Geleis-Unterspülungen und Ueberfluthung unfahrbar. Die Vorstädte Danzigs, Stadtgebiet und Schidlitz sind seit gestern Nachmittag theilweise überschwemmt.
— Der Bahnhof in Prauft, sowie viele Häuser der Ortschaft Proust stehen 2 Fuß unter Wasser. Ein Haus ist eingestürzt. Der Bahndamm wird jetzt an zwei Stellen durchstochen, um den Wassermassen einen Abzug zu schaffen.
Danzig, 1. April. Das Eisenbahn - Betrtebsaml gibt bekannt: Die Strecke Praust Canhaus ist an mehreren Stellen zwischen Stroschin und Alfemühle durch Ueberfluthung und Dammrutschung unfahrbar geworden. Die Dauer der Betriebsstörung ist nicht vorauszusehen.
Danzig, 1. April. Das hiesige Etsenbahn-Betriebsamt nmcht bekannt: Die Strecke Danzig-Neufahrwasser ist wieder im Betriebe, ebenso die Thetlstrecke Dirschau- Hohenstetn. Auf der letzteren werden die Anschlußzüge von Hohenstein-Behrend abgelassen. Hohenstein-Danzig kann heute voraussichtlich noch nicht in Betrieb genommen werden. — Beide Geleise zwischen Jtedmannsdorf und Braunsberg, Hoppenbruch und Wolitnik, und Kokbelbude und Ludwigsort wegen Ueberfluthung, bezw. Hochwasser gefährdet und bis auf Weiteres unfahrbar.
Bromberg, 1. April. Die Eisenbahn-Dtrection gibt bekannt: Die Strecke Könitz bis Laskowrtz ist an mehreren Stellen durch Hochwasser gesperrt, dagegen Graudenz dis Jablonowo wieder in Betrieb.
Stolp, 31. März. Das Wasser des Stolpflusses ist fast 4 Meter über dem Normalstande und steigt noch weiter. Oberhalb und unterhalb der Stadt gleicht das Stolpetbal einem See. Die tiefer gelegenen Straßen stehen metertief unter Wasser; in der Töpferstraße ist bereits ein Haus eingestürzt. Oberhalb Stolp wurden mehrere Brücken weggeschwemmt.
Stolp, 1. April. Das Etsenbahn-Betriebsamt gibt bekannt: Der Mittel- Vfeilcr der Fluthbrücke bei der Ktlometerstatton 33X) zwischen Schlawe und Rügenwalde ist in Folge von Unterspülung eingestürzt; die Strecke ist in Folge dessen bis auf Weiteres betriebsunfähig.
— Der Betrieb auf der Strecke Neustettin-Stolp ist heute wieder mit der Maßnahme eröffnet worden, daß die Reisenden an der zum Theil zerstörten Wipper- brücke in Km. 80 zwischen Hammermühle und Zollbrück umsteigen. Ebenso ist der Betrieb aus den Slrecken Neustettin-Hammerstein und Konitz-Bärenwalde heute wieder oufgenommen. Ein Umstetgen der Reisenden zwischen Hammerstein und Bärenwalde ist gegenwärtig nicht thunlich, da mehrere unfahrbare Stellen vorhanden sind.
Arankreich.
Pari-, 1. April. Der „Temps" hält jede Majorität in der Kammer für unmöglich, wenn das neue Cabtnet nicht alle aufregenden Fragen fernhalte, und empfiehlt Floquet, Opportunisten in das neue Cabinet aufzunehmen. Das „Journal des Debats" erblickt in einem Cabinet Floquet einen erneuten Versuch zu einer Concentrirung der Republikaner und bedauert, daß man früher gemachte Fehler auf's Neue und in verschärftem Maße begehen wolle in einem Augenblicke, wo man überhaupt keinen Fehlir mehr begehen dürfe.
— Heute Nachmittag fand im Palais Bourbon eine längere Conferenz Floquet's mit Freycinet und Goblet statt. Wie verlautet, wäre es dabei zu einer Einigung gekommen sowohl über die Elemente, aus denen das neue Cabinet zu bestehen, wie nuch über die Hauptpunkte des Programms, das das neue Cabinet zu befolgen hätte.
