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Schwan, Elfenbeinschnitzerei-

Soenneckens FR Schreibfedern

Anerkannt vorzüg­lichste Qualit. und

Konstruktion.

Systematisch geordnete Auswahl-Sortimente (30 H) sind in allen Schreibw.-Handl. vor-

Freigabe gestellte Bedingung, nämlich die Auslieferung eines Theiles der beschlag­nahmten Waffen, schon vor dem Eintreffen des Telegramms von Robilant vom 20. März abgelehnt. Der Austausch von Mitthetlungen wegen der Freigebung der Gefangenen habe nicht die Bedeutung von FriedenL'Unterhanvlungen gehabt.

Spanien.

Madrid, 27. März. In letzter Nacht sind hier mehrere Personen ver­haftet worden, welche in dem Verdacht stehen, gegen die Regierung zu conspiriren. Auch in Barcelona, Valenzia, Sevilla, Valladolid und Cadix haben Verhaftungen stattgesunden, und zwar wegen Thetlnahme an einer republikanischen Verbindung. Zugleich wurden revolutionäre an die Armee gerichtete Proklamationen beschlag­nahmt. Nach den neuesten Telegrammen, welche aus den Provinzen hier einge­troffen find, herrscht übrigens daselbst vollständige Ruhe-

Uortugak.

Lissabon, 27. März. Der Fürst und die Fürstin von Hohenzollern find heute hier eingetroffen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenz-Brrreair.

1T . »Berlin, 27. Marz. Der Kaiser hat die Nacht gut verbracht und mit einigen Unterbrechungen gut geschlafen.

c i ^ln, 27- März. Die Höhe des Rheines beträgt hier 5,60 Meter. Vom Ober­rhein wird werteres (Stetgen gemeldet.

Bremen, 27. März. Die Rettungsstation Treptower-Deeo telegraphirt: Am 27. Marz von dem deutschen SchoonerLeo", Eapttän Fiß, gestrandet unweit Trev- lower^eep, drei Personen gerettet durch den Raketenapparat. Wind: Nord - West, , . ^?^Etburg, 27. März. Nach dem jetzt vorliegenden Resultat der Reichstags- w!Ä wi. Ä'ÄSw j>Ä5iS. ÄX'X. s ,n

2322] Nachhilfestunden werden er- ! Ein Lehrlina kann emttettn h i eilt o. e. etud. theol. Asterweg 40 lll. | 2277 Carl Schwan"

c Anzeigen der evsngel. Gemeinde.

Kav ^elstunde in der Kleinkinderschule, Markus

C^ist^Ä^^ermacht^Pf^rrer^vi^Na^ma^nn"^ pharisäischen Z-,chenf°rd-rung, Dingkld^ bC" 3° märi' Abends 6 Uhr, 6. P-ssions-ndacht, Pfarrer

--- Mainz, 27 Marz. Bei heftigem, ununterbrochenem von starken Regen­güßen begleitetem Westwind ist der Rhein verflossene Nacht abermals sehr stark ge- jeder Stunde etwa ein rheinischer Zoll. Gesammt-Zunahme des Wassers nni |8 Centimeter. Von Maxau wird Stillstand und von

Kehl noch langsames Steigen hierher gemeldet. Vom Neckar lautet die Nachricht aus §aoCnt. Wassers. Bedenklicher lauten die Mitthetlungen von der Rahe, Mosel und Lahn, die sammtlich dem Rhein große Wassermassen zuführen und am Niederrhein die Gefahr einer Ueberschwemmung beschleunigen. Aus seinem Ufer ist der Rhem auf der Strecke zwischen Worms und Bingen bis jetzt nur in M^lnen Niederungen bei Gernsheim, Freiweinheim und im Rheingau oberhalb Oestrich. Da die Schiffbrücke bei Coblenz in Folge der heftigen Strömung nicht I* gelegt " fann' fo ift Schifffahrt und Floßgeschäft an dieser Stelle ,. r unliebsames Versehen ist dieser Tage, wie dasM. 51" berichtet einem ^An^Ler?n°vol^/° Derselbe hattte ein Schriftstück abzusenden, mit der Adresse: An Herrn von X ...., Kammerherr. Der Beamte hatte damit seinen Schreiber beauftragt welcher leichtfertiger Weise adressirte: An Herrn v. X . . . , Kammmacher Der Adressat soll darob sehr entrüstet gewesen sein. Jiammmaajer.

