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Wärmegrade der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 25. August, Mittags zwischen 11 und 12 Ubr Wasser 14 Grad, Luft im Schatten 19«/, Grad.

,,L_______ L. Ehr. Rühsamen.

Golkrsdienst brr israelitischen Rrligionsgesrllschaft.

S°ms§g°A^en?7» ubrUbr' @am§ta8 $ormitta8 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhr,

Zur «Haarpflege!

. Don unübertroffener Wirkung ist das vom königl. Staatsministerium u. Ober- medicivalausschuß geprüfte u. genehmigte, sowie von allen Autoritären begutachtete

. n . Haarwasser v. Retter, München. 1989 « k rlatt £cI obL Pomade täglich gebraucht, das Haar bis in's höchste Alter alän- ^rch, geschmeidig und Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von allen Unreinigkeiten Schuppen rc befreit und dadurch die Thätigkeit der Kopfhaut und Haarwurzeln erhöht' __ -gu 6Q6en um 40 $ und J4 1,10 bei I. H. ^uhr, Sonnenstraße, Gießen.

- sZwei berühmt- B-rlin-r A-rzt-s Im Zeitgeist' erzählt Prof. Wichmann in Rom Anekdoten über die beiden berühmten Berliner Acrzte Heim und Schönlein Heim hielt Hypochondrie für Krankheit, dennoch unterschied ei den Nörgler von dem wirklichen Kranken. Als er in jüngeren Jahren noch auf Praxis ritt, sah er einst aus dem obersten Fenster eines thurmhohen Hauses einen Mann herabschauen, von dem er wußte, daß derselbe ewig klagte.Wie schaut's aus?" rief Heim hinauf. Bin sehr leidend", scholl s hinunter.Mal die Zunge rrraus!" befahl Heim. Der Kranke zeigte vom fünften Stock aus seine Zunae. In der jetzt abgerissenen Stechbahn begegnete dieser Arzt einer Dame von dem gleichen Genre des eben be­sprochenen Kranken. Abermals seine stereotype Frage:Wie schaut's aus?" abermals die Antwort:Bin sehr leidend!"Kopf hintenüber und Zunge heraus! noch weiter!" Dann wurde es still, und als die Dame den weil nach hinten gebogenen Kopf ob eben dieser räthselhaften Stille wieder nach vorn wandte, bemerkte sie zu ihrem Schrecken, daß von Heim nichts mehr zu sehen war und sie mit au-gestreckter Zunge dastand. Schonlein kehrte einmal den Grobian in höchster Potenz heraus, als er von einer hohen Dame gerufen wurde, die den Herrn Baron, ihren Gemahl, als in den letzten Zügen liegend schilderte. Ein immerwährendes Erbrechen hatte sich ein­gestellt, starr schaute das Auge, Todesblässe bedeckte das Antlitz. Schönletn trat behutsam, fast geräuschlos ein. Da stand er vor dem Scheidenden. Plötzlich donnerte er los: Katzenjammer! Saurer Hering! und verließ fluchend das Gemach. Richtig, dem war so. Als es zum Sterben ging und seine beiden Töchter auf alle mögliche Weise an seinem Bette sich zu thun machten, da empfand er im 75. Jahre vielleicht die erste Angst in seinem Leben, denn er war eine Kernnatur und äußerte voller Furcht:Daß Ihr mir nur nicht etwa einen Arzt in's Haus schleppt!" Es waren feine letzten Worte.

- Ein nettes Pröbchen von französischem Chauvinismus läuft augenblicklich durch die Presse. Im Departement Haute-Saone lebt ein Präfekt Leroux, dem man tu einer Flugschrift und nach dieser in Pariser Blättern vorgeworfen hat, ein schlechter Patriot" zu sein. Warum? Well Lerouxder Schwiegersohn eines Deutschen ist, der 1871 den deutschen Sieg von Sedan feierte". Eine solche entsetz­liche Beschuldigung konnte Leroux natürlich nicht auf sich sitzen lassen und er verbreitet jetzt in Pariser Blättern folgende Vertheidtgung: Sein Schwiegervater sei kein Deutscher, sondern ein Engländer. Er habe außerdem seine Naturalisirung nach- aesucht, unterstützt durch Herrn Scheurer-Kestner, dessen Name wohl Bürgschaft genug sei. Auch habe Herr Floquet seiner Verheirathung als Zeuge beigewohnt, womit wohl gesagt sein soll, daß er das nicht gethan hätte, wenn die Braut eine Deutsche gewesen wäre. Leroux hofft, daß alle Blätter, welche die ihn betreffende Mitthetlung eine Mittheilung, welche geeignet ist, die Ehre eines französischen Beamten zu verletzen gebracht haben, sie nun auch richtig stellen werden. Dieser kleine Zwischenfall sagt mehr als lange Artikel über die jetzt gegen die Deutschen herrschende Gesinnung.

l xZur Erbauung seiner Leser" erzählt der PariserFigaro" folgende Anek­dote: Ein armer Kerl, dem Hungertode nahe, stürzte sich kürzlich aus Verzweiflung in Straßburg in's Wasser. Der schnelle Uebergang vom Trockenen in's Nasse gab ihm jedoch die Vernunft zurück und so schrie er denn, mit dem Tode ringend, um Hilfe. Zwei Gensdarmen sahen seinem Todeskampfe von der Brücke zu, ohne jedoch von ihrem Betrachtungsplatze zu weichen. Die Kräfte des Ertrinkenden erschöpften sich endlich vollständig, aber sein Wimmern und Hilferufe konnte die Gensdarmen nicht bewegen, ihn dem sicheren Tode zu entreißen. Da kam der Unglückliche zu einer genialen Idee. Mit dem letzten Reste seiner Kräfte schrie er:Es lebe Frankreich!" sofort eilten die beiden Gensdarmen an's Wasser, machten einen Kahn los, zogen den Ertrinkenden aus dem Wasser, brachten ihn in's Spital und pflegten ihn, um ihn dann den Gerichten zur Aburtheilung zu überliefern.

