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Bureaur Schulstratzc 7.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bririaerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Politische Ueberficht.

San Remo, den 5. Mär,, 10 Uhr 10 Min. Vormittags, ©e. L

AranKreich.

Zn Oirairila bereuet sich die Entscheidung zwischen Italienern und Abyss intern vor. Amtliche Nachrichten, die aus Maffauah in Rom ein« gegal g n sind, b-stätigen. daß sich die Abysstnier in Gura unter den Generälen M>k el unb Area conc nttiren. In «<m ra, dem abyssintschen Hauptquartiere U»o Casten befinden sich ebenfalls starke «''yssintsche Streitkräfte uno so er- Weint ein unmittelbarer Angriff der Abysfinter aus die Italiener als bevor st-rend. Die Italiener gedenken den Gegner in der wohlbesesttgten Stellung von Saati zu erwarten und haben fie auch die Ablhettvng, weiche Ailet be. setzte, wieder nach Saati zurückgezogen. Ueder die Stärke der anrückenden abyssintschen Truppen lauten die Angaben der Kundschafter noch immer wider- spre«end, nur Kimmen diese Angaben darin überein, daß die Aby sinter den 3M >nern an Zihl ganz bedeu end überleben sind.

Für den Ausbau der strategischen Bahnen im Osten Deutschland, werden im Ganzen etwas über 25 Millionen Mark gefordert werden: nahezu Millionen werden davon aus Reichsmitteln, der Rest von annähernd 7 Millionen von Preußen zu bezahlen fein. Man hofft, daß die Bewiülf-ung m , °9e Reichstage so wenig Schwierigkeiten verursachen wiro, daß der

Reichstag trotzdem Ende nächster Woche geschloffen werden kann.

Bet der im Wahlkreise Greifenberg-Kammtn stattgehabten Reichstag«.

Verlin, 5. März. Die mehrfach beklagte und für das Jahr 1885/86 statistisch nachgewieseneUeberproduction auf höheren Schulen" hat auch im

Berlin, 5. März. DerReichs. Anzeiger" veröffentlicht folgende« Bulletin:

daraus Anlaß, nochmals vor dem Eintritt in die höhere Schul-Lausbahn drin­gend zu warnen.

Pari«, 5. März. General Boulanger richtete aus Clermont-Ferrand vom 3. d. Mts. ein Schreiben an den Kriegsminister, in welchem er demselben anzeigt, es feien in Bezug auf die in diesem Monat stattstndenden Wahlen dringende Aufforderungen an ihn ergangen. Da es seine Stellung, namentlich jetzt, mit sich bringe, daß er ftch ganz seinen militärischen Pflichten widme, so bitte er den Kriegsminister, entweder selbst dies Schreiben -u veröffentlichen, oder ihn zu ermächtigen, seinerseits ein Schreiben zu veröffentlichen, in welchem er ferne Freunde ersuchen würde, keine Wahlstimmen aus ihn abzuqeben, da er eine Wahl nicht annehmen könne.

Deutschland.

Darmstadt, 5. März. (Zweite Kammer der Stände.) Der erste Ausschuß zwetter K mmer hat über Kapitel 59 Tit. 1 des Hauptvoranschlaqs für die Jahre 1888/91: A.Obere landwirthschaftliche Behörde" (welche Pos. nach den Verhandlungen tn der Kammer auf den Antrag des Abg. Osann wieder an den Ausschuß zurückoerwiesen wurde) jetzt weiteren Bericht er­stattet. In demselben erklärt stch der Ausschuß mit der von Großh. Regierung in Aussicht genommenen Organisation der oberen landwirthschaftltchen Be­hörde eir. verstanden, und beantragt: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung ihrem Wunsche gemäß zu ermächtigen, zum Zwecke der Einfügung einer Verwaltungsbeamten in die obere landwirthschaftliche Behörde einen weiteren Durchschnittsgehalt von 5000 JL zu verwenden.

A x t Nr. 7 des Reichs-Gefetzblatts, ausgegeben den 3. d. Mts., enthält:

no JiitA Asetz, betreffend die Einführung der Gewerbe-Ordnung in Elsaß-Lothringen. Vom 27. Februar 1888

"Fend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften. Vom 28. Februar 1888.

