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1888.

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Bureau r Schul st raße 7.

^eiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Portooergünstigung besteht für die Armee nur

beim Verkehr im Ort.

Minister o. Bronsart: Die beim Verkehr von Ort zu Ort, nicht längst eine Militärbriefbeförderung in soll, da jährlich 300 000 Lendungen Heeres-Verwallung in Verkehr stehen.

Exposition ist in hohem Grade langathmig. Man weiß ja ganz genau im Voraus, was kommt, und doch entwickelt sich die Handlung so entsetzlich langsam. Das Stück

Telegraphische Kepeschen.

MoM'S tslegr. Esrrespottdrnz.Bnrea«.

Berlin, 5. December. Seine Majestät der Kaiser, welcher gestern den Staatsminister Grafen Bismarck zu längerem Vortrage empfangen hatte, machte heute Mittag 2Vz Uhr wiederum eine Spazierfahrt. Um 41/2 Uhr machte die Kaiserin- Wittwe Augusta dem kaiserlichen Paare einen Besuch.

London, 5. December. Das Unterhaus genehmigte heute das Ausgabebudaet betreffs Irlands.

Rom, 5. December. Sicherem Vernehmen nach wird das nächste Consistorium in Folge von Schwierigkeiten, welche sich wegen der Ernennung von Btfchöfen zwischen dem Vatikan einerseits und Frankreich und Rußland andererseits ergeben haben, bis zum März verschoben.

Washington, 5. December. Der Bericht Fairchilds constatirt, daß der am 29. September 1888 in der Staatskasse vorhanden gewesene Ueberschuß 96,444,845 Doll, betrage. Der Ueberschuß am 30. Juni 1889 wurde, wenn nicht mehr Obligationen angekauft würden, voraussichtlich 127,000,000 Dollar betragen. Unter Zugrunde­legung des gegenwärtigen Standes der Einnahme dürfte der Gesammtüberschuß am 30. Juni 1889 228 Millionen Dollar betragen, die man während der nächsten neun­zehn Monate zum Rückkauf von Obligationen verwenden könne und solle. Der Be­richt hebt hervor, wenn die Einnahmen fortdauernd dieselben blieben wie gegenwärtig, so würden sie ausreichcn, um vor dem Jahre 1900 die gesammte Schuld mit allen Zinsen, etwa 1393 Millionen Dollar, zu amortisiren. Dies beweise am besten die absolute Nothwendigkeit, die Staatseinnahmen und das Steuersystem sobald wie mög­lich wieder miteinander auszugleichen. Der Senat nahm die Berathung der Tarifbill wieder auf.

Lokales.

Gießen, 6. December. (Neues Theaters. Für einen strebsamen, tüchtigen Künstler und daß Herr Taußig ein solcher ist, unterliegt für uns nicht dem geringsten Zweifel muß es höchst betrübend, ja entmutbigenb sein, wenn er an seinem Ehrenabend vor leeren Bänken spielen muß. Doch Herr Taußig möge sich damit trösten, daß er nicht der Erste ist, der solches Mißgeschick hat, im Gegen- theil, wachen ja die meisten diese traurige Erfahrung, auch er wohl nicht zum ersten Male. Undank ist eben der Welt Lohn, auch jener gegenüber, diedie Bretter bedeutet."

Der Ruhm, der derblauen Grotte" voranging, war eitel blauer Dunst. Die

Die Position wird bewilligt.

Bei dem CapitelNatural Verpflegung" bittet der Abg. Boeckel (bei keiner Partei) das Princtp festzuhalten, den Bedarf landwirthschaftlicher Producte direct vom Bauer zu kaufen und sich nicht an den schmarotzerhaften Zwischenhandel zu wenden. Besonders würden sich dielandwirthschaftlichen Genossenschaften" dazu eignen, Liefe­rung-? vertrüge abzuschlicßen. Wie sehr der Zwischenhandel, namentlich der jüdische, die Mllitäroerwaltung schädige, haben verschiedene Gerichtsverhandlungen ergeben, so namentlich der Betrugsprozeß gegen den Militärlieferanten Max Salomon und dessen Sohn Adolf Salomon. Diesem Armee-Lieferanten Wesen muß entgegengeireten werden. Ein Milchhändler, dec wegen Milchoerfälschung bestraft war, erhielt die Lieferung für das Militär wieder übertragen. Freilich werden vielfach von der Verwaltung so geringe Preise gezahlt, daß die Lieferanten zu unehrenhaften Mitteln greifen.

