Universität-- Chronik.
— Der Geh. Medicinalrath Prof. Dr. Robert Koch, Director der hygienischen Institute der Universität Berlin und Begründer der Bakteriologie, ist zum Generalarzt 2. Klasse ernannt worden.
— Dr. C. G arr6, Privatdocent für Bakteriologie an der mcdicinischen Fakultät in Basel, hat einen Ruf als Professor nach Tübingen angenommen.
— Für den in Tübingen erledigten Lehrstuhl für Germanistik ist Dr. Herm. Fischer in Stuttgart in Aussicht genommen.
Gingesandt.
Der Kämmerer aus dem Mohrenland.
Eine Missionspredigt von G. V o g e l. Preis 30 Pfg. Darmstadt bei Wirz. 1888. S. 24. („In Gemeinden, die von Baptisten und Methodisten angefochten werden, zur Verbreitung ganz besonders geeignet".)
Der unfern Lesern auf das vortheilhafteste bekannte und um Hebung auch der ländlichen Gottesdienste in musikalischer Beziehung verdiente Verfasser hat sich durch Veröffentlichung seiner am 17. August 1887 im Walde bei Climbach vor einer zahlreichen Versammlung gehaltene Mtssionspredigt abermals einen Anspruch auf unfern Dank erworben. Und zwar nach zwei Beziehungen hin. Die Geschichte von der Bekehrung des Kämmerers (heutzutage würden wir sagen: des „Haus- und Finanzministers") der Königin Landaga von Abessynicn bildet eine der lieblichsten Partien der Apostelgeschichte. Und als eine Segensfrucht derselben dürfen wir betrachten, daß die Abessynier, auf ihrer prachtvollen, von dem Nil umspülten hohen Gebirgsinsel wohnend, der ganz Nord- und Mittelafrika bewältigenden trügerischen Irrlehre Muhameds zum Trotz, sich die köstliche Perle des Evangeliums, wenn auch in unvoll- kommnerer Gestalt, gerettet haben bis auf den heutigen Tag. In köstlicher, tiefergreifender Weise seben wir es dem Verfasser gegeben, die wundersame Bekehrungsgeschichte dieses frommen Ministers unseren Augen vorüberzuführen, ja in das eigene Herz tief einzuschreiben.
Von der Taufe des Bekehrten selbst nimmt nun der Verfasser Veranlassung, einen sehr schmerzlichen und hochgefährlichen secttrerischen Zrrthum unserer Tage im Lichte des göttlichen Wortes zu beleuchten. Auch in oberhessischen Gemeinden sind hier und da aus der Fremde gekommene Baptisten und Methodisten aufgetreten, welche, einer höheren Erleuchtung sich rühmend, die Lehre vom kirchlichen Amt und der Kindertaufe verwerfen, ja unsere Kirche selbst frech schmähen und den e>amen der Verwirrung in die arglosen Gemüther unserer Landleute streuen. Diese Jrrlehrer sehen wir hier mit Aussprüchen des göttlichen Worts scharf und doch auch milde zurückgewiesen und widerlegt.
Wir empfehlen nach beiden Beziehungen hin vorliegende treffliche Predigt. H.
HandeL snd
Gießen, 7. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund v* 0.80-100, Hühnereier pr. St. 7-8 H, Gänseeier St. 12—14 H, Kale vr. St. 4-7 KSsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen 29 H, Tauben per Paar 60 bis 90 Hühner per Stück JL 0.90—1.00, Hahnen pr. Stück «4L 0.80—1.30, Enten per Stück JC. 1.30—1.70, Gänse per Pfund 40—56 H, Ochsenfleisch per Pfund 58 bis 60 Kuh- und Rindfleisch 45—50 <9,, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 40 bis 60 H, Kalbfleisch 40—48 Ä, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.00, Milch per Liter 12—18 H, Weißkraut Stück 5—10 H, Zwiebeln per Gentner X 8 00—10.00.
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gietzen.
(Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.)
Aufgebote.
