Abg. Schröder drückt ebenfalls sein Bedauern aus baß durch bi? 9lnnnFim«> d°s Antrags der Majorität des Ausschusses nicht das erreicht werde,was ^or z^n Tayen von den meisten Rednern gefordert wurde. Er betrachte es für eine halbe Arbeit, von der er sich nichts verspreche. 'ur etnc ’ttWe
T)QrmfUbtnf° äU6Crn Abgeordneten Michel, von Rabenau und Metz-
W den Ausschußantrag sprechen die Abgeordneten Schade und Jöckel.
, t ^oatsminister Finger erwidert, er müsse den Besorgnissen entgegentreten, als n?rhtUh?a ene? r^en Raths in der landwtrthschafklichen Abthetluug
nicht das erreicht , was gewünscht wurde. Dieser Beamte solle nicht etwa für das Bureau verwendet werden, sondern er betrachte ihn als eine Art fliegenden Beamten, welcher in steter Fühlung bleiben werde mit dem Landwirth und dem Ministerium.
v cAf! erlo-gt die Abstimmung und wird zu Ttt. 1, Verwilligung der im f>a-jpt= mUl?me ÜOn I0-000 •*' ru Tit. 2 der Antrag der Majorität des Ausschusses, Großh. Regierung zu ermächtigen, zum Zwecke der Einfügung eines ^!e o^re landwirthschaftliche Behörde einen weiteren Durch- schnlttsgehalt von 5000 zu verwenden, mit 24 gegen 10 Stimmen angenommen.
Hierauf tritt das Haus in die fernere Berathung des Budgets und zwar Einnahme", Hauptabtheilung I., Domänen. ■ 1 "
hÄQP* V PÄ«? ^Familien Eigenthum des Großh. Hauses, wird ohne Debatte genehmigt. Ebenso Ttt. 2, Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung, Tit. 3, Saline Theodorshalle, und Tit. 4, Badeanstalt Salzhausen. ° 9
nnhmJmÄ “’eI*ecb« «uäWufi beantragt, die oorgesehenen Ein-
nahmen mit 4,399,231 Jü unter der Beschränkung einzustellen, daß
1. bei der Saline Theodorshalle die für den Salineninspektor vorgesehene Gehalts- eihohung von 200 vÄ nur für den Inhaber der Stelle bewilligt wird, und daß der durch Ver Heilung der Geschäfte frei werdende Gehalt des Material- verwalters nur bis zur Hälfte zur Aufbesserung anderer Gehalte von Beamten dieser Saline verwendet werden darf,
2. bei Neuregelung der Beiträge der waldbesitzenden Gemeinden zu den Ge- halten rc. der Oberförster nur diejenige Summe angerechnet werden darf, welche sich nach den Verhandlungen über Kap. 105, Tit. 1 und 2 der Aus- , . enthaltenen Vorschläge als oerwilligt, bezw. verwendet ergeben
wird ohne Debatte angenommen.
_ Kap, 2, Erträge aus Staatsdomänen. Tit. 1, AuS Cameral- und Norsi- domanen, unter Verrechnung der Rentämter, gibt zu Debatten keine SBeranlaffunä , Ttt. 2, Saline Bad Nauheim, deSgl. zu Tit. 3, Badeanstalt Bad Nauheim be- Kr to°" langst angeregter Mißstände in dem ersten-
licher Weise sich stets hebenden Bade.
.. m l?lnist-rialpräsident Weber gibt die Versicherung, daß, nachdem die Regierung die Nothwendigkeit der Abstellung erkannt, diese in raschester Weise erfolgen merbe. Dtc Etnsuhrung der- elektritchen Lichtes könne er jedoch noch nicht zusagen, da hierüber noch Erhebungen angeftellt werden müßten.
