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i Dienstag den 26 Juli 1887.

(<>icf;cncr Anzeiger

! Amts- Mld Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

9. mcrrT Pf mH ffMttpprTnfin Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. . s Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Betreffend: Die Schießübungen des II. Großh. Hess. Jnfanterie-Regiments Nr. 116. Sieben, den 23. Juli 1887.

Das Großherzogliche Krcisamt Gießen

ti< . »-»<-». Mainzlar. T,.i- «. ». »«., «U-b-ch.

Unter Beruanabme auf das Gesetz über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875, der JnAuctwn vom e rara-

MMch M-inMr ^aUen^mrd^ 81/j Morgen« und läuft die Schußlinie in östlicher und südöstlicher Richtung gegen das Obersell-

bacher ^^brra^zwischm folgenden Wegen Altm-B^useckBleuem

BeuernTreis a. d. Lda.,

Treis a. d. Lda.Mainzlar,

blatt^S 266) aufzustellen und sofort nach Beendigung des Schießens auf dem betr. Platz an das Regiments-Commando emzurerchen «- Ä ÄS.»»6«« Mi «»=-" -- <> ------* b-

Bestimmungen unter 8 der Verordnung vom 11. Juli 1878 zu verfahren.

vr. Boekmann. -----------

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Politische Ueberficht.

Gießen, 25. Juli.

Die Straßburger Ersatzwahl zum Reichstage hat zu dem erfreu­lichen Ergebnisse geführt, daß der von Elsässern und Altdeutschen gemeinsam ausgestellte Candidat, Dr. Petri, mit 6474 Stimmen zum Vertreter der elsässischen Hauptstadt im Reichsparlamente gewählt worden ist. Die Anhänger derschärferen Tonart" unter den Eingewanderten hatten, wie bekannt, für den Generalseldmarschall Grasen Moltke gestimmt und erhielt derselbe 1163 Stim­men; die Protestler, welche keinen geeigneten Vertreter ihrer Sache austreiben konnten, gaben unbeschriebene Stimmzettel ab. Zum ersten Male seit der Wie- derzugehörigkei! Eliaß-Lothringens zum Reiche entsendet also die Metropole des Oberrheins einen Nichtprotestler in den deutschen Reichstag und wohl mag man an diese bedeutsame Thatsache die Erwartung knüpfen, daß hiermit in den Ver­hältnissen in den zurückgewonnenen Grenzlanden eine Wendung zum Besseren eingetreten ist. Noch am 21. Februar erhielt der inzwischen verstorbene Kablö, welcher Straßburg schon seit zwei Legislatur-Perioden im Reichstage vertreten hatte, über 8000 Stimmen, während die Zahl der bei der Ersatzwahl von den Straßburger FranMingen abgegebenen leeren Stimmzettel nur 2936 beträgt. Da Petri bereits bei der Hauptwahl ebenfalls über 6000 Stimmen erhalten hatte, mithin in der Zahl der für ihn jetzt abgegebenen Stimmen durchaus keine Verminderung eingetreten ist, so erhellt aus der ganzen Sachlage, daß die Mehrheit der protestlerischen Wähler diesmal zu Haufe geblieben ist. Er mag hier zum Theil mit daran liegen, daß gerade der verstorbene Kablö sich in den eingeborenen Bevölkerungskreifen Straßburgs einer außerordentlichen Beliebtheit erfreute und daß die Protestler notorisch für ihn keinen geeigneten Ersatzmann aufzutreiben vermochten indeffen, an dem Mißerfolg der protestlertschen Sache wird hierdurch nichts geändert. Jedenfalls ist es bemerkenswerth und hoch- erfreulich, daß das Zusammengehen der gemäßigten eingeborenen Bevölkerungs- Elemente mit den Altdeutschen trotz des selbstständigen Vorgehens eines Theiles der letzteren bei der Nachwahl zum Siege der versöhnlichen Richtung geführt h°t und diese Thatsache wird ihren Eindruck sicherlich auch im übrigen Reichs- lande nicht verfehlen.