Januar: 2. Ferdinand Christian Carl Canzenbach, Apotheker zu Trier, mit Johanna Schneider zu St. Paulin. 3. Carl Friedrich Kliffmüller, Schreiner von hier, mit Katharine Christine Elise Rusag hierselbft. 3. Wilhelm Weber, Maurer zu Offenbach a. M., mit Minna Betz daselbst. 4. Heinrich Friedrich Wilhelm Gaafke von Emern, Restaurateur dahier, mit Margarethe Meyer von Hüls, wohnhaft dahier.
Ghefchlie^uuge«.
Januar: 4. Wilhelm Grosch von Mackenzell, Kreis Hünfeld, Schmied dahier, mit Mathilde Becker von Michelsrombach, Kreis Hünfech, wohnhaft dahier. 4. Philipp Henß von Großen-Buseck, Bahnarbeiler dahier, mit Anna Maria Euler von Lauterbach, wohnhaft dahier.
•ebotetie*
December: 25. Dem Posthilfsboten Wilhelm Dapper eine Tochter. 25. Dem Kaufmann Heinrich Boller ein Sohn. 27. Dem Feldwebel Heinrich Wenzel ein Sohn. 28. Dem Colporteur Heinrich Kratz eine Tochter, Marie Elisabethe. 28. Dem Bureau- gehülfen Louis Noll eine Tochter. 30. Dem Schlossermeister Karl Pfaff eine Tochter, Margarethe. 31. Dem Schreiner Ludwig Becker ein Sohn, Wilhelm Ludwig Heinrich. Januar: 1. Dem Maschinenschlosser Friedrich Emil Sommerlad eine Tochter. l.Dem Schlosser bet der Oberhessischen Eisenbahn Adam Uhl ein Sohn. 3. Dem Metzgermeister Adolf Möhl Zwillinge, ein lebendgeborner Sohn und eine todtgeborene Tochter.
tUftorbent.
December: 31. Emma Grenzthal, geb. Arnoldi, 46 Jahre alt, Ehefrau von Apotheker Valentin Grenzthal zu Doblen, Gouvernement Kurland in Rußland. Januar: 2. Elisabethe Weicker, 42 Jahre alt, ledig, Friseurin dahier. 2. Heinrich Friedrich Grasmesser, 16 Jahre alt, Bergmann von Heckholzhausen, Amt Runkel. 3. Josephine Gliot, 2* 1 2 3/» Jahr alt, Tochter von Ziegler Hermann Gliot Wittwe dahier. 4. Marie Katharine Kraft, 71 Jahre alt, dahier, Wittwe von Bahnwärter Konrad Kraft. 4. Lucie Balzer, 1 Jahr alt, Tochter von Kaufmann Otto Balzer dahier. 5. Katharine Philippine Pfeiffer, geb. Größer, 51 Jahre alt, Ehefrau von Steiger Adam Pfeiffer dahier.•
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
NfttitauU*
Den 1. Januar. Friedrich Schächer, Metzger in Gießen, und Sophie Magdalene Johannette Wilhelmine Bötz, ledige Tochter des Postschaffners Philipp Bötz in Gießen.
Den 4. Januar. Philipp Henß, Bahnarbeiter in Gießen, ein Wittwer, und Anna Marie Euler, ledige Tochter des Lohgerbers Justus Euler in Lauterbach.
betanfte.
Den 1. Januar. Dem pensionirten Rangirer Georg Merkel ein Sohn, Willi Georg Ernst, geboren den 12. December 1887.
Denselben. Dem Schuhmacher Friedrich Arndt ein Sohn, Friedrich Wilhelm Heinrich Christian, geboren den 16. December 1887.
Den 2. Januar. Dem Professor Dr. Adolf Birch-Hirschfeld ein Sohn, Karl Gustav, geboren den 15. November 1887.
Beerdigte.
Den 2. Januar. Emma Grenzthal, geb. Arnoldi, Ehefrau des Apothekers Valentin Grenzlhal in Doblen, Kurland, alt 36 Jahre, gestorben den 31. Decbr. 1887.