Portugal.
Lissabon, 1. April. Der deutsche Gesandte v. Schmidthals ist gestern in Cintra in Folge eines Lungenschlags gestorben.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs ielegr. Correspondenz- Bureau.
Berlin, 3. April. Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht folgende Kabinetsordre des Kaisers an den Kriegsminister vom 26. März: „Gleich meines Herrn Vaters Majestät will ich unverweilt und unausgesetzt meiner Armee meine Fürsorge zuwenden. Das von dem Kaiser und Könige Wilhelm gegebene, wiederholt zeitgemäß geänderte Exerzierreglement der Infanterie, welches sich bis heute in seinen Grundsätzen durchaus bewahrt hat wird bei den Ansprüchen, welche *ie fortgeschrittene Technik der Feuerwaffen jetzt an die Soldaten stellt, einer Vereinfachung bedürfen, um Zeit und Raum zu schaffen für eine noch gründlichere Einzelausbildung, eine einheitlichere und strengere Erziehung in der Feuer- uno Gefechtsdisziplin. In diesem Sinne will ich als künftig zum Wegfall besonders geeignet die dreigliedrige Aufstellung bezeichnen, welche int Kriege nicht gebraucht wird und im Frieden entbehrlich ist, jedoch will ich hiernach die erforderlichen Aenderungen des Reglements so gestellt wissen, daß die zum Dienst zur Fahne einberusenen Mannschaften des Beurlaubtenftandes sich ohne besondere Einübung in der Schule des Reglements zurechtfinden."
— Der „Post" zufolge brachte der Kronprinz bei dem Geburtstagsdiner des Reichskanzlers, nachdem der Reichskanzler in dem ersten Toaste den Kaiser gefeiert hatte, einen Toast auf den Reichskanzler aus, worin er sagte: Er bitte bei einer so erhebenden Gelegenheit ein Bild vorführen zu dürfen, wie er sich das Reich in seiner politischen und sozialen Lage, in seinen inneren und äußeren Beziehungen gegenwärtig vorstelle. Er vergleiche dasselbe mit einem Armeecorps, welches im Feldzuge den Höchstkommandirenden verloren und dessen erster Offizier schwer verwundet sei! In diesem kritischen Augenblicke richten sich 46 Millionen echter deutscher Herzen in Angst und Hoffnung nach der Fahne rmd deren Träger, von dem Alles erwartet wird. Der Träger dieser Fahne aber ist wtfer erlauchter Fürst, unser großer Kanzler , er gehe uns voran, ihm folgen wir, er lebe hoch!
— Der Reichskanzler hat beim Bundesrathe beantragt, daß für Rechnung des Ruches von den umlaufenden silbernen Zwanzigpfennigstücken fünf Millionen Mark Unzu- ztehen und je zur Hälfte in Fünf- und Zweimarkstücke umzuprägen sind.
Berlin, 3. April. Der Kaiser nahm Vormittags den Vortrag Albedyll's entgegen machte Mittags eine Promenade mit der Kaiserin im Charlottenburger Schloßpark und empfing später den von Darmstadt heute früh zurückgekehrten Prinzen Heinrich.
. _ , Hannover, 3. April. Dem „Hannoverschen Courter" zufolge erhielt der Reichslagsabgeordnete Landesdirector von Bennigsen den rothen Adlerorden erster Classe.
