Ausgabe 
1.11.1888 Erstes Blatt
 
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A bv- October. Der serbisch- Ministerprüses richtet in seiner Eigen- K m nr..f,er °n sammtliche Polizeiorgan- im Land- ein Circular,

worin er dieselben aufsordert den Worten des Königs, womit derselbe Wahlfreiheit ßaranhre, Achtung zu verschaffen.

-r, Oktober. Der König von Griechenland empfing heute Mittag den

österreichischen Lrpecialgesandten, Admiral Sterneck, in besonders feierlicher Audienz. Anwesend waren Dragumis, der Hofstaat, die Begleitung Sterneck's und Commandant Gre f. Sterneck überbrachte die Glückwünsche Kaiser Franz Josef's zum Regierungs- lnnftapUm,fl?n,*ralIH für diesen außerordentlichen Sympathiebeweis wiederholt

£)abm der König die Glückwünsche der ständigen Mächtevertreter ^^^of ^ar°nfi° überreichte ein Schreiben des Papstes. Abends fand ein Galadiner zu Ehren Sterneck's statt.

30 October.^ Die Suezkanal-Konvention ist gestern von den Vertretern sammtltcher tnteresstrten Mächte unterzeichnet worden.

Darmstadt, 31. October. tPrioatdcpesche.) Der Großfürst und die Großfürstin Wladimir von Rußland statteten auf der Durchreise von Schwerin nach Paris der Großherzoglichen Familie, sowie dem erkrankten Prinzen Alexander einen Besuch ab.

Magners C-dur-Sinfonie*

Von Th. Mn.

«... ?ein Werk ist wohl stm Laufe dieses Jahres so häufig aufgeführt worden als n5nC3U 0eL ^rs^ollenhert wiedererstandene Jugendsinsonie Richard *®enn dieser auch nicht wünschte, bei seinen Lebzeiten das Werk der Oeffent- ltchkeit übergeben zu wissen, so haben doch feine Erben der Musikwelt jetzt eine föbrCnnrtarp*?Cbhian,ftC^ ^Ä^stens oberflächlich kennen zu lernen, indem sie das Auf- fuhrungsrecht bis Ende diefes Jahres dem Eoncertagenten Wolff freigaben. Auch h?frTenn^°iHCCmn*C n ^^Enheit nicht entgehen lassen, uns mit der Sinfonie

bekannt zu machen und wir müssen ihm dafür danken. Das Werk ist nicht nur schön if/^n^P^Th ,rocrt^otl, durch gediegene thematische und contrapunktische Arbeit. ES irntPMrtp6» luunberhar roaä ein 19jähriger Jüngling aus diesen scheinbar so un- erglebtgen Themen zu machen gewußt, und wer die Sinfonie hört, begreift, wie der ßln.^, ni?tnb ÖU8b!rCC °/ Schlitz, der die Partitur gelesen hatte, dem sich oorftellenden Compontsten zurufen konnte:Was, Sie sind ja noch ein ganz junger Mensch ich hatte nur einen viel älteren und erfahreneren Componisten erwartet!" '

- , .~°y .00^ bebeutenbfte von Wagner's Jugenbwerken, erhält die Sinfonie

Wichtigkeit, weil sie eine vielfach aufgestellte Behauptung Lügen hp^?hn^b ^abe Cd aT\ ^^punktischem Wissen und formellem Können gefehlt rÄfi flfbVa 5cncue^\- 2) 6 Ausführung der Form ist in der 6-äur-Sinfonie schlechterdings tadellos, und dre contrapunktische Arbeit bietet eine Fülle des Hvch- tntercsianten. ww

c. Dem ersten Satze geht eine längere Jntroduction Sosten uto e maestoso voraus an bte sich das AUegro con brio anschließt. Keck wird da in den Hörnern und nr*»rtn ^bovens Geist durchwehtes Thema hingeschleudert, dessen bald fnna6 h c§ N allmälig mit dem weicheren aber gleich­falls bestimmten Nebenthema verschmilzt, das sich enoltch losringt und jetzt in der Ausfübruna SSt nim vollständig auftrttt. Nach einer kurzen imitatorischen Ausführung folgt nun ein kleines Sätzchen, das fchon einen unverkennbaren Hinweis

