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Petersburg, 8. August. DasJournal de St. Petersbourg" constatirt die Aebereinstimmung der Berliner Blätter über die politische Tragweite der Kaiserreise, daß die Entrevue in Pelerhos ein vollständig friedliches Resultat ergeben habe.

Lokales.

Gießen, 9. Aug. DaS Schtcdsrichteramt für die am Sonntag stattfindenden Dootrennen hat der Metsterruderer Deutschlands, Herr Achilles Wild, und der in Sportkreisen bekannte Herr Hugo Bardorff, beide aus Frankfurt a. M., übernom­men, welche die Rennen zu Wagen begleiten werden. Der Lahnpreis sowie die betr. goldenen Erinnerungszeichen sind im Schaufenster des Herrn Ernst Balser aus­gestellt. Zu den Rennen selbst wird uns von fachmännischer Sette geschrieben: Als Favorit für das Diererrennen wird Wetzlarer Ruderclub genannt. Die betr. Ruderer haben bereits seit Mat d. I. ttatnirt, die Regatta in Frankfurt besucht, daselbst eine hervorragende Leistung geboten und außerdem ein ganz neues, erst dieses Jahr bezoge­nes Boot tn Gebrauch. Die Gießener Mannschaft konnte erst nach der Regatta in Ems, also vor ca. 14 Tagen, ihre Uebungen aufnehmen, da Krailtng bis dahin im Skiff ruderte und im Vierer den Schlagrtemen führen soll. Abgesehen hiervon benutzt die einheimische Gesellschaft ein thr vor 8Jahren von Herrn C. W. Fernie gestiftetes englisches Boot, welches den heutigen Ansprüchen durch die sehr fortgeschrittene Ent­wickelung der Bootbaueret nicht mehr entspricht. Die Mannschaft hat jedoch thr Training sehr ernst genommen und geht mit den besten Hoffnungen an den Start. Im Seist dürfte Krailtng seine Flagge als Erster durch's Ziel führen, obwohl sein Wetzlarer Gegner, der technisch vorzüglich ausgebildet, nicht zu unterschätzen ist.

k Vermischtes.

Hospital Hofheim bei Goddelau, 7. August. Eine entsetzliche Blutthat wurde gestern 'Nachmittag hier verübt. Als nämlich der Wärter Reinig mit zwei Pfleglingen Namens Rank und Otto im Garten der Anstalt mit Graben beschäftigt war, wurde Rank während der Arbeit von seinem periodischen Irrsinn befallen. Er schlug tn seinem Anfall dem Reinig mit einer Hacke solchermaßen wider den Schübel, daß er bewußtlos zu Boden fiel. Otto wollte dem Wärter au Hilfe eilen, wurde aber von dem Wüthenden zu Boden geschlagen, wo ihm der Rasende förmlich den Kopf von Rumpfe trennte. An dem Aufkommen des Wärters wird gezweifelt. Das Amtsgericht war gestern Abend noch auf dem Platze, um den Thatbestand aufzunehmcn. Im Jahre 1844 wurde der damalige erste Arzt 0r. Amelung auch von einem Irrsinnigen in den Unterleib gestochen, so daß er tn Folge der Verletzung starb.

--- Frankfurt, 8. August. Der Schriftsetzer Georg Glaubrecht von Sachsen­hausen, welcher schon seit einiger Zeit Spuren geistiger Umnachtung gezeigt haben soll, stürzte sich gestern Abend aus dem Fenster seiner im 2. Stock in der Dreiköntgstraße in Sachsenhausen gelegenen Wohnung auf die Straße und blieb sofort todt. Der unglückliche Mann, welcher nach der einen Meldung Frau und vier, nach der anderen Frau und fünf Kinder hinterlassen soll, litt an Verfolgungswahn. Er sollte in einigen Tagen tn etne Anstalt gebracht werden, hat dies vermuthlich erfahren und sich durch den todbringenden Sprung dem entziehen wollen.

Der König von Dänemark und der Herzog von Cambridge passirten heute unsere Stadt; ersterer begab sich nach Wiesbaden, letzterer nach Homburg v. d. H. Gestern Abend traf die Fürstin Dolgoruckt hier ein und nahm im Englischen Hof Absteigequartier; der König von Portugal wird hier erwartet. Der Fremdenverkehr ist überhaupt trotz des ungünstigen Welters in den letzten Tagen ein recht reger geworden.

