Kanzlers Geburtstag.
Am heurigen Ostersonntage feiert des Reiches Kanzler seinen Eintritt in ein neues Lebensjahr und wie sich Fürst' Bismarck schon bisher immer der herzlichsten Antheilnahme der deutschen Nation an seiner Geburtstagsfeier zu erfreuen hatte, so bringt sie ihm auch diesmal, zur Vollendung seines dreiundsiebzigsten Lebensjahres, ihre innigsten Wünsche dar. Ja, diese Antheilnahme wird sich gerade Heuer gewiß doppelt innig äußern, denn man weiß ja, wie tief erschüttert Fürst Bismarck durch das Hinscheiden seines kaiserlichen Herrn wurde, dem er durch beinahe ein Menschenalter hindurch der treueste und erprobteste Diener und Berather gewesen ist, ja, dem er auch als Freund nahe stand, und bei dem unvergleichlich harmonischen Verhältnisse, welches Kaiser Wilhelm und Fürst Bismarck verband, erscheint der tiefe Schmerz des Letzteren, nun dieses schöne Band für immer zerrissen, nur erklärlich. Indessen, unser Reichskanzler gehört nicht zu den Naturen, welche sich durch heftige Gemüthserschütterung in ihrem Thun und Handeln lange beeinflussen lassen und so bat er sich denn, das Leid um seinen verblichenen gütigen Herrn in die innersten Tiefen der Seele bannend, auch dem neuen Kaiser zur Verfügung gestellt, bereit, noch ferner seine ganze Kraft dem Vaterlande zu weihen. Mit um so lebhafterer Genugthuung ist es daher in allen Kreisen der Nation ausgenommen worden, daß Kaiser Friedrich bei seinem Regierungsantritt keinen Augenblick zögerte, den treubewährten leitenden Staatsmann des Reiches und Preußens seines vollsten Vertrauens zu versichern, wie dies schon die Art und Welse der ersten Wiederbegrüßung zwischen beiden Männern in Leipzig bewies und wie dies die fast unmittelbar auf diese historische Scene folgenden Kundgebungen Kaiser Friedrichs nur noch offener darlegten.
Vielleicht mag Kaiser Friedrich in manchen speciellen Punkten der inneren oder äußeren Politik etwas anders denken als der leitende Staatsmann, aber auf dessen Stellung wird eine derartige Meinungsverschiedenheit sicher nicht im Mindesten zurückwirken. Kaiser Friedrich weiß besser als Jemand auf der Welt, daß den Fürsten Bismarck bei allen seinen Handlungen nur immer das Gefühl reinster und wärmster Vaterlandsliebe wie der aufrichtigsten Treue und Ergebenheit gegen seinen Kaiser und Herrn leitet und daß auf diesem Gefühl im Grunde all' die Erfolge, all' die langjährigen Dienste und unermeßlichen Verdienste des Kanzlers um Vaterland und Krone basiren und entsprechend dieser Erkenntniß wird sicher auch das Verhältniß zwischen dem neuen Herrscher und seinem ersten Berather ein dauerndes und harmonisches sein Das deutsche Volk begrüßt daher den Kanzler zu dessen heurigem Geburtsfeste vor Allem mit dem aufrichtigen Wunsche, daß es ihm, gestützt auf das Vertrauen des Kaisers, nach den erschütternden Ereignissen der jüngsten Zeit vergönnt sein möge sich mit neuer Kraft und neuem Muth den vielseitigen Pflichten seines verantwortungsreichen Amtes zu widmen. Noch hat er sich ja, trotzdem er die Schwelle des Greisenalters überschritten, die wunderbare Frische und Spannkraft seines Geistes voll und ganz bewahrt und wenn er in letzter Zeit wiederum von alten körperlichen Leiden helmgesucht wurde, so müssen dieselben wohl mit der Erregung zugeschrieben werden, m welche der Heimgang Kaiser Wilhelms den Fürsten versetzte. Glücklicher Weise sind inzwischen diese körperlichen Schmerzen wieder soweit behoben worden, daß der Kanzler
in verhältnißmäßigem Wohlsein das dreiundsiebzigste Geburtsfest begehen kann -
sei es ihm auch in dem bevorstehenden neuen Lebensabschnitte beschieden in unae- brochener körperlicher Rüstigkeit und voller geistiger Frische wie bislang für des
deutschen Vaterlandes Wohlfahrt; Ehre und Größe erfolgreich weiter zu wirken
llniversttätS - Chronik.
