gemacht werden können. Glücklicher Weise wurde keiner gemacht, denn die Wachofficiere hatten den gemessenen Befehl, mich beim ersten Rettungsversuche niederzuschießen. Um Mitternacht fuhren wir an Rustschuk, folgenden Tages 2 Uhr Nachmittags an Galatz vorüber. So oft wir an einer Stadt vorüberfuhren, legte sich die Wachmannschaft auf Befehl nieder, damit sie nicht gesehen würden.
Um 4 Uhr Nachmittags endlich langten wir an der russischen Grenze an und legten bei der Grenzwache an. Um 5 Uhr etwa fuhren wir dann vollends nach Reni. Merkwürdigerweise war Niemand an der Landungsbrücke, nicht einmal ein Gensdarm. Ein Officier fuhr in die Stadt und hörte, daß man mich nicht annehmen könne, da von St. Petersburg keinerlei Instruktionen da seien. Wir blieben deßhalb auf dem Schiffe. Um halb 10 Uhr des folgenden Tages meldete sich bei mir ein Gensdarmerie- Oberstlieutenant und zeigte mir ein Telegramm von Obrutschew, in dem stand, daß die Behörden von Reni den Prinzen von Battenberg übernehmen und auf dem kürzesten Wege nach der Grenze reisen lassen sollten; das Gensdarmerie-Commando sei für die Sicherheit des Prinzen verantwortlich, da sein Leben in Rußland in Gefahr sei. Auf meine Bitte telegraphirte dann der Oberstlieutenant nach St. Petersburg, ob ich nicht via Galatz reisen, also auf rumänisches Gebiet übertreten dürfe. Dies wäre der kürzeste Weg gewesen; aber die Antwort kam, der Prinz dürfe nur über Woloczyska oder Warschau reisen.
Um 10 Uhr etwa betrat ich den russischen Boden, bestieg mit meinem Bruder einen Wagen und fuhr, gefolgt von einem russischen und einem bulgarischen Offizier, zu dem Bürgermeister von Reni, wo mir Quartier angewiesen worden war.
Mein Hausherr war ein freundlicher, liebenswürdiger Bulgare. Leider war ich immer noch nicht frei; vor meinem Hause standen zwei berittene Gensdarmen, im Hofe standen drei Wachtposten, in der Nacht schlief ein Gensdarmerie-Rtttmeister vor meiner Thür. Auf meine Bitte hatte mir die Regierung einen Extrazug nach Rasdel- naja zur Verfügung gestellt, mit dem ich den Odessaer Schnellzug erreichen konnte. Morgens in aller Frühe fuhren wir zum Bahnhofe, und da ich nothwendig, um das Reisegeld, das mir in einer Eigarrenkiste übergeben worden war, nicht in den Armen tragen zu müssen, eine Tasche brauchte und sah, wie ein Locomotivführer sich sein I
Frühstück in einem Ledersack herbeitrug, kaufte ich ihm denselben ab. Unser Zug ging Morgens 71/« Uhr ab. In dem benachbarten Coups saßen ein Polizeipristaw und drei Gensdarmen. Wo angehalten wurde, besetzten stets zwei Gensdarmen die Eingänge zu beiden Seiten. Abends 7 Uhr etwa kam ich in Bender an. Dort sind gegenwärtig vier Infanterie- und eine Cavallerie-Dioision (das Regiment meines Vaters Nr. 23 und das Regiment Erzherzog Karl Ludwig Nr. 24) vereinigt. Schon wie der Zugin diese Station einfuhr, gewahrte ich auf dem Perron ein sehr zahlreiches Publikum, das mich neugierig anstarrte. Trotz meiner Bitten, es zu unterlassen, wurden doch die Lichter im Wagen, der ohne Vorhänge war, angezündet, so daß ich wie in einer Laterne saß. 9 Uhr Abends kam unser Zug in Rasdelnaja an, wo ich nach kurzem Aufenthalt in dem Odessa-Kijewer Schnellzug ein Schlafwagen-Coups bestieg, zugleich mit einem Neuen Pristaw und zwei Gensdarmen. Um 10 Uhr kam ich an die österreichische Grenze und wurde enthusiastisch begrüßt. Dort war es auch, wo ich zum ersten Male las, was in Bulgarien vorgegangen war.