Den Postdefraudanten Haag aus Homburg v. d.H., welcher bekanntlich mit mehr als 15 000 Jt durchging, hat man allem Anschein nach tn Amerika abgefaßt und sofort tn sichern Gewahrsam gebracht. Das Bureau Reuter meldet nämlich aus New port, an Bord des CunarddampfersBothnta" sei ein gewisser Felix Bruno, welcher im Verdacht stehe, bas Hamburger Postamt beraubt zu haben, verhaftet worden. Hamburger Blätter, welche dieser Nachricht Raum gaben, sprechen nun, da in Hamburg von einem Postraub nichts bekannt ist, die Vermuthung aus, daß etne Verwechslung vorltege und das erscheint um so wahrscheinlicher als das o in dem Worte Homburg leicht in der Depesche zum a geworden sein kann, umsomehr als man jenseits des Oceans Hamburg ganz genau kennt, von Homburg hingegen nur wenig misten dürfte. Für die Richtigkeit der Vermuthung der Hamburger Blätter spricht aber auch der Umstand, daß Haag am 26. Juli in Liverpool mit einem englischen Schiff abgefahren ist und am 4. August tn Boston landen sollte. Der falsche Name kann nicht besonders in Betracht kommen, da Haag sich ohne Fehl bet Zeiten mit falschen Papieren versehen Haben wird.

Anläßlich des 50jährtgen Jubiläums des ersten deutschen Sängerfestes findet am nächsten Samstag, 8 Uhr Abends, im Zoologischen Garten dahier großes Gartenfest statt. Die Frankfurter Sängeroereinigung, bestehend aus den Männer-Gesangveretnen Edelstein, Frankfurter Lieder kranz, Frankfurter Sängerkranz, Hermannsverein, Kunkel'scher Verein, Ltederoeretn, Neeb'scher und Schuler'scher Männer­chor, veranstaltet das Fest, bet welchem außer der Kapelle deS Gartens diejenige des 1. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 81 Mitwirken wird. Dasselbe zerfällt in zwei Ab- thetluugen: 1. Akademische Feier im großen Saale, 2. Gesammt- und Einzelchöre der Vereine, Doppelconcert der genannten Kapellen, bengalische Beleuchtung der Burg und des Parks. Bet ungünsttgem Wetter finden Concer t und Gesänge im Gesellschafts­haus statt. Dieser Feier wird am Sonntag eine andere folgen, welche den Zoologischen Garten in erster Linie angeht. Es sind nämlich an diesem Tage dreißig Jahre, seit der Garten gegründet wurde. Zur Feier dessen findet Nachmittags Extra- Concert und um 6 Uhr eine Doppel - Luftballon - Auffahrt der Avconauten Carl Securius und H. Lattemann statt. Die beiden Luftschiffer werden gleichzeitig auf­steigen und eine Wettfahrt durch die Luft unternehmen. Beginn der Füllung um 2 Uhr. Pasfagiere werden auf Wunsch mitgenommen. Der Eintrittspreis ist unverändert.

Heute Vormittag wurde die Verbindung des Trambahngeleises Haupt- bahnhof-Hauptwache vollzogen, womit der directe Verkehr nach dem neuen Bahn­hofe ermöglicht ist.

Nächsten Montag den 13. August wird vom Main-Neckar-Bahnhof hierselbst ein Sonderzug nach Berlin abgelassen. Zu demselben werden Btllets mit 45tägtgcr Giltigkeit und 50procentiger Preisermäßigung außer in Frankfurt in Offenbach, Hanau, Elm und Frankfurt abgegeben.

