Ausgabe 
2.2.1888 Zweites Blatt
 
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flföeiififtöeröuiifleniöeii Vögel!

seigerte sich gestern zum seinen bisherigen Ankerplatz Der Sturm hielt mit ver-

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Gietzen, 1. Februar. Die gestrige Versammlung des Gewerboereins, in welcher Herr vr. Sonne aus Darmstadt einen Vortrag über dieConf ervirung von 11 9 f u n g »m 111 e l n hielt, war nur schwach besucht, trotzdem der Zutritt auch Nicht- mitgltedeln gestattet war. Neber den Vortrag selbst werden wir, da derselbe gewiß wxcVr.rc mX'e' ulimentlich auch unsere Hausfrauen, interessiren dürfte, in einer der nächsten Nummern dss. Bl. ausführlich berichten.

San Remo, 29. Januar. Der Wind Sturm. Der Agostino Barbarigo wurde genölhigt, zu verlassen und lief in den Hafen von Savona. UIU VC.F mehrter fiettigfelt bis Abends an; die Mondfinsterniß war bei klarem Himmel vortrefflich sichtbar; heute genießen wir eine kühle ruhige Lust. Dar Befinden des Kronprinzen ist befriedigend; gestern Morgen wurde eine Ausfahrt gemacht. Der gestern hier ejngetcoffene General Frhr. v. Loö Commandeur des 3. ärmee* Eorps, begleitete den Kronprinzen auf her heutigen Fahrt.

J* *** ^4^?ushielten, die Doctrinen der Anarchisten mit Gewalt in

Hetmath zur Geltung zu bringen suchten; in Anwendung von Artikel 70 L rLf?L»^"ersassurig (betr. Ausweisung von Ausländern aus der Schweiz) vefchltetzl: '

putschen Reichsangehörigen Alfred v. Ehrenberg, Peter Emil Schopen und Ignaz Metzler ist der Aufenthalt auf schweizerischem Gebiete ver- ^en utoX e <^r ®eWu6 ist in das Bundesblatt auszunehmen und wird dem eidgenössischen Justiz- und Polizei-Departement, sowie der Regierung des Can- rons Zllrrch mitgethetlt.

Was den Möbelpolir Schröder betrifft, welcher, 'ebenfalls ein Deutscher aber naturalisirt, in Zürich ein Haus besitzt und verdächtig, ein agent proro- QftrUk rea' bocl in 5afl lltzt, so hat der «undesrath der Regierung von Zürich überlassen, wegen der gegen ihn vorliegenden Anhaltspunkte nach den Gesetzen des 0* mtone vorzugehen.

Bern, 29. Januar. Der Bundesrath hat gegen den Polizeihauptmann Fischer wegen feiner Mitthellungen an Bebel und Singer eine Unter-uchuna angeordnet. ' u

Atalieu.

Rodseid Bastkleider (ganz Seide) Mk 16 80 p Stoff äur kompl. Robe, sowie Mk. 22.80, 28.-, k-, 42.-, 47.50 nodelftrtig , , S-id-n Etamine u. seid Grenadine», schwarz u. farbig sauch alle Lichtfarben , Mk. 1.55 p. Met. bis Mk. 14.80 (in 12 p-rschied Qual., persendet robenweise zollfrei in's Haus das Seidcnfabrik -

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LetziffSnaÄ.'riebt en.

(Saale 8 ffant'" transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer

1 ,om Nmddeutschcn Lloyd in Bremen, welcher am

tff uoröe fern 12 Uhr c1» 3a.nUQ<ir> DOn Southampton abgegangen war,

tp porgeiiern L Uhr Nachts wohlbehalten in Newyork angekommen.

MermSfchteS.

/a t ^rUi^iIs'i?^ Januar. Vor einigen Tagen war Staatsminister Finger und Geheimer Staatsrath Hallwachs von Darmstadt hier und haben unter Zuziehung des Kreisbaumeisters Kranz die Bauplätze^ besichtigt, welche die städtischen Verwaltungen von Fr»edberg und von Butzbach der Staatsregierung für den Fall unentgeltlich offertrt haben, daß das projectirte Zellevgefängniß darauf aufgeführt werde.

