Ausgabe 
29.6.1887
 
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Distern der benachbarten Häusern gestandm, nur eine dicke Staubwolke, aber nichts von den entgleisten Wagen im ersten Augenblick gesehen haben. Viele Passagiere, die mit unerbeblichen Verletzungen davongekommen sind, reisten mit einem sofort an der Station bereitgestellten Zuge weiter. Die Unglücksstätte macht einen wüsten Eindruck. Das ganze Geleise (drei Schienenstränge) ist aufgewühlt und an einzelnen Stellen gebrochen. Die Puffer einzelner Wagen haben sich eingedrückt in andere Wagen, Fensterscheiben, einzelne Wagentheile, Trittbretter und Verbindungen der Wagen sind gänzlich zertrümmert. Der Verkehr ist gesperrt. Sofort waren Arbeiter zur Stelle, welche das eine am wenigsten beschädigte Geleise fretmachten, um den Verkehr wieder zu ermöglichen. Die Untersuchung des Unfalles ist im Gange. Die Be­hörden waren bald zur Stelle, um die Ursache zu erforschen. Zahlreiche Neugierige umstehen die Unglücksstelle, welche durch Militär und die Mülheimer Polizei ab­gesperrt ist. (Köln. Ztg.)

Köln, 27. Juni. Die Entgleisung des Berliner Courierzuges bei Mülheim erfolgte an einem schrägen Strahenübergang durch Ausiprtngen eines Wagens. Der Zug hatte acht Wagen. Die Locomotive schleifte zwei. Wagen eine Strecke weit, zwei andere stürzten um. Der Schlafwagen blieb im Geleise. Dte Zahl der Verwundeten wird auf 13 angegeben.

Köln, 27. Juni. Bei dem Mülheimer Eisenbahnunfall wurden nur zwei Damen aus Berlin schwerer verletzt, Mutter und Tochter, die Uebrigen, etwa 15 bis 20 Personen, leicht. Letztere wurden auf der Unglücksstätte verbunden und sind sofort wettergercist.

Wien, 27. Juni. Gestern Nachmittag ist auf dem Trabrennplatze der Luft­ballon des Luftschiffers Speltrini, mit welchem Leona Dore aufsteigen sollte, durch­gegangen. Der Platz war außerordentlich gut besucht, als in Folge eines starken Sturmwindes das Netz, welches Gondel und Ballon zusammenhielt, riß und die Gondel zu Boden fiel. Der Ballon schwebte empor, bis er in unermeßlicher Höhe entschwand. Eine große Aufregung des Publikums begleitete die Flucht des Ballons. Einzelne ver­langten ihr Eintrittsgeld zurück, erhielten aber nichts. Der Ballon faßte 940 Kubik- meter Gas. (F. Z.)

Gingesandt.

Gießen, 28. Juni.

Gestern Abend fiel ein 7jähriger Knabe von dem Wiesecksteg in der Bleichstraße auf's Ufer der Wieseck; der arme Junge wird lange an der nicht unbedeutenden Ver­letzung zu leiden haben.

Wfc ru verwundern, daß bei dem verhältnißmäßig großen Ve'.lcbr her M ßof»roafiernnnhr| ^Urlichk-it der Benutzung des ,-hr primitiven Sieges namentlich vet Hochwasser und im Winter, nicht schon mehr Unglück passirt ist.

nöt6ig ÄgeMa Ä/etabt'86 ®tMe ^°ut, -s ist dieses jedenfalls so

Die Bewohner der Blcichstraßc scheinen allmälig Alles über sich ergehen zu Snast maen,n bl°* cinma! al§ .Stiefkinder behandelt werden, denn sonst müssten ic Ä S. ,«1",-rbau-ndm Bruck- beim Stadtvoistand eingekommen sein, der auch wahrscheinlich em derartiges berechtigtes Gesuch nicht unberücksichtigt lassen

Wärmegrade der Lahn und der Luft

nach Rcaumur gemessen am 28. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Luft im Schatten 14 Grad.

L. Ebr. Rübsam en.

au Handel und Verkehr.

JL 0 7t $yni- Ä dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund

0.75-0.85 Hühnereier pr. St. 50^, Enteneier St. 60 3, Käse vr. St. 58

Käsematte 30 H, Erbsen pr- Liter 18 3, Linsen 30 3, Tauben per Paar 70 bis pcr Stück JL 0.901.20, Hahnen pr. Stück JL 0.901.40 Enten ^use per Pfund 0000 H, Ochsenfleisch per Pfund 62 bis Rindfleisch 54-56 H, Schweinefleisch 5460 Hammelfleisch 50 bis

Kalbfleisch 4046 3, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.506.50, Milch per Liter 1218 Zwiebeln per Centner JL 12.00-14.00, Kirschen per Pfund 18-25 3,.

