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Die Zahl derselben bat sich aber in die Jahre 1879 bis

r., Aeorl la, 2. August. Gestern dtachnnttag 31/« Uhr stürzte unter donnerähn- lichem Getose em Theil der hiesigen Kathedrale mit der Kuppel ein. Die Kathedrale von Sevilla ist das bedeutendste Bauwerk dieser Stadt, wie überhaupt eines der her- vorragendsten flam Spaniens. Schon Jahre lang prophezeite der die Reparatur leitende Aichttekt die nunmehr einfletretene Katastrophe. Im Ministerium zu Madrid jedoch entgegnete man ihm unter Achselzucken, es gäbe für größere Reparaturen kein Geld, er möge sich mit kleinen Ausbesserungen behelfen. Die Folgen dieser echt fpg-

Lokales.

Gießen, 8. August. Der König von Dänemark passirte heute früh auf der Reise nach Wiesbaden die hiesige Station.

Gießen, 8. August. Laut Mittheilung desMainzer Journal" ist Kavlan Bend ix von Bensheim zum Kaplan in Gießen und Kaplan .Fischer dahier zum Kaplan in Bensheim ernannt worden.

reißend gestiegen. Zwischen Wels und Aschach ist seit drei Tagen der Bahnverkehr- ststirt, da die Brucken und Pfeiler unterwaschen sind. Geringere Verkehrsstörungen mit mehrstündigen Verspätungen kamen auf den Strecken Steindorf bis Braunau fonmt btsSt. Valentin undPramhag bis Ried vor. Sehr gefährdet war die Strecke Ebensee- Jschl. Auch in Norddeutschland sind neuerdings wieder große Strecken unter Waffev ge etzt. Seit Samstag ist die Provinz Posen von schweren! Unwetter mit Sturm und heftigen Regengüssen heimgesucht. Eine gleiche Meldung kommt aus Polen, wo Laael und Wolkenbruche in ganzen Bezirken die Ernte verdarben und den Verkehr stellen- werse unterbrachen. Aus Schlesien kommt die Nachricht, daß die dort drohende Gefahr bereits wieder vorüber ist. Die Neisse ist um 8 Fuß gefallen und damit die Haupt­gefahr beseitigt Der Schaden ist großer als im Vorjahre. Auch Menschenleben sind zu beklagen. Der Verkehr nach Lauban, Friedeberg, Fltesberg, Hirschberg und Löwen- berg ist gänzlich unterbrochen. Aus Königsberg wird vom 4. August noch berichtet- Die königliche Bahnverwaltung macht bekannt, daß die Strecke Königsberg-Elbing in Folge Ueberschwemmung unterbrochen ist. Das gestrige Unwetter hat die Getreide­ernte der hiesigen Umgegend fast vernichtet, lieber die durch die Gewitterstürme in England angerichteten Verheerungen wird aus London vom 2. August berichtet: lieber ^ood'ort und Umgebung entlud sich gestern Nacht ein furchtbares Gewitter. Der Fluß Rooding ist über seine Ufer getreten und meilenweit steht bas Thal unter Wasser Ebenso werden aus Kent, Yorkshire, Devonshtre und der Gegend von Liverpool heftige Gewi tersturme gemeldet. Die Ernte erlitt überall großen Schaden und das abgemähte Heu schwamm auf den Wiesen. Das Themsethal in Essex ist überfluthet. Der Weizerr in Essex verfault an den Halmen und die Heuernte gilt als verloren. In London steht der an den Victoria-Docks liegende, von armen Leuten bewohnte Stadttheil unter Wasser. Auch im Caplande herrschte dasselbe regnerische Wetter wie in England. In. den letzten drei Monaten hat man dort nicht zwölf schöne Tage gehabt.

ar t .t®arH\en' J?' A"gust. Am Samstag Mittag ermordeten vier betrunkene Arbeiter zwischen Deutz und Schlebusch in einem Eisenbahneoupö 4. Classe aus ger.na- N»er Ursache einen Musiker in wahrhaft bestialischer Weise dadurch, daß sie ihn mit Meiferstichen traftirten und schließlich den Brustkorb etntraten. Die ihrem Manne beispringende Frau wurde von den Unholden, die bereits verhaftet sind, ebenfalls schwer mißhandelt. q .