Elbing, 3 April. Zwischen hier und Marienburg verkehrt täglich eine Ponton- VOft- ^^Ueberschwemmungsgebiet umfaßt jetzt circa zwölf Quadratmeilen, da viele Dörfer durch Ruckstau überschwemmt sind. Die Wasserhöhe beträgt drei bis zwölf Fuß. Heute wurde bie Schichau'sche Schiffswerft theilweise überschwemmt: 200 Arbeiter sind entlassen worden. . 1
Danzig, 3 April Durch Ueberfluthung des Sorgeflusses sind ganz- Stadt- tbeile von Gyristburg hoch überschwemmt. Ueber 20 Häuser sind einaeslürrt an 300 Menschen obdachlos. Bei Wernersdors oberhalb Marienburg droht Är Nogat" dämm zu versinken; es wird mit aller Kraft gearbeitet, um den Damm zu halten, dessen Bruch neue schwere Gefahr für Marienburg und den großen Werder bringen wurde. ö
Landsberg a. SB., 3. April. Durch Deichbrüche der Netze bei Driesen Krcbbel und Gurkow'sch-Bruch sind das Friedeberger- und das Netze-Bruch überschwemmt. Die totabt Driesen und die Dörfer Dessau, Siegendorf, Gurkow'sch-Bruch und Lipke stehen unter Wasser. Bei Limmritz hat ein Dammbruch der Warthe statt- »5'u^em Mel Vieh ist ertrunken auch Menschen sollen umgekommen fein. Das Wasier her Warthe und Netze fallt langsam.
Posen, 3. April. Einem Comitä von Bürgern, welches Nahrungsmittel an die Durch dre Ueberschwemmung Geschädigten vertheilt, sagte Minister o Puttkamer Se. Majestät der König habe ihn direct auch nach Posen gesandt, weil sein Herz sehr schmerzlich davon ergriffen sei, daß gleich bei seinem Regierungsantritte so viel Noth und Elend über einen Theil seines Landes hereingebrochen sei; er, der Minister bitte
Bürgern zu sagen und spreche ihnen für ihre werkthätige Hilfe den Dank Sr. Moiestat aus. — Die Warthe ist heute auf 5,20 gefallen.
?• April. Bei Budwetm in der Tilsiter Niederung fand heute ein Dammbruch statt. Es sind 200 Mann Militär dorthin beordert worden.
dariS' 3* April. Das neue Kabinet, in welchem Ferouillat anstatt Ricard's die ^^süz und Deluns-Montaud anstatt Loubet's die Arbeiten übernahm, ist nunmehr con- Jtttuirt. ES trat heute Nachmittag um 2 Uhr unter dem Vorsitz Carnot's zusammen um
den Wortlaut der ministeriellen Erklärung festzustellen, welche heute in der Kammer xur | Verlesung gelangt. HCC »»5
- -r, M .da*iS, 3. April. Das Ministerium ist definiliv conftituirt: Floquet, Inneres- ©obiet, A-ub-res; Freycinet, Krieg; Krantz, Marine; P-ytral, Finanzen'- Vielte' Pierre^LearmKi"^>anta^ Sertouilto' Justiz; Deluns Dionlaub, öffentliche Arbeiten' Die Mitglieber b-s neuen Cabtncts hielten gestern Nach- mittag eine fünfstündige Berathung ab.
onu n-3- Ap^l. Dem Vernehmen nach führte die gestrige Berathung der 6cSr neiken Ministeriums Meinungsverschiedenheiten bezüglich des den senden Programms herbei. Die Opportunisten Ricald und Loubet !?s?^n^sich gegen das Prmcip der Verfassungsrevision aus. Es heißt, die Radikalen Lesdore und Lesguillier wurden an ihre Stellen treten. Es ist noch ungewiß ob das berA* ^uie sich den Kammern vorstellt. Die gemäßigt repubttkanischm Blaiter äußern sich ungünstig über das neue Cabinet.
Rom, 3. April. In mehreren Ortschaften der Provinz Bergamo haben Scknee- verlegt" 'Ocr^cerun0cn angerichtet. Die Straße zwifchen Gardellino und Bondtone ist deterSburg, 3. Aprill General v. Werder ist heute nach Berlin zurückgereist. , , Chicago, 3. April. Die Direction der Chicago-Milwaukee-Saint Paul-Eisen- enUassin 0CßCU 5000 ^rcr Bediensteten wegen Betheiligung an dem jüngsten Stritt
Lokales.
