Einzelbild herunterladen

Telegraphische Aepeschen.

»Iffi telegr. Sorrespondenz - Burea«.

Berli«, 5. September. Der Kaiser machte Vormittags einen Spazierritt arbeitete von 9 Uhr ab allein und nahm dann Vorträge und militärische Meldungen entgegen.

Erzherzog Albrecht von Oesterreich trifft am 12. September, Abends 11 Uhr hier ein, um den Herbftmanövern beizuwohnen. Gleichzeitig dürfte auch Großfürst Nicolaus von Rußland zu den Manöoern eintreffen.

DieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht ein Schreiben Moltke's aus Creisau, worin er für zahlreiche ihm anläßlich des Sedantags zugegangene schriftliche und tele­graphische Glückwünsche herzlich dankt.

DieNordd. Allg. Ztg." sagt, indem sie den Mordversuch Garnier's bespricht- ist im Allgemeinen gletchgllttg, ob Garnier geistesgestört ist oder nicht- ist er verrückt, so ist er es durch die chauvinistischen Hetzereien und Aufstachelungen geworden Derjenige Grad der Störung des geistigen Gleichgewichts, welcher zur Begehung einer solchen That hinretcht, ist neuerdings in Frankreich durch die Presse und die Partet- umtriebe, welche das Feld des Nationalhasses cultiotren, derart verallgemeinert worden daß die Verantwortlichkeit für solche Erscheinungen weniger auf das einzelne Individuum' als auf das ganze Land und seine Bevölkerung zurückfällt."

Wilhelmshaven, 5. September. Einer Meldung des hiesigenTageblattes" zufolge trifft Se. Maj. der Kaiser am 12. September zum Schlüsse der Flottenmanöver hier ein.

Dresden, 5. September. Hier ist starkes Hochwasser eingetreten. Der Pegel­stand ist gegenwärtig 2,10 Meter über Null. Bis zum Abend wird weiteres Steigen um einen Meter erwartet. i

. m Karlsruhe, 5. September. Bei der gestrigen Untersuchung des Augenleidens der Großherzogin, die auf der Insel Mainau bewerkstelligt wurde, konnte Hofrath vr Marer eine Besserung constatiren und fand das Allgemeinbefinden wesentlich gehoben, trotzdem empfahl er eine wettere sorgfältige Schonung der Sehorgane, sowie eine möglichst ruhige Lebensweise. Die wenngleich langsame, doch allmählich wachsende Besserung des Leidens berechtigt zu den besten Hoffnungen auf weiteren Fortgang der Genesung. ö ö I

Wien, 5. September. . Wie die Blätter melden, richtete das Hochwasser große I Verheerungen an. In Ried, Obernberg, Waitzenkirchen, Rtedau und Pigharting drang I das Wasser in die Häuser und überflulhete wette bebaute Landstriche, alle etngeheimsten I Feldfrüchte überschwemmend. Zahlreiche Brücken wurden fortgertssen und der Ver- I kehr an vielen Stellen unterbrochen. Die Ortschaften Schwertberg und Josephsthal I sind besonders hart mitgenommen. Aus Budweis liegen ähnlich Meldungen vor Der I Kaiser besichtigte die verwüsteten Stadttheile und spendete den Ueberschwemmten I 5000 Gulden. In Preßburg riß das Hochwasser 11 fruchtbeladene verankerte Schlepp- I schiffe weg. " I

Blindenehen.

Ueber Blindeneben verdankt der jüngste Blindenlebrer - Eonorpü in ^x« k,

Abis 20 Procent der in Anstalten erzogenen Blinden pflegen zu heirathen. Der land- läusigen Ansicht, daß sie keine guten Gatten bekommen können, widerspricht jener

Uuiversttats - Chronik.

rin k"' 6- September. Herr Professor Dr. Wilhelm Conrad Roentaen berufnen * WUr^e *um Professor der Experimentalphysik an die Universität Würzburg . mD/r Privatdocent vr. K lo tz in München ist zum außerordentlichen Professor der Gynäkologie an der Universität Innsbruck emannt. * 01 nor

SÄÄÄS.Ä" * ÄÄÄÄ 5; S-Ptember. Aus dem nahen Oberolm kommt die Nacbriebt I i 'm, i" l ncm b?Ften ll! verflossener Nachl vorgekommenen Meuchelmord (Seaen "Uhr n der Nacht wurde der Viceseldwebel Hepner von d^ 4 Comvaani- ?es I Hb. Regiments durch ein Klopfen an dem Fenster seines Ouartiers aus

I zweckt und ihm zugerufen, ein Kamerad begehre Einlaß. Hippner kleidete sich an und I Kaum wa? «as ^hor zu öffnen, wobei ihm seine Quartierwtrthin leuchtete auf Na?e nnh ^Lkpr ^?°k erhielt er mit einem Beil einen heftigen Schlag

