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empfohlen werden kann.

A Mainz, 6. August. Die Befürchtung von Rheinufer ist Iheilweise schon eingetreten.

Aus den hiesigen Volksschulen sind heute durch mehrere Aerzte 120 Kinder ausgewählt worden, die in Begleitung von Lehrern und Lehrerinnen in Feriencolonicn gehen.

Vom Main, 6. August. Laut amtlicher Bekanntmachung mußte wegen Ruckstauung des Rheins der Schisisdurchlaß an dem Matncanal bei Kostheim nieder­gelegt werden. Bts auf Weiteres können Schiffe und Flöße aber noch passiren.

-i- Bockenheim, 6. August. Das Festprogramm für das am nächsten Sonntag beginnende Preis- und JubiläumSschicßen ist im Druck erschienen. Rach demselben sinket am Samstag den 11. August gesellige Zusammenkunft bei Eoncert im Forell'ichen Garten statt. Sonntag den 12. August, um V«2 Uhr, stellen sich die Schüßen beim Forell'schen Hause auf und marschiren zum Marktplatz, woselbst die Aufstellung des Zuges erfolgt. Derselbe bewegt sich durch 15 Straßen der Stadt. An demselben nehmen 3 Musikcorps und sämmtliche Vereine Thetl. Um 4 Uhr Nach­mittags beginnt das Schießen. Dienstag Abend 8 Uhr singen die vereinigten Gesang­vereine, nachher findet Tanz und bengalische Beleuchtung statt. Mittwoch Nachmittag 4 Uhr endigt das Schießen, um 6 Uhr folgt, sofern das Wetter gut ist, die Preis- vertheilung. Bei ungünstigem Wetter wird dieselbe bis zum 19. August ausgesetzt rdp es werden nur die 10 ersten Preise verthetlt. Die Beleuchtung des Festplatzes erfolgt durch elektrisches Licht. Täglich findet Eoncert statt. Am Schlußtage dauert das Concert bis 11 Uhr. Die Betheiltgung wird allem Anscheine noch eine sehr große. Dre Zahl der Ehrenpreise wächst mit jedem Tage. Die Stadt Bockenheim hat eine Gabe von 200 gestiftet.

= Frankfurt, 6. August. Heute haben wir hier wieder ein Wetter wie im Mar; oder October. Die Temperatur beträgt 10®. Man friert ordentlich und sebnt sich nach der Stube, dabet ist es so trübe, ja mitunter dunkel, daß man glauben sollte jeden Augenblick müßte das furchtbarste Unwetter ntedergeh.n. Der Schaden, den das Wetter zahlreichen Geschäften verursacht, ist colossal; alle Welt klagt und ist mürrisch Die Sommerfrischler kehren vorzeitig aus den Bädern zurück und die Kellner sitzen da und wissen nicht, was sie beginnen sollen. Der heurige Sommer ist mit einem Wott ein trostloser und das macht sich aller Enden um so empfindlicher fühlbar, als wir einen sehr strengen Winter und kein Frühjahr hatten.

München, 4. August. Der Besitzer der Elephanten, K. Hagenbeck, hat an die Allg. Ztg." eine Erklärung gesendet, der wir Folgendes entnehmen:Der Zug ver­lief soweit auf's Beste und meine Thtere waren so ruhig wie Schate. Bet Eintreffen vor der Hofloge stellten sich dieselben auf Commando ihres Dresseurs in Reih und Glied und machten Honneurs. In einzelnen engeren Straßen, wo Pausen stattfanden, wurden die Thtere mit Brod und Früchten förmlich bombardirt, so daß, wenn man dasselbe mit irgend anderen Thieren vorgenommen hätte, dieselben jedenfalls es sich nicht so ruhig hätten gefallen lasten wie meine Elephanten. Die Thtere verhielten sich so zu sagen musterhaft, bis wir dem zurückkehrenden Zug bis zum Drachen entgegen- gekommen waren. Der Drache, welcher stille stand, setzte sich plötzlich in Bewegung, trotzdem daß den Leuten vorher gesagt wurde, erst die Elephanten paisir.n zu lasten, sprühte seinen Dampf zwischen die hintersten Elephanten und brachte dieselben so in Schrecken, daß diese nach vorwärts stürzten. Ich wart mich gleich den vier letzten Elephanten entgegen, um diese zum Halt zu bringen und wäre mir dies mit meinen Leuten gelungen, wenn das Publikum sich ruhig verhallen hätte, aber das Geschrei machte die Thiere nur noch unruhiger und dieselben stürmten vorwärts. Ein Glück war es, daß sie sich in zwei Abtheilungen zu je vier Stück theilten. Meine 4 Ele­phanten hatte ich viermal zum Stehen gebracht, doch das nachströmende Publikum, welches mit Stöcken, Schirmen, Messern u. s. w. auf sie einhieb, jagte dieselben stets wieder vorwärts eine Straße lang. Nachdem dieselben aus dem Theater wieder heraus- gekommen waren, sprang ich selbst mitten zwischen die beiden vordersten Thiere, welche mich fast platt drückten. Ich hielt indessen Stand und brachte sie auch zum Stehen, sprang in dem Moment vor die Thtere; aber es dauerte nur wenige Sekunden und das nachströmende Publikum scheuchte mit seinem Geschrei die Thtere von Neuem.