Die muthmaßlichen Thäter bei der am verflossenen Sonntag in Worms vor- gekommentti Todtschlagsaffaire, die Brüder Hendrick), wurden gestern Mittag unter doppelter Gensdarmerie-Escorte hierher gebracht und nach Vorführung vor dem Staats- XTJn ^uterjuchungsgefangniß abgeliefert. Beide Hendrich, die nach der °C§ Bürgermeisters von Neuhausen von Nordheim und nicht von Neu- hausen stammen, leugnen noch immer entschieden, die tödtliche Klinge geführt zu

Bekanntmachung.

2)ic Erhebung der Forst- und Feldstrasen der 1. Nerind? irrt Donnerstag und Samstag vom 1. bis 25 k M

(mit Ausschluß des 12., 13. und 14.) auf unserem Bureau stait ' Großherzogliche Distrikts-Einnehmerei Gießen I.

einer Ansprache den Dank der Stadt an die Jubilarin aus. Es sei uns verstattet den ungefähren Wortlaut seiner Rede hier wiederzugeben:

Sion aüen bcn fielen, Schülern und Lehrern, Behörden unb Korporationen welche tn diesen Tagen freudig bewegt auf die Entwicklung unserer Realschule in den 50 Jahren ihres Bestehens zurückblicken, hat gewiß die Stadt Gießen und deren V er tretung besonderen Grund zur Freude und Genugthuung. Die treffliche Geschichte der Anstalt,. bie sich in unseren Händen befindet, zeigt, daß die städtische Vertretung von der Gründung der Schule ab bis zu ihrer heutigen Ausgestaltung, in Befriedigung des tmmer wieder gewachsenen Raumbedürfnifses wie in Leistung laufender Zuschüsse zu ihrer Erhaltung jederzeit.Sinn und Liebe für diese Anstalt bethätigt hat: mit Ernst und Einsicht hat vor 50 Jahren bei der Gründung der Schule der Stadtvorstand den Zweck derselben umschreiben helfen, mit treuer Sorge ist er der Entwicklung der Anstalt gefolgt, hat die Gründe eines zeitweisen Rückganges zu ermitteln und zu heben gesucht und hat mit sich bemüht, die Anstalt in dem letzten Decennium so auszubauen, wie sie in erweiterten Zielen und Berechtigungen heute zu unserer aller Freude vor uns steht.

Die heutige Stadtoertretung darf danach wohl mit Genugthuung auf das zurück- blicken, was ihre Vorgänger Namens der Stadt für die Schule gethan, aber mit lebhafterem Danke noch muß sie dessen gedenken, was diese selbe Schule wiederum [r d" Stadt geleistet. Es liegt nahe, heute gleicherweise auch zurückzuschaueu auf die glückliche Entwicklung, welche in denselben 50 Jahren unsere ganze Stadt genommen, und es wird gerechtfertigt sein, hier lauf .einen Zusammenhang beider Erscheinungen hinzuweisen.

-r. btc ^nst der geographischen Lage allein, auch nicht das allgemeine Gesetz

über Die Bewegung der Bevölkerung genügt, um den Aufschwung zu erklären, welchen tn jenen 50 Jahren gerade unser Gießen genommen hat: nein, ein gut Theil dieser Erscheinung ist vor Allem auch der eigenen Kraft seines Burgerstandes, dem Unter­nehmungsgeist feiner Angehörigen in Handel und Gewerbe zuzuschreiben. Wer aber hat jene Kraft gestählt, diesen Unternehmungsgeist geweckt und groß gezogen? Die Antwort darauf gibt uns ein Blick schon auf die Namen des vorliegenden Schülerverzeichnisses ein Blick nur auf die hier anwesenden alten Schüler der Realschule, daß sie gerade es find, welche in überwiegender Anzahl mitgewirkt haben, heute noch mitwirken an jenem Aufschwung des Geschäftsleben, mit welchem untrennbar der Aufschwuna der ganzen Stadt verknüpft ist.