I und Schädel, so daß er stöhnend zusammenstürzte. Noch während des Trons-

ports in das Haus gab Hippner den Geist auf. So ist das Fmtum wie es bierber

I sO^ldet wird. Wer der Mörder ist und welches Motiv denselben leitete darüber I Sacke ^brinaen?*n&an8*unf*e. und wird erst die Untersuchung Licht in die I bringen. Nach einem unverbürgten Gerüchte soll eine Liebesaffaire mit her I amn?C/1^r^cn* ^En anderes gleichfalls nicht verbürgtes Gerücht will wissen

daß Hippner seine Strenge im Dienst mit dem Tode gebüßt habe ' '

I imh IUnöfl ^Egen Falschmünzerei verhaftete Franke, der von Beruf Tapezier und von Rheinpreußen gebürtig ist, scheint einer Familie anzugehören welch? dil I ,?/^^bsmaßig betreibt. Ein Schwager von Franke hat wegen Münr-

°erbrechen bereits eine längere Strafe verbüßt und'nunmehrift au*inGruber Ä

I Perhafttten "'egen ähnlichen Verdachts in seiner Heimath verhaftet worden.

I o. orms, 4. September. (Rettung.) Am vergangenen Freitag Abend fiel hie I SV(kU h^sigen Brückenbeamten beim Wasserholen in den Rhein Mitglieder der Rudergesellschaft, unter ihnen Herr H. Rasor, hörten ihre Hilferufe konnten edock in

I fteLaIC b C wrUinff2?e aucrft nid?t lehen. Erst unterhab des Landungs"

I Lte0fCm 9 anß Es Herrn R., welcher unverzüglich die Uferwand hinab in's Waller I 9C!1 (?!! bie bereis besinnungslose Frau im letzten Augenblick zu erfassen und m t Hrlse zweier Freunde an's Land zu schaffen, wo die Verunglück?? welche eine Gießkanne noch krampfhaft umklammert hielt, bald wieder zum Leben erwachte^

I Frankfurt, 5. September. Bezüglich unseres Silberdiebs Rera-

WAni?-DCVaUf!Ct,mba^ Untersuchung vorerst als abgeschlossen zu betrachten fri -? den Verbrecher also schon bald vor Gericht stellen. Da es jedoch bei

höchst wahrscheinlich für eine nette Reihe von Jahren dem ^ucht-

barunter 65 befinden sich

2P ^!pS tfunk Die Truppe besteht aus 18 Köpfen, 14 Riännern

c und Kindern. Der Scheich Salab Terif ist her älteste er < *

braunes®?« ,^^llcd, der Truppe ist sein anderthalbjähriges Söhnchen? ein niedliches S ®'± .S.e ,uhren 9 echt- arabische Vollblutpserde mit fich ferner sechs

Schase, Ziegen und eine Anzahl Beduinenhunde, die man sehr n *«' vergleichen kann. Die Karawane steht "n,"r der

O.b^o^"L bcs Herm Wilhelm Moller, eines noch verhältnißmäßig jungen Mannes, Afrika und den Orient bereiste und die Beduinen in ihrem ^eimatb- lande hundertmale zu beobachten Gelegenheit hatte. Er spricht auch ihre Svracke Der Religion nach bekennen sich die Beduinen größtentheils rum Islom^ 9ns ihr* ruhmenswertheste Eigenschaft wird die Gastfreundschaft genannt. Die Hautfarbe der ^?^Esenden Truppe ist eine nur mäßig braune, der orientalische Typus ist aber k^^^z^^rkennbar Die gestrige Vorstellung war an)ar rdnC DOüftäi;biaV X »i?b Öen^^Kpih b<ri Erinnerung des Zuschauers taucht manches vergessene Bild, dessen Beschreibung er vielleicht vor vielen Jahren in einer Iuaendickrift aele^ wieder auf, wenn er die braunm Männer auf ihren feurigen Rossen dahinsvrenaen Äinten^n M? die Büchsen abfeuern oder im vollsten Laufe die

Flinten in die Hohe werfen und wieder auffangen. Die gestrige Separat-Vorstelluna sowie die beidm heute nachgefolgten vollständigen Vorstellungen haben den Beweis da-

.. or ^en, 5 September. DiePolit. Corr." erfährt von competenter Seite, daß die Anwesenheit des Ministerpräsidenten Ristic in Abbazia nicht 'Ne Folge einer Be­rufung durch König Milan, sondern eine ganz zufällige sei und daß die Gerüchte von Veränderungen im serbischen Ministerium keinerlei Bestätigung finden, da hierzu kein ernster Grund vorhanden sei. .

Pari-, 5. September. Aus Verlars-sur-Ouche (Ganten Dijon) wird gemeldet, daß in Folge einer Entgleisung ein Zufammenstoß zweier Eisenbahnzüge stattgefunden hat. Man zählt 12 Tobte und 12 Verletzte.