Den 3. Januar. Elisabeth Welker, ledige Tochter des Zimmermanns Ludwig Welker in Gießen, alt 43 Jahre, gestorben den 2. Januar.
Den 6. Januar. Anna Katharine Kraft, unoerheirathet, alt 72 Jahre, gestorben den 4. Januar.
Kirchlich? Anzeigen der evsngel. Gemeinde.
Sonntag, den 8. Januar:
Nachmittags 5 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. Kinderkirche: fällt aus.
Brodpreise
vom 8. bis 23. Januar 1888.
der Bäcker $
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 27
2 „ (4 Pfd ) Weißbrod .... 54
1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot» 1. Sorte 24
2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48
1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21
2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42
3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
bei L. Keil und I. Lein.....63
der Brodverkäufer 4
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 27
2 „ (4 „ ) „ .....54
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24
2 r (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48
3 N (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte —
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21
2 „ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 42
3 , (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 63
Gießen, den 7. Januar 1888.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Vergebung von Bauarbeiters.
Die nachstehenden, zum Rohbau eine- neue« Schulhauses in WeiterShain erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden und zwar:
veranschlagt zu Erd- und Maurerarbeiten
(ohne Material) 1807,60 JL
Steinhauerarbeiten
844,45
n
Zimmerarbeiten
1177,37
ft
Dachdeckerarbeiten
451,90
■
Spenglerarbeiten
164,73
w
Schlosserarbeiten
85,99
n
Weißbinderarbeiten
76,73
//
Eisenlieferung
556,29
w
Lieferung v. blauem Kalk
306,—
H
„ „ weißem „ 230,— „
Kostenvoranschläge, Pläne und Bedingungen sind auf Großh. Bürgermeisterei Wettershain einzusehen, wohin auch die Offerten, verschlossen und mit ent- sprechender Aufschrift versehen, bis längstens
Montag, de« 16. d M, Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind.
Weitere Auskunft ertheilen die Bezirksbauaufseher Ma ringer in Grünberg und Senßfelder in Gießen.
Gießen, am 5. Januar 1,888.
Der Kreisingenieur: Gnauth.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Die Rechnung der Stadt Gießen vom Jahr 1886/87 nebst Verwaltungsrechenschaft liegt acht Tage auf dem Büreau der unterfertigten Stelle zur Einsicht offen.
Gießen, 6. Januar 1888.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
246 Bramm.
Bekanntmachung.
Das Schulgeld für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro III. Quartal 1887/88 kann in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden.
Gießen, den 7. Januar 1888.
Der Stadtrechner:
256 Enders.
Wegen vorgerückter Saison verkaufe die noch vorräthigen
w Wegen vorgerückter Sarson verkaufe die noch vorrä
Wuter-Patoisloffe
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und einen Posten
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Heinr. Schürz, Bleiche.
Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag d. 16. Januar 6 888, von Vormittags 9 Uhr an,
soll im Gießener Stadtwalde in dem District Hochwart Abth. 53 nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
30 Eichenstämme mit 16,56 Festmeter^ (21—57 Ctm. Durchmesser),
3 Buchenstämme mit 4,38 Festmeter, (43 — 47 Ctm. Durchmesser),
B. Brennholz.
Scheith. Kuüppelh Stockh. Reish.
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 660,6 120 153* 6870
Eichen 23,2 11,2 8,3 350
*) Unter dem Buchen-Stockholz befinden sich 4 Rmtr. Kummtholz.
Die Zusammenkunft ist an den Altentischwiesen.
Gießen, den 7. Januar 1888. • Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 270
Iieilgeöoienes.
Herren- und Damenzugstiefel, Knopfstiefel, Plüsch- und Lederpantoffeln, Holzschuhe verkaufe zu billigsten Preisen. Hakenstiefel für Knaben und Mädchen von 2.25 an. 11
Louis Rothenberger, ________________Neuenweg 22.
242 Ein junger schwarzer Hund mit weißen Pfoten zugelaufen. Abzuholen im Heff. Hof.


