Ausgabe 
3.5.1888 Zweites Blatt
 
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Jahr

Alsfeld

Bü­dingen

Fried­berg

Gießen

Lauter­bach

Schotten

Provinz

1 JL

cX

AL

JL

AL

AL

AL

i. Ausschlag der Provinz auf die Kreise:

1882/3

13042

15024

28806

25435

8713

8050

99070

1883/4

18019

20783

40149

36622

11997

11030

138600

1884/5

18480

21215

41300

36316

12244

11245

140800

1885/6

17940

20422

40195

39112

11667

10664

140000

1886/7

19322

22160

43630

42684

12629

11575

152000

1887/8

24023

27747

54349

53564

15741

14576

190000

1888/9

26414

30490

59907

59853

17261

16075

210000

1882/9

137240

157841

308336

293586

90252

83215

1070470

II. Beiträge

der Provinz zur Unterhaltung der Kreisstraßcn:

1882/3

1002

20279

20227

22903

6046

4488

74945

1883/4

17333

23087

23306

24157

5859

10921

104663

1884/5

21313

21935

22500

25755

10104

12155

113762

1885/6

23116

20701

23548

29283

13733

17935

128316

1886/7

26956

19708

24154

31912

14373

18852

135955

1887/8

25968

23220

29746

34889

15652

20375

149850

1888/9

27200

24708

28875

37623

16107

20843

155356

1882/9

Antheil

142888

153638

172356

206522

81874

105569

862847

des Kreises am

Ausschlag:

110622

127226

248530

236648

72747

67074

ergibt für

+ 9127

Kreis:

+ 32266,4-26412

76174

30126

+ 38495

III. Beiträge

der Provinz

ans eigenen Mitteln zur Erbauung

von

Kreisstraßen:

1882/9

Antheil

20913

46922

50613

30212

13044

14167

175871

des Kreises am

Ausschlag:

22547

25932

50658

48234

14828

13672

eratbt für

+ 20990

18022

Kreis:

1634,

45

1784

+ 495

IV. Beiträge der Provinz zur Erbauung und Unterhaltung.

Beiträge in II.:

142888!

153638

172356

206522

81874

105569

862847

HL: |

20913l

46922

50613

30212

13044

14167

175871

Summe: Antheil

163801

200560

222969

236734

94918

119736

1038718

des Kreises am

80746

Ausschlag:

133169

153158

299188

284882

87575

ergibt für

Kreis:

+ 30632| + 47402

76219

48148

+ 7343

+ 38990

-

dazu V. Beiträge aus dem Staatszuschutz zur Erbauung

von Kreisstraßen:

1882/9

19850

33737

46198

29305

16704

10515

156309

ergu-t für

Kreis:

+ 50482, +81139

30021

18843j + 24047

+ 49505

+ 156309

Danach ergeben die Tabellen für die einzelnen Kreise Folgendes: Durch die Heranziehung der Provinz haben bei der Unterh altun g

der Straßen

gewonnen Schotten

38 495

Alsfeld .

.

32 266

Büdingen

26 412

Lauterbach

.

9 127

verloren

Friedberg

.

76 174

Gießen .

30126

während bei der

Erbauung der Kreis st raßen

gewonnen haben

Büdingen

.

.

20 990 M.

Schotten. .

. .

495

verloren haben

Gießen . .

.

18 022

Lauterbach .

.

1 784

Alsfeld . .

. .

1 634

Friedberg .

. .

45

sodaß bei Erbauung und Unterhaltung zusammen

gewonnen haben

Büdingen

.

47 402

Schotten

.

. . .

38 990

Alsfeld . .

30 632

Lauterbach .

. .

7 343

verloren haben

Friedberg

76 219

Gießen . .