Lokales.

«ietzen, 7. August. Die gestrige Musikaufführung des hiesigen evang. Kirch enge sang Vereins in der Stadtkirche muß nach jeder Sette hin als eine bedeutende Leistung bezeichnet werden, und die Freunde der Kirchenmusik sind dem DerelN zu großemDank verpflichtet. Die Aufführung bot eine reiche Abwechslung. Mit feinstem Verstandntß wurden die Gesangesoorträge zu Gehör gebracht und sowohl bei den Ehorsatzen, als den Sologesängen trat es herrlich zu Tage, mit welcher Htn- gabe und Begeisterung alle einzelnen Glieder des Vereins ihre Aufgabe fassen Die M«dkrg-bk bet beiden ChoräleHerzlich lieb hab' ich Dich, o Herr" undJerusalem, du hochgebaute Stadt , dieser Kleinodien evangelischen Kirchengesanges, verdient beson- ders hkroorgchoben zu werden; sie war tiefergreifend, weil sie wirklich getragen war vom Geiste der Anbetung. Die beiden Nummern für Violoncell und Orgel erbrachten von Neuem den Beweis, wie trefflich beide Instrumente sich ergänzen und wie beide in ihrer Verbindung arade auch kirchliche Musikstücke zur Geltung bringen. Mächtig und gewaltig wirkten die Orgeloorträge. In ihnen konnte sich die Kraft und Schön- hert der neuen Orgel in wahrhaft großartiger Weise entfalten. Herr vr. Haym der gegenwärtige Letter des Kirchengesangvereins, unter dessen Händen die gewaltigen Ton­massen dem Instrument entströmten, erwies sich als einen Meister des Orgelspiels und zwar ersten Ranges. Wir danken ihm, daß er den großen Sebastian Bach uns auf der Orgel Horen ließ, dessen Kirchenmusik bts heute in unerreichter Höhe dasteht. Wir

versagen un«, auf Einzelheiten einzugeben und sprechen nur den Wunsch au« daß der Kirchengesangoeretn unter seinem trefflichen Letter unS noch oft solch wahrhaft edlen Genuß bereiten möge. wM.

3n den Schaufenstern des Möbelfabrikanten Herrn Wilhelm Reiber sind die von der hiesigen Rudergesellschaft bis jetzt errungenen Ehrenpreise, zwölf an der .^ahl, worunter zwei Preise von der Kaiserregatta zu Ems und einer von Sr. Könial Hoheit dem Großherzog von Hessen gestiftet, ausgestellt.

ämter Darmstadt und Bestunaen in ihrer seitherigen Abgrenzung fortbestehen, das erstere aber die BezeichnungStandesamt Darmstadt I", da« letztere die Bezeichnung Standesamt Darmstadt II (Bestungen)" vom 1. Januar k. I. an führen sollen.

Darmstadt, 6. August. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage Nr. 23) enthält:

Derzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewigs- Unioersität zu Gießen im Winterhalbjahre 1888/89 gehalten werden und am 22. Cctober ihren Anfang nehmen.

