Kavitalrentensteuer 355 397.99 JL - Im Großherzogthum kamen im Jahre 1886 31 737 (Murten und 21 667 Sterbfälle vor, ferner fanden 7085 Eheschließungen und 53 E.)esche^ouil^en @[ne erschütternde Scene ereignete sich gestern indem
SitzunAaale der Cioilkammer des hiesigen Landgerichts. Bet der Verhandlung einer Ehescheidungsklage, die eine noch sehr junge Frau gegen ihren ^ann eingeleitet hat, sollte eben mit der Vernehmung der Klägerin begonnen werden, .als die Frau laute Zeichen des Irrsinns ausstieß und unter ärztlicher Begleitung m das Rochusspital verbrach^ ^)Urd) überfahren ^cr ®clc^c Ließen heute früh unfern der Station Mettenheim - Strecke Mainz-Worms — zwei Güterzuge zusammen. Eine Anzahl Wagen entgleiste und wurden solche mehr oder minder stark zertrümmert. Don dem Zugpersonal ist glücklicherweise Niemand beschädigt.
ö 0 A Mainz. 4. Januar. Ucber das Vermögen der ziemlich angesehenen Firma L. Stark & Co., Treibriemenfabrik hier und in Weisenau, ist heute Conkurs eröffnet worden Am meisten engagirt hierbei ist, wie man hort, ein stiller Theilhaber der Firmader einen großen Theil seines nicht unbeträchtlichen Vermögens ein- bu6en Aus Kurbelten, 2. Januar. In dem Darse Beiseförth im Kreise Melsungen wollte eine arme Wittwe im Älter von 69 Jahren in der Dämmerung aus einen Nachbarhof aus einem Ziehbrunnen Wasser holen. Einen Eimer hatte ne hnauf' gewunden; als sie denselben jedoch oben von der Kette losen wollte, schlug die Winde zurück und der Eimer zog die schwache Frau hinab in die etwa 35—40 Werbet ragende Tiefe. In ihrer Todesangst batte sie die Windekette fest umklammert gehalten. Zum Glück war nicht viel Wasser in dem Brunnen, doch stand sie bis an die Schultern im Wasser. Ihre Rufe aus der Tiefe wären ungehört verballt, wenn nicht zufällig Jemand kam, das auch Wasser holen wollte. Auf dessen Veranlassung eilten mehrere Manner herbei und zogen die halberstarrte Greisin an die Oberfläche.
Berlin, 2. Januar. Bereits seit Wochen verschwanden in Tempelhof bei Berlin aus unertiärlitbe Weise die Katzen. Alle Nachsorlchungeu nach dern Verdleiben waren ohne Erfolg Endlich ließen die dortigen Gensdarmen sich die Ermittelung des Lerschwindens angelegen sein. Einer derselben begegnete im Orte kurz vor den Feiertagen einem Fremden, der ihm dadurch aufsiel, daß er etwas unter den Rock geknöpft zu haben schien. Er unterzog denselben einer Untersuchung und sand unter dem Rock zwei Katzenleichen und in dem weiten Ueberziehärmel noch eine dritte, die augenscheinlich in Schlingen gefangen waren. Der Fremde wurde festgenommen und gab dann an, daß er der Grünkramhändler K. sei, in der Hermsdorfer Straße hie^ stlbst wohne und die Katzen als ausgeschlachtete Hasen in Berlin, sowie auch di- Felle verkauft habe. Er gab ferner an, daß er sich wegen feiner billigen Hasen eine? recht guten Kundschaft erfreue. Der Hasenjäger wurde der Staatsanwaltschaft übergehen. $anuar Freitag Nachmittag hatten sich mehrere 8 bis 10 Jahre alte Kinder auf die mit dünnem Eise bedeckte Mosel zwischen der Todtenbrucke und der Diedenhofenerbrücke begeben. Das Eis brach unter den Fußen der Kinder und zwei der Kinder versanken in dem Fluß. In ^r ^ile bei beigerufene Soldaten zogen sie nach ungefähr zehn Minuten aus dem Wasser. Der eine Knabe konnte bald wieder zu sich gebracht werden, während der andere, ein Sohn des im Proviantmagazin beschäftigten Arbeiters Schäfer, nicht mehr in's Leben zuruckgerufen werden konnte.— schreckliches Ende nahm am 20. December ein früherer Krupp'scher
Gasarbeiter in Essen. Derselbe war an Theerofen beschäftigt und kam beim An- seuern der Feuerung zu nahe, wodurch sich die Kleider, welche von der Arbeit mit Theer befleckt waren, entzündeten. Mit großer Mühe gelang cs ihm ^war, die meisten Kleider abzuwersen. bis auf die hohen ötiefd, welche er nicht herunterziehen konnte und die daher vollständig in das Fletsch einbrannten und dann mit diesem absesckmitten werden mußten. Der Verunglückte wurde sofort in's Krankenhaus gebracht und dort etwa 14 Tage lang auf's Beste behandelt und verpflegt. Am 20. ^ecember früh mußten ihn? jedoch beide Beine abgenommen werden und obschon diefe Operation gut verlaufen war, trat doch Abends der Tod ein.
