Einzelbild herunterladen

2,91 Mittwoch dm 30. November w

WWW WWD

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

jvtrrearrr Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

SSä

2 Mark 20 Pf. mit Bring-rlolm. ^^urch^re^Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

8,,lrlffe,b: 1« »W b« b«r.«<« ln 1888

Bekanntmachung.

zx» KSLKS

^erathen unter der Bedingung ertheilt bat. daß nickt mebr als 10000 ä ( 4lll?S oon »affeln, Rindern, Schweinen und landwirthschaftlichen

für Prämiirung) mindestens 70o/0 be8 &%TaÄ»Xfe bÄfe S*? TS Betrags von 300

Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet wordem 3 °°" ^ewinngegenständen zu verwenden sind.

Gießen, den 26. November 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

*-------------------------- Dr. Boekmann.

Politische tteberficht.

die Unfallversicherung land, und forsimirtbfchasMch^Lrbester^, das F °'r- ch.

MSI-N . 1'110 (SrrfAbt».» onn« ,.£T.....u er m , r. , ,U '

*« v°nG-tstli«en Die Finanzlage »to ahTÄ 6e,Z? fo o§ eine nm^ß? Herabminderung der directen Abgaben stattfinden ^nn. Zum Schluß gedenkt die Rede in warmen Worten des schweren Leidens des deutschen Kronprinzen.

Vorlage ein finanzielles Opfer von etwa 100,000 erfordern werde und daß fie namentlich bezwecke. das landsturmpffichtige Alter um einige Jahre zu erhöhen

... . Gießen, 29. November.

1 ßnrnn onprinz6n liegt von dem hohen j v v >»1 w & m am sreuag vom Vroßyerzoa mit einer

Ricken selbst eine tm Allgemeinen ziemlich tröstliche Mittheilung vor. Der Thronrede eröffne! worden, welche als Vorlagen aufzählt: Gffetzentwürse betr £rTe n5b!nfpXr« Tr°Uf Tbeilnahwz.Depesche des Reichstages umgehend b!; Unfallversicherung land, und forstwikihschaftlicher Arbeiter?das Feuerlöfch: et7r?rf i«6 h=rb7ä 2:eIeflr?.a!^ 98att®or:ei, in welchem der fürstliche Abfender wesm, vie Errichlung einer Landeskreditkaffe und die Revision über den Amts« errlart baß bere is eine fühlbar günstigere Wendung in seinem Leiden einge« 1 «- -..... Mmie

M3 rni) e: ^bShalb hoffe, seine Pflichten gegen das Vater lans in

Maße wieder erfüllen zu können. Diese zuversichtlichen Worte werden

gewiß in allen deutschen Herzen ein freudiges Echo wecken!

M ®is $^onrfebe zur Eröffnung des Reichstages hat auch im Auslände die wr gebührende Beachtung gefunden und die Commentare der östcr- reichischen, engüschen und italienischen leitenden Blätter begegnen sich mit den Artheilen der deutschen Presse darin, daß man es hierin mit einer Kundgebung von ungewöhnlicher Bedeutung zu thun habe. In der That ist der Passus der Thronrede aber die auswärtige Politik denn um diesen kann es sich selbst, verständlich nur handeln in seiner gewichtigen, ernsten Sprache der Beach, tung wohl werth bann einerseits läßt er die bestimmte Hoffnung auf dir Erhal.ung des Friedens tat Gegensatz zu den früheren Thronreden vermissen und anderse.tr giebt er deutlich zu verstehen, daß Deutschland gegen kriegeriscke Eventualitäten vollständig gewappnet sei. Wenn eine solche nachdruckkvolle Sprache deutscherseits trotz der Berliner Monarchen. Begegnung geführt wird, so bekundet dies, daß man in den leitenden Berliner Kreisen die Kriegsbesorgnisse noch immer nicht als gänzlich gebannt betrachtet. Wie sehr die deutsche Regie« lung Mit bieier Auffassung Recht hat, bisiätigt jene nichtswürdige Fntrigue gegen die deutsche Politik, deren Fäden zwischen Paris, Petersburg und - Berl-n laufen und welche durch die Unterredung zwifchen dem Fürsten Bismarck und dem Kaiser von Rußland noch glücklich an's Tageslicht kam. Bis zur I Stunde sind genauere Mittheilungen über die sensationelle Enthüllung von den gefälschten Bismarck-Noten noch nicht bekannt geworden, jedenfalls beweist aber dieselbe schon das Eine, daß in Europa fortgesetzt geheime Kräfte gegen Deutsck. land und somit gegen dar sicherste Bollwerk der europäischen Friedens wühlen und wenn da in der deutschen Thronrede gleichsam erklärt wird, Deutschland müffe sein Pulver trocken holten, so kann man dies gegenüber der entdeckten Jntrigue nur erklärlich finden. Letztere scheint auch die Ursache oewesen zu sein, baß die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren'in Stettin nicht zu Stande kam, denn die geheimen Feinde der deutschen Reicher und seiner Kanzlers hatten es verstanden, den russischen Herrscher derartig gegen Deutsch« land einzunehmen, daß Alexander III. seinen schon gefaßten Entsckluß, nach Stettin zu kommen, wieder ausgab. Vielleicht darf man nunmehr noch weiteren interessantenEnthüllungen" entgegensehen.