48 148 1

auf

<X

81 139

50 482

49 505

Alsfeld . Schotten

Der Umstand, daß die Provinz außer ihren eigenen Leistungen zum Neubau von Kreisstraßen auch über den Staatszufchuß verfügt, legt es nahe, die vorliegenden Vergleiche zu erweitern durch Tabelle V, und die danach erfolgte Berechnung von Gewinn und Verlust aus IV einschließlich der Beiträge aus dem Staatszufchuß in V, wodurch sich

erhöht der Gewiun von Büdingen

Lauterbach und vermindert der Verlust von Friedberg

24 047

30 021

Gießen . . . 18 843

Im Allgemeinen zeigen die Tabellen noch Folgendes:

1. Der Schwerpunkt des Gesetzes bei der Heranziehung der Provinz, liegt in finanzieller Hinsicht nicht auf dem Gebiet des Straßenbaues (175 871 Ji. Beitrag aus eigenen Mitteln der Provinz), sondern auf dem­jenigen der Straßenunt erh altung (862 847 Jl. Beitrag).

2. Bei richtiger Auswahl und Hebung beim Neubau von Kreisstraßen stehen für die einzelnen Kreise größeren Beiträgen zur Unterhaltung eines vorhandenen, verhältnißmäßig dichten, Straßennetzes kleinere Beiträge zur Ergänzung desselben durch Neubauten gegenüber, und umgekehrt (Alsfeld, Gießen und Schotten im Gegensatz zu Friedberg, während Büdingen bis jetzt beim Neubau unverhältnißmäßig viel, Lauterbach unverhältnißmäßig wenig erhalten hat).

Abgesehen von diesen allgemeinen Regeln ist zur Erläuterung des Er­gebnisses .noch zu bemerken:

3. Einerseits wird der Verlust Friedbergs verschärft durch die geringe Ausdehnung der dortigen Kretsstraßen (151 km), derjenige Gießens gemil­dert durch deren große Ausdehnung (275 km), während anderseits der kilo­metrische Unterhaltungsaufwand beider Kreise sich zur Zeit verhält wie 383 (Friedberg) zu 273 Jl. (Gießen); bei den Leistungen zur Erbauung von Kreisstraßen dagegen ist ein Verlust Friedbergs nach 2. nahezu ver­schwunden.

4. Ebenmäßig ist der beträchtliche Gewinn der Kreise Schotten, Alsfeld und Büdingen namentlich durch die Ausdehnung des Straßennetzes (197 resp. 248 und 226 km) in diesen Kreisen veranlaßt, wozu für den Kreis Büdingen noch ein namhafter Gewinn aus der Erbauung von Kreisstraßen kommt.

5. Der bei dem kleinen Steuerkapital des Kreises verhältnißmäßig kleine Gewinn von Lauterbach ist einerseits veranlaßt durch die geringe Ausdehnung des Straßennetzes (125 km), anderseits durch den geringen Umfang der dort bis jetzt beschlossenen Neubauten; das Verhältniß wäre noch ungünstiger, wenn nicht wenigstens der, zur raschen Instandsetzung der vorhandenen Kreis­straßen beanspruchte, vergleichsweise hohe kilometrische Ansatz von zur Zeit 257 unbeanstandet geblieben wäre.

Gegenüber den vielfachen Angriffen, welchen gerade die im Weggesetz erfolgte Heranziehung und Vermittelung der Provinz ausgesetzt war, zeigen abgesehen von allen anderen Gesichtspunkten die obigen vergleichenden Tabellen, von welch' wohlthätiger finanzieller Wirkung schon dieser Schritt gewesen ist; die absolute Höhe der einzelnen Leistungen aber rechtfertigt auch den Schluß, daß eine solche Gesammtleistung nimmermehr erzielt worden wäre, wenn die einzelnen Kreise auf die eigene Kraft und den eigenen Eifer wären angewiesen worden.

Lediglich die Entlastung der ärmeren und der Wetteifer aller Kreise im Rahmen der Provinz können diese Ergebnisse erklären, was um so erfreu­licher ist, als zwar von mancher Seite über zu kleine, von keiner aber über zu große Leistungen auf dem Gebiet unseres Kreisstraßenwesens Klage geführt wird, nirgends also etwa in blindem Oifer des Guten zu viel geschehen ist.

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