Ausgabe 
6.5.1888 Erstes Blatt
 
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sehr umfangreichen Vorbereitungen steht zu crcvarten, daß sich die hiesigen Aufführungen den besten in Deutjastand an die Seile stellen werden. Nähere Bekanntmachungen durch Annoncen u. s. w. werden in Kürze eriolgen.

Vermischte $.

Wetzlar, 4. Mai. Ein Brandunglück, wie es in gleicher Größe seit langen Jahren nicht dagewesen ist, hat heule Nacht den oberen Theil unserer Stadt heim- gesucht. Es mochte etwa um 2 Uhr Morgens sein, als plötzlich der Schreckensruf Feuer" die noch im Dunkel daliegenden Straßen durchgellte. Schon die Ersten, welche, diesem Rufe folgend, sich aus dem Schlafe aufrüttelten, sahen sich einer mächtigen Flamme gegenüber, welche aus dem Hause des Schreinermeisters Friedr. Sarges emporlohte. Gleichzeitig aber ertönten schon verzweifelnde Hilferufe der die oberen Etagen dieses Hauses bewohnenden Personen, welche, da das Treppenhaus sogleich von dem Feuer ergriffen worden war, den gewöhnlichen Ausgang aus dem Hause versperrt fanden. Obwohl zu dieser Zeit noch wenige Leute zur Stelle waren, gelang es doch, durch eilends herbeigeschleppte Leitern'wenigstens das Leben der so hart Bedrohten zu retten. (Sm besonderes Verdienst hat sich hierbei der Sohn des Hausbesitzers, Karl Sarges, erworben, welcher unter Nichtachtung der eigenen Gefabr mehrere Menschen aus dem brennenden Hause rettete. Leider hat der junge Mann sein muthiges Werk nnt unterschiedlichen, gar nicht unerheblichen Brandverletzungen büßen müssen. Mittler­weile griff das Feuer mit rasender Schnelligkeit um sich; es war noch nicht 3 Uhr, als bereits fünf Gebäude, außer dem Sarges'schen auch diejenigen des Schuhmachermeisters David Maas, des Rentners Phil. Holl, des Metzgers Loeb Heldenmuth und der Wütwe PH. Zimmermann, lichterloh brannten. In dem Augenblick, wo wir dieses schreiben 10 Uhr Morgens lodert das Feuer noch an allen Ecken und Enden und es ist vorauszusehen, daß von allen den genannten Häusern außer den Grundmauern so gut wie Nichts stehen bleiben wird. Beschädigt ist außer den er­wähnten Gebäuden auch noch das ehemalig Höpfner'sche Haus, dessen eine Wand wahr­scheinlich eingeschlagen werden muß, wenn sie nickt von selbst einstürzt. Die Gefahr ist zwar jetzt für die Nachbargegend so gut wie abgewendet zu betrachten, gleichwohl wird die Feuerwehr vor morgen Abend kaum von der Brandstätte gänzlich Abschied nehmen können, da aus den übereinander geschichteten Trümmern, den Balken und dem Mauerwerk, die Flammen noch immer lustig emporzüngeln. Soviel wir erfahren konnten, sind im Ganzen etwa 12 Familien durch das Brandunglück betroffen, von denen die meisten allerdings versickert haben, während einige und zryar, wie wir höien, gerade solche, die Nichts als das nackte Leben gerettet haben, nicht affecurirt gewesen sind. Namentlich in dem Sarges'schen Hause 'dürften sehr viele Mobilien zu Grunde gegangen fein; einem Handschuhmacher wäre, wie man erzählt, für mehr als 1000 Thlr. Leder verbrannt. Unsere Feuerwehr war zwar ziemlich rasch zur Stelle, sie hatte aber einen um so schwereren Stand, als sich einmal das Feuer ungeheuer rasch aus- breitete, sodann weil es nur mit erheblichen Schwierigkeiten gelang, Wasser zur Stelle zu smcfffew Ganz besonders erschwerend hat hierbei der Umstand mitgewirkt, daß der Gold- silchteich wegen der augenblicklichen Näumungsarbeiten wasserlos ist und daß die nächftge- Jcge Pumpe so dicht an den brennenden Häusern sich befand, daß sie schlechterdings nicht in Benutzung treten konnte. Es mußten in Folge dessen erst lange Schlauche gelegt werden, man mit der Spritzarbeit beginnen konnte. Etwas spät zwar, aber immer noch früh genug, um unsere theilweise sehr stark angestrengte Feuerwehr wirksam zu unter; stutzen, erschienen die Spritzen von Niedergirmes und Garbenheim. Die dieselbe be­gleitenden Leute haben denn auch an den Einreißungs- und Ausraumarbeiten tapfer mit- aeholsen. Augenblicklich wird die Feuerwehr durch dieSchüler des Gymnasiums, welchebeim Pumpen und Wasserholen wacker mithelfen, unterstützt. Ueber die Ursache des Brandes haben wtr etwas Bestimmtes bis jetzt nicht in Erfahrung zu bringen vermocht. ,. waTa ln dem Nachtdunkel, welches bei dem Höhepunkt des Brandes noch über

