gewordenen südtyroler Bade, und vieles Andere. — Der farbige Umschlag scheint uns diesmal in seiner vornehmen Stimmung besonders gelungen zu sein.
— [Seminaristen-Rache.] In einem Seminar stand die Menge der Speisen mit dem Appetit der Zöglinge andauernd in Widerspruch. Eine directe Beschwerde wagte Niemand und so verfiel man auf folgenden Ausweg. Bet der nächsten Revision bemerkte der Schulrath, dah eine der Bibelstellen an den Wänden des Spetsesaales mit dem Hinweis auf Sirach, Kap. 31, Vers 13 frisch überklebt war. Man schlug nach und da stand denn: „Und denke nicht, hier ist viel zu fressen."
ZlniverstLLLs - ßhrorrik.
Marburg, 31. Juli. Herr Professor Dr. Enneccerus hat nach eine ehrenvolle Berufung an die Universität Bonn abgelehnt.
dem Vernehmen
Literarisches.
— Die Nummern 29 und 30 der »Gartenlaube* zeichnen sich durch mehrere interessante aktuelle Illustrationen aus. Hierzu zählt in erster Reihe das schöne Reiter- btld „Kaiser Wilhelm II auf dem Exercierfelde" von F. Wittig, das von allen uns bekannten Reiterbtldern des jungen Kaisers entschieden und weitaus das beste ist. Auch die „Bilder von der deutsch - nationalen Kunstgewerbe - Ausstellung in München von H. Bartels, ein vorzügliches doppelseitiges Tableau, dürfen auf das Interesse der Leser rechnen, da gegenwärtig die Münchener Kunstgewerbe - Ausstellung die Aufmerksamkeit weiter Kreise in Anspruch nimmt. Hermann Vogel erfreut mit einem hübschen Mädchenbild „Voigtländerin", I. G. Stefian bietet ein treffliches Landschastsbtld „Am Reichenbach", L. Blume-Siebert ein stimmungsvolles „Schäferidyll". Von den Artikeln find besonders zu nennen: „Münchener Ausstellungsbilder", „Der Hypnotismus, sein Nutzen und seine Gefahren" (Der Hypnotismus in Pforzheim, ein Beitrag zur Geschichte des hypnotischen Unfugs in Deutschland), „Eine Etsenbahnrelse im Jahre 1893 u. s. w. — Die eigenartige Novelle „Am Leuchtthurm" von Gerhard Walter findet in Nummer 30 einen so befriedigenden und originellen Abschluß, daß man wünschen darf, dem Verfasser bald wieder in der „Gartenlaube" zu begegnen.
— Das „Leipziger Tageblatt" schreibt:
Dflanrenleben. Von Professor Kerner von Marilaun. Erster Band mit 553 Abblldungen im Text nnd 20 Aquarelltafeln. Lextkon-Octav. Bibliographisches Institut, Leipzig. Preis in Halbfranz geb. JL 16.
Mit vorliegendem stattlichen Bande stellt sich dem berühmten „Brehm s Thierleben" ein Hausbuch allerbester Art ebenbürtig zur Seite, welches gleich jenem die hohe Aufgabe übernommen hat, ein Naturreich dem allgemeinen Verständniß näherzubrrngen und die hervorragenden Eigenthümlichkeiten des Brehm'schen Werkes mit großem Erfolge auf das Pflanzenreich überträgt. Wie dieses, vermeidet auch „Kerner's Pflanzenleben" die trockene Aufzählung und Beschreibung der Arten und Gattungen und macht feinen Anspruch auf ein botanisches Lehrbuch für Fachschulen. Lebendig und anschaulich führt uns der Verfasser (Director des botanischen Gartens in Wien) rm ersten Bande die Entwickelung. den Bau und die Gestalt der Organismen und deren Thelle vor Wir beobachten die geheimnißoollen Vorgänge der Ernährung, der Wandlung und Wanderung der Stoffe und folgen dem Wachsthum und Aufbau der Pflanze bis zur fertigen Gestalt. Scharfe Beobachtungsgabe und gewandte Darstellungsweise haben in der fleißigen Arbeit des bekannten Forschers eine glückliche Vereinigung gefunden, em seltener Vorzug, der durch die prächtigen Abbildungen und Aquarelltafeln der ausgezeichneten Künstler noch um Vieles erhöht wird. Es ist uns noch kein Werk über
Pflanzenkunde zu Gesicht gekommen, welchem ein so reicher und künstlerischer Bilderschmuck zu Theil geworden wäre unb welches bei aller wissenschaftlichen Treue dieses Naturreich uns so fesselnd und klar zugänglich gemacht hätte. Wenn mit dem für das Frühjahr 1888 in Aussicht gestellten zweiten Bande das Werk abgeschlossen sein wird, können wir au* eine kostbare Bereicherung unserer populär - naturwissenschaftlichen Literatur stolz sein.
— Prof Fr. Ratzel's Meisterwerk, die dreibändige »Völkerkunde", lieg fertig vor. Nachoem in den beiden ersten Bänden die Naturvölker eine lichtvolle Darstellung gefunden, schließt der soeben erschienene dritte Band mit einer umfassenden Schilderung der Eulturoölker der Alten und der Neuen Welt das Werk ab.