Ms.ob?!-Enthält. Mit einer weiteren Verarbeitung des zweiten ^ch^eßt der erste Theil. In dem ziemlich langathmigen Durchführungssatz gewinnt der Componist dem Hauptthema ungeahnt schöne Gesichtspunkte ab.

einmal ein Lichtstrahl in das Ehaos der Durchführung, indem plötzlich MfPt p^ ff1?0?0 rrbc§, ersten Themas in der Grundtonart Solo bringt KJ1 r fclr interessante Modulation auf den Wiederholungssatz über. In von den Bläsern hindfhnüffifp c*- ». ,het noch ein ganz neues Motiv, eine |

,n yn?c?au<^ e f etne Terz, bte später im Andante eine hervorragende wirksamen Satz^^' interessante Durchführung beschließt den außerordentlich

,, ^/r zweite Satz, Andante ma non troppo, nn poco maestoso, beginnt mit dem lch°" U"^ber Coda des Allegro bekannten Terzeninteroall in den Oboen und Elari- ^ten. Nach einer kleinen Einleitung, die durch das nämliche Motto in zwei Hälften Vliükata^dps' mJffpF11 C*t ^oioncelli und Bratschen das Hauptthema, begleitet vom Plzzikato des Basses; noch zweimal wiederholt sich das Thema, jedesmal in höherer Ca^e und mit Erstarkter Begleitung, worauf das Anfangsmolio zu dem sehr pompösen

^r volle Bläserchor, durch Posaunen und Kontrafagott verstärkt, b^en 11 PZacb k?^r Ausspinnung des Themas führt eine frappante Modulation As-moll in zwei Takten nach dem Hauptton A-moll zurück. Statt des durch Er- ^binen der Einlettungstakte angebeuteten Wieberholungssatzes tritt jetzt eine kleine

& «emischt mit den kurz abgerissenen Äccorden der I w!rt^ ta0g0«ifrtmo »kba/öu in,ei,e£6ema- bie6mal ab» k-°°, es wird j-d°ch -ÄeÄxs.ÄÄä Klarinetten mit dem Anfangsmotiv den Satz beschließen.

.... Scherzo, Allegro assai, eröffnet ein markiges Motiv, das hernach das ^ÄhP wird. Letzteres erinnert im Charakter etwas an bcr§ ent

üon Beethovens vierter Sinfonie. Der zweite Theil

derselben ist bann ber zweite Theil construtrt, dem noch einmal nach einer ku r n DÄUca^hpaft9inad Thema im Fortissimo des vollen Orchesters folgt. Be^tm Da capo des Allegro frappirt wiederum die spielende Leichtigkeit in ber Handbabuna tine r<hPpUnfTrio wirb noch einmal unverändert wiederholt worauf beendet^ b Cr ten 1, 0 bc§ Hauptthemas ausgesponnene Coda den ganzen Satz -a ^,Das ^ando Finale, Allsgro molto e vivace, vielleicht der unbedeutendste Satz des Werkes, baut sich auf über einem Thema von unleugbar Haydn'schem Anstrich Voraus geht tdoch eine thells ihm, theils dem Seitenthema entnommene Kinleituna

IX'ÄÄ«?

Die wieder etwas breit ang-leglc Durchführung wühlt in dm Tnnarlen- hnh,! blekg Mhft ?anj'nh'!ürrt?!>OliOrc£ tbe§ ^ondolhemaS zu Grunde. Wieder folgt dieses selbst, ohne jedoch durch sein Erscheinen daS contrapunktische Spiel mit seinen

bcutung deS Ausstandes in Ostafrika. Noch s-i eS möglich - so führte er auS

Abschn-ldung von Wastcn und Munition den Aufstand zu dümpsm und mit ver- Ä.« entg-genzutret-n Das deutsche und das englisch- Emin-

Pascha-Comitö, di- Bestrebungen des Cardinals Lavigcrie und die osstctelle Action Deutschlands, Englands, Portugals und des Congostaatcs müßim zu diesem Zwecke in g-nl-iusamer R ch ung Zusammenwirken, sonst sei Asrtta den Arabern und ihrem Sklavenhandel verfallen.