Landwirthsckaftlich« Nachricht««.
(Nachdruck verboten.)
— Blattläuse werden durch den Frost nicht gelobtet, so muß allen denen zu- gerufen werden, welche glauben, ihre Obstbäume, die im Vorjahre von den Blattläufen stark heimgesucht wurden, werden schon, ohne weiteres Zuthun, durch die: Unbilden des Winters von diesen Pflanzenschädlingen befreit werden. Die Blattläuse, die sich bekanntlich geschlechtlich und ungeschlechtlich vermehren, ertragen in den Formen, in btnen sic übrnmiUern bis zu 20 Grad Ställe, da ist al(o bet un§ menis von der reinigenden Wirkung des Frostes zu h.ffen. Von den Blattläusen uberwinlerl die sogenannie Amme, welche im Frühjahr ohne Besruchlung 40-60 Junge, berDorbrinflt, die sich ebenfalls ohne Besruchlung verwehren, unter der Rinde der Baume, und 'st fee durch den schon viel empfohlenen Kalkanstrich zu vernichten. Außerdem stnd aber auch Wintereier vorhanden, die an die jungen Triebe gelegt wurden. Um die zu vernichten, bleibt nichts Anderes Übrig, als die Bäume, aus denen sich BiaMause zeigten, bis in die Spitzen der Aeste mit Kalkmilch zu streichen. Es ist das eine etwas mühselige Arbeit, aber es giebt kein anderes Mittel, und der Frost übernimmt, wie gesagt, die Vernichtung nicht. .....
- Glänzende Resultate erzielt bei «themnoth, Brustbeklemmnng. Asthma, Lustbeschwerden. Hören wir tn diesem Falle fremdes Unheil, das uns v.n einem Patienten kürzlich zuging: Hochgeehrter Herr! Von ^einnrBKannten wurde ich veranlaßt, gegen meine so lästigen Athmnngsbeschwerden die in kürzester Frist so rühmlichst bekannt gewordenen SodeuerMineral-Pastilleu Diesem Rcthe bin ich gefolgt und kann Ihnen hiermit die erfreuliche Mittheilung machen, daß ich nach dem Gebrauche derselben vonmeinen AthmungsbeschwerdenvolliS befreit worden bin. Ick kann nickt umhin, allen an dieser quälenden Krankheit Leidenden die Sodener Mineral-Pastillen auf's Beste zu empfehlen und^zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Marie Kauß, Wittwe, Bornheim — In allen Apotheken sind diese trefflichen Pastillen h 85 pro Schachtel zu haben-
Limburg, 4. Januar. Rother Weizen pro Malters ^^0. weißer Weizen , Korn JL 10.30, Gerste JL 0-00, Hafer JL 0.00, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln (MX). $ Auf dem heutigen MarN kosteten: Kartoffeln per
kalter je 5 00-5 50 baä ©efebeib 10-00 A, Eier das Hundert JL 5.00-8.00, das esrf ß_* \ butter im Großen JL 00.00—00 00, im Detail das Pfunds 1.0V M8 1.15,%itfcfraut per Stück 15-20 Rothkraut per Stück A-35 A Koblrabi n.T q 4 a Ochfenfleisch per Pfund 45—/0 H, Kuhr u. Rindfleisch 40 55 Oi,
Kalbfleisch 40—55 ^, Schweinefleisch 65—75 H, Hammelfleisch ^0—60 1 Ho^n
jL 0 70 1 80, 1 Huhn 100—2.50, 1 Ente «X 1.80—3.00, Gans Pfund 60 70 Ä,
1 Taube 40-60 A, Welsche JL 12.00—15 00.
AUKathottscher Gottesdienst.
Sonntag, den 8. Januar, findet in der Stabtktrche um 11 Uhr «likathittscher
@Otie§Äafl”tben 9. Januar, ebendaselbst um 9 Uhr ein Seelenami für den »er-
storbenen Professor vr. Lutterbeck.
Gottesdienst der israelitischen Reiigionsgesrllschafl.
Freitag Abend 350 Uhr. Samstag Vormittag 8" Uhr, Samstag Nachmittag
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Zur Empfangnahme bezw. Beischreibung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihtaffe angelegten Capi- talieu am Ende dieses Jahres fällig werden. sind nachstehende Geschäftslage festgesetzt und zwar:
Die Einleger werden daher aufgefordert ihre Schuldscheine vorzulegen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 29. November 1887.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse.
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