Abg. Richter (bfr.): Die Producenten werden nicht selten ebenfalls wegen Fälschungen bestraft; ich erinnerte erst vorhin an einen wegen Milchoerfälschung ver­folgten Offizier in Altona. Es ist nöthig. daß die Armee gut und billig einkauft, von wem ist weniger wichtig. Von demselben Lieferanten, den er heute nannte, hat Herr Boeckel schon früher hier erzählt; der scheint ihm das ganze Material für feine parla­mentarische Tätigkeit zu liefern. Hüten Sie sich nur, daß Ihnen der Mann nicht stirbt.

Es bestand nun schon Berlin, die nun aber vervollkommnet werden befördert werden und 105 Behörden mit der

Deutschland.

..... mKä fSKÄÄ" *'

enthält- 5- December. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 35

ton »brn9be®effenb'i06lid,Cn SD!inifteriumä ber bie Errichtung

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst zu genehmigen 0gvnVf 'rr. Zeiten Beamten der Wasferbauämter die dienstliche Benennung

Wasferbauasfesforeo zu fuhren haben. Die dermaligen Inhaber dieser Dienststellen dürfen den ihnen dekretmaßig verliehenen AmtstitelWasferbaumeister" als persönlichen Jtuei jorijupren.

w.iArttN, 5. December. Nach den gestrigen Aeußerungen des Kriegsministers «rornS Ub/r ba9, ?on berKöln. Ztg." mitgetheilte Gerücht in Betreff einer neuen Mrlitärvorlage wird angenommen, daß allerdings in dieser Session eine Vor­ige, bezw. ein Nachtragsetat kaum mehr zu erwarten sei. Immerhin lassen die Worte des Kriegsministers keinen Zweifel darüber, daß die Verhandlungen über die Bespannung der sechsten Geschütze in nicht allzu ferner Zeit zu einer beim Reichstage einzubringenden Vorlage fuhren werden.

, . December. Die Budgetcommission des Reichstags hat

heute dre Berathung des Extraordinariums des Militäretats fortgesetzt. Gestrichen wurden 210,°00 JL für den Neubau eines Traindepots und einer Kaserne nebst 3u:

ein Trainbataillon (Gesammtkosten 1,705,000

""b 00,000 erste Rate für ein Dienstwobnungsgebäude für einen Divisionscomman- Deur in Darmstadt (Gesammtkosten 140,000 JC). Wetterberaihung morgen.

yZben.1^' t,Or ba Bin> DicI weniger ungläubig, als bei Ihren gestrigen

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»ortWI *ab?nmerbe(COnL) die Larrdwtrthschaft von diesen Anregungen in N-rUn0i^?-tchter (bfr.): Die conservatioe Partei hat von einem Juden 10000

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rttt hpr iintprfirtfiitv»« .«<_Sache schien mir heute wichtiger; mir ist

ang-l-g-nb-tt-n trantcn Soldaten mehr gelegen, als an den ganzen Wahl-

. , J1"' °ln° Anregung bes Abg. d. Karborff (Rp.) bemerkt ber Krteasminister baß Klagen über die Lieferungen ber Probucentcn nicht bekannt geworben fmb. '

Die Abgg. Richter und Rickert (bfr.) regen nochmals bie aeftern erörtert?

Fr---- «>. ob -in Offizier in Uniform Wahlagitation treiben dürfe 9 ' " °

EtatspoMioWaü'sgeh?9^ b°6 bc9ra6C über d-n Rahmen ber zur Debatte stehenbm unb R.ckÄs^ch!'7ing°henwÄe^ "^rt, daß er auf bk Anregungen Richter', ta md<bCe9en bCt mi6emte

Abg- v. JPfetten (Centr.) bestreitet bie Ausführung Kroebers.

für u ^Con^?AAAAärt für unrichtig, baß bie Berliner Conseroatioen

für ben Rücktritt Cremers 10,000 JL von Bleichröber genommen hätten.

, P cr:n^la5 U uur insoweit richtig, als bie Conservativen nicht allein, sondern gemeinsam mit ben Nationalliberalen agitirt haben.

Die Position wirb bewilligt.

bem Kapitel Reisekosten und Tagegelder bittet Abg. Klemm (Wachsen) um eine Aufbesserung ber Militär-Aerzte während ber Militärzeit, namenh lieb "m eine Erhöhung ihrer Enlschädigung für Vorspann- unb Transportkosten.

Das Kapitel wirb bewilligt.

c ^,bem Kapitel: Militär-Erziehungs- und Bildungswesen verbreitet sich der Abg. vr. Gotz (uat.-l.) über die Heranbildung der Jugend für den Militär- btenft, damit für den Rahmen der Militärgesetze auch das Material geschaffen werde. Redner lobt die Bestrebungen ber Turnvereine unb wünscht, baß man denselben ein regeres Interesse von oben her entgegen bringe. Man könnte den turnerisch gebildeten jungen Leuten eine kürzere Dienstzeit bewilligen und ihnen ähnliche Vorzüge gewähren, ^."der habe er mit feinen früheren Anregungen keinen Anklang gefunden; er hoffe, daß dies noch in Zukunft geschehen werde.