-r? * i?!' ^0- Januar. Heute stacht verstarb nach längerem Leiden der hiesigen Oberlandesgerichts, Herr vr. Müller. Unser höchster Gerichtshof verliert m dem Verstorbenen einen überaus tüchtigen und insbesondere bezüglich unserer hesttschen Gesetzgebung erfahrenen Richter.

Mainz, 31. Januar. Von der städttschrn Armenpflege in Mainz wurden rm abgelaufenen Rechnungsjahre 2275 Personen und Familien unterstützt und ver- Coaq ma 2140)0110 hierfür betrug einschließlich der Kosten für Regulattoangehörige ~ 2%'U4y-, Das mit der Armenoerwallung im Zusammenhang stehende Mainzer Pfandhaus hat bei emer Beleihung von .35,155 Pfändern einen Umsatz von 331,037, wovon ledoch nur JL 137 als Ueberschuh verblieben.

. . Der Mainzer Turnverein, der soeben seinen Rechenschaftsbericht versendet, hat im vvngen Jahre einen Mitgliederzuwachs von 132 Personen erhalten. 92 Mtt- glteoer sind ausgetreten. Im letzten Jahre hat der Turnverein an drei Preisturnen theilgenommen und 14 Preise errungen.

Rheinh essen, 30. Januar. In Budenheim wurde vor einigen Tagen die Leiche einer den besseren Ständen angehörenden Frauensperson im Rhein im Eise eingefroren aufgefunden. Ob ein Selbstmord oder ein Unglück vorliegt, ist bis letzt noch nicht ermittelt. * ' '

. 7 Hat gestern ein Tüncher seinem Leben durch Erhängen

ein Ende gemacht Der Unglückliche ist Familienvater und wurde durch einen verlorenen Proceß zu dem Schritte veranlaßt.

A Vom Rhein, 21. Januar. Mit dem morgigen Tage tritt in Folge einer k Aygterungen von Hessen, Baden, Bayern, Elsaß Lothringen, Preußen Niederlanden-eine neue Schifffahrts-Polizei- und Fluß Ordnung in Krast. Die bisherigen, am 12. Juli 1869 erlassenen Bestimmungen über den Schiff- und Fluß- -erkehr verlieren ihre Wirksamkeit. ü

,, ~ SWaBfenyafle aejoren zur Carnevalszeit, wie um uns eines recht .geschmackoollen Vergleiches zu bedienen - der Häring zu den Kartoffeln in d7r , ,d)alC1, ?rr^.^"i?^E"fchanz erleichtert dem lustigen Prinzen sein Regiment und macht leinen fröhlichen Unterthanen ein Vergnügen, das wegen seiner Seltenheit besonders Ulährlich ist ihm nur eine kurze Frist gesteckt, nur wenige Male Inirf unter bunter Maske etwas anderes zu scheinen als man

wirklich ist. Und wer mit Verstand sich diesen Schein umhängen, wer die den Masken geftaltete Freiheit humorvoll auszunützen versteht, dec kann gar köstliche Stunden ver- zahlreicher allerdings sind Diejenigen, die in ihrer Vermummung einmal schon und stolz thun wollen, die mit Grandezza dahinschreiten, weil Sammt und Seide ^^nscheinig! ihre Glieder decken und die unter dem Eindruck des

Jj!? JsLtW1? uber3 ^bst hinauszuwachsen. Wer Morgens mit rothen Hyu Äalzhärtng aus dem Fasse holt und Petroleum verzapft, bläht sich Abends imitipr Tfinftfifh nfon Hei».« i.. k... ... >delMannes tragt oder seine nicht I

immer plastisch ^llosen Beine in den schwarzen Tricots eines italienischen Nobili

nur Ö 5-^"' .Doch das ist menschlich und verzeihlich, gönnen wir den

Eitlen die angenehme Selbsttäuschung. Die Maskenfreiheit darf der Einbildung keine f au? Lim Ernsten Leben der Gedanke frei und läuft cOrt ^haraktermaske herum, unter der sich ganz etwas anders birgt

Ia8L 3ivar sind es keine polnischen Edelleute oder italienische Nobili, sondern Biedermänner und gute Freunde, und diese Masken zu