Varis, 30. Octvber^ In ber französischen Deputirtenkammer ist ein seltsamer Ctrlti ausgebrochen. Wegen ber vom Kammerquästor angeordneten Maßregeln gegen d e Journalisten haben die beiden Vicepräsidenten und die vier Secretaire ber Deputirtenkammer ihre Entlassung gegeben unb hiermit den Fortgang der palamentarischen Berathungen augenblicklich unmöglich gemacht. Der erste Kammerpräsident, Mdline, unterhandelt mit den »ftrifenben" Sureaumitgliebern, um eine Verständigung zwischen ihnen und der Quäsiur herbeizusühren. * * 8 w

. . Lille, 30. October. Nach einer Meldung desEcho du Nord" ist dem Präsi­denten der hiesigen geographischen Gefellschaft die Nachricht zugegangen, daß Stanley mit seiner ganzen Mannschaft bis auf zwei Personen getödtet worden sei. ° 9

r. Petersburg, 20. October. Ueber die Entgleisung des Kaiserlichen Hofzuges liegen noch keine a.tthentischen Details vor. Fest steht bisher nur, daß ein gewöhn- 31^6^01 Cnb°bnUn aa ^orliegt. Alle anderen Gerüchte sind mit Vorsicht auf-

Motiven zum Abschluß zu bringen. Das geschieht erst mit ®ieberrintrtH

mit veränderter Instrumentation erscheint. Nachdel^esEin ähnlicher Weise w e zuerst durchgefuhrt ist, wiederholt sich der Anfang des Satzes all" malig in thematischer Verarbeitung der Hauptmotive zur Code überleitend hprpn Pannonien sich an die Einleitung des ersten Satzes anlehnen Nochmals reiat'si^i dns s «'SS J. L nämbOchPn'Rrips^? b. in O-dar componirte, noch nicht möglich war. Indem ber C mon ®unh hna9Vnpnnaans rCrAbem Thema seines Andante, ohne d^s Welt erblickt. Allegretto ber A-dur-e>infonie hatte es wohl nicht bas Licht der , m llebrigens wurde gerade das Andante, unseres Erachtens der schönste Sah irqq

eine traumhafte Erinnerung in unserem Musikleben bleiben soll. "

c , bl- October. Neben vielen Einwohnern, die es mit Freude bearüken

ba6 bie stabMch- V-rw-tttung zur V-rfchönerung ber Anlagen b-beu!-nb-Kosten au?-' w-nd-t, gibt es l-tb-r auch P-rfon-n, bi- hierfür keinen Sinn haben So si^b ver Anlage ausgerifsm wrnbm?^" ^urn g-pflanz.e Baume auf b-r Ost-'

einer Äf Zmes^hlun^L'^^h^l^ lon^Ln^ 348 W-ingrotzhänbl-r, 812 Kl-inhänbler, 5845 Weinzäpfer Im^iiannoMl 6438 Me n" zapser über bte Straße, 85 Ligucurfabrikanten 84 PlaupurFmnS?. Q9 «438 . ßroSbänbler, 364 ÄIrfnbänbler, 6766 Srannt^)et^Jäpfe^ 0mU©^an^^o^aI922^17al^Btannt- wemzapser ub-r ble Straße unb im Stand, 21 «terhändler im ffltofien 200 « im Kleinen, 6648 Bi-rzäpfer im Schanklokal, 620 ®ktiaPf unb m

62 Obitweinfabrikanten, 1 Obstwetnhändler im Groben 99

inirh hiprhpi XaFj l über die Straße. Bemerkt

°»r äääsää uäj,

7 Ligueursabrtkan.e" 8 Lig?°urhänU-? 'll Br7nktw7n- großhandler, 0 Kleinhändler, 129 Branntweinzäpfer im Schanklokal^ 43 Branntwein- »SS ^S^b^r bÄ6Xnuub'im

weWr in SchLL'N !</

ItÄM, ^D^fe?^^'15^2l/e2Born^S,T2^^a^e^n^^ ®rnrnntoriiertnaufernfütoenbic Sttaße unbim Stänb m« b-rj-nig-n" b^-r° ota^oben genannten Stabte vergleicht. Von biesen weist Gtesten bte mminftm m.FIn bei ca 19 OOO Einwohnern. Worms hat bei 22 WO Einwohnern 61 B?ann wein,aöL im

unb Uber bi- Stratze, Offenbach bei 32 000 einroobnern 7 ®arm»ab7 M 44 000 Einwohnern 162 unb Mainz bei 67 000 Einwohnern 277 Di- stahl ber Bei- Äe? rRS?EtÜUtr«^Onn^ei? über di- Straß- unb im Stanb o-rkausen, b-trug im "Odhre 1887 in Gießen 21, in Worms 36, in Offenbach 40 in 01