r ti 5$?$ w der Zeit von 50 Jahren die Stadt für das Gedeihen dieser Schule geleistet, das hat danach allein die Anstalt vielfältig vergolten, in dem was ihre (Dchuler als Männer mittelbar und unmittelbar für die Stadt geleistet haben; der Zweck einer städtischen Unterstützung dieser Schule ist zur glänzenden Erfüllung, die schule felbft wieder zum Segen für die Stadt geworden.

Diese glückliche Wechselbeziehung zwischen den Beiden in Vergangenheit unJbildet aber auch wieder die beste Gewähr für die kommende glückliche Entwickelung; und ich darf gewiß ebensowohl im Sinne der heutigen städtischen Vertretung, aber auch im Sinne unserer Nachfolger versichern, daß die Fürsorge der Stadt für diese Anstalt immerdar dieselbe bleiben wird und muß.

... _ . Uuser Wunsch, die Schule möge auch fürderhin wachsen, blühen und gedeihen, ist kein leerer, er entspringt einer dankbaren, aber auch opferbereiten Gesinnung.

, Unser Aller Dank für die bisherigen Leistungen der Realschule, unser Hoffen und Wmischen für die kommende Entwickelung derselben lassen sie uns zusammenfassen in den Ruf: Unsere Realschule, unser Realgymnasium mit ihren Lehrern und Schülern, sie leben hoch! 4

Stürmischer Beifall erregte diese Rede bei allen Festtheilnehmern.

« i Die schone Feier dauerte bis gegen 7 Uhr und dann noch etwas langer in fleinerem Umfange, gerouqt mit Erzählungen und Vorträgen aus den Tagender Schulzeit, sowie herzlichem Austausch von Begrüßungen unter denjenigen alten Schülern, welche von weit her zur Jubelfeier herbeigeeilt waren, um wieder einmal sich unter den Schulkameraden" zu bewegen. Auch von auswärts wurden der Jubilarin zahlreiche Glückwünsche von früheren Schülern dargebracht. So waren es allein 50 briefliche Glückwünsche und 19 per Draht. Eine der letzteren erregte lebhafte Freude. Sie stammte aus Saint Louis in Nordamerika und hatte nachstehenden Wortlaut: Vom Ufer des Misfisstppi hinüber über die große Bach sendet Gruß und Glückwunsch Georg Ferd. Gail." Wir schließen unsere Berichte über die Jubel- peter mit dem Wunsche, daß die Realschule auch ferner so zunehme und gedeihe wie in den verflossenen 50 Jahren. s

an.., Gießen, 28. Mär^. Nach der Veröffentlichung im Genossenschaftsorgan findet Mittwoch den 30. dss. Mts., Vormittags, in Stein's Garten die zweite General-

Section Gießen der Hessen-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenossen- schaft statt. Es werden durch die Berichterstattung über das abgelaufene Geschäftsjahr interessante Mittheilungen zu erwarten sein und dürfte bei den Mitgliedern jetzt em regeres Interesse vorhanden sein, als es sich im vorigen Jahre gezeigt hat.

Asten.

Bombay, 26. März. Wie eine Meldung des ^Bureau Reuter" besagt, hat Nachrichten aus Herat zufolge der Emic von Afghanistan 10,000 Mann zur Verstärkung Herats beordert, um Herat gegen etwaige feindliche Absichten Jskander Khans zu sichern.

Reichstag.

E. R. Berlin, 26. März 1887.

Das Haus ist sehr schwach besetzt.

(Singegangen ist eine Novelle zum Gerichtskosten- und Anwaltsge- bühren-Gesetz.

Das Haus genehmigt zunächst die Novelle zum Neichsbeamtengesetz mit einem vorn Äbg. Hahn (kons.) gestellten Amendement, mit welchem der Staatssekretär Jacobi sich einverstanden erklärt.

Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend den Verkehr mit Kunstbutter.

Director des Reichsgesundheitsamts Köhler schildert das vor etwa 20 Jahren erfundene Verfahren bei Herstellung der Kunstbutter und dessen fortschreitende Vervoll­kommnung. Die Nachtheile, die sich aus der Ausdehnung des Verkehrs ergeben, be­ruhen besonders darauf, daß diese Waare nicht unter der ihrem Wesen entsprechenden Beziehung, sondern als Milchbutter in den Handel gelangt, wodurch das kaufende Publikum geschädigt wird; ebenso aber auch beim Auslande der gute Ruf der heimischen Milchbutterproduction. Es soll die Vorlage zur Regelung der Kunstbutterfrage dienen, die vor Allem die Forderung erhebt, daß die Kunstbutter im Handel stets als das be­zeichnet werden soll, was sie ist.

Abg. Graf Holstein (kons.) hält die Vorlage nicht für ausreichend, um die der Landwirtschaft durch die Kunstbutter bereitete betrügerische Konkurrenz zu besei­tigen. Als einziges Mittel sei nach seiner Ansicht eine Färbung des Kunstproducts etwa durch Blaubeeren.

Abg. LuciuS (Cent.) befürwortet die Annahme der Vorlage, erklärt sich indessen gegen jede Verschärfung derselben.

Abg. Peters (nat.-lib.) ist für die Vorlage. Aber auf der anderen Seite dürfe nicht verkannt werden, daß Kunstbutter besonders für die Arbeiter ein überaus werth­voller Ersatz für die Naturbutter fei, weil sie annähernd den Nährwerth der letzteren erreichen könne. Die Kommission stverde für die Kunstbutter einen Namen finden müssen, der den NamenButter" ersetze. Das Färben würde die Butter unappetitlich machen und das Publikum abhalten, Kunstbutter zu kaufen.

Abg. Gehlert (Reichsp.) spricht sich gegen ba§ Prinzip der freien Konkurrenz aus; freie Konkurrenz sei nichts als Freiheitszwang: es handle sich hier weniger um Interessen der Landwirthschaft, als um Interessen der Industrie. Der Staat müsse die Konsumenten in Schutz nehmen. Bisher fei gefärbt, um zu betrügen; jetzt wollen wir färben, um Bettug zu verhindern.

Abg. Sabor (Soc.-Dem.) erkennt mit feinen Parteigenossen die Vorlage im Wesentlichen als zweckentsprechend an. Die zunehmende Produktion der Kunstbutter sei nur eine Folge der neuen Zollpolitik; zum Beispiel eine Folge der hohen Zölle auf Schmalz.

Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgeordneten Graf v. Hoensbroech v. Schlieffen, Bayha und Menzer wird der Gesetzentwurf an eine Kommission von 21 Mitglieder verwiesen.

Nächste Sitzung: Montag. (Dritte Lesung des Etats; definitive Wahl des Präsidiums.)

Lokales.

tRealschuljubiläum.) Das Festessen am Samstaa Mlttag in Stem's Saalbau war von über 100 Personen besucht. Es nahmen daÄ Theil die Herren Promnzlaldirector Dr. Boekmann, Director Salden

Prof. Schmitt aus Darmstadt, Beigeordneter Gnauth Schulrath Buchner, Gymnafialdlrector Prof. Dr. Schiller, Prof. Dr Pasch Pro? nn,Rector »igelitt« u. a. m. Eröffnet wurde die Feier mit einer ^?^/^^s!^^bctor Nodnagel, welcher seine trefflichen Worte mit einem find) (58 fihnn1 db" K^ser, wie auch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog scAo^ 0 e ; k;ani£ ^ne lange Reihe von Toasten auf Director nnd Lehrer i)er9%ifJp angaltouf die obere Schulbehörde u. s. w. Herr Beigeordneter Gnauth brachtt in

f.? rätig. Ausführl. Preis-

1409 Berlin * F. SOENNECKENS VERLAG, Schreibwaren-Fabrik, BONN * Leipzig