Gießen, am 6. Marz 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Nom, 5 März. In der heutigen Sitzung der Kammer gedachte der toskonische Deputtrte Sonnino des deutschen Kronprinzen und sagte:Bewegt folgen wir de« Nachrichten aus San Remo, woselbst unser erlauchter Gast, der deutsche Kronprinz, dieser hochgebildete Fürst, erleuchtete Freigeist, Krieger und Künstler, dieser vollendete Ritter und Edelmann, dieser aufrichtige und bewährte Freund Italiens, feil Monaten mit Heldenmuth gegen Krankheit kämpft. Ihm, der besorgten Gattin, seinen ehr­würdigen Eltern, dem ganzen Deutschland, das für seinen Liebling zittert, entbiete diese Kanimer Namens des ganzen italienischen Volkes aus tiefstem Herzen ihren Gruß warmer Sympathie. Ich bitte den Herrn Kammerpräsidenten, diese Gefühle für das uns befreundete und verbündete deutsche Volk und unsere Wünsche für die Hersielluna Ümes Kronprinzen diesem zu entsenden." Ministerpräsident Crtspi schließt sich den Wünschen des Redners für denGast Italiens, den Freund des Königs und Italiens, den ausgezeichneten Krieger und klugen, fetngebtldeten Fürsten, dem es noch vergönnt sein möge, den deutschen Kaiserthron zu besteigen und sein Land mit neuem Ruhme zu erfüllen , an. Die Kammer beschloß im Sinne betder.Redner. (F. Z.)

Deutscher Reichstag.

53. Sitzung vom 5. März 1888.

cs. zweite Berathung der Commtssionsoorlage über die Aufhebung deS Identitätsnachweises wird fortgesetzt.

m v'c Pedell-Malchow (cons.) beantragt $ 1 Abs. 1 wie folgt zu fassen:

Bei der Ausfuhr von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Buchweizen, Hülsenfrüchten, werden, wenn die Menge der einzelnen Fruchtarten 500 Kilogramm ^reicht, auf Antrag der Betheiligten 90 Procent des für die Einfuhr gleichartiger Maaren Mrifmaßig zu zahlenden Zolls baar vergütet. Bei der Einfuhr der vorge­nannten Mlaren ist der tarifmäßig zu zahlende Zoll baar zu entrichten." Die über­tragbaren Einfuhrvsllmachten fallen damit fort, an ihre Stelle tritt eine Ausfuhr­vergütung. "

tu c.1.AA Wörmann (natl.) tritt dem Einwande entgegen, daß namentlich der Großhandel von der Aufhebung des Identitätsnachweises Nutzen habe; die Maßregel

Afrika.

Suakim, 4. März. Meldung des Bureau Reuters Gestern Abend besetzte eine größere Abtheilung Derwische das Fort außerhalb der Stadt und griff heute die Stadt an, mußte sich aber nach vierstündigem Kampfe unter Zurücklassung mehrerer um!!«; rF ~n& Verwundeter zurückztehen. Der im egyptischen Dienste stehende taer? Tapp und 5 Soldaten sind tobt, 14 verwundet. Die Kanonenboote Delphin undAlbacora" nahmen am Kampfe Theil.

Stafitn.

San Remo, 4. Marz, Abends 9 Uhr 40 Min. Der Kronprinz hatte einen geringer PerrodUe furJC 3eit auf dem Balkon. Auswurf und Husten sind

ließen, 6. März. . -------- ----------------- uuu# lw

Seit einiger Zeit schon geht durch einen Theil der Presse das Gerücht, ^ahre 1886/87 ihren Fortgang gesunden. Die zustehenden Behörden nehme» Kaiser Wilhelm habe mittelst Cabinetsordre seinen Enkel, den Prinzen ------ - -

^lm, zur Vollziehung von Regierung-. Acten für einzelne Behinderung-, fälle ermächtigt. Wie nun diePost" erfährt, ist in den leitenden politischen Kreisen der Reichshauptstadt von einer solchen Maßregel nichts bekannt, ste würve nur denkbar sein, wenn das Befinden des Kaisers Anlaß dazu böte und dieses fei doch gerade gegenwärtig ein durchaus zufriedenstellendes.

