unb, mit dem Athemzug durch den Schlund gelangend, von der Luftröhre eingesogen. Er dringt hinter der Eptglottis (Zäpfchen) ein und vermeidet solchergestalt den feinfühlenden Wärter, welchen Mutter Natur dort zum Schutz der Luftröhre gegen durch den Mund eindringende schädliche Einflüsse ftattonirt hat — und die Folge ist eine augenblickliche Stockung sämmtlicher Respirations-Organe, ähnlich der Erscheinung, wenn ein Stückchen Brod oder irgend ein anderer fester Körper „in die verkehrte Kehle geräth", wie die Landleute sagen. Solcher Zufall, selbst unter den günstigsten Umständen, ist sehr bedenklich, doppelt gefährlich aber, wenn eine Person sich ganz allein int Wasser befindet. Geräth das Wasser bet dem Beginn eines Athemzuges in die Luftröhre, wenn die Lungen ganz luftleer sind, so wird der Körper sogar augenblicklich untersinken; ereignet sich dies dagegen während des Athemholens, so wird der Kampf um etwas verlängert und tritt es am Schluß der Respiration ein, so mag der Körper sich immerhin eine Weile über der Oberfläche hallen, doch bleibt auch in diesem Fall das Untersinken unvermeidlich. Bemerkt man daher, daß ein Schwimmender oder Badender ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so sollte man keinen Augenblick zögern, ihm zu Hilfe zu eilen, selbst wenn er keinen Ruf um Hilfe ausstößt.
Krakau. Dieser Tage wurden auf der Bahnstation Biala (in Eongreßpolen) elf griechtsch-unirte Familien in Kelten mit der Terespoler Bahn nach Sibirien trans- porttrt, weil sie dm Uebertrttt zur orthodoxen Kirche verweigert hatten. Ihr Vermögen wurde confisctrt. Das zahlreich versammelte Landvolk bewarf die escorttrenden Gendarmen mit Steinen.
Landwirthfchaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— (Kainitdüngung für Kartoffeln.) Was sich für eins schickt, schickt sich nicht sür alles, das ist ein Satz, der nirgends mehr Anwendung findet oder vielmehr finden sollte, als in der Landwirthschaft, leider aber gerade von den Landwirthen nicht beachtet wird. Da hat z. B. jeder Landwirth schon viel von den Wirkungen des Kaintts gehört, wird er doch in allen landwirtschaftlichen Zeitungen und Zeitschriften warm empfohlen. Der Landwirth hat auch vielleicht selbst einen Versuch mit der Beigabe der Kainitdüngung gemacht und einen schönen Erfolg damit erzielt. Es ist deshalb gar nicht so selten, daß er nun denkt, die Düngung mit Kainit, Kamallit und ähnlichen Mischungen fortzusehen. Das ist gut und lobenswerth, aber es muß doch mit Auswahl und Vor- I sicht geschehen. Bringt nur ja keinen Kainit im Frühjahr oder Winter aus den [ Kartoffelacker, das wäre ein sicheres Mittel, um die nächste Kartoffelernte zu vernichten. Denn auf die Kartoffeln wirken die im Kainit enthaltenen Chlorverbindungen sehr
schädigend und es macht sich ihre Einwirkung auch noch bemerkbar, wenn der Kainit schon früh im Herbst auf den Acker gebracht wurde. Selbst bei einer Düngung, die o lange vorb.r erfolgte, werden die Chlorsalze nicht vollständig untergespült und es sollte daher Kainit nie direct als Düngung für Kartoffeln angewendet, sondern immer erst nach der Kainitdüngung eine Vorfrucht gebaut werden.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeivde.
G o 1 t e s d i e n st.
10. Sonntag nach Trinitatis, den 5. August: Vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2^2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Kinderkirche und Katechismuslehre fallen aus.
Am Sonntag, den 12 August, wird nach beiden Gottesdiensten die jährliche Kollekte für die innere Mission in Hessen erhoben werden.
