc ^Ugenehmer und gleichzeitig gesünder, als unmittelbar

nach dem Eis ein Glas dieses ausgezeichneten Liqueurs zu trinken.

Kktholische GeAeinde.

2. Sonntag nach Epiphanie.

Von 7 Uhr an Beichte.

Um 8 Uhr: Frühmesse »nb Austheilung ber h. Communion.

VglO Uhr: Hochamt und Predigt.

n 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.

Gottesdienst in der Kqnagoae.

Samstag Ab?nb5^Uhr. W' 2Ror(,en 8 Uhr. Samstag Mittag 3 Uhr.