Handel und Verkehr.
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1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Summa: 7
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„ 5. Junt. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Mund
F. TÄ Hühnerettr pr. St 5 J> 2 Stück 9 Enteneier 5- ©änfeeter ©t. 0—00^, Kale vr. St. 5—8^, Kasematte per St- 3 Erbsen per Liter 17 H h sfinantrR 1er 30 A Rauben per Paar Jt 0.60-0.70, Hühner per Stück Ji. 1.20
, Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle
n der Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen«
Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen.
,, 22. Woche. Vom 27. Mai bis 2. Juni 1888.
Einwohnerzahl: 19001 ' ™zx ------- - --
Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. . k c Luft 17, Wasser 17 Gr.
Gießen, den 5. Juni 1888. Rübsamen.
L o 5 ck ö e <S.
r, 5 Juni. Auch die gestrige zweite Aufführung des Lutherfestspiels,
mit der anderen Hälfte der Hauptdarsteller sowie der Sänger besetzt war gestaltete sich zu einer ebenso vorzüglichen als wie die am Sonntag gegebene Man glaubte nicht Dilettanten vor sich zu sehen, so wahr und treu wurden die Rollen wtedergegeben. Auch Sanger und Orgel thaten ihre volle Schuldigkeit, stad. Hofmann leistete als Luther Vorzügliches. 1
c 5' Juni. Von den am letzten Sonntag durch den Hagelschlag heim-
Gemarkungen ist wohl die Gemeinde Garbenteich am härtesten mitgenommen worden, denn daselbst ist fast sammtliche Winter- und Sommerfrucht, Obst rc. total §^nso wurden auch die Gemeinden Klein Linden, wo auch im Orte selbst !?» Ä^bnster zertrümmert sind, Lich, Langsdorf, Watzenborn-Steinberg, Langd, sowie ein Thetl der Gemarkung Hungen hart getroffen.
Bern, „4. Juni. Der Bundesrath verwies Johann Ulrich Wübbeler aus Hannover in Zurich des Landes und untersagte dem Martin Etter aus Württembera z. Z. in Stuttgart, den Aufenthalt in der Schweiz. Die Verurthnlung beider erfolgte wegen ihres lebhaften Antherls an anarchistischen Bestrebungen und wegen der ihnen nachgewiesenen Depontrung einer Kiste Dynamit bei Schröter. Das Strafverfahren mtttel sistir?" < f me0en Verjährung, theilS wegen Mangels genügender Beweis-
Paris, 4. Juni. Boulanger erschien heute um 2 Uhr in der Kammer, begleitet von einigen befreundeten Deputrrten. In der Kammer brachte Boulanger den Antrag, die Reoffion der Verfassung betreffend, ein und verlangte Dringlichkeit für denselben. Daraus verlas er die Begründung seines Antrages, in welcher er heroorhebt, die Wahlen viele Kundgebungen auf seinen Namen veranlaßt hätten, machten es ihm zur Pflicht, die Leiden des Landes hier darzulegen. Die Krisis drohe sehr ernst zu werden. Frankreich habe schon nicht mehr das Vertrauen zum nächsten Tage, welches jedem wohlregierten Lande nothwendig sei. Boulanger fährt in der Verlesung seiner Rede fort. Die Republik soll nicht das Ergenthum von einzelnen Personen sein, sie soll keine Burger ausschließen; wir haben eine Republik, die von einer Gruppe regiert wird. Dies ist eine Gefahr für das Land. Die Regierung der Republik muß für alle Inter- effen, für alle Meinungen Verständniß haben. Wir sind alle Republikaner, das heißt wir wollen Freiheit und Gerechtigkeit für Alle. Fortgesetzt sind Kundgebungen auf meinen Namen erfolgt, es ist dies für mich eine Ehre, denn diese Kundgebungen Itammen von patriotischen Mannern, deren Herzen erbittert sind. (Lebhafter Wider- fpruch auf den Bänken der Opportunisten.) Der Parlamentarisnrus erzeugt leicht unwürdige Begehrlichkeiten und lähmt den guten Willen. (Beifall auf der Rechten und äußersten Linken, starker Lärm auf den übrigen Bänken.) Die