Ich bin entsetzlich müde und habe in diesen acht Tagen furchtbar gelitten. Die physischen Qualen sind nichts gewesen, aber der Undank meines Volkes, an dessen Wohl ich unermüdlich gearbeitet zu haben glaube, der Undank meines Heeres, das ich zum Siege geführt, hat mich tief verwundet und dann die qualvolle Lage, in der ich fünf Tage mich befand, als ich nicht wußte, ob ich nicht in der nächsten Minute eines elenden Todes von Verbrecherhand würde sterben müssen — das mar zu viel/
Loeflund's rdjtrs Mal» Extrakt
ist bei Husten, Heiserkeit, Katarrh, Asthma, Brust- und Halsleiden als Diätetikum seit 20 Jahren bewährt, ebenso sind Loestund's Malz-Ertrakt-BonbonS als Hustenbonbons sehr beliebt. Das Malz-Extrakt mit Eisen wird bei Bleichsucht und Blutarmuth, das mit Kalk bei englischen Krankheiten, das mit Lebevthran für schwächliche Kinder empfohlen. Das neue Mittel, Loestund's Rahm Konserve, wird bei zehrenden Krankheiten mit bestem Erfolge gebraucht. In allen Apotheken, wobei ausdrücklich zu verlangen: von Ed. Loeflund in Stuttgart. 792
Holzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Wies eck.
Donnerstag den 31. März u Freitag den 1. April l I, von Vormittags 9 Uhr an, soll in den hiesigen Gemeindewaldungen, Distrikte Schrei, Klaus, Essigpfad, Kornberg, und Teufelspfütze, nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
Brennholz.
Scheith. Knüppelh. Stockh Reish Raummeter Wellen
Buchen 583 119,4 87,2 6720
Eichen 22 72 41 1660
Nadel - 55 — 2350
Die Zusammenkunft ist oberhalb der Sandgrube, rechts am Heegwald.
Wieseck, am 26. März 1887. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck.
Sommerlad. 2310
Holzversteigerung
. jx der Oberförsterei Krofdorf.
Montag, 4. April, 9 Uhr, bei Wirth Kahlert zu Krofdorf aus Sckutzbe- zirt Salzböden, Distr. Hohenschied 77 a. Eichen: 2 rm Scheit, 5 rm Reiser; Buchenr 281 rm Scheit, 22 rm Knüppel, 61 rm Stockholz, 661 rm Reiser. Distr. Daselbft 78, Nadelholz: 9 rm Knüppel, 632 rm Reiser. Distr. Hagelschlag 61, Buchen r 37 rm Scheit, 62 rm Knüppel, 8 nn Reiser. 2299
Krmdon, den 25 März 1887.
Müller, Königlicher Oberförster.
Obel-Versteigerung.
Donnerstag den 31 März
Nachmittags 2 Uhr,
werden in dem E- Fischbach'schen Hause, Seltersweg 24, zur Hinterlassenschaft der Frau Distriktseinnehmer H o o s Wwe. gehörigen Möbel, als: Tische, Sopha's, Bettladen, ein Kleiderschrank, Schreibpult, Küchen- gerätbe rc-, eine wohlerhaltene Nähmaschine, sowie eine desgl. Handnähmaschine versteigert.
Im Auftrag:
F. Hoffmann,
2288 Ortsgerichtsmann.
Ieikgeöotenes.
2209] Circa 20 Ctr. Hornspähne verk. per Pfund u. Ctr. billigst
______Jean Häuser, Südanlage 21. :
Hausverkauf.
Ein an der Grünberger Straße gelegenes größeres Haus ist mit Nebengebäude und Garten zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bl. 2301
allgemeiner Anzeiger.
1397
Einladung zum Abonnement auf:
G^oße Ausgabe T|* Kleine Ausgabe
°'°NKrlich Wie AromsstUve Ehrlich
Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern für Canevasstickerei, Application und Plattstich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Häkel', Filet-, Strick- und Stickarbeiten aller Art.
Neu: Colorirte Vorlagen für farbige Filet-Guipure und Häkel- Arbeiten.