Von einer netten Ueberraschung, welche einem hiesigen bejahrten kinder­losen Ehepaare zu Theil geworden sein soll, wissen die hiesigen Lokalblätter zu berichten. Nach der Erzählung hätte ein ehemaliges Dienstmädchen seine frühere Herrin zu sprechen gewünscht. Die Dame willfahrte dem Wunsche. Das Mädchen soll nun plötzlich der Frau einen Säugling in den Arm gelegt haben und daoongelaufen sein. Das kleine sauber gekleidete Kind habe eine Schnur um den Hals getragen, an welcher ein Zettel folgenden Inhalts befestigt gewesen sei:Edle Leute! Sie sind reich und kinderlos. Ich dagegen bin arm und leichtsinnig. Bitte, nehmen Sie sich meines Kindes an, das ich nicht im Stande bin zu ernähren. Sie können dies um so eher thun, als der Kleine mit Ihnen verwandt ist." Man war so fügt der Berichterstatter hinzu nicht wenig erstaunt, doch beschloß man, das Kind vorläufig zu pflegen. Wahr kann die Geschichte schon sein, denn dergleichen ist schon mehr dagewesen, aber wahr­scheinlicher ist, daß sie dem findigen Kopf eines Berichterstatters ihre Entstehung verdankt.

Fulda, 6. August. [Rhönbahn Fulda-Gersfeld.) Die Mitglieder der könig­lichen Eisenbahndirection Frankfurt a. M. trafen heute Morgen zur Theilnabme an der ersten Probefahrt auf der neuen Röhnbahnlinie Fulda-Gersfeld hier ein. Dieselbe sand Nachmittags Vz4 Uhr unter Zuziehung hiesiger höherer Eisenbahnbeamten zur vollen Zufriedenheit des Directoriums statt und wird nun die Betriebsübergabe der ganzen Strecke am 15. September d. I. endlich erfolgen.

Bonn, 6. August. | Großfeuer.) Heute früh 9 Uhr entstand hier in der Seilerei der Witlwe Engels in der Rhetndorfer Straße dadurch plötzlich ein großer Brand, daß Pech auS dem Siedekesfel in das diesen umgebende Feuer überfloß. In kurzer Zeit war das Gebäude vollständig ausgebrannt und nur die Umfassungsmauern sind stehen geblieben. Den Bemühungen unserer Königshusaren, die in der Nähe exercirten, ist es vorzugsweise zu danken, daß ein großer Theil der Mobilien und Gebrauchs- Materialien gerettet wurde. Ein besonderes Glück war es, daß das brennende Gebäude

vereinzelt in Gärten stand, so daß die Nachbargebäude vor Uebertragung des Feuers bewahrt blieben.

Boppard, 4. August. [Ein tragisches Kinderspiels Gestern Abend wollte eine in der Nähe des RheineS wohnende Mutter ihr dreijähriges Kind schlafen legen als sie dasselbe vermißte und am Rheinufer wähnte. Sie geht also dahin und auf dem Wege kommt ihr ein vierjähriges Kind entgegen, das ihr auf Befragen sagt, es habe ihr Kind beim Spielen in den Rhein geworfen. Und was das Kind in seinem Unverstände da sagte, war nur zu wahr! Als die Mutter an den Rhein kam, war ihr Kind längst in den Wellen verschwunden.

Kempten, 6. August. Der Lindauer Schnellzug kam heute mit schneebedeckten Wagen hier an. Witterung geradezu trostlos. Die Sommerfrischler in Oberstdorf un£ Sonthofen reisen zum großen Theil wieder ab.

Ein Urtheil des Naumburger Oberlandesgerichts erkennt den Titel Meister nur denjenigen Personen zu, welchen er, mögen sie Innungs-Mitglieder sein oder nicht, von der Innung ertheilt worden ist. Das Urtheil erregt Aufsehen.

[Die bösen Fremdwörter.) Hauptmann:Rekrut Hase, Sie sind wirklich daS enfant terrible in der Compagnie." Feldwebel (beim nächsten Dienst):Hase, marschiren Sie besser, Sie haben schon vom Herrn Hauptmann gehört, daß Sie daS Jnfanterie-Uebel in der Compagnie sind."