Erlangen, nach Wür
Professor vr. Lothar Seuffert. Docent des römischen wird an Stelle des nach Berlin berufenen Professors Dr. Ko -bürg übersiedeln.
Civilrechts in hier demnächst
ittterarifcfore.
94 (Verlag von I. I. Weber in Leipzig.) Die am
«?frA erschienene N.. -334 enthalt folgende auf den Tod des Kaisers Wilhelm und ?/6ierungsantrit Kai.er Friedrichs III. bezügliche Abbildungen, die dem Veriaa ^!^^s^0^^"kche-Anstallen große Ehre machen: Der Empfang Kaiser Friedrichs ™llr$ p^ußische Staateminrsterium auf dem Berliner Bahnhof in Leipzig- Di, ^.eörußung des Fürsten Bismarck. Originalzeichnung von F. Waibler. — Ankunft PaaTC^ Bahnhofe Westend am Abend des 11. März. Oriaina .
zerchnung von E. Threl. Ueberführung der sterblichen Hülle des Kaisers Wilbelm vom Palars nach dem Dome in der Nacht zum 12. März. Oriainalzetchnnnn Berlin Frtnh’.H Pw°deausstellung der Leiche des Sailer« Wilhelm in? Dome >u ®cF‘,n- naljeicfcriung von E. Limmer (Doppel,eit,«.) - Das Leibpferd Kaisers Wilhelm im Trauerzuge. Originalzeichnung von E. Limmer. — Die Trauer- salven der am Dome ausgestellten Jnfanteriebaiaillone bei Einsegnung der Leicht O?i- ginalzeichnung von E. Hosang. — Das Leichrnbegängniß (Fünf aroßre Abbildung nach Originalzeichnungen von E. Thiel, E. Limmer, F. Waibler und L Lüders^ ^raiebdAn^iIMm^IIT^OleUhnh *u ?$QrI°ttenbur0 mit den Grabdenkmälern des Königs rt^m und der Königin Louise von Preußen. — Das Gruftgewölbe
iU Originalzeichnung von G. Theuerkauf. — Der
Umschlag der Nummer enthalt einen Trauermarsch auf den Tod Kaiser Wilhelms Ponnt von Earl Reinecke. - Der beschreibende Tert zudenSBHb rn ift in Weise fesselnd und anschaulich abgefaßl. — Ferner enthält die Nummer üwei tJhi?*nen Winters. - Moden: Trauerkostüme (2 Figuren) — Polytechnische Mittheilungen u. s. w. v u H
Jas Vorkommen von Viehseuchen im GroßherzogthünsHeffc»^
während des Monats Februar 1888.
~ , Milzbrand wurde festgestellt am 8. Februar in Nieder Florstadt im Greif.
Rinde.""' Februar in Angersbe'rg im «reite ßauÄba
bäcfttißeS ^Pferb^unkr1 aoliJ^Uf4el?^Be1ota^^tunB?^f'^^e* M Ansteckung °er-
firdfc BFius? -S '^stellt"'Die Seuchkstt"b7reits wieder^Echen und in^tirt4ba?fenCt"m «reite BenäVeimlnift°'eerIotcierLraUnä^*r^
in Brensbach im Kreise Erbach.
Sleberb!» am 28roSebrua? *" ben d-S Kreises Alsfeld Eifa am 27. und
Seibertenrod, Unter-L-erbertenrod, Ober Seemen, Mittel-Seemen 'NiederSeemen krnaErbach: Engelrod und Ilbeshausen: krankhett'mwleÄr^L'" 5dtfcber9 -»sgebrochene Räude-
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Knüppel Raum 130
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II.
aus
Stöcke
57
3
7
Distrikt Eichenstücke
2454
Gießen, den 26. März 1888.
Großherzoglrches Amtsgericht.
___Dr. Schäfer.
, und 3 Rm. Aspen-Knüppel, ,, Zopfreis, „ Stammreis,
Distrikt Neue-Wald bei Nr. 16, unmittelbar an der Straße von
zu Gcubenteich
Das Verzeichniß der Genoffenschafter kann zu jeder Zeit bei dem Handels- genchi emgesehen werden.
Scheiter
540
1,2 2
Treis a. d Lda., den 28. März 1888.
Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. d. Lda.
______________ Benner.
Reisig i e t e r
341
37
91 > 9*/, Uhr irn
Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender.
------- ... Versteigerung der Hungen-Schottener Straße- Hungen, am 21. März 1888.
