An unsere geehrten Abonnenten
Die Expedition de- „Gießener Anzeiger".
— Ein Freund und Liebling unserer Hausfrauen hat sein sechstes Lebensjahr vollendet: die praktische Wochenschrift für alle Hausfrauen ,Fürs Haus*. Welch' eine Fälle von guten Rathschiägen, Belehrungen und Ermahnungen hat dieser treue Freund während dieses Zeitraumes unfern lieben Frauen in's Haus getragen! Wie manche Saal, welche dies segensreiche Blatt ausgestreut hat, mag lchon herrliche Früchte getragen haben! Wie viel herzlichen und innigen Dank hat aber auch seinerzeit der lresfltche Säemann geerntet! Ein Beweis dieser dankbaren Anerkennung ist ja die immer ausgedehntere Verbreitung, welche „Fürs Haus" in den deutschen Familien findet, eine Verbreitung, welche eben nur in Dem gediegenen, reichhaltigen und mannigfaltigen Inhalte und dem dabet außerordentlich billigen Preise (vierteljährlich nur 1 M ihre Erklärung findet. Möge sich das Blatt auch fernerhin das Vertrauen und die
Wiederholte Beschwerden, welche in der letzten Zeit uns kund, wurden veranlassen uns, die geehrten Abonnenten unseres Blattes zu bitten, jede Unregelmäßigkeit der Austräger uns mit kurzer Notiz gefl. bittet zu melden. Nur dadurch sind wir in Stand gesetzt, Abhilfe zu schaffen. Die Austräger sind angewiesen, den Anzeiger in die Wohnung der Abonnenten
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
. a — Das Auf bewahren von Saatzwtebeln in Säcken oder Netzen in der Näbe des geheizten Ofens hat sich als äußerst vortheilhaft erwiesen. Nach darüber anaestellten M rolrb bl? Neigung zur Schaflbildung wesentlich unterdrückt und das Wachsthum der Zwiebeln befördert. Die Beobachtungen und die Einten zeigten dak der Erfolg des Ausdörrens zunächst bei großen Zwiebeln darin besteht: 1. DaK die Wachsthumfähigkeit gewisser Organe erheblich vermindert, zum Theile ganz unterdrückt wird. 2. Die Verminderung oder Aufhebung der Wachsthumsfähigkett der Zwiebel- achsen hat eine ungewöhnliche Förderung des Wachsthums der Laubblätter im wäteren' Zeiträume zur Folge. 3. Aus derselben Ursache hat sich auch die Bestockung verstärkt allerdings in nicht sehr beträchtlichem Grade. Bei kleinen Zwiebeln zeigte sich die Dörrung von geringstem Einflüsse. In p! attischer Beziehung erweist sich das Dörren der Zwrebeln als sehr vorthellhast, selbst in trockenen Lagen und Jahrgängen, indem der Zwiebeln jeder Größe sich dadurch die lästige Erscheinung des Schossens vermindert Wenn das Dorren sich nun zwar nur bei größeren Zwiebeln als voitheilhafl erwiesen hat, so ist es darum doch zu empfehlen, jedenfalls sollte man es auf einen Versuch nicht ankommen lasten, da Nachlheile bei demselben ja ganz ausgeschlossen sind, derselbe im Gegentheil nur Vortheile bringt.
— [Gerberlohe in der Landwirthschaft zu verwenden.) Die Gerberlohe gibt bei richtiger Behandlung einen sehr guten Compost, doch wäre es sehr falsch, wenn man dieselbe gleich auf den Acker bringen wollte, denn dazu hat die Lohe gar zu wenig schnellwirkende Pflanzennährstoffe neben manchen nicht nützlichen, sondern schädlichen Einwirkungen auf den Boden. Sie lockert den Boden zwar und geht auch allmältg in nährenden Humus über, doch wird dasselbe besser und schneller erreicht, wenn man die Lohe erst anderweitig verwendet oder zur Düngung vorbereitet. Das kann u A geschehen, wenn man die Lohe erst als Streu benutzt, in diesem Falle hat man noch einen doppelten Nutzen davon. Sie wird dann am besten in Ställen verwendet in denen der Dünger lange liegen bleiben muß, und schüttet man hier die Lohe zu unter ft auf den Boden und bedeckt sie bann mit Stroh ober anderer Streu. Es ist das nöthig weil anderenfalls die in der Lohe noch enthaltenen Gerbstoffe die Haut der Thierc reizen würden. Am schnellsten kann die Lohe in einen guten Compost umgewandelt werden, wenn man sie mit Kalk mischt; und zwar setzt man den zwanzigsten Th eil der Lohmenge an Kalk zu. Es ist zu empfehlen, dieses Gemisch noch mit Pferdemist zu mengen und dann in gewöhnlicher Weise in Hausen aufzusetzen, die hin und wieder mtt Jauche zu begießen und einige Mal umzustechen sind. Durch dieses Verfahren wird ein Compost hergestellt, der in vier bis fünf Monaten zur Verwendung gelangen kann und dann an Güte dem besten Stalldünger nicht nachsteht.