Der Reichstag nahm in seiner Frestagssitzang die Präsidenten« wähl vor. Dieselbe verlief nicht ganz so glatt, wie von manchen Seiten erwartet worben war, wenigstens machte sich bet der Wahl des Präsidenten, wie bei derjenigen der Vieepräsidenten jedes Mal ein speeieller Wahlgang nöthig. Zum Präsidenten wurde v. Wedell-Piesdorf mit 174 Stimmen gewählt, wäh­rend 80 Stimmzettel unbeschrieben waren. Zum ersten Vieepräsidenten wählte I der Reichstag Dr. Buhl mit 149 Stimmen, das Centrum stimmte für Frhrn. I o. Franckenstein. Auf den Sessel des zweiten Vieepräsidenten wurde v. Unruh« Bomst berufen, welcher 151 Stimmen erhielt; 80 Stimmzettel waren unbe­schrieben. Das Präsidium der vorigen Session amtirt also wieder. Durch Zuruf wurden die Schriftführer gewählt, die beiden Quästoren ernannte der Präsident tun ist somit das Reichstags« Bureau endgiltig constituirk. Ja dir I nächsten Sitzung beginnt die erste Lesung des Etats.

Die in Aussicht gestellten Gesetzesvorlagen werden, in Erfüllung gemachter Zusagen ober hervorgetretener Bedürfnisse, dazu dienen, die Landesgesetzgebuna zu ergänzen ober zu verbessern.

Mit besonderer Befriedigung hat die Zweite Kammer bei Erwähnung de» Hauptvoranschlagr für die Staats-Einnahmen und -Ausgaben den günstigen Stand der Landes-Finanzen vernommen, welcher es, trotz der erhöhten Anfor« derungen des Reichs wie des Landes, ermöglicht, eine mäßige Herabminderung der biiecien Abgaben eintreten zu lassen. Um so leichter weiden die im oroent- lichen Etat auf Wunsch der Stände zur Hebung der Landwirthschast und der Gewerbe und zur erhöhten Beihülfe an Gemeinden und Kreise für Schulzwecke und Straßenbauten vorgesehenen höheren Beträge, sowie nöthig befundenen Ausgaben des außerordentlichen Etats von dem Lande getragen werden können.

Es wird, wie bisher stets, so auch diesesmal das aufrichtige Bestreben der Zweiten Kammer sein, bei Prüfung der ihr gemachten Vorlagen die größte Sorg­falt anzuwenden und giebt sie sich mit Ew. Königl. Hoheit gerne der Hoffnung hin, daß er ihr gelingen werde, im Einvernehmen mit Ew. Königl. Hobelt Regie­rung dftieiben zum Wohle und Gedeihen des geliebte» engeren Heimaihriünde» zum Abschluß zu bringen.

Unter bett in der Thronrede angekündigten Vorlagen für den Ew. Köotal. Hoheit haben der tiefen Leidwesens gedacht, we'ch.» auf Reichstag befindet sich auch der Entwurf eines Landwehr« und Land unserem erhabenen, Ew. Königl. Hoheit so eng verbundenen Kaiserhame lastet sturm«Gesetzer. lieber den Inhalt desselben ist von osficiöser Seite noch Die Zweite Kammer theilt mit Ew. Königl. Hoheit und der ganzen Nation nichts mstgeiheilt worden, dagegen weiß dieKreuz-Ztg." zu berichten, daß die ' die Empfindung tiefsten Schmerzes und wärmsten Mitgefühls bei dem schweren.

kLMMZKMm EW - «b » M

_________ Fresenius.

! ,,, Der Bezirkstag des Unter-Elsaß beschloß, an dm Kaiser anläß- lich der Krankheit des Kronprinzen eine Beileioradresse zu richten.

rx®a«,bneuff6e Schulgefckwader, welches zur Zeit an den italie- Küstrn weilt, ist daselbst Gegenstand besonderer Auszeichnungen feiten» der Behörden, wie d-r Bevölkerung. Wie in Spezzia, so haben auch in Neapel, wo dar Geschwader gegenwärtig ankert, eine Reihe von Festlichkeiten zu Ehren desselben statdMnden und in dieser auszeichnenden Aufnahme der deutschen ! Schiffe spiegeln sich die engen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und grauen klar mioer,

,2,8 November. Die Adresse der Zweiten Kammer der Stände lautet, wie folgt:

Merdurchlauchiigfier Großherzog I Allergnüdigster Großherzog und Herr!

Em.^Königl. Hoheit haben geruht, zum Beginn des eröffneten 26. Land- tags den Ständen des Großherzegthums Ihren landesherrlichen Gruß zu ent» bie.en und denselben Mittheilung von den Aufgaben zu machen, welche ihrer bei der beginnenden Periode harren. y

Indem die Zweite Kammer der Stünde Ew. Königl. Hoheit für diese Beweise Allerhöchsten Wohlwollens ehrerbietigsten Dank ausspricht, hat sie von den gestellten Aufgaben mit den ihnen gebührenden hohen Interessen Kenntniß genommen.

Werden danach auch die Stände nicht in dem Maße wie bei dem vorigen Landtag nut Arbeiten besaßt sein, so ergreifen doch die diesmaligen Vorlagen wichtige Gebiete des staatlichen Lebens und find wohl geeignet, dar von Ew Königl. Hoheit und Allcrhöchstdeffen Regierung allezeit erstrebte Wohl des Lande» zu jördern.i