Stad ausgebreitet war, ein schauerlich-schöner Anblick, als zwischen den dichten Rauchwolken die lohenden Flammen aus allen Fenstern und Oeffnungen der brennenden §"^^^I^o^lugten. Gleichwohl möchten wir wünschen, daß uns in unserer Stadt blkles Schauspiel möglichst erspart bleibe. Und bann möchten wir aus diesem neuesten Brandungluck noch die Berechtigung zu einer Mahnung herleiten, zu der Mahnung nämlich: Versichert Euer Hab und Gut, damit Ihr Euer Haupt jederzeit ruhig zum Schlafe betten könnt! 00

Frankfurt a. M., 1. Mai. Die Restauration im Centralbahnhof ist gestern vergeben worden. Herr Halfen, Restaurateur der Taunus-Bahnhofs, erhielt dieselbe. In engerer Wahl waren die Wirthe desHotel du Nord" und des alten Bürgerveretns.

La0' deu der Restaurateur des Centralbahnhofes als Pacht zu zahlen hat, ist uuu pro Jahr.

Handel und Verkehr.

Aist t>em heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0-05-100, Hühnereier pr. St. 5 2 Stück M, Enteneier 5- H, Ganseeier

St. 910 ^, Kale vr. St. 48,4, Kasematte per St- 3 Erbsen per Liter 16 H wa ?nnerAlfcr 30 Paar Jt 0.70-0.90, Hühner per*Stück JL 0.85

«Jka00' per Stück 1.702.20, Enten per Stück JL 2.002.50, Ochsen-

steifch per Pfund 56-64 4, Kuh- und Rindfleisch 45-50 H, Schweinefleisch 50-60 L ^"sch 5464 H, Kalbfleisch 4046 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4 756.00 per Eentner X 13.0014.00, Milch per Liter 1218 Weißkraut Stück

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Telegraphischer Schiff-bericht

cn m der «Red Star Line" Antwerpen.

, Q. New-York, 2. Mai. Der PostdampferWaesland" derRed Star | Line , in von Antwerpen heute wohlbehalien hier angekommen.

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Eießen

Nufgebote.

, Apru: 28. Georg Gustav Brandenburg, Augenarzt zu Gießen mit gjiarthn »nn - mar? $a8coe ,u Gictz-n. 28. H-inrich tzchu-m-ch^' » Z. G-rd ° füstlter im 115 Infanlerie-Regiment zu Darmstadt, mit Eliiabe.'h Lotz, geb. ^rnbcrgrr Wi"we von Schuhmacher Justus Lotz zu Gießen. 30. Georg Karl Ludwig Haubach Cigarrenfabrikant zu Darmstadt, mit Luise Johannette Katharine Philippine Flett von mr 2? L \ ?!\cbr ? A.edni, Friseur zu Wetzlar, mit Maria Elisabeth Ltollenwer" Klc^assen 4 nnd) Zahler, Postassistent zu Salzungen, mit Rosalte Behr zu

GhesitzUrtznUgeu.

~ k Mai: 2 Johannes Grün von Bernsselo, Restaurateur dahier, mit Anna Friederike Christiane Philippine Machenhauer hierselbft.

w ecnoreitc.

u ?cm Hüttenarbeiter Heinrich Wagner II. ein Sohn, Adam August 25. Dem Schuhmacher Heinrich Möller eine Tochter. 25. Dem Taglöhner Konrad o2h Sergroetfearbeita Johannes Franz ein Sohn. SarL "- Schlosier Ludwig Kreuter eine Tochter, Sophie Hermine Elsa 29 Dem Weichenwärter bei der Oberhessischen Eisenbahn Karl Freitag eine Tochter, Elisabethe Gbriltian VieinT- irh !ttwe von Bierbrauer

Schnnutz ein Sohn, Hermann Heinrich. Mai: 1. Dem Schmied

2 $cm «<«« 3°»°""

~ ,2,pri; 27. Elisabethe Philippine Sophie Dorothea Pfisterer, geb Wctrrl 4? 3! von Werkmeitler Michael Pfisterer dahier. 27. Hetnrichst.il'

57 n ' ?°". E-'knh-im, Kreis Friedberg. 28. Ferdinand Papst

57 Iahre^ alt, .Kaufmann dahier. 29. Katharine Klotz, geb. Fabcr, 66 Jahre all «bm^inf "t"'? i?4 u' rSillrocon Händler Heinrich Klotz. 29. Elisabethe Karpt' R ? 3c? ult, Ehetrau von Taglöhner Heinrich Kaipf dahier. 30. Heinrich

al u .^enstknecht dahier. Mai: 2. Heinrich Seibert, 69 Jahre alt 30° Jabrc°.^"'"'Weser-Bahn dahier. 2. Wilhelm Kubitz aus Ratibor,' ^hrc alt, Kunchner daoter. 2. Hermann Heinrich Schnautz, 2 Tage alt Sobn ßub^ia Thenh^nr ^nnr?CnCn d^brauers Christian Heinrich Scknautz dahier. 3. Dr. Egid fflrnfe Or?ni8^r' p^ctischer Arzt dahier. 3. Wilhelm