Berlin, 6. August. DerReichsanzeiger" bringt heute folgende officielle Be­kanntmachung:Am 18. d. M. wird der zum Bezirke der Kgl. Eisenbahndtrection zu Frankfurt a. M. gehörige Hauptpersonenbahnhof zu Frankfurt a. M. für den Personen- und Gepäckoerkehr und damit gleichzeitig die Etlgut-Erpedition Frankfurt a. M. Staats­bahnhof für den Eilgutocrkehr, sowie für die Beförderung von Leichen, Fahrzeugen und lebenden Thieren, soweit dieselbe mit Personenzügen erfolgt, eröffnet werden. Zu der- lelben Zett werden die Westbahnhöfe zu Frankfurt a. M. (Main-Weser-, Taunus- und Main-Reckar-Bahnhof) außer Betrieb gefetzt werden. Berlin, den 5. August 1888. Zn Dertretunl-, des Präsidenten des Retchseisenbahnamtes: Kräfft."

«örlttz, 6. August. Zur Besichtigung des Ueberschwemmungsgebictes ist der Minister des Innern, Herr Herrfurth, mit dem Oberpräsidenten v. Seydewttz heute Abend in Lauban eingetroffen. Ebendaselbst sind 150 Glogauer Pioniere angekommen, von denen je ein Theil nach Friedeberg und Flinsberg abcommandirt worden ist.

,, .. r, - . . -- einer Ueberschwemmung der

Rheinuser ist thellweise schon emgetreten. Das heftige Steigen des Stromes in den letzten zwei Tagen hat schon eine Ueberfluthung der Niederungen auf weite Strecken Zur Folge gehabt und stehen von hier rheinauf- und abwärts Felder und Wiesen zunächst des Rheins bereits hoch unter Wasser. An den flachsten Stellen der Stadt überspült das Wasser bereits die Quai und erläßt die Hafenoerwaltung soeben eine Auffordetung zur Räumung der dem Wasser ausgesetzten Magazine und Lagerräume. Zn schmutzig gelber Farbe dahintreibend wächst der Strom noch sehr stark; in den letzten 12 Stunden ist er 20 (Zentimeter gestiegen. Die telegraphisch heute vorn Oberrhein und Main hierher gelangten Nachrichten lauten auch von allerwärts auf ziemlich bedeutendes Steigen, so daß noch schlimme Aussichten vorhanden sind.

Die zweite Leiche der bet dem Unglück in einer hiesigen Badeanstalt vor mehreren Wochen ertrunkenen Frauenspersonen ist heute Morgen in Ahmannshaufen geländet worden. Poltzeicommissär Schüler von hier begab sich heute Mittag nach dorten, um die schon stark in Verwesung übergegangene Leiche einer gerichtlichen Be­sichtigung zu unterziehen.

Wetzlar. Am 22.dss. Mts. veranstaltet der hiesige Landwirthschaftliche Verein gelegentlich des Hierselbst stattfindenden Bullenmarktes eine Prämiirung, bei welcher 16 Preise für die schönsten im Kreise Wetzlar gezogenen und auf dem Markte vorge­führten Bullen der Vogelsberger Rasse zur Vertheilung kommen werden. Wie man dort, steht eine lebhafte Concurrenz um die Prämien in Aussicht, so daß allen Den­jenigen, welche sich für Viehzucht interessiren, der Besuch des Marktes wärmstens an-

Telegraphische Iepcschen.

Wolff'» telegr. Eorrespondenz - Burea«.

Berlin, 6. August. Seine Majestät der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Grafen Herbert Bismarck, arbeitete längere Zett mit dem Kriegsmtnister und erthetlte sodann dem Gesandten v. Schlözer Audienz, welcher nachher zum Diner gezogen wurde. Morgen früh beabsichtigt der Kaiser dem Exerciren auf dem Tempelhofer Feld beizuwohnen und nachher einige Zeit im hiesigen Schlosse zu verweilen. Herr v. Schlözer ist heute Vormittag nach FrtedrtchSruh gereift.