1 Dee Kgl. Eisenbahn - Direktion Hannover theilt untemt
m,t' ali!)®.rUnbv allerhöchster Ermächtigung die Königlichen Eisenbahn- Dlrektwnen vom Herrn Mmrster der öffentlichen Arbeiten angewiesen worden sind frei- R-.^aben an Lebensmitteln zum Verzehr, an Kleidungsstücken, Decken und ähn- ^lche zur Unterstützung der nothleidenden Bevölkerung in den von ben Überschwemmungen betroffenen Gebieten bestimmt sind und von Staats- oder „E^^ehörden, Kreesvereinen oder anderen Wohlthätigkeitsvereinen aufgegeben und ^bhorden oder Vereine genchtet werden, bis auf Weiteres frachtsrei zu be- ^.rdern Dw betreffenden Frachtbriefe müssen mit dem Vermerk versehen sein- Frei- Krei?/ nhpr6n K ft® "°^^"dende Bevölkerung in . . . ." Die in Betracht kommenden HhVr S? r9rt^a^ten "brden den Komglrchen Eisenbahn - Direktionen von den Herren s n betreffenden Provinzen noch besonders bezeichnet werden." Die
1 ^bessen schon fetzt nach solchen Stationen bewilligt, welche in oder an SSJJ r1bea^ ®Ibe zwischen Wittenberge und Hitzacker, der unteren 9cGt Unbc ber Warjhe ber Posen belegen sind. Die Verwaltungen dn Prwateffenbahnen sind aufgefordert worden, sich dieser Maßnahme anzuschließen. B o < 4. April. Zum Besten der Ueberschwemmten wird Herr Oscar
Zack am Dlenstag den 10. d Mts. eine Vorlesung halten, deren Reinertrag den von der großen Wassersgefahr Bedrängten zu Gute kommen soll. Wenn schon der edle Zweck an sich die höchste Beachtung verdient, so können wir doch nicht umhin, unsere geschätzten Leserinnen und Leser noch besonders auf das Unternehmen des Herrn Zack aufmerksam zu machen, um so mehr, da die Wahl des zu recitirenben Werks „Der wilde ^äaer" ron Julius Wolf, eine äußerst glückliche genannt werden kann.
Gieße«, 4 April. (Der neue Verschönerungsverein.) Unsere Stadt kroßen Vorzug, m einer herrlichen Gegend zu liegen. Berg und Thal, Feld und Walh, Waffer und Land wechseln in reizender Manigfaltigkeit und die Höhen sind mit Wnjöurgen und Rumen gekrönt, die die herrlichste Aussicht gewähren. Der Einheimische ist an alle diese Pracht derart gewöhnt, daß er sich kaum noch Rechenschaft darüber Swt, warum unsere Gegend einen so hohen Reiz gewährt. Auf den Fremden aber stürmt all diese Schönheit der Natur um so mächtiger ein.
., u Läßt sich denn da noch etwas verschönern? Ist, wenn die begeisterte Schönheitsschwärmerei wirklich am Platze ist, auch noch ein Verseh önevungsverein am Platze?
_ ..„^ne Zweifel doch. Wie viele schöne Punkte sind nicht ober nur schwer zugänglich: es muffen neue Pfade gebaut, oder dieselben verbessert werden, oder es sind Bänke aufzustellen, die zur Rast emladen, ober Bäume zu pflanzen, um Schatten zu gewähren auf sonnigen Wegen. Wer kann im Voraus angeben, in wie vielerlei Beziehung ein Ver. schvnerungsverem bessernd eingreifen kann und an welchen Stellen er zuerst den Hebel ansetzen soll Aber was er auch, beseelt vom uneigennützigen Bestreben, der Stadt, ihren Bewohnern dienstbar zu sein, angreifen mag, der Verein braucht Geld, ohne welches er seine Thati^keit nicht beginnen kann. Es ergeht daher an alle Bewohner unserer Stadt die dringende Bitte, dem Verein beizutreten und es demselben durch den geringen Jahres- beitrag von 2 Mark zu ermöglichen, der gefammten Einwohnerschaft unserer Stadt wirklich Dienste zu erweisen. '
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△ M ainz, 2. April. Mit Rücksicht darauf, daß es in der letzten Zeit wieder- polt vorgekvmmen, daß Kinder aus Privatunterrichts-Anstalten austraten, ohne der gesetzlichen Schulpflicht Genüge geleistet zu haben, bat sich die Kreis-Schul-Commission Mainz veranlaßt gesehen, an die Vorsteher und Vorsteherinnen von Prioatunterrichts- Anstalten neuerdings eine angemessene Verfügung zu erlassen. Sobald ein Kmd aus E ncV^rlDatle$ranftaIt austritt, gleichviel, in welchem Alter sich dasselbe befindet, muß darüber bei der Kreis-Schul-Commission Anzeige erstattet werden und zwar mit genauer Angabe der Namen und Wohnung des Kindes und dessen Eltern.