Regierung muß eine vollständige Reform gewähren und nur die Revision der Verfassung kann eine wiche Reform Herstellen. Das gegenwärtige System giebt die Regierung in die Hände der privtlegirten Klaffen; der Parlamentarismus führt eine Spaltung in Gruppen herbei, welche nur ihren Interessen nachgehen; Ministerien, die aus Koterieen heroor- gehen, können nicht dauerhaft sein. Als Boulanger darauf von Ministern spricht welche die Summen der Wähler durch Gelder aus dem Staatsschabe erkaufen wollen fordert der Prafident Boulanger auf, seine Worte zurückzunehmen. Boulanger erklärt daß er mchl die Absicht habe, seine früheren Kollegen anzugreifen. (Zunehmender M?™1-). Boulanger wirst die ^rage auf, ob überhaupt ein Präsident Der Republik notfHfl sei, Frankreich wurde einen solchen sehr wohl entbehren können. (Zunehmende Unterbrechungen). Nachdem der Präsident den Rednerdaran erinnert bat, bafe es Keit sei, seine Angriffe zu beendigen, hebt Boulanger noch hervor, daß ein reconstituirtes Frankreich welches eme folgerichtige Politik in seinen Beziehungen zum Auslande beobacht und sich auf eine mächtige Armee stütze, die beste Friedensbürgschaft für Europa sei; die gegen- wartige Kammer aber vermöge dem Lande eine solche Regierungssorm nicht zu geben. Möge die Kammer auf die Wunsche des Landes hören, welches die Auflösung derselben verlange. Boulanger schloß seine Rede, indem er seine Resolution betreffend die Revision der Verfassung und die Auflösung der Kammer verlaß. — Die Dringlichkeit für die Berathung des Antrags Boulanger's wurde mit 377 gegen 186 Stimmen abgelehnt.
Paris, 4. Juni Das Bureau der Kammer hat beschlossen, Wilson's Bezüge v^hDeputtrter zu stretchen, da er seit seiner Verurtheilung den Sitzungen nicht bei-
London, 4. Juni. Im Unterhause gibt anläßlich der Debatte über den Re- gierungsantrag auf Ermächtigung zur Ausgabe von 2 600000 Lstr. zur Verthetdigung der Hafen und Kohlenstationen Lord Hamilton zu, daß im Kriegsfälle die Regierung nicht im Stande sei den gesammten englischen Handel gegen Angriffe zu schützen. Die Regierung steigere aber anhaltend die Zahl ihrer Schnell-Kreuzer. Die Idee, daß eine feindliche Armee voni hunderttausend Mann in der Nähe Londons plötzlich landen fonne, fet lächerlich die Beförderung einer solchen Armee in 48 Stunden erheische einen Dampfertonnengeha t von 480 000 Tonnen und nur Deutschland ober Frankreich könnten eine solche Armee plötzlich senden. Deutschlands Dampfertonnengehalt ist 420 000, der Frankreichs ellvas unter 500 000, habet bedürfe England mit seinen größeren Hilfs- drei Monate zur Versammlung einer solchen Flotte. Die Regierung kann weder solche semationellen Erklärungen unterstützen, noch darauf eine Politik erkra- vaganter Ausgaben bastren; die Regierung beabsichtigt jedoch, während einer Reihe von Jahren die Flottenausgaben auf hohem Niveau zu erhalten, denn zur §eit stehe die Flottenmacht nicht auf der nothigen Höhe. Der Antrag wurde mit 206 gegen 85 Stimmen angenommen.
Brüssel, 4. Juni Der König begab sich heute zur Besichtigung der hydraulischen ema,chtnen des Canals von Charlerot nach Hondelange, dem Hauptmittelpunkt des belgischen «Locialismus. Eine Depesche des „Journal du Peuple" meldet, daß bei der m,S-a6<$abtSt,Äk" e& d e Marseillaise gesungen sei und mehrfach der Rus vernommen wurde. „Es lebe die Republik, es lebe das allgemeine Stimmlecht."
Potsdam, 5. Juni. sPrivatdepesche.j Der Kaiser hatte eine gute Nacht. Er stand um 10 Uhr auf und begab sich auf die Terrasse. Der Kopfschmerz ist geschwunden. Der Kaiser nimmt Vormittags die Vorträge von Albedyll, Mischke, Rauch und Radolin entgegen.
(incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,15 o/oq, Kinder
»ff lürden JU empfehlen. (Bravo! vivant sequentes!) Wenn doch alle Sckulmönn!? T ed,£e Ausbildung unserer Jugend aus den höheren Schulen ano^ttaü? ist ,ol» bkle Ansichten über unsere Kunst hätten! anoenraut ist, solch gesunde
Hungen, 4. Junt. Verflossenen Mittwoch hielten Sr Durckcknn^i
«fflbrte Licder der Schuljugend und des Gesangvereines und eine in einem Lockruf bte hohen Herrschaften endigende Ansprache des Geistlichen anschloß'en^ (suAHkh I über den herzlichen Empfang dankte^^der^^Durchlaucht^
hohen Gemahlin Namen, der Stadt ferneres Emporblüben müns^^ und seiner
Lr sU1!L sMonats-Bericht der Arbeiter - Colonie pro gesammt 63. fmb in ber Kolonie arbeits-, resp. stellenlos ins-
Hiervon waren landw. Arbeiter rc. 16 Bäcker 4 9snrMpr<. o 1
W-ber I, Porzellankitter 1, Krankenmärter 1, Zimmermann 1.' ' ^» ' Buchmacher 1, ^^aten nach kommen auf: Großherzoathum Hessen 13 Nassau in Thüringen 3 Bayern 3, Sachsen 3, Württemberg 3. Pon Preußen aut die Bro-' otnjen: Brandenburg 2, Hessen (Cassel) 8, Posen 1 ^stvreußen 1 i'
Sachs-n 3, Rheinland 10, Westfalen !, Mecklenburg l/'Schwe0 1 ' ’’
Abgegangen sind im Laufe des Monats Mat 31 * '
ei»»täWu“fÄ"e\3ßU,'W 21' ^rch die Colonie in Stellung 5, durch slt «gWmmg b« Anstalt ausgenommen 927 Colonisten. sei r»f- «,"S, “19511««™ ««Mo. m
•MtatfäÄ, ”*»■ S. Ä" «"Sni:
l)er Parole durch Gouvernementsbefehl verboten, weder irgend einem Vereine behüteten, noch gesellige Veranstaltungen irgend eines Vereins zu besuchen. 3
qx r . , Nachdem der Maurerstrike glücklich beendigt und es die Schreiner mit einem
n^fbC^Cnaen eine Lohnerhöhung auf friedlichem Wege zu erreichen macht lÄ^buerdwgs unter den Zimmergesellen eine Lohnbewegung bemerkbar In ^einer gestern stattgehabten Versammlung wurde zunächst die Zusammengehöriakeit unter hm cine N°'bw-ndigk-it b-tout und ein s^choerein gcgründet^^ Der ^,urdc für viel zu gering bezeichnet, doch gab man sich der k-/L°bn-s bewilligen f e'nfcl,Cn "Orden und ohne Strike eine ErW)ung
Rheinhessen, 4. Juni. In der Nähe von Ober-Jnaelbeim sank Leiche" mLber Landstraße um und mar sofort eine
L s Polrzei ließ ihn wahrend der Nacht aus freiem Felde bewachen und heute Morgen beerdigen - Am oberen Mühlwerke in Bingen wurde am Samstaa d e Leiche eines Soldaten des 117. Infanterie-Regiments geländet. ®
Magdeb ur g, 2. Juni. Der klägliche Zusammenbruch der Rinavartei beweist Dlj!l^f4Uem oller jener Agitationen, welche unter Verkennuna der
N Ö/rt wtrthschaftlichen und geschäftlichen Grundsätze, unter Mißachtung leder Rücksicht auf Tausende nothwendiger und wohlbercchtigter Existenzen dem bereits burcb ltarfQn arg bedrückten (Konsumenten neue Lasttn zumuthet, ohne dadurch
htifennft *nt1 boup"ben Gewmn zu schaffen, im Gegentheil die Brenner einer hn!Cnm^UfUa entgegen fuhren müssen. Allen ausposaunten großen Erfolgen entgegen etwa?6o/ Bpin-in^^ ^bndigen Gesammt-Contingent (207 Million Liter) nu? ^auf ar a?ae6h6pn/op "h p lt ^eldinungen brtngen können wobei noch viele mit Nebenbedingungen abgegebene, die als ungtltrg anzusehen! Dieser redlich verdiente Mißerfolg möge die UrMp7pIChnipö^ ^waigen neuen Umtrieben der Ringleute warnen, da auch d^e durch p.?esetzte Beunruhigung stark geschädigten Gegner entschlossen sind sehr empfindliche Gegenmaßregeln in Zukunft wider Jene zu treffen' Hfhhn mh hn b aCU Warnungen ohngeachtet, neuen Monopolab- dur ch "beitrag en blC ^anb Mieten und zum Verfall des Geschäftes da- p{n ^?LSmaÄbt0rLn,irb Folgendes berichtet: Am Sonntag wagte sich