Kunstgärtner Halt in Erfurt gibt bezüglich der in Aussicht stehenden sehr reichen Zwelschenernte den Rath, die Bäume und Aeste rechtzeitig zu stützen und bei dem Verkauf von grünen Zwetschen den tragenden Aesten immer ein Dritttheil der Früchte abzunehmen, wodurch die an den Aesten belassenen Früchte reifer, größer unk bester werden.

lieber einen Vorfall, der sich in Halle in der Königlichen medicinischen Klinik am Montag zugetragen und nicht unberechtigtes Aufsehen hervorgerufen hat. wird in den ^,Berl. N. Nachr." berichtet:

Am 25. Juli er. erschien tn der Klinik ein etwa dreißigjähriger Mensch, gab sich als Dr. med. Krause aus, stellte sich den Aerzten vor, Überreichte auch eine Visitenkarte mit der Bemerkung, ob er nicht den Collegs rc. mit beiwohnen resp. freiwillig thätig sein könne. Das wurde unbedenklich gewährt. Jener Dr. Krause erhielt Zutritt zu den Krankensälen rc. rc. Er erschien Vormittags und Nachmittags, nahm an den Kranken verschiedene ärztliche Handlungen vor, ließ sich z. B. von mehreren den Hals zeigen, nahm Einsicht tn denselben rc. Am Montag den 30. Juli er. nun trat er u. A. auch an das Krankenbett einer Wirthschafterin Auguste Schünemann (39 Jahre alt), welche wegen eines Herzfehlers Aufnahme genommen hatte und gab ihr, nachdem er allerlei Manipulationen vorgenommen, ein Pulver ein, welches er bei sich führte. Kurze Zeit danach trat der Assistenzarzt Dr. Kähne in den betreffenden Saal, wo er gleich bemerkte, daß die rc. Schünemann plötzlich mit fürchterlichen Schmerzen zu kämpfen hatte. Er sah sofort, daß die Unglückliche keine zwei Stunden mehr zu leben habe, was sich auch bewahrheitete. Der Thäter wurde sofort verhaftet und es stellte sich heraus, daß man es mit einem Buchdrucker zu thun habe, der schon wiederholt bestraft und aus dem Militärstande ausgestoßen ist. Staatsanwaltliche Anzeige wurde sofort erstattet und jene Behörde ordnete die Secirung des Leichnams an, die heute Nachmittag 4 Uhr von Herrn Sanitätsrath Risel im Beistand zahlreicher Aerzte stattfand. DaS Ergebniß war, daß die rc. Schünemann durch jenes Pulver ihren Tod gefunden. Eine chemische Untersuchung soll sich indeß noch anschließen, um über einen noch un­aufgeklärten Punkt Näheres zu erfahren. Der Thäter selbst gibt an, daß er öfters Wahnsinnsanfälle habe.

Wir müssen dem oben bezeichneten Blatt die volle Verantwortung für diese so sonderbar lautenden Mittheilungen überlassen.

sKaiser Friedrich-Münzen.) Der Bestand der Reichsbank an Silbermünzen mit dem Btldniß Kaiser Friedrich's ist vollständig erschöpft, so daß Gesuche um Ueber- lassung solcher Münzen vergeblich sind. Die neuen Münzen sind zu einem förmlichen Handelsartikel geworden. Von den vier Sorten, welche geprägt wurden (Zwei-, Fünf-, Zehn- und Zwanzig-Markstücke), stehen die Fünfmarkstücke am höchsten im Preise. Man bezahlt 9 und 10 JL dafür. Für Zehn- und Zwanzig-Markstücke wird ein Auf­geld von nur 2 JL genommen. Der Grund, weßhalb die silbernen Geldstücke höher im Preise stehen, soll darin liegen, daß die Nachfrage nach diesen Münzen größer ist. Die Zwei- und Fünfmarkstücke werden größtentheilS gefaßt und als Berloques an her Uhrkette oder an Armbändern getragen. Große Posten dieser Silbermünzen sollen von den Deutschen tn Überseeischen Ländern, hauptsächlich aber von den in Amerika lebenden, bet hiesigen Bankhäusern bestellt und auch schon theilweise abgeschickt sein.