Monatlich ein Heft mit reich illuftrirtem Text, einer farbigen Tafel mit fein colorirten, ftylgerechten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage.
Die Arbeitsftube bietet sowohl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schülerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu erwecken und zu fördern.
Einige Urtheile der Presser
Vossische Zeitung (Berlin). Der Verlag von F- Gebhardi in Berlin bietet mit seiner hübsch ausacstatteten.,Arbeitsstube" eine reiche Fülle von Vorlagen für leichte und geschmackvolle Handarbeiten. Was Alles nur auf diesem Gebiete Gefälliges geleistet werden kann, wird in sauber ausgeführten Mustern veranschaulicht. Eine große Anzahl von bunten Originalmustern dient zu Vorlagen von Canevasstickerei, eine noch umfangreichere Menge schwarzer Muster für Häkel, Filet-, Stick- und Strickarbeiten aller Art. Natürlich fehlt es nicht an eingehenden Erklärungen zur Ausführung dieser schönen Vorlagen.
Für's Haus (Dresden). — „Selbst der faulste Backfisch wird Lust zu Handarbeiten bekommen, schenkt das Mütterlein ihm die mit vielen Vorlagen für leichte und geschmackvolle Handarbeiten, sowie einer großen Menge farbiger Originalmuster für Canevasstickerei versehene Zeitschrift: „Die Arbeitsstube". —
Jugendschriften'Commisston des schweiz. Lehrervereins. — „Diese Zeitschrift verdient warme Aufnahme am häuslichen Heerd".
Germania (Berlin). — „Sowohl die zahlreichen farbigen und schwarzen Muster als auch der erklärende Text dieses für Hausfrauen höchst nützlichen Journals sind vortrefflich. —"
Abonnements aus die „Arbeitsstube" nehmen alle Buchhandlungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlung F. Gebhardi in Berlin W., Kurfürsten-Straße 156 entgegen; 2 Probehefte franco gegen Einsendung von 20 H in Briefmarken.
der Eacport-Cle. für [1562 Deutschen Cognac, Köln a. Rfu, bei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer.
Ueberall vorräthig. Verkehr nur mit Wiederverkäufern, welche Muster gratis erhalten.
2295 Spelzspreu
bei__August Schleftinger.
Buckskinhosen, Westen, Säckchen, Joppen. Arveiterhosen, Hemden, Blousen, Unterhosen. Metzgerkittel, blaue Hosen u. Kittel, Knaben An- züge, 200 Buckskinwesten, schön ge» arbeitet, in la. Qualitäten ä 2,25 u. s. w. bei
Louis Rothenberger, Neuenweg 22.
ÖSsr- Getrag. Kleider, Schuhe rc. halte wie seither ebenfalls bestens empfohlen 896
Schwarze Cachmirs
empfehlen in schönen und preiswerthen Qualitäten 2266
führen.
216
Gebrüder Scheel
Hochgezüchtete Sämereien für Garten- und Feldbau — Kulturanweisungen. — Beste Maare. — Mäßige Preise. — Volle Garantie. — Man verlange Katalog. Als Portoersah füge jeder Sendung diverse Blumensamen gratis bei.
Ferdinand Knauer,
Gräbers, Prov. Sachsen.
Pa. Spargelpstanzen 1000 St. 15 JL, 100 Stck. 2 JL. Emballage frei!
Kartoffeln: Maikönigin.
Neuheit! Frühkartoffel 1. Ranges!
10 Ko. 7,50 Jt, 1 Ko. 1
Gemüsesamensortiment r 40 ausgezeichnete werten für Jahres-Familien- Bedarf franco .K 5,50.1065
Chocoladen und Cacao’s der GrossL Hess., Kgl Preuss. n. Kais. Oesterr. Hof-Chocol.-Fatir.: Gebr. Stollwerck
Cölu.
20 Hof-Diplome, 21 goldene, silberne und bronzene Medaillen. Reelle Zusammenstellung der Rohproducte. Vollendete mechanische Einrichtungen. Garantirt reine Qualität bei mässigen Preisen.
Firmen-Schilder kennzeichnen die Conditoreien, Colonial-, Delicatew- und Drognen-Geschäfte sowie Apotheken, welche Stollwerck’sche Fabrikate