Frankfurt. 27. Juni. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- ^ieb^ waren 431 Ochsen, ca. 29 Bullen, ca. 457 Kühe und Rinder, ca. 294 Kälber. Die Preise stellten sich: Hchsen 1. Qua( JL 58-60, 2. Qual. JL 50-54, Kühe urü) H Oual. JL 4548 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 5560 3. 2. Qual. 4550 3> per 1 Pfund Schlachtgewicht.

.. iQärQOAfrLuV' c7, äuni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer ff «'S fÄer ^cTr0,25, ^"gzen eff. hies. JL 14,50-14,75, fremder u nn AA5' @erftc cffecttD hiesige und Wetterauer JL 15,0017,00, fremde ** 00,0000,00, Hafer eff. hies. JL 12,0012,50, fremder JL 00,0000,00.

,. .. Herborn (an der Köln - Gießener Eisenbahn), 27. Juni. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht 498 Stück Rindvieh und 721 Schweine. Der nächste Markt ist am Donnerstag den 28. Juli d. I.

In der Krivatktagesache des Lehramts - Accessisten Jacob Keil von Hohenfülzen, zur Zeit in Worms, vertreten durch Rechts­anwalt vr. Gutfleisch, Privat­klägers, Wiederbeklagten,

gegen

1. Gerichtsaccessist Carl Fuhr zu Gießen, vertreten durch Rechts­anwalt Dr. Dittmar,

2. Lehramts - Accessist Dr. Otto Dingeldein von Alsfeld, zur Zeit in Büdingen,

3. Dr. med. Heinrich Stade zu Dörzbach,vertreten durch Rechts­anwalt Dr. Reatz,

Angeklagte, Widerkläger, wegen Beleidigung, wird durch Urtheil des Großherzoglichen Schöffengerichts zu Gießen vom 12./19. März 1886 beziehungsweise Urtheil der Strafkammer des Großherzoglichen Landgerichts zu Gießen vom 7. De­zember 1886 für Recht erkannt:

I. Daß der Berufung des Privat­klägers Keil stattzugeben,' das Urtheil des Schöffengerichts Gießen vom 12./19. März 1886 in seiner positio 1 aufzuheben, die drei An­geklagten der öffentlichen Beleidi­gung nach § 185, 200 St. G. B. schuldig zu erkennen und

1. der Angeklagte Dr. Dingel­dein in eine Geldstrafe von sechzig Mark, im Falle der Un­einbringlichkeit mit zehn Tagen Gefängniß zu verbüßen;

2. der Angeklagte Gerichtsaccessist Carl Fuhr in eine Geld­strafe von sünszig Mark, im Falle der Uneinbringlichkeit mit acht Tagen Gefängniß zu ver­büßen ;

3. der Angeklagte Dr. med. Heinrich Stade in eine Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark, im Falle der Unein­bringlichkeit mit vier Tagen Gefängniß zu verbüßen;

sowie Jeder der drei Angeklagten in Ein Drittel der Gerichts­kosten und der nothwendigen Auslagen des Privatklägers in beiden Instanzen zu verurtheiten sei;

II. Dem Privatkläger wird das Recht eingeräumt, diese Verurtheilung binnen 14 Tagen, von Rechtskraft des Urtheils gerechnet, imGie­ßener Anzeiger" auf Kosten der Verurtheilten bekannt zu machen;

r Anzeiger.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die Herren Bäckermeister Kart St ernberger, Zregeleibesitzer Heinrich Schomber und Oekonom Friedrich Helfrich als Feldgeschworene für dte Gemarkung Gießen ernannt und verpflichtet worden sind.

Gießen, den 28. Juni 1887.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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Allgemeine

III. Der Widerbeklagte cand. math. Keil in Gießen wird bezüglich des ihm zur Last gelegten Ver­gehens der Beleidigung für straf­frei erklärt.

Die Rechtskraft des Urthells wird bescheinigt.

Gießen, den 15. Juni 1887.

Gerichtsschreiberei Großh. Landgerichts der Provinz Oberhessen.

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Mittwoch den 6. Juli,

Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Wald- und Feldjagd auf dem Gemeindehaus auf weitere 6 Jahre verpachtet werden.

Bemerkt wird noch, daß die hiesige Jagd stets einen starken Rehstand hat, und wurden im vorigen Jahr dahier und in nächster Umgebung ca. 130 Rehe geschossen.

Bettenhausen, den 27. Juni 1887.

Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen.

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