[120 Meilen per Telephon.) Demnächst wird die Telephonverbindung zwischen Paris, Lyon und Marseille dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. ES ist dies die bet Weitem längste von allen bis jetzt funfttonirenben, da keine der letzteren mehr als 500 Kilometer mißt, während diese neue Linie 900 Kilometer (120 geo­graphische Meilen) umfaßt. Trotz der kolossalen Entfernung ist, rote man derBres­lauer Zeitung" berichtet, in Marseille die Mittheilung deS Pariser Beamten klar und deutlich vernommen worden. Diese neue Telephonleitung soll auch gleichzeitig zur Uebermittelung telegraphischer Depeschen dienen. Die Preise für das Telephoniren werden ziemlich hoch bemessen: 3 Francs nach Lyon und 5 Francs nach Marseille von Paris aus für drei Minuten Unterhaltung. Man hat die Zeit auf drei Minuten statt der üblichen fünf Minuten zur telephonischen Unterhaltung fixirt, weil man bet den Verbindungen mit Brüssel und Havre die Bemerkung gemacht, daß die Abonnenten durchschnittlich nicht mehr als diese Zeit auf ihre gegenseitigen Mtttheilungen verwenden und somit die Ausdehnung auf fünf Minuten nur einen nutzlosen Verlust für den Staat bedeute. AuS dem Umstande, daß der Staat mit dieser Gesellschaft einen Con- tract abschlietzen mußte, erklärt sich auch die Höhe der Preise für die neue Verbindung, eine Höhe, welche die Rentabilität des Unternehmens sehr zweifelhaft erscheinen läßt, da die telegraphische Verbindung (5 Cents das Wort ohne jede Grundtaxe) bedeutend billiger zu stehen kommt.

[Bestrafte Treulosigkeit.) Eine Geschichte von Netgungswechsel und Freund- schastsverrath wird in Folgendem aus Pesth berichtet:Zwei Herzen fanden sich auf dem letzten Jmtstenballe. Er war ein etwas verlebterMtnisterial-Concipist" von winzigem Gehalt, aber ungeheurem Vermögen; und dieser letztere Umstand hatte schon bet der ersten Anfrage deS Bewerbers von Setten der Eltern des Mädchens das Ja und Amen erwirkt. Von einer Verlobung sollte erst im Herbste die Rebe sein, und um die Zett bis dahin leichter verbringen zu können, brachte der junge Heirathskandibat einen zugereisten Freund tn's Haus, der fein Bedenken trug, dem schönen Mädchen auch seine Huldigung darzubringen. Eines Tages bekam der arglose Liebhaber von seinerZukünftigen" einen regelrechten Absagebrief und als er in höchster Bestürzung persönlich anfragt, wird ihm unumwunden bestätigt:Ich habe mtr's überlegt, wir passen nicht für einander." Der aus feinen Himmeln Gestürzte geht verzweifelt von bannen. Mittlerweile roenbet sich Papa, bem die Tochter ihren Entschluß mit- gethetlt hat, den Freund ihresVerflossenen" zu heiratheu, an ein Auskunftsbureau in der Heimath des Fremden. In zwei Tagen ist folgende Antwort da:F. ist ein hochanständiger und sehr wohlhabender Herr. Seine Creditsähtgkeit ist um so weniger zu bezweifeln, als feine Frau sehr reich ist."

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

[Der Ohrenzwang der Hunde.) In der gegenwärtigen Jahreszeit mit ihrem kalten, nassen Wetter tritt bei den Hunden hin und wieder diese Krankheit aus. Trotz­dem sie gerade nicht häufig ist, empfiehlt es sich doch, das Wesen derselben mit einigen Worten zu erläutern, da die Erscheinungen, unter denen sic auftritt, so sonderbare sind, daß sie nicht leicht erkannt und darum auch nicht richtig behandelt wird. Die Krank­heit, die Hof- und Jagdhunde sich namentlich durch Erkältungen oder das Eindringen fremder Körper in das Ohr, Stubenhunde durch fette Nahrung ober Verstopfung zu- ziehen können, pflegt gewöhnlich ganz plötzlich aufzutreten und zwar mit einem Anfall von Raserei. Der kranke Hund läuft schreiend und winselnd umher, wirft sich auf die Erde, kratzt sich am Ohr und flieht oft beim Annähern des Menschen mit allen An­zeichen großer Furcht. Nach einiger Zeit wird er ruhiger, aber diese Anfälle kehren öfter wieder. Später entwickeln sich Geschwüre in dem erkrankten Ohr und es fließt eine stinkende Flüssigkeit auS. Für die Zeit der Behandlung setzt man den Patienten auf magere Kost und gibt von Zeit zu Zeit, etwa alle Woche, Abfübrungsmittel, namentlich ist darauf zu achten, daß der Hund warm gehalten wird. Oertlich wird mit Vortheil Btlsenkrautöl angewendet, von dem man täglich 23 Mal eine Wenigkeit