~ l.Jhr Siebenter.] Ein Unikum unter den jetzt Lebenden dürfte die FLrbers- wlttwe O. in Neustadt (Schlesien) sein. Dieselbe hat in vergangener Woche ihren- siebenten Ehemann zu Grade begleitet. Die Wittwe ist 66 Jahre alt.

- Ein Feind der Tournüre ist der Besitzer eines großen Modemagazins in. Derselbe hat kürzlich seinen schönen Verkäuferinnen das Tragen besagter Schmuckgegenstände" untersagt. Er begründet sein Verbot folgendermaßen:Jede Frau welche eine Tournüre trägt, ordnet dieselbe mindestens sechsmal täglich, wozu sie jedesma eine Minute gebraucht, so daß sie auf diese Weise schon sechs Minuten täglich verliert. Bei zwanzig Mädchen macht das einen Verlust von zwei Stunden für den Tag, und da ich diese Stunden bezahlen muß wie die andern, ist diese Aus­gabe für mich eine nutzlose." '

. Gegen die Verfälschung des Schweineschmalzes, wie sie in großem Maßstäbe crt-ri^L11 ^.e^iAen wird, macht sich jetzt überall eine Bewegung geltend. In Amerika selbst haben sich 1200 Fleischer zu einemAmerikanischen Fleischeroerband" zusammen- gethan, um gegen diese Verfälschung anzukämpfen und beim Vereinigten Staaten Con- gretz in Washington eine Vorlage gegen den Verkauf jenes Handelsartikels durchzusetzen der unter dem NamenRaffinlrtes Schmalz",Reines Familienschmalz" rc. auch bet' uns vielfach in den Hande! kommt. Diese Mischung besteht nach amtlicher Unters njäninö aus 60 pCt., mitunter aber auch noch weniger, bis zu 30 pEt. herunter, reinem. Schmalz der Rest besteht aus Baumwollensamenöl, Rindertalg und Wasser In England geht man gegen dieses Schmalzprodukt bereits energisch mit Confiskationen vor Gegen dieses unter falscher Flagge segelnde Produkt soll nun, wie dieAllgem. H-lclscher-Zeitung in Berlin mittheilt, auch bei uns die Agitation eröffnet werden; der deutsche Flei cherverband hat beschlossen, bei dem Reichstag dahin zu petitioniren, daß alles, gleichviel, ob aus Amerika oder aus Ungarn, in Deutschland eingeführte Schmalz einer Untersuchung unterworfen und jedes verfälschte Produkt zurückgewiesen werden möge. Gleichzeitig soll das Reichsgesundheitsamt ersucht werben, diese Petition durch Hinweis auf die sanitäre Bedeutung derselben zu unterstützen.

, tn H Jahren verdreifacht. Die größte Zunahme fällt' nfa r 188£; denn in diesen fünf Jahren hat sich die Anzahl mehr

V Q . Der Höhepunkt ist bereits überschritten; denn im Wintersemester 1887-88 stellte sich zum ersten Male eine bedeutende Abnahme ein. Es studirten in demselben 4657 Theologen, mithin 180 weniger als in dem vorhergehende:: Semester. Indexen ut diese Abnahme doch nicht so groß, als sie erscheint, da erfahrul'flsgemäß in den Souunerstmeftern mehr Ausländer in Deutschland ftubiren, als in den Wintcr- femefiern. Die Frage, ob zu Viele Theologie ftubiren, müßte unter normalen Ver- dailnissen bejaht werden. Allein die großen Lücken, welche in dem Jahrzehnt der Abnahme der Theologie Studirenden sich ergeben haben, verlangten eine erhöhte Hu- naöme, fo bafe man öou einer Ueberfüllung augenblicklich noch nicht r-ben kapn. Doch wurde dieselbe ohne Zweifel eintreten, wenn sich ber gegenwärtige hohe Stand halten sollte, was indessen nicht wahrscheinlich ist, wie die bereits anfangende Abnahme

Vermischtes.

Mainz, 7. August. Die Hochwassersgefahr rückt immer mehr heran. Heute den ganzen Tag über ist ber Rhein noch immerfort sehr bedeutend gestiegen und wächst zur Stunde 8 Uhr Abends noch immer. Zwar wird von einzelnen Orten des Oberrheins und von dem Neckar Stillstand und langsames Fallen gemeldet, aber vom Main liegen die gegentheiltgen Nachrichten vor. Hier hat die städtische Pumpstation schon Tag und Nacht mit voller Kraft zu arbeiten, um das Wasser aus der Stadt zu halten. Im gegenüber liegenden Kastel tritt das Wasser schon stellenweise aus den Canälen. Das ganze Rheingau ist schonverwässert", von Biebrich bis Schierstein ist die Chaussee vor den Villen überfluthet, ebenso ber Leitholdpfab. Seit gestern schon gehen die Flnthen über benGeisenheimer Anbau", das langgestreckte Wiesengebiet zwischen Geisenheim unb Rüdesheim, weg.