, TU- Ertrag der Staats-Eisenbahnen^ a. Belricbzüberschuß der Main-Neckar- Eisenbahn, Hess. Thetl.
s bespricht der Abg^Vo g t die von ihm angetroffene schlechte Beleuchtung und die Unreinllchkeit in den Wagen auf der Strecke Frankfurt-Darmstadt
Mtnislerialpräsident W eber erklärt, daß er über diele Beschwerde wahrhaft ver- blufft et und halte ste auch kaum für THatsache, weil die Main-Neckar-Bahn doch wie bekannt tm Nuie der größten Ordnung und Sauberkeit stehe. Auch berüaltck der Beleuchtung wiederhole er dasselbe. * ö w
Ferner platdirl der Abg. Hechler für die Errichtung einer Haltestelle bei Erzhausen.
Ä ?5!.edrich bittet um den Umbau resp. Verlegung der Station Arheilgen. c b’ Betriebsüberschuß der Nebenbahn Eberftadt-Pfungstadt gibt zu keiner Besprechung Veranlassung. *
Die Krankheit des Kaisers.
Berlin, 8. März, 8.34 N. Ter schwerste Schlag, der das neue deutsche Reich seit seinem Bestehen treffen wird, scheint nach menschlichem Ermessen bevorzustchen. Sein greiser Kaiser kämpft vieleicht den letzten Kampf. Ja ein Gerücht, welches seit 6 Uhr bie Stadt durcheilte, wollte wissen, daß der Kaiser sein Leben bereits ausgehaucht habe. Ein hiesiges Lokalblatt verbreitete durch ein Extrablatt die Nachricht: der Kaiser ist tobt. Ein kurz vor 7 Uhr ausgegebenes Bulletin besagt, daß man ihm flüssige Nahrung beigebracht habe. Die Nachrichten, die heute im Laufe des Tages aus unmittelbarsten Quellen im Reichstage einliefen und dort in fieberhafter Erregung entgegengenommen wurden, liefen, wenn auch zuweilen von lichten Momenten berichtet wurde, doch alle darauf hinaus, daß die Kräfte abnehmen und der ohnmachtsähnliche Zustand, in welchem der greise Monarch liegt, den letzten Kampf bedeutet. Tief gedrückt und erschüttert war die Stimmung, die im Reichstag und im Landtag heute herrschte. Nur Ein Gespräch und Ein Gedanke beherrscht heute die Vertreter des Volkes und die Bevölkerung von Berlin. Dichte Massen umlagern das Palais in ernstem Schweigen, und wo man spricht, spricht man im Flüstertöne, wie in der Nähe des Schwerkranken. Seit frühem Morgen weilte die gc- sammte hier anwesende kaiserliche Familie, Prinz und Prinzessin Wilhelm, das großherzoglich badische, das kronprinzlich schwedische Paar, Fürst Bismarck, die Generalität im Palais, auf das Schlimmste gefaßt. Lautlos, ohne Spiel, bezogen die Truppen die Wache, die Regimenter sind in den Kasernen confignirt, alle Behörden in einer Art von Permanenz. Fürst Bismarck verließ das Palais um halb drei Uhr und begab sich zu der in einem Zimmer des Reichstages stattfindenden Sitzung des Staatsministeriums. Auch der HauS- minister Graf Stolberg nahm an dieser Sitzung Theil. Sie galt den Fragen, die der ver- muthlich nahe bevorstehende Thronwechsel sofort mit sich bringt, denn die heute publizirte Stellvertretungsordre deS Prinzen Wilhelm erlischt ja in dem Augenblick, wo der Kaiser die Augen schließt und wo in demselben Moment der in San Remo weilende Kronprinz König und Kaiser ist. Die formalen Schwierigkeiten, die dadurch entstehen, sind, von sachlichen zunächst ganz abgesehen, nicht gering. Die Staatsministerialsitzung dauerte Stunden lang. Um ein Viertel auf sechs erschien in derselben ein Flügeladjutant aus dem Palais; seine Ankunft und was er mittheilte, schien Bestürzung zu erregen. Die Sitzung wurde aufgehoben. Fürst Bismarck und die Minister begaben sich in das Palais; im Zimmer des Kaisers weilten heute nur die Aerzte und kurze Zeit die Kaiserin. In einigen litten Momenten hat der Kaiser auch seinen Enkel, Prinz Wilhelm, und wie es heißt gegen 2 Uhr auch den Reichskanzler noch gesprochen. Es waren dies wohl aber nur wenige Worte. Es ist heute einige Male gelungen, dem Kaiser stärkende Nahrung beizubringen; einen Erfolg hatten dieselben nicht. Die Aerzte erwarten auch keinen mehr. Gegen Mittag hat der Seelsorger des Kaisers, Oberhofprediger Dr. Kögel, einige Zeit bei ihm zugebracht, um ihm die letzten Tröstungen der Kirche zu spenden. In bangster Spannung und in einer Erregung, die schwer auch kräftige Naturen trifft, harrt man hier der letzten entscheidenden Nachricht. In diesem Augenblick (7 Uhr 10 Minuten) wnd mir aus dem Palais gemeldet, daß der Kaiser aus einem schweren Ohnmachtsanfalle erwacht sei. Die Polizei konfiszirte soeben die auf den Straßen ausgerufenen Extrablätter mit der Todes-