&$?uenJf! ^it schwerer, Gelingt es aber, dann folgen oft herbe Enttäuschungen

und bittere Schmerzen Der Maskenball des Lebens unterscheidet sich von dem der

Carnevalszeit dadurch, daß in jenem die Dernaskirung der werthvollste Augenblick ist

wahrend dieser an Reiz gewinnt, je länger die Vermummung dauert. ''

. 25^3?nuar* x ^Das Nacht -Geheimniß.j Heute ist Deutschland von i

f a®C morden, und es bleibt uns gar nichts übrig, als 8

in mb Scham unser Haupt zu verhüllen und auf die alte von uns künstlich ^llende von deutlcher Biederkeit endgiltig zu verzichten. Kluge frau- !

TiHHhL t V° s1 aÖen eifrige Erforschungen der wirklichen und wahren Ver-

haltnisie unseres armen Mtlliardenlandes schon manches Blatt aus dem Ruhmeskranze wir schlau un heuchlerisch uns selbst gewunden und an den zu glauben |

nnr auch andere leichtgläubige und edle Nationen verführt hatten. Jetzt aber ist es i

$erau§, das Nacht - Geheiinniß ', oas wir durch ein halbes Jahrhundert sorgfältig 5

gehütet, dieses schrecfliche Nacht-Geheimniß, dem vor Allem Deutschland-Preußen die i

ßrofeen Erfolge der letzten Jahrzehnte zu danken hat. Grausen überlief den Freidenker \

n'chochsensattonellen" Romanen (die Lieferung zu 20 H) die Jesuiten mit Gift

Xn mbet en a Aeu bekreuzte sich der ultramomane Katholik, wenn in

^?aare0st?eaen^dp!^^?^?^^ lichtscheue Treiben der Freimaueer aufgedeckt wurde, die . ^ ulnne<? iu wenn sie den maskirten Earbonaro in den 1

Leichengebetn furchtbare Eide auf gekreuzte -

Dolche ablegen hörten, und der brave Bierphilister entsetzte sich sehr, wenn er vernahm 1

mVS Ä Nihilisten und Nihilistinnen mit dynamitgeladenen

Bomben Billard spielten. Und doch war hierbei vielleicht nicht alles so genau zu i

anbe6 *?-ul' daher ÄÄÄÄ??" ] on's Tageslicht gezogen und imGaulois" vor Aller klugen

I Geth5at' kQ?11 Jeder wisse, wie schändliche, heimtückische Menschen

' Unb(Ka6 dem erleuchteten Spürsinn eines weisen GaMers auf die

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s-kääF »ss*

? ** »ÄSrs'Äta ä 6MÄ WWSSfft: «WOB i^das^lost^ Unterreduna zwischen zwei Offizieren belauschte, die deEnig foate ba8 ©ebäube «Mrknh M «I"8 * * * * * D0? Elsatz-L°,hrmg-N fein solle. Später jouie oas iVeoauoe gefront und die Rhone und L-aone Frankreich als (Bremen nforhen fllLtC -"»reck, über den beoorftSen ftrka

ebanten. t[)re brei -öruber nach Deutschlanb juiückkehren iu lefjen Aber bas Jiacbt- Metbe^,o , V,,mT-i,iri1l bMwischen; es befahl den Brüdern, InFrankreich/u

' ^oste es, was es wolle. Sie gehorchten; einer, der Aelteste wurde in den Reihen der sranzosischen Armee bei Metz gelobtet, die beiden anderen kehrten nach dem mVbem^rhrtmT^? 9?nb auiü(f^ ,DerGaulois" meldet ferner, daß die Gesellschaft benx schaurigen 9?amen noch heute besteht, und legt sich die Frage vor ob der in mrigcnannte Klein zu ihren Mitgliedern gehören uiag Und das Alles im vollsten Ernste!! Der Merkwürdigkeit halber sei noch hinzugefügt daß in derselbe Rümmer desGaulois erzählt wird, unser Kronprinz habe seine Söhne deshalb ein Hubwerk erlernen lassen, damit sie im Falle einer Umwälzung ihr Brod erwerben -- ( K. Ztg.)

Landwirthfchaftliche Nachrichten.