?ab gekleideter Knabe an den Prinzen Heinrich, der im Parke am hL f?ileren Flns' £lXQ^ em Sträußchen Maiglöckchen in der Hand iragend. Ber hohe Herr, welchem die Zutraulichkeit des Kleinen Vergnügen machte, wollte die dluwenspenhe in Empfang nehmen. Damit aber hatte er die Absicht des Knaben erLa-!binLbicf-er saßle sich vielmehr ein Herz und sagte, wenn auch etwas Züchtern: „Königliche Hoheit, wollen Sie mir nicht Frau Irene zeigen?" Dieser
ber Pnnz nicht widerstehen; er führte den Kleinen seiner Gemahlin zu die das duftige Sträußchen mit Lächeln in Empfang nahm. v i f
Vermischtes.
mir» Am-»"' ktHier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe
I?nd es ht ärnpikp^^onntlich hat unsere kritische Zett auch an diesem Wort gerüttelt und es i't Zweifel erhoben worden, ob Luther es gesprochen habe. Slun versckläat es im Giunde wenig, ob Luther seine Rede vor dem Reichstag zu Worms wiiklich 9mtt et m'i" °?r nicht dieweil doch leu’n«” Ä daß
oLT r O Öeftant)en und bestanden hat, wie es die Worte aussprechen j
nprmnrfiL^hnfe der Jahrhunderte so unauflöslich mit der Gestalt Luthers
verwachsen, datz es uns auch um die Worte leid thäte, wenn wir sie als unhistorisch ! minen mußten^ Es ist darum auch für die Darsteller und Zuschauer unseres Luth r- festsptels von Bedeutung, zu wissen, wie es damit steht. LUI9Cr
„ . c tft Thatsache, daß die Worte in verschiedener Fassung überliefert werden
und dag manche daher nur die ^Worte: „Gott Helf'mir, Amen" für echt halten. Ilnseie j flrofeten Forfeher, Ranke und Kostlin, weisen dagegen mit Recht darauf bin, daß die V SanApdU0en bCI bcn?..ro1lä^reJlb dieser Schlußworte herrschenden Lärm manches gar nicht, $ manches ungenau gehört haben konnten. Nun ist es aber durch die gewissenhaften und ' Untenuchungen des Hamburger Stadtbibliothekars A. von Dommer ?
hJfannt11, bic Jwben gleichzeitigen Flugschriften, welche die Worte in der uns > dekannten Form enthalten, von Johannes Grünenberg in Wittenberg stammen also ' 2Il!9,e" ber9eftcat ^nd. Damit ist ein entscheidendes Zeugniß erbracht !
heffe^wir!^ Amen^" ° ^sprachen Hal: „Ich kann nicht anderst, hier stehe ich, Gott \ Ie^n®mnlnI',TOÄ2lUnL cSt-nographisches.f Aus Aachen wird uns gcmeldei: ' letzten Monat März wurden wiederum drei gut besuchte Kurse an den biefiaen
Schulen eröffnet Der Director des Gymnasiums, ein einiger Verehrer der St no graphte, der in feinen alten Tagen die Kunst Gabelsbergers noch erlernt hat und ' anwendetz hat eingewilligt, daß die bereits in der Stenographie vorgeschrittenen Schüler |L M lm ^chullokal zu gemeinschaftlichen Hebungen versammeln. Ja er ging weit 1
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Es starben an:
Zusammen:
Krebs
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Lungenschwindsucht
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Bauchfellentzündung
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Leberentartung
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Ueberfahren
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Unbekannter Ursache
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Rachenbräune
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