_ ,, Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 5. bis 11. August besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
11. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte.
Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.
Um l/,10 Uhr: Hochamt und Predigt.
„ 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7™ Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr Samstag Abend 8*° Uhr.
Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 14, Wasser 13 Gr.
Gießen, den 3. August 1888. Rübsamen.
Allgemeiner Anzeiger.
MchWe Eisenbahnen.
Mit dem heutigen Tage werden der Nachtrag I zum Lokal-Gütertarif und der Nachtrag IV zum Lokal - Personentarif ausgegeben.
Dieselben enthalten unter Anderem die Bestimmungen und Tarifsätze für den Güterverkehr, sowie die Fahrpreise rc. für den Personenverkehr auf der demnächst zur Eröffnung gelangenden Nebenbahn Stockbeim—Gedern.
Gießen, den 1. August 1888.
6236 Großherzogliche Direktion-
| Wegen Räumung des Jocals bis zum 1. September werden sämmtliche noch vorräthigen
Waa r en
zu jedem annehmbaren Preise ausverkaust.
L J. Cb. Retter Erben.
Korbwcidenverkauf.
Montag, den 6. August, Vormittags 10 Uhr, am Wärterhaus 72 beginnend, läßt die Bahnverwaltung die Korbweiden an den Böschungen des Rodberg-EinschnittS aus 5 Jahre öffentlich meistbieteno verkaufen-
Gießen, den 2. August 1888. 6238 Königliche Bahnmeisterei 14.
Bekanntmachung.
SamStag, den 11. August d. I., Vormütags IOV2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause nachstehende Waldwegbau- und Grabenarbeiten für 1889/90 : veranschlagt zu
1) Basaltsteinlieserung «X 2716.—
*2) Steinsetzerlobn „ 148.96
3) Chaussirarbeit „ 1397.70
4) Ueberdecken „ 129.08
öffentlich versteigert werden.
Die fraglichen Arbeiten sind vorher bei den betreffenden Forstwarten einzusehen.
Gießen, den 3. August 1888.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
________A. Bramm. 6251
Installsiionsarbeit
Die Herstellung der Wafferleitungs- anlage sür das neue hiesige chemische Laboratorium, veranschlagt zu 3728 -X., soll aus dem Wege des öffentlichen. Angebots vergeben werden.
Pläne, Voranschlag und Bedingungen können aus unserem Bureau eingesehen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens bis zum
SamStag, d. 11. August d. I.,
Vormittags 11 Uhr, portofrei bei uns einzureichen, um welche Zeit auch die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Jntereffenten stattfindet.
Gießen, den 3. Auzust 1888. Grobherzogliches Kreisbauamt Gießen. *6252 Walter.
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Erdgeschichte.
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Arbeitsbersteigerung.
Montag, den 6. l. MtS., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause versteigert werden:
veranschlagt zu
Maurerarbeit Jl. 195.—
Chausfir- u. Pflasterarbeit „ 218.40
Erdausfüllung „ 427.—
Gießen, den 3. August 1888.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 6250
Montag, dm 6. August,
Nachmittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau:
1 Parthie Möbel, darunter Kleiderschränke. Kommode, Sophas, Schreibtische, 2 Sekretäre, 2 Büffets und sonstige Gegenstände
öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 1. August 1888.
Bühner, 6254 Gerichtsvollzieher.
Möbel-Dersteigerung?
Montag, den 6. August, Nachmittags von 2 Ubr an, werden im Haus der Keller'schen Buchdruckerei, Sonnen- straße 6, überflüssig gewordene, aut erhaltene Möbel versteigert; besonders kommen zum Ausgebot:
Sophas, Schränke, Kommoden, Tische, Stühle, Spiegel, Bücherreale, ein
Tafelklavier, eine Nähmaschine (Singer), Bettstellen, Gaslampen und verschiedenes Hausgeräthe.
6134 Im Auftrag:
Louis Rothenberger, Taxator.
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Carl Engel in der Maigasse.