Bei der heutigen Auflage der Subscription auf das 4procentige Prioritäts- Anlehen der Actien-Gesellfchast für Malzfabrikation und Hopfenhandel, vormals Schröder- Sandfort, waren die Anmeldungen so zahlreich, daß die Subscription schon um 12 Uhr geschlossen wurde.

A Aus Rheinhessen, 7. August. Die gestern unter dem Vorsitz des Com- merzienlaths Releaux von Mainz in Bingen stattgehabte jährliche Generalversammlung des Hessischen Landesgewerboereins war von nahezu 100 Theilnehrnern besucht und wählte per Acclamation als nächstjährigen Ort der Generalversammlung Büdingen. Aus dem sehr umfangreichen Jahresbericht ist erwähnenswerth, daß in Hessen gegen­wärtig 44 Lokalgewerdeoereine mit 4141 Mitgliedern bestehen. Der Staatsbeitrag für die Gewerbeschulen wurde von ursprünglich 15 000 X auf 55 000 X erhöht, 5500 für Handwerkerschulen bewilligt unb außerdem bei den Kammern ber Antrag gestellt, 10 000 X zur Unterstützung kleinerer Vereine zu bewilligen. Nach Erstattung des Jahresberichts wurden Vorträge gehalten, von Herrn Choquet-Bingen über die gewerb­liche Entwicklung von Bingen, von Oberbaurath Müller-Darmstadt über den Stand der Handwerkerschulen unb von Director Schurig-Ostenbach über die von ihm bet den freiwillig etngeführten LehrlingSprüfungen gemachten Erfahrungen.

Marburg, 5. August. Die Ausbehnung des Sekundärbahnnetzes in Ober- Hessen unb ber Anschluß ber diesseitigen Kreise an die Vollbahnen und Hauptverkehrs­adern scheint einen erfreulichen Fortschritt nehmen zu wollen. Nachdem die Vorarbeiten der Bahn Sarnau-Frankenberg jetzt endgiltig beendet sind und die Inangriffnahme des Baues demnächst zu erwarten steht, findet gegenwärtig die Terrain-Aufnahme zum Bau ber Bahn Gladenbach Main-Weser-Bahn statt. Als Ort der Einmündung dieser Bahn in die Main-Weser-Bahn scheint, nach den im Felde stehenden Zeichen zu urtheilen, eine Stelle oberhalb des Dorfes Wenkbach auserfehen zu sein, während man in dem nahegelegenen Dorfe Niederweimar, in welchem seit einigen Jahren bereits eine Halte­stelle der Main-Weser-Bahn und eine Postagentur eingerichtet wurde, in Folge des hier vorhandenen lebhafteren Personen- und Güterverkehrs immer noch an der Wahl Niederwermars als Ausgangspunkt der Bahn festhalten zu müssen glaubt und letzteres Projekt für bic Prosperität ber Bahn selbst sowohl, wie für die jetzigen Verkehrs- verhältniffe jener Gegend vortheilhafter hält, als eine künstliche Verschiebung der letzteren nach dem Dorfe Wenkbach hin. Neuerdings wird von einigen Industriellen ver­sucht, weitere Kreise für den Bau einer von Frohnhausen (Station der Main-Weser- Babn) durch den Ebsdorfer Grund zu führenden Sekundärbahn zu gewinnen, welche entweder in Alsfeld ausmünden ober an die von Londorf nach Grünberg zu erbauende Bahn, bereu Ausführung jetzt schon gesichert erscheint, Anschluß finden soll, um auf diese Weise eine direktere Verbindung des Bezirks Oberhessen mit Frankfurt als die auf der äußersten rechtsseitigen Grenze sich hinziehende Main - Weser - Bahn/ her- zustellen. (£). Z.)