Wir haben früher über die beiden ersten Bände eingehend berichtet. Der dritte Band setzt dem Ganzen die Krone auf. Sein erstaunlich reicher Inhalt ist von einer Klarheit in der Anordnung und gedanklichen Durchdringung des Stoffes, seine Form von einer Harmonie und einem Adel der Sprache, wie wir sie in anderen Werken ähnlicher Natur vergeblich suchen.
Wir bewegen uns in diesem dritten Bande auf einem vor allem andern geweihten Boden, auf welchem seit Jahrtausenden die Cultur ihre höchsten Entwickelungen in solcher Fülle getrieben hat, daß ein Cullurgebiet am anderen einen herrlichen Gürtel vom Mlttelmeere bis zum Stillen Ocean schlingt. In den einzelnen Hauptabschnitten durchwandern wir den arabisch-afrikanischen Völkerkreis, den innerasiatischen, den indischen, den ostasiatischen Völkerkreis, die Sphäre der allamerikanischen Eulturoölker und den mittelländisch-atlantischen Völkerkreis. Immer kommen wir auf den in der Natur der Länder bedingten Gegensatz von Nomaden und Ansässigen, von Hirten und Ackerbauern, und von jedem der Cullurkreise lernen wir feine Entstehung, seine Ausdehnung und Wanderung, feine endliche Ausgestaltung zu seiner heutigen Form und Inhalt kennen.
Das Buch ist außerordentlich reich an geistvollen Eonceptionen, an neuen Gesichtspunkten und an tiefen Einblicken in die Psychologie der Eulturoölker.
Die äußere Austtaltung ist Dank den verdienstvollen Bestrebungen der Verlagshandlung (Bibliographischem Institut in Leipzig) wiederum musterhaft. Der bildliche Apparat des ganzen dreibändigen Werkes erreicht nun die imposante Höhe von 5 Karten, 30 Ehromotafeln und 1120 Holzschnitten, sämmtltch nach besten Originalen wiedergegeben, von denen jedes in seiner Art ein Kunstwerk genannt werden kann.
Schiff-nachrichten.
Bremen, 31. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Werra, Capttän R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen und am 22. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
an der Erhaltung einer reinen Kopfhaut und schönen Haarwuchses etwas
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Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemeßen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 15Vz, Wasser 14 Gr.
Gießen, den 1. August 1888. Rübsamen.
Allgemeiner Anzeiger.
Oeffentliche Zustellung.
Der Georg Stöcker und dessen Ehefrau Elisabeths, geb. LHwald, zu Ilschhausen, vertreten durch Rechtsanwalt Holzapfel zu Gießen, klagen gegen die Martin Peter Ehefrau Maria Elisabeths, geb. Oßwald von Rüd- dingshausen, jetzt unbekannten Aufenthaltsortes, sowie gegen zwei Geschwister und vier Kinder einer verstorbenen Schwester derselben, alle als Erben der verstorbenen Heinrich Oßwald Eheleute zu Rüd- dingshausen, aus einem lt. Urkunde vom 25. Januar 1862 von den genannten Eltern der Beklagten, der kläger. Ehefrau gegebenen Dotalver- sprechen mit dem Anträge auf Ver- urtheilung der Beklagten zur Zahlung Don 274,29 JC. nebst 5 9/0 Zinsen seit dem Tage der Klagezustellung, eventuell die Beklagten zu verurtheilen, nach ihrer Wahl an die Kläger entweder 274,29 nebst 5% Zinsen seit dem Tage der Klagezustellung zu zahlen oder denselben Grundstücke der Gemarkung Rüddingshaufen im Werthe von 274,29 JL zu Eigenthum zu verschaffen und laden die Beklagte Martin Peter Ehefrau zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Grobherzogliche Amtsgericht zu Homberg a. d. Ohm auf
den 19. Oktober 1888, BormittagS 9V2 Uhr
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Becker, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen
Amtsgerichts. 6185
5994 Etwas vortrefflichen neuen Bienenhonig aus Linden-, Klee- und anderen Blüthen, besonders feinen weißen, habe zn verkaufen.
Rödelsperger, Sonnenstraße 25.
Hierdurch die ergebene Mittheilunq, daß wir unser Weingeschäft nach hiesigem Platze verlegt haben.
Gießen, den I. August >888.
•J* Kann Söhne,
6191 Frankfurterstraße li.
Zu bet Dommstag, dcn s. August, stattfindeiidkn Israel. Vorstandswahl schlagt» wir Hcrru «»>
Nathan Rosenthal
vor. Biele Wähler.
EoWeränöcrung.
Meinen geschätzten Kunden sowie einem »1
p. t. Publikum beehre ich mich ergebenst *
anzuzeigen, daß ich mein seither Wak-H,/rums- M
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Nachmittags 2 Uhr,
in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden:
1 Pferd, 1 Wagen, 2 Bohlen, eine Hobelbank, 1 Secretär, 1 Glasschrank, 1 Klavier, 1 Schreibtisch. 1 Sopha, 4 Sessel, 1 Waschkommode, 2 Kleider-, 2 Küchenschränke. 1 Wirthschaflsein- richtung, 1 Nähmaschine rc. rc.
Gießen, den 1. August 1888.
Engel,
6203 Gr. Gerichtsvollzieher.
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