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Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr _ Luft 13, Wasser 11 Gr.

Gießen, dm 10. September 1888. Rübs-men.

. Vermischtes.

_ Offenbach, 8 September. Einen Fund von geradezu enormer Bedeutung mackte Herr A. Neubecker auf seinem Grundstück an der Ludwigstraße, als er nach Wasser für den Betrieb seiner Eismaschine bohrte. Die dreijährige mühsame Arbeit wurde endlich mit einem überraschenden Erfolg gekrönt; denn aus einer Tiefe von nahezu 300 Mtr. entstieg dem Schooß der Erde eine klare und überaus reichliche r't ^Duelle. Nach angestellten Versuchen war man keinen Augenblick im Zweifel, daß es sich um eine werthvolle Natron-Ltthion Quelle handele urfi die Analyse des Geh-Hosraths Prof. Dr. Fresenius lautete dahin, daß die Quelle quantitativ und qualitativ den besten in Europa gleichzuachten sei. Auch in Bezug auf ihre Heilkraft ergaben Proben sehr erfreuliche Resultate. Gleichfalls darf nicht unterschätzt werden, daß die Quelle in Folge ihrer Tiefe von den Einwirkungen der Niederschläge ganz unabhängig ist. Wir werden demnächst in einem längeren Artikel auf die Natur der ^"blle naher eingehen; doch so viel können wir schon jetzt sagen, daß die Entdeckung für Offenbach einen Wendepunkt bedeutet. (Offenb. Ztg.)

. ., , Mainz, 9. September. Das blutige Vorkommniß in Ober-Olm hat bis letzt zu drei Verhaftungen geführt. Außer den bereits am Freitag verhafteten Per- ®*re,"crifter imperial und ein Taglöhner von Ober-Olm, welche sich Redensarten verdächtig gemacht haben wurde gestern Nachmittag auch der (söhn eines wohlhabenden Oekonomen festgenommen und heute Morgen in das !^Ä^"/^^"^^6efängniß abgeliefert. Derselbe soll mit dem Erschlagenen, wie verschiedene Personen dem Untersuchungsrichter anzeigten, am Tage vor dem Ver- nWirtschaft einen heft^en Wortwechsel gehabt haben, der aus einer politischen Unterhaltung entstanden. Wie man uns mittheilt, hat trotz dieser 93er: die Untersuchung noch nicht das geringste Material zu Tage gefördert, aus

Sa ben weiteren Gang der Untersuchung schöpfen

Ä. r 1 tetzt verhafteten Personen sind nur verdächtige Aeußerungen con- ?^^rt, es ftagt sich aber noch sehr, ob diese Aeußerungen wirklich den Sinn gehabt etntQe ^onen ihnen unterlegen, oder ob man es nicht vielmehr nur mit nichtigem Gerede zu thun hat, wie es leider allzu häufig bei außergewöhnlichen Vorkommnissen auf dem ß*nbe geführt wird. b ^cwvynucyen

a ?om Rhein, 9. September. Seit dem Unfall in einer Mainzer Bade- Ed die Strompolizei auf dem Rhein viel schärfer gehandhabt wie früher Insbesondere wird strenger überwacht, ob die Dampfer nicht schneller als vorgeschrieben hMba°b b e die zulässige Länge und Breite nicht überschreiten. Während b e r8 nu- etne "ine Formalität betrachtet wurde und einfacher Besichtig­ungsstempel genügte, mutz jetzt der betreffende Beamte vor der Wegfahrt genau die Lange und Breite der Schiffe und Flöße aufnehmen. 9 0 DtC

9* S-ptember. Während sich noch mein letzter Bericht über unfern Silberdieb Bergmann, in welchem ich von neuem die Ansicht aussprach daß es unserer Polizei doch gelingen werde, den richtigen Namen dieses schweigsamen Ver­brechers zu ermitteln, in Druck befand, war beim Polizeipräsidium hterselbst die Ä^Ä^biochricht eingetroffen, daß Werner-Bergmann auf das Bestimmteste recognoscirt sei als der am 2t>. September 1835 geborene Weber August Wilhelm Willer von 1 «nhCrtnarh Ä l9 wurde ermittelt, datz das im Jahre 1882 zu Trier verhaftete b brsuchungsgesängniß entsprungene Individuum mit Willer identisch