etwa einer Stunde Risse und Sprünge, doch war dies nicht anders zu erwarten, da der Bau bei großer Kälte ausgesührt war und noch Feuchtigkeit ausschwitzte. Nach 1 Stunde 10 Minuten wurde der Versuch als beendigt erklärt und der Brand abgelöscht. Allgemein wurde von den Fachmännern die unter möglichst der Praxis entsprechenden Verhältnissen angestellle Probe als gelungen bezeichnet. Die genauen Ergebnisse der amtlichen Prüfungen sollen später veröffentlicht werden.
Literarische-.
Eoncurrenz und Reklame in der deutschen Lebensversicherung. Eine Schrift pro domo oon Dr. jur. Gottlob Schneider, Director der Lebensoersiche- rungsbanf für Deutschland zu Gotha. Gotha, Fnedr. Andr. Perthes. 1888. Preis 4 JL.
Als eine Schrift „pro domo“ bezeichnet sich das- vorliegende Buch. Es ist ein feit langer Zeit festgegründetes Haus, die Lebensoersicherungsbank für Deutschland zu Gotha, welche zunächst gegen die unablässigen Anfeindungen der Coneuirenz und der Reclame oertheidigt werden soll, nicht sowohl aus dem Grunde, weil das bewährte Gefüge dieser Anstalt durch die gegnerischen Umtriebe erschüttert werden könnte, als deshalb, damit die^fortgesetzte Verdächtigung, wenn sie ohne Widerspruch bliebe, nicht den täuschenden Schein der Wahrheit annehmen könne. In systematischem Aufbau seines reichen Beweismaterials stellt der Verfasser das System der Unwahrheit, welches Eoncurrenz und Reclame im Verein geschmiedet, in's helle Licht der Thatsache mit unwiderleglichen Nachweisen aus der Verfassung, der Geschichte und der Organisation der Gothaer Bank, thut er den Ungrund der Angriffe im Einzelnen dar; mit kundiger Feder entwirft er das ungeschminkte Bild der Wirklichkeit im Gegensatz zu dem von der Tendenzlüge erfundenen Zerrbild. Damit aber wächst die Schrift weit über die Bedeutung einer bloßen Streitschrift für den eigenen Herd hinaus; sie berührt Schäden, welche dem gefammten wirthschaftlichen Getriebe in der Gegenwart anhaften, wenn sie auch kaum auf einem anderen Felde so grell heroortreten, wie seltsamerweise auf dem der selbstlosesten Fürsorge geweihten Gebiete der Lebensversicherung; sie führt anderseits, indem sie den ganzen Organismus einer großartigen gemeinnützigen Einrichtung rückhaltlos enthüllt und bis auf die idealen Kräfte, welche diesen Organismus befreien, zurückgeht, den Leser zu einem ungeahnten Versiändnitz des Wesens und der Grundbedingungen der Lebensversicherung überhaupt. Sie sei deshalb dem Feind wie dem Freund, dem Fachmann wie dem Laien angelegentlich empfohlen!
bisherige herzliche Zuneigung unserer Hausfrauen bewahren. Bestellungen nehmen alle Bu bringen Und Nicht, wie vielfach zu geschehen scheint, auf Treppen und Postämter und Buchhandlungen an. Probenummern versendet auf Wunsch die Ge- ; Fluren abzulegen.
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Allgemeiner Anzeiger.
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meinem Vetter, Herrn B. Bierau, übergeben habe. Indem ich für das mir in so reichem Maße geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen.
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Auf Vorstehendes Bezug nehmend, halte ich mein Geschäft dem geehrten Publikum unter Zusicherung prompter und billigster Bedienung bestens empfohlen und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, mir das Vertrauen der mich beehrenden Kunden vollauf zu erwerben und zu erhalten.
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