Frankfurt, 7. August. Heute erst gelangt hierher die Kunde von einem Raub, der am Sonntag Abend gegen 9 Uhr an einem Drescher zwischen Eschersheim und Ginnheim paffirt ist. Besagter Drescher soll vorher in einer hiesigen Wtrthschaft gewesen sein und dortselbst ein Zwanzigmarkstück gewechselt haben. Man vermuthet nun, daß die 2 Männer, welche dem Drescher nachgingen und ihn überfielen dies gesehen haben und der Ansicht waren, sie fänden bei dem Angegriffenen viel Geld. Sie hatten sich geirrt, denn als sie den Mann zu Boden warfen und seine Taschen untersuchten, fanden sie nichts. Derselbe hatte angeblich das in der Wirthschaft ein­gewechselte Geld bis auf Weniges seiner Frau gegeben. Die Käufer nahmen dem Aermsten noch sein Päckchen mit Kleidern weg und liefen gen Eschersheim davon.

Der Polizeibericht meldet heute die Verwechslung eines wert ho ollen Gepäckstückes wie folgt: Einer Dame wurde vor einigen Tagen auf dem Bahnhofe in München ein Gepäckstück eingehändigt, welches sie nach ihrer Ankunft hierfelbst als ihr nicht gehörig erkannte und deshalb an die Bahnbehörde ablieferte. Dasselbe dem Fürsten Demeter Stirberg gehörig, hatte einen Werthinhalt von über 100000 fl. Der Fürst, sowie die Bahnbehörde können froh sein, daß das Object in so ehrliche Hand gekommen war.

München, 7. August. (Preisjury der III. Internationalen Kunstausstellung sMunchener Jubiläums-Ausstellung] 1888.) Präsident: Professor Albert Keller, München- Stellvertreter: Professor Alex, von Liezenmayer, Ungarn. Schriftführer: Professor Joseph Wenglein, München; Stellvertreter: Fritz Röber, Düsseldorf. Section für Malerei: Obmann: Albert Keller; Stellvertreter: Alexander von Liezenmayer- Schrift­führer: Joseph Wenglein; Stellvertreter: Fritz Röber; Mitglieder: Toby Rosenthal Amerika; Paul v. Volck, Belgien; J.H.L. de Haas, Holland; R. Oldenbourg, Italien- Professor SigmundL'Allemand, Oesterreich; TyureFreiherr von Cederström, Schweden- vr. Augusto GomaS y Bianco, Spanien ; Professor Joseph Scheurenberg, Berlin- Professor Claus Meyer, München; Paul von Ravenstein, Karlsruhe. Section für Graphik: Obmann: Friedrich W. Vogel, München. Mitglieder (aus dem Ersaßt Wilhelm Krauskopf, München; Wilhelm Rohr, München. Section für Plastik- Obmann: Comm. Giulio Monteoerde, Italien; Stellvertreter: Professor Wilhelm Rümann, München; Mitglieder: Robert Diez, Dresden; Emil Hundrieser Berlin Section für Architectur: Obmann: Professor Dombaumeister Friedrich ' Freiherr ^^UDertreter: profeffor Joseph Bühlmann, München; Mitglieder (aus dem Ersatz): Oberbaurath Julius Hofmann, München; Professor August Thiersch, München. ' "

(Hochwasser.] Fast aus allen Theilen Europas laufen Berichte über die verheerenden Wirkungen von Hagelschlägen und wolkenbruchartigen Regengüssen in den letzten Tagen ein. Am schwersten sind durch diese neuesten Elementarschäden Mähren Nordbohmen, Schlesien und Westgalizien betroffen worden. In Mähren bat das food)' wasser vor Allem in Groß-Meseritsch arge Verwüstungen angerichtet, wo es den Be­wohnern ost kaum möglich war, das nackte Leben zu retten. Das Wasser erreichte in unglaublich kurzer Frist Manneshöhe. An Bergung von Hab und Gut konnte Niemand denken. Scheunen und das in denselben bereits eingeführte Getreide foütten aroke Brücken, Maaren, Hausgerätbe, Fässer, Gartenzäune, Unmassen von Holzvorrätben Vieb ! und wie verlautet auch Menschen wurden ein Opfer des Elements. Das Militär war zu den Rettungsarbetten herbeigerufen worden. Auch aus Oberösterreich lauten die Nachrichten überaus traurig. Flüsse und Bäche sind aus den Usern getreten und setzen ^^Ortschaften unter Wasser. Insbesondere litt das Innviertel. In Neuried mürben die Gassen in reißende Bäche verwandelt. Auf dem Hauptplatze von Ried wurden die ebenerdigen Wohnungen Überschwemmt. Es mußte die Feuerwehr allarmirt werden da ein Haus durch Unterwaschung dem Einstürze nahe war. Arg wüthete das food/ wasser bei Aurolzmunfter. Das Mosbachthal ist gänzlich überschwemmt. Als das Wasser etwas sank, schwemmte es Brücken, Stege, Wagen und landwirthschaftliche Ge- rathe einher, lieber Andorf, Riedau und Zell ging ein Wolkenbruch nieder und der Pram überschwemmte Felder und Garten, viel Getreide mitnehmend. Schärding scheint an einem See zu liegen. Desgleichen sind Simbach und Braunau am Inn theilweise überschwemmt. Die Gegend von Frankenmarkt abwärts gleicht einem See Der Schaden ist ein enormer. Der Inn stand 420 Zentimeter über Null, die Donau bei -Lmz 268 Zentimeter über Null; beide sind noch im Steigen. Auch die Aschach ist