Mainz 94; in Gießen bestauben ferner 14 Laben, in welchen Bier n b^Bianntw- n verzapft wurde. - Im St-u-rcommisfariat Gieß en welches ca 1 WO E n

umfaßt, gibt es 415 Branntwein-Verkaufsstellen find Wirtblchaiteni nnfcprhpm aus^nah-zulOO^E?nw°bner'ei' 1«ß!qUfUrflab«flln,en unb Händler, cs kommt also aus nahezu 1OO Einwohner eine Branntwein-Bezugsquelle. Die ^abl her

St-u-rcommistariat ©le&er? b-ttLgt 3597 Obstwein führen 300 Wtrthe und Zapfer. An Branntweinsteuer tncl Nachsteuer ainnpn Pin im kinia !i>67n1887/8^ in rben Hauptst-ueramtsbczirk-n Gießen 652145 JL darunter 235 952 N°chst°u°r, Darmstadt 127 713 M, Ost-nbach 208074 M, Main, ioi 325 7t Worms bmunte^484O68NachstMr^' im Großherzogthum Hessen 1 168 428 M,

9rhlaü ° a10, ra^ 1 ?9 Stuck mit feinen amüsanten Einlagen am Donnerstaa Abend nochmals wiederholt wird. Die Wirkungen, die von der Bühm in den Saal drangen waren zwar nicht der Art, daß sie die Pulse hastig fliegen, den Äthern kürzer werden ließen; aber gelacht hat man und das herzlich und reichlich unb rner an dieser pitlirtP k /C y- M kl k »s o . r ... -1 t r* gern in das Theater Zeilen, um

«Ä1w&V uns 0eräutoDD1Ier btnn ie -Ufdrangt,

ÄivB' p??"'*;1Ä' wU'StÄÄÄ'Ä Reiners, blieb aber auch im allgemeinen nicht hinter den bisherigen Vorstellunaen zurück, wenn schon die Einzelleiftungen hie und da zu wünschen ® n . e ^delloS waren Herr und Frau Reiners. Herr Reiners beweist uns mit

jetjer Rolle in der er auftritt mehr, daß er in feinem W eta «ünma ift sffi tm nUr-etma§ burnrnen Onkel Christian spielte er höchst ergötzlich Qu

«X" bCt -u°--sichtlich-T°n, mit d-rn er immer sein:BItr ,chön7 sei so guk" T,lrnn,®e,r ?-k»mm-rt- D-ter d-s Herrn Taußig (Lon-i) vermocht- recht wohl ble SEeilna^me des Zuschauers wachzurufen. Dazu trug auch wesentlich der biedere Ton seiner schonen Stimme bei. Herr Förster (Reinhard) beeinträchtigte leider die Wir­kung sesties guten Spiels vielfach durch Überhastetes Sprechen. Das Mienensviel des Herrn Göhler war diesmal sehr beredt; sein Blick hing nämlich^ fortm^^ Judjenb an der Souffleuse, wodurch nicht nur feine Sprache litt, auch fein Geberden­spiel gelangte in noch beschränkterem Maße als fnnft n.r r m-6.?'

(^U9U^ bie ^erfon'' nol beffer,

ersten Male wurde sie ihrer Rolle in vollem Umfang gerecht. Herr Löwe (Kurt)'blieb ^ hem Ge ste seiner Rolle getreu; er spielte nämlich wie ein dmchgefallener Abi- von bi-s-m Umfange'nicht^gewachsen. ^^ung nach ist ber Künstler Rollen

Ä bedauern ist, daß noch immer die Betheiligung seitens des Publikums keine wLb LSaei" L-istungen b-s Ehepaares Reinersmachten^ 7, b" Müh

ifÄ»,!'b"" *»«««

... - Jungen im Alter von 13 bis 5 Jahren übten sich am Sonntag Nach­mittag an einem Häuschen mit Anbau am Hardtberg derart im Demoliren daß der ^ea^ntAUp?SCnt Ur<te cUnrr t)crart zugerichtet wurde, daß es fast un­

begreiflich erscheint, wie so kleine Knirpse zu derartigem Vandalismus kommen Die Mrb8Cnomm=n mK" mb iUr flebr*t'^renb bic Engeren wohl sonst