Habet die er nur ungern auf den Fabrikanten abwalzen wird; zugleich bietet das ÄeK eine kräftige Handhabe zur Bekämpfung unreeller Concurrenz. Für das Publikum bietet das Gesetz eine Sicherheit beim Einkauf von Gold- und Silberwaaren, ÜuAe ihm bisher fehlte, indem z. B. der bisherige 13-, 12- und lllöthige Gehalt der silberwaaren nur ein nomineller war, d. h. das 13löthige Silber, welches in 1000 Thl. ri2 Thl. Silber enthalten sollte, enthält meistentheils nur 780 Thl., das 12löthige statt 750 Thl. nur 730 Thl. rc. Das Gesetz verlangt nun die Abstempelung der Waaren von einer gewissen Fetnheitsgenüge ab, bei Silber von 800 Tausendtheilen. llm den Feingehalt von Waaren unter diesem Satze kümmert sich das Gesetz nicht; <>eber weiß also, was ihm bevorstebt, wenn er vom 1. Januar 1888 Gold- und Silberpaaren ohne Stempelung kauft.
— sWeibliche Vorsicht.) Ein berühmter, noch heute lebender Musiker und Komponist, der bet aller Herzensgüte, vielleicht in Folge nervöser Ueberretztheit, ein nicht eben im Rufe großer Liebenswürdigkeit stehender Gatte ist, ging nach dem Tode seiner ersten Gattin eine zweite Ehe ein. Aus Absonderlichkeiten muß man gefaßt sein, wenn man einem Genie die Hand zum Bündniß reicht und da dem genialen Mann auch vor dem Tode bangt, wunderte es die junge Frau gar nicht sonderlich, als er ihr das Versprechen abnahm, daß sie sich, falls er vor ihr sterben sollte, an seinem Harge erschießen müsse. Die Gattin gab ihm, so erzählt die „R. Mus.-Ztg.", feierlich hie Hand unD gelobte zu thun, wie er begehrte. — Wenige Jahre später lenkte der «usall zwischen den Beiden das Gespräch aus Testaments-Angelegenheiten und der Wusiker brachte nun sein natürlich längst vorbereitetes Testament an's Tageslicht, Mtcües eine große Ueberraschung für die kleine Frau enthielt, die sich inzwischen daran gewöhnt hatte, daß — so viel Musik es auch um sie gab — ihr Ehehtmmel^nicht voll Gcigen hing. Aber die Entdeckung war denn doch zu wunderbar; der Sonderling Kalte über sein ganzes, sehr beträchtliches Vermögen zu Gunsten wohlthättger Anstalten letztwiUig verfügt. „Von mir steht ja keine Silbe in dem Testament?" sagte die junge Frau, das Papier noch einmal überfliegend. „Ich muß Dich leider an Dein eidliches Helöbniß erinnern", erwiderte der Eomponist mit strenger Betonung, „Du weißt, was wir für den Fall meines Todes verabredet haben, Du würdest mich nicht lange überleben, was würde Dir ein Vermögen nützen? Du weißt, daß Du mir versprochen hast, Dich an meinem Sarge zu erschießen." — „Ja, ja", antwortete die Gattin gedankenvoll, „das ist ja wahr, aber steh' mal Liebster, wie ist's denn, wenn ich nun daneben schieße?" — Der keineswegs erfundenen Geschichte ist nur noch hinzuzufügcn, dah Diejenige, die diesen artigen Beweis von weiblicher Vorsicht gegeben, aufgehört hat, die Gattin jenes Künstlers zu sein, daß mithin das schreckliche Gelöbniß seine bindende Kraft verloren hat.
Eingesandt.
Gießen, 26. October.
Schon seit länger als einer Woche kann man allabendlich die electrische Beleuchtung der Heyligenstädt'schen Eisengießerei wahrnehmen. Besonders auffallend sind dir beiden vor der Gießerei aufgestellten Bogenlampen, die mit ihrem milden, weit- strahlenden Lichte die Umgebung auf weite Entfernung hell erleuchten.