______________ (F. Z.)
Heute gingen auch besorgnißerregende Nachrichten über bas Befinden des Kaisers Wilhelm ein. Er fei üveczeugt, den Wünschen aller Srnatsmttglttber Ausdruck zn geben, wenn er beantrage, daß der Präsident den Mitgliedern de« deutschen Kaiserhauses bte lebhafte Anteilnahme des Senats für das f0 kostbare Leben und die innigsten Wünsche für bie Wiedergenesung telegraphisch austpt^e. D-r Finanzmimsier erklärte, di- Regierung schließe sich im vollen ^a^e dem Anträge Ro;n an; es gereiche derselben zu großer Befrredlgung, an! CÄ be” beteiu von der Kammer ausgesprochenen bezüglichen
Antrag Rossi's wurde einstimmig angenommen.
D.r Präsident erklärte, er werde dem Anträge sofort entsprechen. (Fr. I)
Darmstadt, 9. März, 12Uhr9 Mn. Mittags. (Privat-Depesche.) Aufdir Nachricht von dem Tode des Kaisers unterbrach die Ständekammer ihre Sitzung und vertagte sich bis zum Montag. Schulen und Hoftheater sind geschloffen.
Darmstadt, 9. März, 12 Uhr 44 Mn. Mittags. (Privat-Depesche.) Der Großherzog trift morgen früh 5 Uhr mit Prinzessin Irene, dem Prinzen Hernrrch von Preußen und der Erbprinzesfin von Meiningen hier ein. Letz, tere setzen die Reise nach Berlin fort. Der Großherzog verbleibt dort bis zur Beisetzung.
c P °n- Darmstadt, 8. März. (Erste Kammer der Stänbe.j Unter dem Vorsitz zusammen^ ^^xander von Hessen trat soeben die ErsteKammerzu eine^Sttzung
2lntra0 bc5 Referenten, Staatsminister v. Stark, wurde alsdann die
vertagt sich die Kammer bis zur demnächsttgen Budgetberathung.
~ nn* März. sZweite Kammer der Stände 1 Budaet-
Berathung. Mil Heutigem wird üver den s. Z. an den Ausschuß zurückoerwtesenen Ttt. 1 und 2, Landwirthschaftliche Oberbehörde, berathen
u .. Graf Oriola ergreift hierzu das Wort. Er führt aus, daß es bei der De* &?'LU S rthschaft" nicht in seiner Absicht gelegen, über die innere oor-
fanü?6 on dn landwirthschaftlichen Behörden der Regierung ein Unheil zu
fallen. Für ihn sei nur maßgebend gewesen, bestehende Mängel der Landwirthschaft zur Sprache zu bringen. Er müsse aber heute bedauern, daß die dreitägigen Debatten über unfere Landwirthschaft keine wetteren Resultate zu Tage gefördert haben, als daß h? 'm!^en "! Allgemeinen Klage geführt, aus seinem Amte geschieden l"- ,,^nn die Legierung auf die geäußerten Wünsche nicht eingegangen ist, eine land- wtrthschaftltche Oberbehorde zu schaffen mit einem Manne an der Spitze, der sich voll und ganz den Ausgaben widmet, welche zur Hebung der Landwirthschaft nöthig sind q ft h C b,ct,au;rn.* Ein Nebenamt dürfe dieses nicht sein, sonst trete der elbe Zustand wieder ein wie früher. Er hoffe, daß die Großh. Staatsregierung demnächst dahrn gelangen und sich zu der Ansicht bekehren werde, eine solche Behörde zu erreich?'wurde^" ^ a&cr be^agen, daß dasjenige, was erreicht werden sollte, nicht
.. Abends. Ein officielles Bulletin beruhigt
dte Bevölkerung, welche durch Extrablätter, die eine falsche Nachricht vom Tode des Kaisers enthielten, sehr erregt war.