. [^effeDorberettungen im sechzehnten Jahrhundert.] Der alte Martin Zeller flibt in seinem 1561 zu Ulm erschienenenFidus Achates oder der getreue Neisegefehrl" seinen Zeitgenossen folgende Rathschläge,falls sie sich unterfangen sollten, eine Reise 5UJ?u1n'11 3unad)ft legte er ihnen an's Herz, nur das Allernothwendigste in ihr Reises truhlein oder Vellis zu thun, denn viel Gepäck sei hinderlich und locke nur die Räuber an. Dieserunentbehrliche Reiseapvarat" besteht nach seiner Angabe in Folgendem: Ein Gebet- und Gesangbuch, ein Stammbuch, ein Schreibtäfelein, ein Reise- und ein. Tagbuchlein, sowie ein Kalender, ein lustig Traktätlein. auch etwas Papier, Federn, Tintefaß, Streusand, Feuerzeug, Nadeln unb gaben. Klöblein und Schlößlein etwan an einer ubelverwahrten Thür anzubringen." Ferner Mantel und Hut; für die Kälte: Kappen- und Nasenfutter, auch Ueberftrümpfe; vier saubere Leib- und Unterhemden, ebensoviel Ueberschläge und Kragen, etzliche Schneutz- und Handtüchletn, zweiHaupt- mtofhauben und Handschuhe.Dazu Schuh und Pantoffeln, aud) ctroa£ Veifuß hinein, für die Müdigkeit zu vertreiben." Die Kleider nehme man nicht stattlich, Damit man durch sie nicht in Gefahr des Ueberfalles komme, noch zu schlecht, damit einem nicht vornehmer Leute Haus und Gespräch verschlossen bleibe. ' Nothwendig fmb ferner:Gin guter Stecken zum Bergsteigen und gegen die Hunde; ein Schlafpelz, Verspecttv, Brillen, Spiegel, Kreide, Räucher- und Wachskerzen, ein Petschaft, Messer' und Gabelein und ein Strehl (Messerschleifer), eine Sand- oder Sonnenuhr, etwas Gewürz und Hirschunschlitt gegen Schrunden an den Leizen oder Blasen an den Füßen, au? 0£flen Hundebiß und andere Umstände mehr. An 9lahrung nehme man Brod, Käse, Schinken und Knoblauch mit, da man nicht überall zu essen haben kann. So ausgerüstet mag man, wenn man sich mit Gott versöhnt und den himmlischen «ehr- pfenmg zu sich genommen, seine Schulden bezahlt und seinen letzten Willen förmlich aufgefefct hat, sich grausig den Fährlichkeiten einer Reise annertrauen, nicht zu vergessen, daß Geld genug vorhanden sei." So schreibt ber wackere Martin Zeller.

(Zunahme der Theologie Studirenden.] DerChristlichen Welt" Nr. 31t entnehmen wir folgende höchst interessante Notizen über die Zunahme der Theologie Studirenden in den letzten zwölf Jahren. Daß die Zahl der Theologie Studirenden in Deutschland in den letzten Jahren gewachsen ist, dürfte allgemein bekannt sein. Wit gewaltig aber die Zunahme gewesen ist, werden die Wenigsten wissen. Es ftubtrtra an den 17 evangelischen Facultäten Deutschlands im Sommer-Semester

1876: 1595 Theologen, 1882: 3097 T^ologen,

1877: 161-8 1883:3551