M. Wie ^ ^hnen schon meldete, nannte der Verbrecher sich in Trier anfänglich Carl Schwarz, nachher Backer Gustav Birr aus Stojenthin im Kreise Stolp. Den letzteren

r Vr lieber, als ihm bekannt war. daß Gustav Birr, mit welchem 8 ^?d £ einem Hause gewohnt hatte, seit dem deutsch-französischen Kriege ver- mißt wird. Er hatte also nicht zu befürchten, datz man den Bäcker Birr ausfindia machen werde. Man muß gestehen, daß Willer sehr geschickt operirt hat, die PoUzei I rlch"gen Spur abzulenken Jndeß haben alle seine Kniffe nichts genutzt; was durch briefliche Nachfragen bei noch so viel Polizeiämtern schwerlich jemals an's Lickt I sem würde, ist mit Hülfe der Photographien ermittelt worden Es erhellt Hieraus deutlich der große Nutzen des Verbrecheralbums und es erklärt sich durch ein *

Aei den Wettfahrten siegte im Vereinsfahren Gießen über Wetzlar, im Sicherheits- Zweiradfahren Conr. Hamel und im Hauptfahren Wilh. Hamel von hier. Von Jugend­fahrern trug den 1. Preis Hugo Schneider aus Offenbach, von seinen ebenso jugendlichen Mitbewerbern (Paul Nassauer und Emil Möhl) hart bedrängt, davon. Nach der Preis- verthellung hielt noch ein Tanzvergnügen im Saale die Festtheilnehmer einige Stunden vetfammen.

,, Gießen, 10. September. sZur Hühnerjagd.) Mit Hinsicht darauf, daß es Wr die oiesjährige Saison mit der Hühnerjagd nicht glänzend bestellt sein dürfte, schreibt ein Waidmann:Die Hühnerjagd sollte diesmal, wenn waidgerecht gejagt werden sollte, nicht vor dem 10. September eröffnet werden, denn alle Völker welche man lm Felde antrifft, sind so verschieden entwickelt, daß man wohl annehmen kann Ä K°?er ^eil der jungen Hühner sei erst Anfang oder Mitte Mat ausgekommen! tLs ist daher zum Mindesten rathsam, dieses oder jenes Volk noch unbeschossen zu lassen, vor allen Dingen aber einzelne losgemackte Hühner ober Paare zu schonen um den etwa noch Schutz bedürftigen jungen Rebhühnern die Eltern nicht wegzunehmen wie es überhaupt immer grundfalsch ist, den allen Hahn oder das Mutterhuhn aus dem Bolke zu schießen, da besonders ersterer durch feine ungeheure Fürsorge und -tvachsamkeit das ganze Volk vor den vielen Feinden, besonders aber vor dem Raub­zuge, zu schützen vermag. Darum schont den alten Hahn im Volke!

Gießen, 10. September. In den im Kreis Gießen gelegenen Natural- oerpflegungtzstationen wurden in der Zeit vom 20. November 1887 (Tag der Er­richtung derselben) bis 1. Mai 1888 insgesammt 1931 Durchreisende ausgenommen, "W- nach einer entsprechenden Arbeitsleistung mit Frühstück, Mittag- oder Abendessen versehen. Hiervon kommen auf die Verpflegungsstation Gießen allein 1286 Durch- reisende, wogegen die Zahl der die Verpflegungsstation Grünberg in Anspruch nepmenben 388, diejenige der Station Hungen 257 beträgt. Außerhalb des Kreises * noch Naturalverpflegungsstationen in den Kreisen Büdingen (Alten-

Fs?cdberg (Friedberg, Butzbach, Großkarben) und Schotten (Schotten, ©ebern, Laubach und Ulrichstein). Sämmtliche hier verzeichneten Natural­verpflegungsstationen in der Provinz Oberhessen werden von den betreffenden Kreis- raffen unterhalten, nur in Gießen hat der Armenverein Antheil an dem Aufbringen ber Kosten für bie Verpflegungsstation. 0

UniverfitätS-ChronLk.