Wie zu erwarten stand, hat die Mobilisirungr-Vorlage der französischen Regierung nun auch die Zustimmung de» Senat« gefunden. Be> der bezüglichen Debatte sprach sich Kriegsminister Ferton recht zuversichtlich über dar Gelingen des Mobilifirungr-Verfucher aus, während z. B. Senator General Arnaudeau entgegengesetzter Meinung war. Auch General Canrobert, der Nestor der sranzöstschen Marschälle, äußerte Zweifel, fchließlich erklärte er »er, da die Angelegenheit einmal angefangen sei, werde er für die Vorlage mmmen. Gegen dieselbe votirten, wie auch in der Deputirtenkammer, schließlich stur die Mitglieder der Rechten.

Die Aclionäre der Panama-Gesellschaft hielten am Donnerstag vmiger Woche eine Generalversammlung unter dem Vorsitze Leffepr ab. Der« w äußerte sich in seinem Berichte bezüglich der für da« Jahr 1889 in Aus- stA genommenen Eröffnung des Panama-Kanals weniger zuversichtlich, al»

früher, trttzdem verlieh er der Hoffnung Ausdruck, die Verbindung zwischen beiden Meeren hergestellt zu sehen und meinte Leffepr, daß alsdann die Arbeiten zur Vollendung des ganzen Werke« in der Weise fortgesetzt werden könnten, wie es seinerzeit beim Suez-Kanal geschehen sei. Der Versammlung wohnte auch der Tags zuvor in Pans eingetroffene Kaiser von Brastlien bei, bei seinem Eintritt lebhaft begrüßt.

König Humbert ist von seinem nach Siena und Livorno unternommenen Ausfluge am Donnerstag Abend wieder nach Rom zurückgekehrt. Der be- aetsterte Empfang, welcher dem italienischen Herrscher namentlich in Livorno zu Theil wurde legt aus's Neue von der Popularität, deren sich König Humbert im schönsten Sinne des Wortes bei seinem Volke erfreut, glänzendes Zeug» n'$ °DemReuter'schen Bureau" ist aus inbirectem Wege die Nachricht zuge- gangen, daß Stanley aus seinem Zuge vom Congo nach Wadelai behm» Auffindung Emir Paschas von Eingeborenen getödtet worden sei. Die erste Nachricht hierüber stammt von einem Misstonar, doch hatte ein direeter Bote der Stanley-Expedition die Küste bis zum 6. Juli noch nicht erreich. Hoffent- lich bewahrheitet sich die Meldung von dem Tode des berühmten Afrika- Reisenden nicht. _________________________________

Deutschland.

Darmstadt, 22. Juli. Der Erlaß Sr. Königl. Hoheit des Groß­herzogs zur Jubiläumsfeier des Landes-Gewerbvereins hat spenden Worttaut :

Die Feier des 50jährigen Bestehens des von dem SöMeltgen Groß- berzoa Ludwig II. gestifteten Gewerbevereins ist Mir ein erwünschter Anlaß, um demselben für die großen Verdienste, welche er sich durch Mrderung der gewerb­lichen Industrie des Landes erworben hat, Meine vollste Anerkennung aus- zudrück^Mch (n Sufunft metbe bem Wirken de« Vereins Mein lebhafte. Jntereffe zuwenden und ihm Meine besondere Fürsorge angedeihen lasten.

Gegeben in Meinem Cabinet.

Osborne, den 21. Juli I887. Ludwig.

Darmstadt, 23. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 "^Verordnung, die Abänderung der §§ 85,101 und 102 der ,«- »»«' sührung der allgemeinen Bauordnung erlastenen Verordnung vom 1. Fevruar 1882 betreffend.

Bremerhaven, 23. Juli. In ÄS*

Strandung des Norddeutschen Lloyddam^ersOder beantrag ver^ üUein

die Patententziehung gegen den Capitän Pfeiffer. Der-Ant g ) Ansegeln

gegen die Person des Capitans, welcher in leichtsinniger Weis d Menschenleben in der unbekannten Küste in dunkler Stacht das Schiff, die L S iInfuß, gegen die Gefahr gebracht, sondern vor Allem gegen den"g ^f ih ( x August, Sucht, möglichst schnelle Reisen zu machen. Die Urtheilsoerrunmgung

Mittags 12 Uhr, erfolgen.