Achtung und Ehre zollen wir Herrn Heyligenstädt, der, weil durch die entfernte Lage des Etablissements eine Gasleitung nicht benutzt werden konnte, als der Erste in unserer Stadt die electrische Beleuchtung, zugleich als eine Wohlthat für seine Arbeiter, zur Anwendung gebracht hat. **.
Musik.
Zur Säcular-Feier von Mozart'S Don Juan. Am 29. October werden hundert Jahre verflossen sein, daß der unsterbliche Mozart seine ihn so gut verstehenden Prager mit diesem herrlichen Meisterwerke beschenkte. — Die „Neue Musik-Zeitung" schreibt hierüber: „Eine reiche Fülle von Motiven und Situationen bot das Libretto dem Tonschöpfer dar und er behandelte dasselbe als „Mysterium", das gleich „Faust" Ausblicke in Himmel und Hölle öffnet und dazu in wenigen dramatischen Charakteren das ganze bunte Treiben der Welt malt." Vergegenwärtigt das Ganze auch, statt eines unseren modernen dramatischen Organismus, mehr eine Folge von einzelnen abgeschlossenen Situationen und Nummern, „ist eS möglich, Vollendeteres zu finden, als jedes Stück dieses Don Juan?" sagt Richard Wagner, Mozart's Nachfolger im Ausbau des musikalischen Dramas. So hatte Mozart das unerschöpfliche Vermögen der Musik dargethan, jeder Anforderung des Dichters an ihre Ausdrucksfähigkeit in undenklichster Fülle zu entsprechen und bei seinem ganz reflectirten Verfahren hatte der herrliche Musiker auch in der Wahrheit des dramatischen Ausdruckes, in der unendlichen Mannigfaltigkeit seiner Mouvuung dieses Vermögen der Musik in bei weitem reicheren Maße aufgedeckt als Gluck und alle seine Nachfolger." — Die (BäcuLirfeier des „Don Juan" wird in der ganzen civilisirten Welt mit großen Fest- Vorstellungen begangen, um somit den herrlichsten aller Meister, den größten aller Tonfchövfer, den unsterblichen Mozart zu feiern.
Unsere dis jetzt so concertöde Zeit ist jetzt beendet und wird nächsten Samstag mit einem großen Eoncert der trefflichen Regiments-Capelle der 116er in den nunmehr vollendeten und prächtig gemalten Stein'schen Lokalitäten neu eröffnet. Herr Musik- dirrctor Krauß e hat, um dem Tag der 100jährigen Aufführung des „Don Juan die ehrenvolle Weihe zu geben, dem Großmeister Mozart einen speciellen 21)eil in seinem Programm gewidmet. Es ist somit dem Publikum und speciell den Mozart- Verehrern Gelegenheit geboten, die Säcularfeier auch in unseren Mauern würdig zu begehen.
Ueber das höchst interessante Programm werden wir Gelegenheit nehmen naher )u berichten.
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
. — (Aussaat des Blumenkohls und der Kohlrabis Wer diese beiden beliebten Gemüse treiben will, muß jetzt die Aussaat vornehmen. Man sät in abgeräumte Mistbeete. Sobald die jungen Pflanzen dies gestatten, d. h. sobald sie zwei Blätter erhalten haben, bringt man sie dann auf ein anderes Mistbeet, daß eine möglichst sandige Erde haben muß. Dort werden sie ungefähr zwei Zoll von einander piquirt. Weiter ist bann uur darauf zu achten, daß gegossen wird, sobald die Erde abzutrocknen beginnt und daß die Pflanzen vor Frost bewahrt bleiben. Sonst ist ihnen ein oftmaliges Lüften sehr dienlich und es sollte dies daher vorgenommen werden, wenn es nur irgend möglich ist. Im Januar kann dann das Treiben beginnen.