Rom, S. September. Eine soeben veröffentlichte Depesche des Königs von Italien an Cilspt besagt, der König glaubte stets an die unbegrenzte Lonalität der hochherzigen Bevölkerung der Romagna und war von der festen Ueberzcuguna durch- b^^"'<nb°H b>e Freiheit die unverrückbare Grundlage des nationalen Lebens sein müfie. Nun stehe fest, daß die Bevölkerung der Romagna mit ökonomischem Unbehagen zu kämpfen habe und von der Regierung deshalb die Prüfung gewisser Probleme ver- Ian.8c; D-r Konig werde Crtsp, di- ihm von den Munizipalitäten und Vereinen unter­breiteten Bittschriften übersenden, über di- Crtspi nach erfolgter Berathung mit seinen C°ll-g/n »u berichten haben werde. Energie, Kenntnisse und Patriotismus würden Crispt s schwierige Aufgabe sicherlich erleichtern. Der König schließt:Gehen wir an's Werk mit Liebe und dem festen Vorsatz-, daß es uns gelinge, dann wird es uns gelingen.' Crispi antwortete, daß er mit seinen Kollegen die seit einiger Zeit in Ztalicn ausgetauchten Probleme studire, deren Lösung den Ruhm der Regierung des Königs bilden werbe. In Gemäßheit der Befehle des Königs wird das Ministerium die für das Wohlergehen der Bevölkerung als nothwendig erachteten Maßnahmen Vorschlägen. - Der König tras heute früh in Jrnolp ein, wurde enthusiastisch begrüßt, zeigte sich dreimal aus dem Balkon und reiste unter abermaligen loyalen Demonstrationen der jubelnden Bevölkerung Mittags nach Monza.

, , Pet«rsvurg, 5. September Das Kaiserpaar ist heute Nachmittag mit größerem G-fA- nach Sudrußland abgere.st Nach einer Meldung desGrashdantn" dauert I die Reise über zwei Monate und geht bis zum Kaukasus.

I Ub^ Musikstr°lch-n, an dl-

d's Eh-d-s braven, arbAaLen' Blöden 'ganz L?,u'Ä'" fcfe roijfe, ^ ks schwere Pflichten übernehmen und manches Wünsckenswertbp pnfh,^01 .^usse; das Verlangen nach einem ordentlichen liebevollen Manne und^Nn^m Äh-^ MMMMW-M Z-x-LZA-- MM-LSLLZ WNUDO8MM MLDWWKW und praktische Winke zu geben, damtt i-n- di-sm bE» « k hcr°°rzuh-b-n

Lokales.

V 6. September. sDramatische Vorträge.j Trotz der Un­

günstigen Jahreszeit nimmt di- Subscriptton zu den Ende dieses Monats stattfindenden dramaiilchen Abschieds-Soirv-n des Herrn Oscar Zack einen äußerst günstigen Vcr- lauf. Bei der Beliebtheit des Vortragenden und in Hinsicht auf ba8 t>orMC Repertoir überrascht uns die zahlreiche B-th-iligung keineswegs. Wir wollen aber vennoch mcht versäumen, unsererseits nochmals auf die Recitaitoncn hinzuweisen. Der letzte Bortrags-Abend am 26. d. M. (Egmonl") dürfte -in noch erhöhtes Jnter-sf- dadurch gewinnen, daß, wie wir bereits erwähnten, die Beethoven'schc Musik von der gesammlen Capelle des Herrn Musikdirectors Krautze ausgesührl wird.

. «i-tz-n, 6 S-vtember. In Handelskreisen ist der Wunsch laut geworden, datz dem gerichtlichen Verfahren bei Off-nbarungs-iden unpfändbarer Schuldner, wilches I-tzt in der Stille sich vollzieht, eine angemessene Oeffentlichkeit gegeben werde. Zu diesem Zweck wird vorg-schlag-n, datz em Vcrzeichnitz derjenigen, welche den Eid geleistet ^aben, bei den Amtsgerichten zur Einsicht offen ausgelegt, ober datz ein solches Ver- ö->chnitz IN den Gangen der, Gerichtsgebäude an leicht bemerkbarer Stelle ausgehängt werde. Zur Begründung di-t-r Maßregel wird darauf bingewiesen, daß bis jetzt d°S Manifestatwnsverfahren fast stets wirkungslos gewesen ist. ö

®ieb»N, 6.September. Die diesjährige Prüfung der G-rtchtsschreib-r-, Gerichts-ollzi-h-r- und Polizetcommisfär-Aspiranten beginnt Montag den 29. October, Bormittags 9 Uhr. Diejenigen, welche sich dieser $rüfuna unter® »ieh-n wollen, haben ihr- Gesuche binnen 4 Wochen an den Vorsitzenden der Pruiunas' Commission, Herrn Dr. Stammler hier, etnzusenden. *

6: September. Nächsten Sonntag werden eine größere Zahl Turner (50-60) von Bockenheim, Homburg :c. gelegentlich einer hierher zu veranstaltenden Turnsahrt dem hiesigen Turnverein einen Besuch abstatten. Zum sreundlichen Empfang derselben sind, wie uns miigeiheili wird, bereits die nöthigen Vorbereitungen getroffen; nach diesen .,t u. A. Morgens 9 Uhr ein Gang nach Gleiberg in Aussicht genommen und Nachmittags soll ein gemeinschaftliches Schauturnen der auswärtigm Turnvereins stattfinden. Freunde der Turneret machen wir besonders auf das Schauturnen aufmerksam. _*

Vermischtes.

-MWMMMMZ

ss ® ^m11^0^^111?1111119 ^nl)ct morgen Vormittag statt.