7" pökeln des Fleischcs.j Es ist eine allgemein gebräuchliche Methode Fleisch ^'lsalzen, indem man Salz mit Salpeter mischt, die Fl?ischftücke^^^-.reibtdavon auf Salzen ^in" d^astst?e vack/ die eingeriebenen Stücke mit vielem weiteren

pa .' f[e dann zu beschweren. Dietz ist höchst fehlerhaft da felb? hart u bT ber dlejid?fa|t cnl3°6in wird, wodurch has-

sdrLg «' be^ders auch schmackkos wird. Der Fleischfaft enthält die haupt- achlichen Jinfyrftoffe und wird nun, auf diese Weise ausgenützt, mit der Lake schließlich säure, Eiweiß, Kali, Milchsäure rc., welche eben durch das oben Mr uns^ Um bie^in^n^-n 6-^6 einnO0fn rofrb-n' fi,lb bic wichtigsten Nah?ungswittel Kxlnörjr v "les zu vermeiden, soll man in folgender Weise verfahren Fleisch nnn MW g-schl°cht-tem Rfnb ober Schwein wirb in°beli-bi7e Stucke gchoue.? in?e Ä»frW e Sroiebeln, Lorbeerblätter unb Gewürz bozwifchen gestteut b°ß -ine Lücken in bem -ingep-ck.en Fleische bkibm, sonbe?n bte- S"'1? durch kleine Stücke aubgefüm werben. Auch bürsen Knochen nicht ae^emrt /.iegen, sonbern müssen immer burch fleischige Theile

ge.iennt sein. Ist nun sammtlrches Fleisch Angepackt, so gießt man daraus eine Lake

0C/°cS- und abgekühlt ist und folgender Art bereiter wird: Auf 25 Pfd' imh rArtIVArrteim4 ?aJ3, 31/t ^0th Salpeter und 33V. Loth Zucker genommen

Äestch vollstäudia ßafc,niufe iu hinreichender Menge vorhanden fein? um das

dem FleischeÄb? ufj3nncn' ^wit sie auch nach dem Beschweren über rn .^a®B14 * * * * * * * * * *^n0en hat man ein Pökelfleisch von schöner Farbe einem @e?d)tnü? U1? önni besor.derer Weiche unb Zartheit vorausgesetzt daß das Fletsch von gut gemästetem, nicht allzu alt gewesenem V.eb ist. Doch auch welches fett geschlachtet wurde und von welchem das Fleisch in anae;

nl^hn^ htpb26anf/ 1 IVar r ^oUarmaU unflIeid) scdöneres Pökelfleisch erzielt haben erhält eine ^tm^^Mv11060^6?6 äTt §Elleferste. Zum Räuchern bestimmtes Fleisch 95^Lnh flnnrt,?8 pj m-rfclc r5°rc' Pax Utmmt man statt 4 Pfund Salz aus krti^ Hn * * * * 5 ^runb ®ali ^ad) blci Wochen wird j>as Fleisch zum Räuchern

Das Aufeggen der Weizensaaten, welches^ehr^' häufig' irn"^rüh;ahrvor- genommen wird und in der That sehr zu empfehlen ist, hat auch feine Schattenseiten welche es angezeigt erscheinen lassen, erst zu überlegen, ob sich das Ausegaen für ein bestimmtes Weizenfeld empfiehlt, ober ob nicht ber Schaben größer ist als^d.r Nutzen ?:,Jn b«rf$ ^as Aufeggen wird auch viel Unkrautsamen zum Keimen gebracht. Jn- sondeiheit kann es von Nachtheil sein auf Feldern, auf denen ber rothe Mohn lehr i6naUmirhhrJhn^ h .fold,e1 im Frühjobr bei naffer Witterung aufgeeggt II* r Verbreitung bes Mohn großer Vorschub geleistet. Weniger nefübr-

mr.1 06Cn b*° trocfe"Em Wetter, flame bie Arbeit daher im Frühjahr bei troefenem Wetter vorgenotnmen werbe,,, so ist e3 gut. Ist bao wegen des nassen Wetters oder aus anderen Gründen nicht möglich, so soll das Aufeggen lieber unt^ lafien werden, wenn der rothe Mohn auf bem Acker häufig vorkommt.