50 „ „ 185 „
„ u und 4 Nm. Eichen-Stöcke.
Zusammenkunft ist am ersten Tage im am zweiten Tage im Distrikt Bommenstein, Treis nach Allendors a. d. Lda.
Ludwig Schmitt, Glaser,
Kanzleiberg 7, empfiehlt sich im Einrahmen von Bildern und Spiegeln in allen denkbaren Rahmen- 477
Holzversteigerung.
fn ?l»ril d. I. sollen in dem Stadtwald zu Hungen in dm mente“erÄtmfrben^*“’“'*’' ®t'infaute unb 5Ho‘fäbcrS nachstehende Holjforti-
I. «tttftoodb d-n 4 April 1888, Bormittag» »«/_ Uhr,
aus den Distrikten Neue-Wald und Aspenstrauch: 2 V
Holzversteigerun z
In den Mitgebrauchswaldungen der Gemeinde Treis a. d. Ld> werden verfteigett:
A. Bau- und Nutzholz:
8 Eichen-Stämme mit 4,20 Festmeter Inhalt,
2 Buchen- „ ,, 2,48
B. Brennholz:
171,4 Rmtr. Buchen-, 30 Rmtr. Eichen-Scheiter,
<* n 27 „ „ -Knüpoel,
— 450 n Stamm- und 539 Rm. Buchen-Zovfreis
Donnerstag den S April 1888, Vormittags lOUbt
den Distnkten Buchwald. Alteunner, Todenberg und Heeqe.
A ^au- und Nutzholz:
20 Eichen-Stämme mit 8,50 Festmeter Inhalt,
58 Nadel-Derbstangen mit 2,38 Festmeter Inhalt,
B. Brennholz:
Rm. Buchen-, 53 Rm. Eichen-, 5 Rm. Nadel-Scheiter „ 8 „ „ 15
Holzversteigerung
in den Waldungen des Großh. BberflaUmeiflers Freiherr» von Nordeck ;ur Rabenau.
3- werden versteigert I
1) Von Morgens 9 Uhr an im District Hoherwaid bei Reiskirchen, unmittelbar neben der Staatsstraße nach Grünberg:
c wit 9,53 Fstm., 3 Nadelstämme mit 1,81 Fstm. und
. f E 0,31 Mm.; 76 Rm. Buchen- und 6 Rm. Eichen- «mt* er’sn4 “f6 83im- Nadel-Knüppel; 20'/r Hundert
Wellen suchen-, 103/4 Hundert Wellen Eichen- und 7*/2 Hundert 21 ilnn^^arfim Hnna 89 m Buchen- und 16 Rm. Eichen-Stöcke. 2) Von Nachmittags 2 Uhr an im Freiherrlich von Rabenauffchen Oeconomtehof zu Großen-Buseck aus dem District Münchwald-
M v Nadel-Derb- und Reisstangen mit 19,82 Fstm.; 33</2 Hundert
RadelMefft^"' 2 Sbt‘ ®eUen gi^en' unb 5’/a Hdt. Wellen- Treis a. Lda., den 27. Marz 1888.
^000 Amendt, Oberförster.
Krtgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.
In dem Genoffenschaftsregister des unterzeichneten Gerichts wurde heute folgender Eintrag vollzogen:
1. Landwirthfchaftlicher Eonsumverein Garbent^ch errichtet durch Gesellschastsvertrag vom 20 März 1H88
2. Zweck des Unternehmens ist gemeinschaftliche Beschaffung von Bedürs- mffen der Haus- und Landwirthschaft, gemeinschaftlicher Berkaus von Producten aus dem lanvwirthschastlicheu Betrieb und Schutz der Mit- glieder gegen Ueberoortheilung.
3. Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich wie außergerichtlich, besteht aus dem Director, Rechner, Lagerhalter und Controleur; die 8eich- nung für den Verein erfolgt dadurch, daß die Zeichnenden der Firma des Vereins ihre Namensunterschrift beifügen; rechtliche Wirkung hat die Zeichnung nur dann, wenn sie von dem Director resp. deffen Stellvertreter und einem weiteren Vorstandsmitglied geschehen ist
4. Die Bekanntmachungen erfolgen in dem „Gießener Anzeiger" und
„ werden von mindestens zwei Vorstandsmilgliedern unterzeichnet
o. Die dermaligen Mitglieder des Vorstandes sind:
a) Johannes Brtegel II, b) Heinrich Stumpf I , c) Frau Stumps