., Kriegsminister v. Bronsart: In der Armee wird den Leibesübungen eine aus­reichende Aufmerksamkeit gewidmet; erwünscht ist es ja, die jungen Leute auch turnerisch vorbereitet für die Armee zu bekommen, aber auf das Schulwesen einzuwirken sei die Armee nicht in ber Lage.

Die Position wirb bewilligt, ebenso ber Rest des Militäretats, soweit er auf ber Tagesordnung steht. 1

Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Donnerstag 12 Uhr. Tages- Ordnung : Atters- und Jnvaltbeu-Versorgung.

Schluß: 43/4 Uhr.

Kriegsminister v. Bronsart: Für mich ist nur der Punkt wichtig, baß einem täuschte unsere Erwartungen, wir nahmen ben Einbruck mit, als sei nur bas zufällige Milchoerfälscher bie weitere Lieferung belassen würbe; ich werbebteseSache aufzuklären Vorhanbensetn ber sehr hübschen Grottenbekoration von Herrn Petri bei seiner Wahl suchen. (Rufe links: Anonyme Denunctation?) Ja, meine Herren, solche Dinge maßgebenb gewesen.

Deutscher Reichstag.

8. Plenarsitzung. Mittwoch, ben 5. December 1888, 1 Uhr.

Haus unb Tribünen sind mäßig besetzt. Am Bunbesrathstische: v. Boetticher Bronsart 0. Schellenborf, Graf v. Monts. *

b r Gettech^M^ ift 2Intraß Schumacher-Singer (Soc.) betr. Aufhebung

Haris fetzt bie zweite Etats-Berathung fort mit dem Special-Etat ber Knegs-Berwaltung.

Bei der PositionMilitär-Justiz-Verwaltung" fragt ber Abg. Rickert (bfr) ob ber vom Re chstage bereits im Jahre 1872 gewünschte Gesetzentwurf betr. bie Reform der Militärgerichtsbarkeit nicht in Bälbe zu erwarten sei, ba die Regierung wiederholt entgegenkommende Erklärungen abgegeben. In der Bevölkerung wünsche man sehr das Zustandekommen des Gesetzes, selbst wenn man noch eine Exemption für die Offiziere des Beurlaubtenstandes bewilligen müßte. Tatsächlich sei diese Exemption ben Offizieren nur hinberlich bei ihrem Fortkommen im bürgerlichen

Kriegsminister v. Bronsart: Die Coniroverscn auf dem strafprozessualen Gebrete sind em Hindcrniß süi bas Zustanbekommen ber Mtlitär-Justiz-Reform Die zur Disposition gestellten Offiziere würden in jedem Falle der Militärgerichtsbarkeit unterstellt bleiben müssen.

Slbg. v. Bernuth (natl.): Die Militärstrafprozeßordnung hat von Anfang an an großen Mängeln gelitten. Dre Andeutungen des Ministers lassen eine solche Reform noch in weiter Ferne erscheinen. Es würde sich empfehlen, eine Resolution um Be­schleunigung ber Reform anzunehmen.

Avg. Rickert stellt eine Resolution für die brüte Etatslesung in Aussicht - vielleicht könne man gleich einen vollständigen Gesetzentwurf im Hause beschließen.

Abg. Richter (bfr.): Der gestern erörterte Fall Ehrenberg beweist sebr beütlich bie Nothwendigkeit ber hier angeregten Reform. Redner führt einzelne Fälle an, in denen Reserve-Offiziere wegen Strafhandlungeu in ihrem bürgerlichen Berus vor'das Kriegsgericht verwrcsen wurden, so ein Pferbeeisenbahndirector in Elberfeld wegen Polizei Contravention und ein Gutsbesitzer in Altona wegen Milchoerfälschung.

Die Position wird bewilligt.

Beim CapitelGeldverpflegung ber Truppen" führt Abg. Haarmann (natl.) Klage über die Aufhebung einzelner Bezirks-Bureaus in ber Gegend von Bonn und über die damit verbundenen Unzuträglichkeiten für Mannschaften und Offiziere.

Commissar, Generallieutenant v. Blume: Die Aenderungen sind überein­stimmend mit den Vorschlägen ber Civilbehörben burchgeführt. Unzuträglichkeiten finb wenig bekannt geworden unb haben möglichst Abhülfe gesunden.

Abg. Dr. Hammacher (natl.) wünscht nähere Auskunft über bie in Berlin zu errichtendenMilitärpostanstalten".