Ausgabe 
3.11.1888
 
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Erde rings um dieselben und in den Rohren tüchtig festzustampfen, weil die gefangenen Mäuse sich sonst nach oben durchgraben; aus diesem Grunde ist es ferner sehr empfehlenswerth, die etwa gefangenen Mäuse täglich aus den Löchern herauszunehmen. Was die Weite der Drains anbetrifft, so eignen sich zu diesem Zwecke die vierzölligen Röbren am besten, weil die in den Graben gefallene Maus, wenn ihr nicht das Ende der nach unten führenden, durch das Drainrohr gebildeten Oeffnung sichtbar ist, diese für einen Ausgang hält und oft unmittelbar hineinläust, während sie über eine engere Oeffnung leicht hinweglaufen würde, eine weitere Röhre aber zu viel Licht einläßt. Jedenfalls mutz der Durchmesser des Drains, der Breite der Grabensohle, aber biefe dem ersteren gleich sein, wenn die Einrichtung Erfolg haben soll. Nothwendig ist es, daß der auf solche Weise hergestellte Mäusegraben täglich nachgesehen wird, was von einem invaliden Arbeiter besorgt werden kann; dieser hat mittelst einer Feuerzange oder einer eisernen mit Widerhaken versehenen kleinen Harpune die in den Drains befindlichen Mäuse herauszunehmen und zu tobten, sowie die etwa in den Graben ober die Drains gefallenen Dinge, wie Stroh, Erbe u. s. w. zu entfernen. Wo bies Alles vorschristsmäßig ausgeführt würbe, hat sich bieses Verfahren, bie Mäuse von den Getreideseimen fernzuhalten, außerordentlich bewährt, und Jeder, welcher genothigt ist, Getreidefeimen zu setzen, sollte sich diese geringe Arbeit nicht verdrießen lassen, um die schädlichen Nager auf diese Weise zu vertilgen, da dieselben im anderen Falle oft einen sehr bedeutenden Schaden unter dem'Getreideoorrath anrichten, und wenn sie erst einmal im Schober, dann auch sehr schwer daraus zu vertreiben sind, es müssen hier also die Maßregeln zur Verhütung des Eindringens derselben bei Zeiten angewandt werben, wenn man einen wirklichen Erfolg erzielen will.

(3ur Lockerung rauhen Bobens im Herbstes Die Aufgabe des Düngers ist es, nicht nur dem Boden mehr Nahrungsftoffe für das Wachsthum der Pflanzen zuzu­führen, sondern er soll auch besonders dazu dienen, harten ober sich zusammenballenben Boben aufzulockern. Ein Haupterforberniß für ein gutes Gebeihen ber Pflanzen bleibt es einmal, baß ber Boben möglichst porös ist, ohne boch bie allzu große Durchlässigkeit des Sandes zu besitzen. Wo man es nun mit diesem harten Boden zu thun hat, da empfiehlt es sich, denselben im Herbst tief umzugraben, den Mist aber nicht mitunter: zubringen, sondern ihn nur vor dem Eintritt des Frostes über das umgegrabene Land auszubreiten. Es hat sich gezeigt, daß so behandelter Boden im Frühling schon locker geworden war, während solcher mit untergebrachtem Dünger oben seine unangenehmen Eigenschaften beibehalten hatte. Wenn bann im nunmehr gelockerten Boben ber Mist leicht untergebracht wirb, so ist das Feld für den Gemüsebau fertig und besonders für die Wurzelgemüse geeignet.

Telegraphischer Schiff-bericht

derRed Star Line" Antwerpen.

Philadelphia, 30. October. Der PostdampferSwitzerland" derRed Star Line" ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen.

Schiss-uachrichten.

Bremen, 1. Rovbr. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Eapt. W. Töpfer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 30. October, 9 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Seiden Reste schwarz n. farbig für Schürzen, B-satz und Mäntel rc. in Coupons von Vs8 Met. Einsend. einer Seiden- ob. Woll­stoff-Probe genügt mit Angabe ber ungefähren Länge unb Preis bes gewünschten Stoffes; bie Resten werben gewissenhaft ausgesucht und berechnet. Proben kann ich nicht bavon versenben- Von 20 Mark an porto- und zollfrei. G. Henne- berg, Zürich. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7813

Handel und Verkehr.

m. . Gießen, 1. November. Der am 30. unb 31. October d. I. hier abgehaltene Viehmarkt war, trotz ungünstiger Witterung, sehr stark befahren. Es waren auf- getrieben: 1663 Stück Rinboieh unb 1050 Schweine. Bel lebhaftem Hanbel und reger -Nachfrage fanb der Markt einen allseitig befriedigenden Abschluß. Ebenso war ein reger Besuch des am 31. October mit abgehaltenen Krämermarktes (Zwiebelmarkt) zu verzeichnen. Nächster Markt Dienstag den 20. unb Mittwoch ben 21. b. M.

Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.

October 1888: 193/< vorschriftsmäßige Kerzen.

Buchner.

Für die Abgebrannten in Hünfeld

^ngen bis jetzt bei uns ein: Fräulein von Haxthausen JL 10., A. B. JL 2, I. W. Kurz Jt 5..

Weitere Beiträge nimmt gerne entgegen

Die Exped. d.Gießener Anzeiger".

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

G o t t e s d i e n st.

23. Sonntag nach Trinitatis, den 4. November: Reformationsfest.

Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte unb heiliges Abendmahl im VormittagSgottesbienft.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingelbey

Nach beiben Gottesbiensten Kollekte für die Gustav-Abolf-Stiftung.

Kinberkirche fällt aus.

Bibel st unbe: Montag ben 5. November, Abenbs 8 Uhr, in ber Kleinkinder- schule, 1. Mos. Kap. 4, Kain unb Abel, ber Menschen Thun unb Gottes Walten. Pfarrer Dr. Naumann.

Am Donnerstag ben 8. November, Abenbs 7 Uhr, Vorbereitung für die Kinderkirche

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. November besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

24. Sonntag nach Pfingsten.

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 7 Uhr

Frühmesseum V-10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 3 Uhr christlicher Unterricht unb Anbacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 4^ Uhr, Samstag Morgen 8»o Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 516.

Arbeitsversteigerung.

Montag den 5. d. M.,

Nachmittags 2 Uhr, soll aus unterzeichneter Bürgermeisterei : das Brechen, Ansahren und Aufsetzen ; von 50 Cubikmeter Chaussirsteinen ; und das Chaussiren von 50 Meter Waldwegen wenigstnehmend versteigert werden.

Daubringen, am 1. Novbr. 1888. Großh. Bürgermeisterei Daubringen.

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Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die im Gießener Stadtwald, District Neuheege, befindliche Sandgrube soll Dien-tag den 6. November d. I.,

Vormittags 11 Uhr, im Bürgermeisterei-Bureau verpachtet werden.

Gießen, den 31. October 1888.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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