Berlin, 6. August. DieRordd^Allg. Ztg." kommt auf den von derNouoelle Revue" veröffentlichten, bereits als Fälschung bezeichneten angeblichen Bericht des Reichskanzlers an den Kaiser Friedrich zurück und sagt, von allen in der Batten- berg'schen Angelegenheit erstatteten Jmmediatberichten habe keiner eine Anspielung auf Besprechungen des Reichskanzlers mit der Kaiserin Friedrich oder auf einen Brief der britischen Königin vom 26. März enthalten. Ein solcher Bries sei dem Reichskanzler und dem Auswärtigen Amte bis jetzt absolut unbekannt. Wenn er dennoch existire, würde dies beweisen, daß die vorliegende Fälschung von Regronen ausgegangen sei, wo man über die Korrespondenz der britischen Königin genauere Kenntniß habe als im Auswärtigen Amte. Die Form des Aktenstückes, die Wahl der Argumente, die Art der daraus gezogenen Schlüsse, kurz, das ganze Aktenstück war eine Erfindung. Der Verfasser ober seine Gewährsmänner könnten nicht einmal eine der wirklich existirenden amtlichen Depeschen oberflächlich gekannt haben, sonst wäre es unmöglich, daß der Hauptinhalt Angaben enthielte, welche in den wirklich vorhandenen Aktenstücken nicht im Entferntesten berührt worden seien. Letztere hätten niemals eine Bezugnahme auf die letzten Aeußerungen Kaiser Wilhelm's bezüglich unseres Verhältnisses zu Ruß­land enthalten, auch sei Kaiser Friedrich niemals ein Portefeuilleaccompagnant ce memoire vorgelegt worden, ebensowenig habe jemals in einem solchen Aktenstücke eine Bezugnahme auf den König von Rumänien stattgefunden. Der Stil derNouoelle Revue" und deren Gewährsmänner genüge, um die Fälschung erkennen zu lassen. Der ganze Phrasenbau und Gedankengang lasse vermuthen, daß nicht eine Uedersetzung aus dem Deutschen, sondern eine ursprünglich französisch rebigirte Arbeit vorliege.

Bonn, 6. August. In der neunzehnten allgemeinen Versammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft wurde noch ein Begrüßungsschreiben des Kultusministers verlesen. Professor Klein gab dann in einem Vortrage ein anschauliches Bild der römischen Bonnensia. Nachmittags fand ein Festessen statt.

Baden-Baden, 6. August. Die erneute Untersuchung der Augen der Groß­herzogin ergab einige günstige Fortschritte, doch soll die sorgfältigste Pflege der Augen fortgesetzt werden. Der Kronprinz von Griechenland verabschiedete sich heute von dem Großherzogspaar, da er im Begriff steht, Heidelberg zu verlassen.

Paris, 6. August. Zwischen den strikenden Erdarbeitern und der Polizei kam es heute wiederholt zu Zusammenstößen, da die strikenden Arbeiter die nicht strikenden am Arbeiten hindern wollten. Wegen der öffentlichen Kundgebung, welche die Kaffeehauskellner für heute beabsichtigten, sind auf den Boulevards Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die Strikenden haben in einer heute abgehaltenen Versammlung beschlossen, an dem Leichenbegängniß des Commune-Generals Eudes theilzunehmen, das nächsten Mittwoch früh stattfinden soll.

Aus Laon wird gemeldet, die bei dem Bau eines Tunnels bei Broye beschäftigten französischen Arbeiter seien von mit Revolvern bewaffneten Italienern angegriffen, bei dem entstandenen Kampfe sei 1 Italiener gelobtet, 4 andere Italiener seien verwundet worben.

Paris, 6. August. Nach der von den Strikenden heute abgehaltenen Ver­sammlung zogen die Kaffeehauskellner nach dem Opernhaus- und Börsenviertel und drohten die dort gelegenen Kaffeehäuser zu plündern und zu demoliren. Die Polizei zerstreute die Tumultuanten.

London, 6. August. In der heutigen Sitzung des Unterhauses erklärte Unter; ftaatssecretär Fergusson, die Frage des britischen Protektorats über Nord-Borneo bilde den Gegenstand noch unvollendeter Unterhandlungen. Der 1824 mit Holland geschlossene Vertrag habe auf Borneo keine Anwendung. Im weiteren Verlauf erklärte Fergusson, daß der neue Präsident von Venezuela keine Eröffnungen zwecks Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen gemacht habe.