ReichSgesktzblatt und bie Gesetzsammlung veröffentlichen folgenden Allerhöchsten Erlaß: d
In Betracht der Wechselfälle Meiner Gesundheit, welche Mich vorüber- gehend zur Enthaltung von Geschäften nöthigen, und in Betracht der Krankbeit und verlängerten Abwesenheit Meines Sohnes, des Kronprinzen, beauftrage Ich Euere Königl. Hoheit in allen Fällen, wo Ich einer Vertretung in den laufen- den RegterungSgeschäften und namentlich in der Unterzeichnung von Ordres ru bedürfen glauben werde, mit dieser Vertretung, ohne daß cs für die einzelnen Fälle einer jedesmaligen besonderen Ordre bedarf. 3 e
Berlin, 17. November 1887.
An de« Prinzen Wilhelm Königliche Hoheit, Bismarck.
Bulletin^^""' 8* Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht folgendes
San Remo, den 8. März, 11 Uhr 5 Min. Vormittags. Nach einem längeren Aufenthalte Sr K und K. Hoheit des Kronprinzen im Fr^en am gestrigen Tage war auch die letzte Nacht befriedigens. Da das bessere Allgemein- bchnden andauert, weroen von jetzt ab die Bulletins alle zwei Tage erscheinen
San Remo, 7. März. Die Abreise Sr. K und K. Hoheit des Kronprinzen nach Deutschland wird als nahe bevorstehend bezeichnet, doch ist der n $ bcR mmL @e- Hoheit Prinz Heinrich dürfte bereit» morgen
San Remo, 8. März. Der Kronprinz verweilte länaere sielt im Garten und hatte einen guten Tag. obgleich die Nachrichten L £ pnben de« Kaiser« Ibn tief erregten. Pnn, H.i-rtch, die Erbprinielsin von Meningen, sowie der Großherzoz und bie Punzessin Irene von ü'sien sind AbiNd« nach D Utschland adgereisi. " ,tnh
.„ ®”n ^tmo' 9- Die Kinder der Kronprinzen sind gestern ab« gereist. Der Kronprinz wird nur nach schlimmster Wenduna im mSL X Majestät der Kaiser« abreisen. Ein «e ch r Son er ug ^^
(Stehe die Meldung aur San Remo aus der ersten Seite d Bltlr.) ^ ' i
Berlin, 8. März. Dar Abgeordnetenhaus hat soeben im Sinbttck auf \ bie schweren Eventualiiäten, denen wir entgegengehen künnten auf den bei Abg. Rauchhaupt seine Sitzung vertagt ' ouf bXn a"‘ta»
»^raßburg, 8. März. Gestern Abend wurden bei den Erdarbeiten am Fort Grobherzog von Baden bei Oberbaurbergen 8 Arbeiter in S S Erdrutsche» verschüttet, von denen 5 umi Leben kamen. *»W eines
London, 8. Mürz. Alle Morgenvlätter widmen dec Kiar-kbcit be« deutschen Kaiser« sympakhisebe Leilarlikel und brücken bie inbrünstige Loff-mna auf Wtebergenesung aut. Die „Morningpost" schließt täten Artckel mit don Worten, bie kaiserliche Familie und ba« beutsche Volk mögen versichert sei,
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