Landwirthfchaftliche-.'
Hungen, 2. August. (Landw. Versammlung.) Am 26. v. M. tagte da- bier unter dem Vorsitz des Regierungsraths Jo ft von Gießen die Generalversammlung des landwirthschaftttchen Bezirksvereins Gießen, welche von etwa lOOTHeilnehmern aus allen Theilen des Kreises Gießen besucht war. Neben einigen, innere Angelegenheiten deS Vereins betreffenden Gegenständen standen aus der Tagesordnung: „Maßregeln »ur Vertilgung der Raupen an Obstbäumen" und die Frage: „Empfiehlt sich die Hagelversicherung auch für den kleinen Landwirth?" Bezüglich des ersten Punktes war der Verein durch den landwirtbschaftlichen Prooinzialveretn aufgesordert worden, Vorschläge zu einer gesetzlichen Regelung der Frage der Raupenvertilgung zu machen. Nach längerer Discussion, in welcher allseitig die Nothwendigkeit einer Regelung dieser Frage anerkannt wurde, wurde beschlossen, auf Erlaß eines Reglements hinzuwirken, durch welches die Gemeinden mit Vornahme der geeigneten Vertilgungsmaßregeln beauftragt werden sollen. Dieselben sollen ermächtigt und verpflichtet werden, auch gegen den Willen der Baumbesitzer die Verttlgmrg durchzuführen, je nach der Art der Raupen durch Verbrennung derselben mit Raupenfackeln ober durch Abschneiden der Rester, und sollen zu diesem Behuf einen geeigneten Wärter und zur Controle eine Eommtssion bestellen. Die Versammlung glaubte, daß durch rechtzeitige Ergreifung der vorstehend bezeichneten Maßregeln einem solch' beträchtlichen Schaden, wie er in diesem Jahre durch Raupenfraß verursacht worden ist, vorgebeugt werden könne.
Heber die Frage der Hagelversicherung wurde die Diskussion durch ein Referat des Gutsbesitzers Schlenke vom Hardthof bei Gießen eingeleitct. Seitens des Referenten wie seitens mehrerer weiterer Redner wurde der Umstand, daß von kleineren Landwirthen fast Niemand seine Feldfrüchte gegen Hagel versichere, auf die ziemlich beträchtliche Höbe der Versicherungsprämien, besonders aber auf daS vielfach nicht unbegründete Mißtrauen gegen die Versicherungsgesellschaften zurückgeführt. Durch einen Redner wurde die Frage angeregt, ob nicht eine billigere Versicherung und eine gerechtere Schadensregulirung dadurch zu erzielen sei, daß der landwirtschaftliche Verein mit einer bestimmten Gesellschaft Vertrag abschlöfse und dieser dann seine Mitglieder zuwiese. Um dieser Frage und der Frage der Hagelversicherung überhaupt näherzutreten, wurde eine Commission bestellt, welche demnächst weitere Vorlage machen soll. (Darmft. Ztg.)
Handel und Verkehr.
Gießen, 4. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. JL 0,80—1,00, Hühnereier, 1 St. 5—6 H, 2 St. 0—00 H, Enteneier 6-7 H, Gänseeier 0—00 Käse pr St. 4-7 H, Käsematte pr. St 3 Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar X 0,50—0,60, Hühner pr. St. JL 0,85—1,00, Hahnen pr. St. 0,55-1,10, Enten pr. St. JL 1,40—2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 69-68 Kuh- und Rindfleisch 45—54 Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 54—64 Kalbfleisch 40-46 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo Jt 4,50—7,50, Zwiebeln per Centner JL 7,50—9,50, Milch pr. Liter 12—18 H, Weißkraut pr. St- 00—00, Kirschen pr. Pfd. 10— H.
Gießen, 4. August. Auf dem am 31. Juli und 1. August d. I. dahier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 1260 Stück Rindvieh und 732 Schweine. Sämmt liches Vieh war schön und gut genährt und fand in Folge deffen, bei lebhaftem Handel, schnell Absatz. Nächster Markt Dienstag den 14. und Mittwoch den 15. August d. I., am letzteren Tage auch Krämermarkt.
»chtff»«achrtcht<n.
Bremen, 3. August. sPer ttansatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Eapt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Juli von Bremen und am 26. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 15, Wasser 13V2 ®r.
Gießen, den 4. August 1888. Rübsamen.
Briefkasten.
8. Die Universitätsferien beginnen offiziell am 15. August. Die Vorlesungen im Sommersemester find aber zum großen Theil schon eingestellt.
Brodpreise
vom ö. bis 19. August 1888.
der Bäcker H
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 25
2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 50
1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 22
2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 44
1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 20
bei Mart, u- Carl Lenz.....19
2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 40
bei Mart. u. Carl Lenz ..... 38
3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
bei I. Lein, L. Schneider, K. Haas, L Keil..........60
Gießen, den 4. August 1888.
der Brodverkäuser 4
1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 25
2 „ (4 „ ) 50
1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 22
2 < (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 44
3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte —
1 « (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 20
2 „ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 40
3 , (6 w ) Schwarzbrod 2. Sorte —
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Allgemeiner Anzeiger.
Jugendseft.
Die Probeausstellung des Festzuges findet Mittwoch den 8. d. M. in «OswaldSgarten statt und zwar um 2 Uhr für die Mädchen und um 4 Uhr für die Knaben. Zugführer und Zugführerinnen werden gebeten, sich zu derselben einzufinden.
Die Aufstellung des Festzuges beginnt Donnerstag den 9. August, Mittag- 12Vr Uhr, in Oswaldsgarten, der Abmarsch erfolgt Punkt 1 Uhr. Wir bitten die Eltern jüngerer ober schwächlicher Kinder, dafür zu sorgen, daß jemand während des Zugs in der Nähe ist, um sich derselben nötigenfalls annehmen zu können.
Das Hcreindrängen von Erwachsenen in den Zug, sowie das Eingreifen in die Spiele und das Betreten der Spielplätze ist unterlagt.
An den Eingängen zum Festplatz wird zur Bestreitung der Kosten von den nicht zum Zuge gehörigen Festtheilnehmern ein Eintrittsgeld von 20 H erhoben, größere Beiträge werden dankend angenommen.
Wenn das Jugenosest als solches auch fernerhin für Gießen erhalten bleiben soll, so müssen wir nochmals die Bitte aussprechen, uns mit Beiträgen unterstützen zu wollen.
Die Spielordner werden gebeten, Sonntag den 5. August, Vormittags 11 Uhr, sich in der städtischen Turnhalle einfinden zu wollen, 6280
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Homderger, Lehr, Noduagel, Tpitz, Digelius,
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