, ~ lEntführung.j Ein Münchener Bürger hat die Bremer Polizeibehörde tele- FAnahme seiner minderjährigen Tochter ersucht, welche von einem Gymnasiasten entfuhrt worden, nachdem sie der väterlichen Kasse 13 000 entwendet %mnfpr b^^r schon mehrere Tage mit dem nach Baltimore fahrenden

DampferRhein auf hoher See, als die Meldung in Bremen eintraf.

Literarisches.

Deutscher Reichsbote. Kalender für Stadt und Land für 1888. Verlag von Ä6mi,L^LQ/Intin ?tclcfeIb "Nb Leipzig. Preis 40^. Diesen Kalender, welch.r ?

Wanderung antritt und alljährlich von hunderttausenden von Lesern i buch empsthlen^^ Hausfreund begrüßt wird, können wir als ein wirklich gutes Volks- <

Landwirthschaftliche Nachrichte«.

richtige «eüCn,r£?U von Stoppelfrüchten wird oft unterlassen, weil man glaubt, die

in atataerttttam 58»^ ,Än a[Iel" *" ©auMrtai, fonbtrn auch

m.d Ä °L tu'"8' ^s°I^°^Endcu'unttauIc^das ttsti^droh^^Die$,r=

ünnÄnb arbC fVat£" wM, der 'hatte auch' d.7°abge'-°rnttt^'B°E'tn

S n / V und starkriechend fein, um die gewünschte Wirkung auszuüben D'u Manzen in den Beeten schadet eine solche Bedeckung des Bodens nicht im Geaen'

eintrotfnUn8 und das Hartwerden des Bodens zum Nutzen der

Handel und Verkehr.

m ?other Weizen pro Malter JL 14.10, weißer Weizm

Kartoffeln 5° 0M 10 00' ®erftc* U0°- ^afer 6.35, Erbsen 00.(7,

Wte'Ju 0 OO-ja)2 6eutiflen TOarft kosteten: Kartoffeln per

ßt 6 R ^clb 12~A5^' Eier das Hundert JC. 5.007.00, da«

S;'arÄ'r-butter im Großen 00.0000-00, im Detail das Mund *1 nn

t20, Weißkraut per Stück 20-00 Rothkraut per Stück 3035 ,3» °

xTT4 kr' Ochsenfleisch per Pfund 7000 H, Kuh- u. Rindfleis^4500 Kalbfle^ Schw-in-fleisch 65-75 J,, Hammelfleisch 50-65 1 Hahfi

Aiute &? ÄiffcSug1 ** 2'°°-2-50' ®°ns Pfund 60 7u X

Bekanntmachung.

Johannes Geißlers Eheleute wn Ruttershausen haben fol- gende Grundstücke:

Gemarkung Ruttershausen: Fl. und Nr. 1/384, IV/358, Gemarkung Daubringen:

Fl. und Nr. 111/338

f- Zt. käuflich erworben, und zwar: Gemarkung Ruttershausen, Fl. u. Nr.

1/384 von Georg Klinket von ^Uttershausen, It. Kaufbrief vom 12. April 1854,

©emarfung Ruttershausen, IV/358 W Margarethe Schmidt von ^Uttershausen, lt. Kaufbrief vom 1. April 1854.

Geimrkung Daubringen, III/338 von Erhard Deibel II. in Lollar (t Kaufbrief vom 23. Septbr. 1853.

?ö We Zahlungen der Kaufschillinge genügend nachgewiesen werden

f? ergeht hiermit Aufforderung °n alle Diejenigen, welche Ansprüche rtem-i? c-e ^aben sollten, dieselben so tu x nnen Monaten hier geltend 's.^chen, als sonst die Zahlungen rx^Lbschehen angesehen und die be- foöen Cn ^^"Eräge gelöscht werden Gießen, den 21. August 1887.

Großh. Amtsgericht.

Langsdorfs. 6326

gebe3n2ßp^&,d»cue Hobelbänke abzu- Z«cho?W. Schreinermeister,

Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.

Nach Beschluß der Hauptversammlung des Spar- und Leihkaffenvereins zu Gießen vom 5. April d. I. sollen von den vorhandenen und den neuen Einlagen in die Sparkasse vom 1. Januar 1888 jährlich nur 3V2% Zinsen vergütet werden.

. . -Nur die Einleger, welche durch Vorlage eines Dienstbuches nachweisen, daß sie Dienstboten sind, sollen von ihren Einlagen jährlich 4°/, Zinsen er­halten.

Gießen, den 23. August 1887.

Die Direction des Spar- und Lechkassen-Vereins zu Gießen. Haberkorn.

Iortsehung der Möbelversteigerung im Hause der verstorbenen Frau Hofgerichtsadvokat Wteffell Wittwe. Westanlag« 4:

Ireitag den 26. August, Nachmittags 2 Mr.

_________________Hoffmann, Ortsgerichtsmann. 6211

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