Kopenhagen, 6. August. Der König ist heute Abend via Lübeck nach Wies­baden abgereist.

6. August. Die griechische Regierung hat der italienischen mitgetheilt, daß sie die Occupation und das Protectorat über Zula anerkenne.

Die Eruption auf der Insel Vulcano dauert fort. Enorme weißglühende Steinblöcke werden ausgeworfen. In Porto zerstörte das dadurch hervorgerufene Feuer die Anpflanzungen und die Häuser. Die Beamten und Soldaten, welche landeten mußten die Insel wegen der niederfallenden Steinblöcke verlassen. Die Letzteren welche des Nachts feurigen Ballons gleichen, bohren beim ^Überfällen Löcher in die Erde die sich sofort mit Wasser füllen. Die vulkanischen Detonationen sind weithin hörbar' der Wind tragt die Asche bis ©teilten.

Rewyorr, 6. August. General Sheridan ist gestern Abend gestorben.

Vermischtes.

Großen-Linden. Am Mittwoch den 25. Juli feierte der Gießener Zweig­verein der Gustao-Adolph-Stiftung sein Jahresfest in Großen-Linden und kann dasselbe ein in jeder Beziehung wohlgelungenes genannt werden. Trotz noch nicht ganz vollendeter Heuernte erhob die Gemeinde diesen Tag zum vollständigen Ruhe- und Feiertag und hatten wir dazu das in diesem Jahre seltene Glück: einen blauen Himmel und warmen Sonnenschein! Um ViW Uhr setzte sich vom ersten Pfarrhause aus ein stattlicher Fest- jug nach der Kirche in Bewegung und war sehr rasch unser altehrwürdiges, schön­geschmücktes Gotteshaus mit andächtigen Zuhörern gefüllt. Rach dem Vortrage einiger Lieder des Gesangvereins und Schülerchors begrüßte der OrtSgeistliche nach oorauS- gegangenem Altardienste die erschienenen Festgenossen mit den Worten deS Apostel Paulus: ES grüßen Dich Alle, die mit mir sind, worauf nach dem Gesang des Gustav-Adolph-LiedeS:Ein' feste Burg* Herr Pfarrer Walz von Bad-Raudeim eine gediegene, wohldurchdachte Festpredigt über 2. Buch MosiS 15, V. 17 u. 18 hielt. Hierauf richtete Herr Decan und Kirchenrath Dr. Strack von Langgöns als Präsident deS Zweigoereins eine herzliche Ansprache an die Festtheilnehmer, woran sich der Rechen­schaftsbericht des Secretärs, Herrn Gymnasiallehrers Dr. Stamm von Gießen in ausführlicher, fesselnder Weise anschloß. Rach dem ersten Gottesdienste nahmen aus­wärtige Festtheilnehmer und viele hiesige Ortsbürger ein gemeinsames Mittagsmahl im Adler ein, bis sie um 2 Uhr wieder dem Rufe der Glocken folgten und nun Herr Pfarrer Klingelhöffer von Lich vor ebenfalls reichgefüllter Kirche die von Herzen kommende und zu Herzen gehende MittagSfestpredigt hielt, der er den Psalm 42, 1-8 zu Grunde legte. In beiden Gottesdiensten wurde eine Eollecte zusammen im Betrage von 70 JL erhoben. In der Nachversammlung auf dem Kettenplatz redeten noch Herr Kirchenrath Dr. Strack, welcher besonders vom Haupffefte in Bentzheim berichtete und dann später noch der Gemeinde für ihre Theilnahme und Aufnahme dankte und hierauf Herr Pfarrer Wenzel, der zu Gunsten seiner Pfarrei Bingerbrück in beredten Worten eine Schilderung der traurigen Verhältnisse unserer Glaubensgenossen unter vorwiegend katholischer Bevölkerung zu geben wußte, die zur Folge hatte, daß sofort noch 33 JL zum Kirchbau für diese Gemeinde gesammelt wurden. Der Tag ging nun jur Neige und schloß das gemeinsame Lied:Run danket alle Gott" die schöne Feftfeier.