S Gastwirth von Etsernhand, Kreis Wetzlar. 3. Georg Wendel,

a t' Landwirth von Ehlhalten, Amt Königstein. 4. Marie Weiß 2 Jahre alt, Tochter von Cigarrenmacher Johannes Weiß V. zu Watzenborn. 9

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

.Evangelische Gemeinde.

deitautt«

Mai. Johannes Grün, Restaurateur zu Gießen, und Anna Machenhauer, Tochter des zu Wiesbaden verstorbenen Landwirths Wilhelm Machenhauer.

eHtauftt*

28. April. Dem Gerichts-Assessor Carl Dornscifs ein Sohn, Fran. C-rt Richard Rudols Johannes, geboren den 20. März. ' ü 8

8. ^Cm ^^löhner Johannes Schäfer ein Sohn, Carl, geboren den

2{priL. Dem Kaufmann Carl Friedrich Leib eine Tochter, Christiane Henriette Johanna, geboren den 17. März. v 1

II.^Februar.' @4ndbcr 6^riftian Otterbein ein Sohn, Christian, geboren ben 7 April^b"' 3)6111 H"fs-Telegraphisten Georg Döll eine Tochter, Maria, geboren Fr,eba,^ebme7den^.'Apnl^^^r Christian Triebe- eine Tochter, Anna Minna geboretfben^^'mär Jtaufmann GarI ®tcler ei" Sohn, Fritz Carl August Rudols, den 12^MSr^" ®em ^^päckträger Georg Klein ein Sohn, Hermann Georg, geboren geborenem'l7"'Mrz" *Maafcx $ßil6clm «lnt «ne Tochter, Elisabeth- Katharine, . Denselben Dem Heizer an der Eisenbahn Peter Gipp -ine Tochter Mario Elisabethe Katharine, geboren^den 19. März. 'ulanc

ben 2 Ap"ri/'a'" ®em Schuhmacher Gottfried D-eg ein Sohn, Georg, geboren tdeeeMgit.

M.chae^Pfisterer,^t35 W^rk?m27. Werkmeisters-

28. aPriItn 30" iIpriI' Ferdinand Bapst, Kaufmann, alt 57 Jahre, starb den Klotz, aWwt fto?b6ben29ti^^b' W-"w° des G.mirfehändlers Heinrich alt 33^[e,bftnarb^ab2^eSf' des Arbeiters Heinrich Karpf,

starb dm^2&einrid Seibert, Eis-nbahn-Werkst-lte-Vorstehcr, alt 69 Jahre,

AtCgemeiner Anzeiger.

3831)

UiirfOiif|nfl.s (früfTfiiuiG.

bk Wrthschaft^^" P^likum zur gefl. Nachricht, daß ich unterm Heutigen

Gießen, am 4. Mai 1888.

Hochachtungsvoll

Louis Feldhaus.

zum deutschen Kaiser

übernommen habe Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meinen wertsten Gasten mit guten Speisen und Getränken billigst entgegen zu kommen. Gleich­zeitig empfehle ich meine neu eingerichtete Gartenwirtbschaft mit Keael- bahn und mache ich besonders auf ein gutes Glas Frankfurter Bier aufmerksam. 1

Geselligkeitsverein Gießen.

Sonntag den 6. Mai: flOenöimterOadnng mit Tanz auf der Schönen Aussicht.

Fremde haben Zutritt. ' Anfang 8 Uhr.

_Tn _ Der Vorstand.

NB. Der Weg ist von der Aktien-Brauerei aus beleuchtet. 386$

Kunstverein.

, Die diesjährige Ausstellung des Rheinischen Kunstvereins findet vom 6. Mei3.a»at fa dem großen Saale der R e a l s ch ul e (Ludwigstraße) statt. Dieselbe »st geöffnet an den Sonntagen von 101 Uhr, an den Werktagen von 111 und von 46 Uhr.

Die Mitglieder des Kunstvereins, ihre Frauen und unselbständigen Kinder haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten freien Zutritt zu der Ausstellung, für Ntchtmitglreder beträgt der Eintrittspreis 50 H.

In dem Ausstellungslokale liegt eine Liste zur Aufnahme von Beitritts­erklärungen offen. 3836

____________ Der Ausschuß.

Stadtschulen!! I

Schulbücher Schulartikel billigst in der Schulbuch" haudlueva von

3887 T-l , _

Ernst Balser.