— ^Fütterung der Bienen im Cctober.) In einem verbreiteten Blatte wurde kürzlich empfohlen, den Bienen im October keine flüssige Nahrung, namentlich keinen unbedeckelten Hopig zu geben, sondern lieber etwas Kandis zu reichen. Freilich darf den Bienen keine flüssige Nahrung gegeben werden, aber im October sollte nach den Anschauungen der tüchtigsten Imker überhaupt nicht mehr gefüttert werden. War einem Volk Winternahrung nöthig, so mußte deren Einbringung im September geschehen, da konnte sie noch verwandt und richtig aufgespeichert werden, was jetzt den Bienen nicht mehr möglich ist. Wer daher seine Bienen nicht ganz vernachlässigte, sondern im September den Stöcken die annähernd richtige Schwere gab und jetzt nur ängstlich ist, ob er es recht gemacht hat, der störe lieber die Bienen nicht mehr in ihrer Ruhe durch das Neichen von Kandis.
— sUeberwinterung des Meerrettig.) Vielfach wird der Meerrettig im Herbst aus der Erde genommen, da hin und wieder der Glaube herrscht, er überwintere im freien Lande nicht gut. Das ist jedoch keineswegs der Fall und man kann ihn ganz gut an seinem Standort belassen. Der zum Gebrauch bezw. zum Verkauf bestimmte Meerrettig ist dagegen im October aus der Erde zu nehmen, schon weil dessen Entnahme durch Frost erschwert werden kann. Die zu diesem Zweck herausgenommenen Meerrettigstangen legt man nebeneinander zu Haufen zusammen und bedeckt diese dann mit einer ziemlich starken Erdschicht. Vielfach wird auch eine Strohbedeckung empfohlen, von anderer Seite wird dagegen auch behauptet, daß die Ueberrotnterung der ausgenommenen Stangen zweckmäßiger so ausgeführt wird, daß man nur Erde aufbringt. Ebenso wird auch der zum Verbrauch bestimmte Porree am besten Ende Oclober aus der Erde genommen. Man hat ihn bann zu reinigen und darnach am zweckmäßigsten in Erdgruben einzuschlagen.
Schiffs - Bewegung
der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft.
„Rhenania", von Hamburg nach Colon, am 15. October in St. Thomas angekommen. „Allemannia", von St. Thomas, am 17. October in Hamburg angekommen. „Wieland", von Hamburg nach New-Aork, am 18. October von Havre weitergegangen. „Polaria", am 19. October von Hamburg nach New-Aork abgegangen. „Rhaetia", von New-Aork, am 20. October in Hamburg angekommen. „Lessing", am 20. October von New-Aork nach Hamburg abgegangen. „Nugia", am 23. October von Hamburg nach New-Aork abgegangen. „Borussia", von Hamburg nach Colon, am 23. October in Havre angekommen. „Gellert", von New-Aork nach Hamburg, am 24. October Dover passirt. „Gothia"", von Stettin, am 18. October in New-Aork angekommen. „Hammonia", von Hamburg, am 20. October in New-Aork angekommen.
SchiffSnachrichtrn.
Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Elbe, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. October von Bremen und am 16. October von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Derj Postdampftr Main, Capt. H. Bödeker, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. October von Bremen abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
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M „Heber Land und Meer" schreibt über D o.as Buch: — „Ein Werk, das unstrei- :ug bald in keiner besseren Familie chehr fehlen wirb, ist „Der gute Ton 'n allen Le' '
hingestellten Regeln, sonbern in hübsch d geschriebenen Essays, welche die Lektüre bstses Buches an unb für sich inte- X restant unb anmuthig erscheinen lassen, d An Reichhaltigkeit, Wellklugheit unb
w allen Lebenslagen". Der Autor An Reichhaltigkeit, Weltklugheit unb Ä berücksichtigt aus eine überraschenb wett- geistreicher Darstellung bürste breses Y kundige, vielseitige Weise unsere Le- Werk in unserer ßtleratur wenig M oensverhältnisse; nicht etwa in trocken Nebenbuhler haben." £
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