, .DemFranks. Jour." wird ans Gießen berichtet: Die Landes-Universität r sinter drei Lehrstühle neu zu besetzen, deren seitherige Inhaber an bayerische Hochschulen gehen. Der Physiker Prof. R ö n t g en und der Frauenkliniker Prof. H of m e ier Gießen mit Würzburg, und nunmehr hat auch der Pandektist Prof. Helwig Nack anfänglicher Ablehnung für Erlangen angenommen. Dagegen ist die eine Seit lang Vermukhung, Prof. Riegel, der Director ber medicinischen Klinik, werde gleich­falls Gießen verlassen (um nach Bonn zu gehen), jetzt dadurch hinfällig geworden, daß MEnistkr v. Goßler zu allgemeiner Ueberraschung keinen der drei von der Bonner Fakultät Vorgeschlagenen (Liebermeister-Tübingen, Riegel-Gießen, Quinke-Kiel) ge- nehmlgt, sondern aus eigener Entschließung den Dorpater Schultz nach Bonn berufen hat. Den neu geschaffenen Lehrstuhl für Hygiene an der Landesuniversität wird Regierungsrath vr. Gaffky, zur Zeit im Reichsgesundheitsamt, einnehmen. Als hygienisches Institut wird ein Theil des jetzigen chemischen Laboratoriums eingerichtet desselben, in dem einst der große Liebig gelehrt, das einst als Muster galt, heute aber fo wenig den Anforderungen genügt, daß in der Ludwigstraße ein prächtiger Neubau A ^et werden mußte der im Laufe des Herbstes (etwa im November) bezogen werden soll. Dr. Gaffky hat 1884 denBaclllen-Koch" auf dessen Reise an die Herde ber Eholera nach Aegypten und Indien begleitet.

Die Doctoren der Philosophie Donle aus Ansbach und Solereder aus München wurden als Privatdocenten in die philos. Fakultät der Universität München » , ~PT PhiJ* Pokorny aus Neukirchen ist als Privatdocent in die philosophische Fakultät der Universität Erlangen ausgenommen.

,, hervorragende Lehrer der Universität Leipzig begingen in diesen Tagen

am 10^^0M ^^^oriubiläum: Geh.Ktrchenrath Baur am 8. d. und Geh.-R. Roscher ir Mts. feierte der Großh. Bad. Geh.-Rath und Professor an der

Uniperftfat Heidelberg Dr^ Hermann Kopp sein 50jähriges Docforjubiläum.

Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M Opernhaus.

Dienstag den 11. September: Don Juan. Große Preise.

©roße greife 2 @eptembct: Meistersinger. Außer Abonnement.

Donnerstag den 13. September: Afrikanerin. Große Preise

«che LLLM a@Kt$ercin3 für 5ff'"u

S°nntag dm 16. S-Äemb«-' ®rou36bo"J1 ^oßÄ^''

Außer Ab7nn?m°n?. Gro^e'S/ *fe Um ble Tagen.

Schauspielha«-.

«nm ta2 $en Jl September: Kaufmann von Venedig. Große Vreife Mittwoch den 12. September: Mutter und Sohn. Große Preise Donnerstag den 13. September geschlossen.

Freitag den 14. September: Maria Stuart. Große Preise

Samstag den 15. September: Tilli. Große Preise

Sonntag den 16. September: Alt-Frankfurt. Große Preise

Montag den 17. September: Der luftige Krieg. Große Preise

Dienstag den 18. September: Zum ersten Male: Antoinette ' Schausviek Akten von Hans Norweg und Curt Kraatz. Große Preise * d?au'ptcI

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fpäter machte er wieder mit der Polizei Bekanntsckast (fa fApiJt hn&'pr 88NMRS8 sein. Auch diese Zuchthausstrafe hat er verbüßt r V?en beworben

Versuch gelang ihm: auf dem Transport bn

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ber Bonner Polizei gegenüber Kellner Carl Werner aus Damta nannte 2

W-rner td-ntlfch zu sein. Von 1880-1882 blieb er unsichlbar 1889 1

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angesichts des Vorlebens des Willer ruhig mit 20 Iah?-» ?fen, die man

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beschließen können, wenn er etwas vorsichtiger gewesen wäre SuitA ff» es eit 1884 verstonden, hier in Frankfurt alle P?r?onen b e i m l C§ SÄÄäWÄsfc?? p'Ä ff äftÄs

dem Beweismaterial, das heute vorliegt, nicht bleiben fonbem ieht man den richtigen Namen endlich kennt, noch manches Interessante ermittelt Daß Bergmann-Willer unser bebeutenbrter Silberbleb tft ' tftfoÄ m7e,Cnr'^ «nn S'lberbiebstäble batlren seit 1884, also 'seit jener Ät da Mer sich hier n eberli-ß und st- hörten mit seiner Verhaftung auf. Unsere Polizei

P^enstau 20 Jahre und hier 15 Jahre), müßte bas respektable Alter von 98 asraagA», L«""' *« «-Ä

Handel und Verkehr.