lü Frankfurt, 31. März. Der Donnerstag verhaftete Silberdieb, dessen richtiger Name Carl Laugner und der seines Zeichens Kellner ist, ist in verwichener ^acht entwischt. Die Aufregung, welche heute Früh in unserer Stadt her-rschte, als das Entweichen des gefürchteten Einbrechers bekannt wurde, war ungeheuer. Die Leute wollten die Nachricht gar nicht glauben und doch stand die Thatsache seit Mitternacht zweifellos fest Langner hatte in der Nacht zweimal einen Selbstmordversuch gemacht, wc^ aber ledesmal noch rechtzeitig abgeschnitten worden. Um weitere derartige Ver- suche zu verhindern, hatte man seine Zelle offen gelassen und einen Tisch in die Thüre gestellt, an dem ein Wächter Platz nahm, um Laugner fortwährend im Auge behalten zu tonnen. Dieser Wächter, Namens Broca, der einem unverbürgten Gerücht zufolge 56 Stunden ununterbrochen Dienst gethan haben soll, ist an dem Tisch eingeschlafen. Laugner hat diesen unverhofft günstigen Umstand benutzt, Broca die Schlüssel ge- "ommen und, nachdem er in der Nebcnzelle einen langen Winterpaletot sich ungeeignet, bas ^eitc gesucht. Der kühne Einbrecher, welcher nur mit Unterhose und Hemd de- tleidet war, ist zweifellos über die Mauer entkommen. Der Posten am Klapperfeld will auch einen Mann in Ueberzieher und Unterhose mit einem Tuch um den Kopf «eschen haben. Laugner hat sich sehr wahrscheinlich nach Alte Gasse 26 begeben, m- Jelbft seine Geliebte wohnt. Hier ist er vermuthlich in andere Kleider gesteckt und mit Geld versehen worden. Das Frauenzimmer wurde heute Morgen verhaftet, mußte aber, da eine Haussuchung resultatlos verlief und sie jede Begegnung mit Laugner be- streitet, wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Der Wächter Broca hat sich, als man das Entweichen des endlich erwischten Silberdiebes entdeckte, an einem Gasarm erhängt. Derselbe hinterläßt 4 Kinder. Die Polizei hat die ganze verflossene Nacht unb den heutigen Tag eine wahrhaft fieberhafte Thätigkeit entfaltet, um des frechen Einbrechers wieder habhaft zu werden — bis zur Stunde leider umsonst. Daß man in Laugner den echten Silberdieb wirklich dingfest gemacht hatte, ging daraus hervor, daß wan Silbersachen bei^ihm gefunden, die von Wormser, Heidelberger und hiesigen Ein- bruchdiebstahlen herrührten. Laugner soll mehrere Sprachen sprechen und in feinem Auftreten ebenso fein wie gewandt sein. Heute Nachmiktag hat die Polizeibehörde das Entweichen des geriebenen Spitzbuben mittelst Plakatanschlags bekannt gemacht und Jedermann aufgefordert, nach Kräften zur Ergreifung des Verbrechers durch Mit- theilungen rc. beizutragen. Auf die Festnahme Lauaner's ist ein Preis von 700 JL ausgest'tzt. selbstredend erzählt man sich in der Stadt noch die seltsamsten Geschichten, wenig ober gar nichts davon dürfte indeß auf Wahrheit beruhen, auf eine Wiedergabe verzichte ich daher.
— Frankfurt, 2. April. Seit vorgestern tagt in unserer Stadt die V. Dele- girten-Versammlung des Deutschen Werkmeister-Verbandes, welche von Vertretern aus nah und fern zahlreich besucht ist. Ueber die gefaßten Beschlüsse läßt sich erst später berichten, da die Verhandlungen noch andauern. Gestern Abend fand im