Im Zustande des Kronprinzen find vorläufig keine neuen bedenklichen Ceränberunqen zu verzeichnen. ja. die Nachrichten aus San Remo nehmen sich seit einigen Tagen wieder etwas hoffnungsvoller aus. Es heißt, die Frau Kron- i w7L*** nuuycgauitm meicysiag«-

prinzessin habe am Samstag eine Depesche nach London abgeschtckt, in welcher I (Stichwahl) wurde Dr. Kohlt (deutschsreis.) mit 200 Stimmen

es wörtlich laute:Die Hoffnung kehrt wieder! Gott sei Dank!" Auch wird j,or,tät gewählt. Der conferoatioe Canoidat, Herr v. Köller-Hoff, ist dem- berichlet, daß der Hust-n beim Kronprinzen nachgelassen habe, daß er guten nac6 unterlegen.

Appetit besitze und daß seine Stimmung wieder besser geworden sei, was aber k Berlin, 5. März. Der Bundesrath stimmte dem Ausschußbericht über

aiUeft nidbt aufif^üe&t, daß vielleicht schon in den nächsten Tagen wieder ernster ben wegen Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalis-Etat

lautende Meldungen aus San Remo kommen, die Krankheit des hohen Herrn pro 1 8U'

ist la leider nur zu reich an solchen jähen Uebergängen. Was die Aufgabe des ' -

uaw san Remo entsandten Berliner Anatomen Waldeyer anbelangt, den Aus- wurf des Kronprinzen mikroskopisch zu untersuchen, so soll von den Aerzten des . k ö L k A - -- - ------ ----------- ^v.

Kronprinzen beschlossen worden sein, das Resultat dieser Untersuchung jedenfalls ?nh ber Krlwprinz verbrachte eine gute Nacht. Das Allgemeinbe-

nicht zu veröffentlichen, ein Beschluß, der freilich nicht geeignet erscheint die Be- ! befriedigend, der Appetit gut, der Husten und Auswurf geringer, fotgnifc bt4 heutigen 93ol(e8 um Den geliebten SCijconfolger »u minbern *---------

U.ber ben Termin ber Reichrtagrschlnsser läßt sich noch immer nichts G-nauer mittheilen, letzterer wirb aber keinensallr bir etwa utm 10 Mär- erfolgen tönnen, wie e« bislang immer hieß. Erstlich würbe ber Reichstag mit den Betriebenen zweiten unb dritten Lesungen, bie er nach iu erledigen bat bt« zu dem genannten Zeitpunkte schwerlich fertig werben unb bann werben noch immer neue Vorlagen stgnalistrt, u. A. der Gesetzentwurf über die strategischen Bahnbüuten im Osten und weiter auch eine neue Vorlage für Elsaß-Lothringen »et btefer parlamentarischen Geschäftslage bürste baher wohl erst für Enbe kommender Woche auf ben Schluß ber Reichrtager zu rechnen sein. War die neue Etfenbahn-Vorlage anbelangt so soll er sich hierbei hauptsächlich um ben Bau weiter Geleise -us ben Strecken Posen-Thorn, Marienburg - Jllowo unb Schneibemühl-Laskowitz hanbeln, die Kosten finb aus etwa 25'/. Mill JC. ver­anschlagt, von denen bar Reich ben weitaus größten Theil übernimmt"

Die Osterferien be« preußischen Sbgeorbnetenhauses werben am 20 ober 21. März beginnen unb soll bir dahin mindestenr der Etat definitiv erledigt werden. Arn Dienrtag gelangte der Antrag auf Verlängerung der Legirtatur-Perioden zur zweiten Lesung und für die Mittwachrsitzung war die Generaldebatte über den Centrumr-Antrag, betr. ben Religionsunterricht in ber Volksschule, in Aussicht genommen und beide Themata werden ohne Zweifel tu lebhaften Debatten geführt haben. ö

-Ar. 57 Mittwoch den 7. März 1888

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.