gekommenen Weg, auf dessen Erhaltung resp. Wiederherstellung von Seiten der Obengenannten, welche in der Gemarkung Wieseck Wiesen besitzen, Anspruch erhoben mürbe' Da aber die Wiederherstellung des Weges über den Exerzierplatz die Militärbehörde mcht zuglebt, so wurde ein theils durch den Wiesecker, theils durch den städtischen Wald führender Weg angelegt, für welchen nun aber nicht nur für die direct inleressirten Wiesenbesitzer allein, sondern auch für die übrigen Anneröder Einwohner, welche sväter in der Gemarkung Wieseck Grundeigentbum erwerben sollten, das Fahrtrecht in Anspruch genommen und außerdem die Instandhaltung des Weges der Stadt Gießen an- gesonnen wurde. — Für die vorläufige Unterbringung Geisteskranker müssen andere ^ocautaten beschafft werden, und wurde zu diesem Zweck das alte Arresthaus in der Saudgafie in Aussicht genommen. Die Versammlung ist damit einverstanden und gibt auch ihre Zustimmung zur Abordnung Sachverständiger behufs Beaugenscheiniauna der Emrlchtungen in der Anstalt zu Heppenheim. — Herr Gastwirth Heinrich Fentzen welcher die an der Westanlage belegene Krafft'sche Hofraithe käuflich erworben und in derselben ^chankwlrthfchaft betreiben will, sucht um Befürwortung zur Erlangung der Eoncession hierzu nach, insbesondere in Verbindung hiermit um die Erlaubmß zum Ausschank von Branntwein und Spirituosen. Das vorliegende Gutachten Großh Polrzeiamts tft dem Gesuchsteller durchaus günstig, so daß die Versammlung mit Rück- ™ ^auaUr-?a& Bähung der Bedürfnißfrage für Wirthfchastsbetrieb in größerem Maßstade sich nicht vorenthalten lasse, das Gesuch befürwortet — Die Feu er lösch- oeputation hat die unter dem 15. Januar eingereichte Eingabe der Fretw. Gail'schen Feuerwehr um Vermehrung der Hydranten und Schläuche, Anbringung des Metz'schen GewmdeS an den Ausslußröhren der Pumpen nicht befürwortet, weil inzwischen die Ausdehnung des Rohrnetzes und mit dieser die Vermehrung der Hydranten stattgefunden habe. Die Verfammlung hält demnach die Eingabe für erledigt. — Der Hinweis des Herrn Scheel auf den Mangel an Trinkbechern an den Pumpen soll berücksichtigt
— Zu dem Gesuche der Frau Fillmann Wittwe (Neustadt) um Entfernung der Gaslaterne an ihrem Hause wird beschlossen, die Gasdeputatioii zu veranlassen emen anderen Platz zur Aufstellung einer Laterne in Vorschlag zu bringen — Sur (Erbauung eines Schwesternhauses in der Lonystraße hält der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege die weitere Erwerbung eines 2 Mtr breiten Streifens für notbig, um der polizeilichen Vorschrift genügen zu können, welche einen ^sprechenden Abstand der projectirten Gebäude nach dem event. später zu bebauenden Gelände der 3fr. Gemeinde fordert. Die Baudeputation hat beantragt, dem Gesuchsteller einen 1 Mtr. breiten Geländestreifen von dem Eckplatze zum Preis von 5 J-L ver Quadratmeter abzulassen. — Herr Wirth Steucrnagel beabsichtigt, innerhalb der Emfriedigungsmauer seiner Hofraithe an der Sicher- und Grünberger-Straße ein Stallgebaude zu errichten. Die Versammlung beschließt Befürwortung des Gesuches auf Widerruf nur aus dem Grunde, well der projectirte Stall durch die Einfriediaunas- mauer von außen nicht sichtbar sei, andernfalls das Gesuch in Rücksicht auf S 18 der Localbauordnung nicht berücksichtigt werden könne, welche den Bau von Stallungen'c an Straßen verbietet - Das Gesuch des Herrn Karl Hahn und Eonsorten um Er- laubmß zur Wasserabfuhrung in einen städtischen Canal erhält widerrufliche Genehmigung, sofern die Ausführung der Anlage nach Angabe beg> Stadtbauamts erfolgt 2e s)r"Ter?h°^rIeitUnu tn ^r Gothestraße soll fortgeführt und den Gesuchstellern fUAUnk ?or ihren Hausern die entsprechende Vergütung zu Theil werden - Dem Gesuch des Herrn Louis Keller um Pflasterung des Trottoirs vor seinem Hause ui der ^udwigsstraße wird unter der Bedingung entsprochen, daß sich Gesuch- steller zu dem durch das demnächst erscheinende Localbaustatut bestimmten Beitrag der Trottoirpflasterungskosten verpflichtet. - Für verschiedene Anschaffungen von Utensilien Legung neuen Fußbodens in einem Schulzimmer zc. im Schulhause am Oswaldsbera werden die erforderlichen Mittel, veranschlagt zu 285 A, bewilligt. 9
Gießen, 24 Juni. sSchwurgericht.^j Georg Diemer, Wagner von Romrod, des Verbrechens des Meineids angeklagt, wurde gestern, nachdem die Ge- fchworenen die Schuldfrage verneint hatten, freigesprochen.
r T^.^Ztige, umfangreiche Verhandlung hatte die Anklage gegen den Wirtb «l-in V. den Musiker Georg Gottfried Mahl und den 18jährigen h?nUmC,»r^sr^eIm r0rr' ^mmtlich zu Ilbenstadt, zum Gegenstand. Aus
den Verhandlungen laßt sich das folgende feststellen:
a l4' bro°ember o I. wurde zu Ilbenstadt die Nachkirchweihe abgehalten und es fand in der Wirthschaft des Angeklagten Klein Tanzmusik statt, welche von jungen Leuten aus Ilbenstadt zahlreich besucht war. Unter den Anwesenden befanden sich ^r^lge Domestiken des Grafen von Leiningen zu Ilbenstadt, nämlich der Leibjäger 2^^s^^ü ^vebst einigen Dienstmädchen, die zusammen an einem Tische laßen.
^e,n Einwohnerschaft Ilbenstadts und den Schloßbewohnern scheint nicht das beste Einvernehmen w bestehen; es wurde tm Laufe des Abends während des Tanzens lungen pirschen mehrfach der Versuch gemacht, den Tisch, an welchem Damen saß, umzustoßen, Schulze kümmmerte sich indeß nicht darum und verließ um 12 Uhr mit seinen Begleiterinnen den Saal. Es folgte den- ä*rn6ktn ^au^cn Leute und im Hofe angekommen, umringten dieselben die Schloßbewohner, wodurch em großes Gedränge entstand und es ohne Zerren und Stoßen nicht abgmg; der unter dem Haufen befindliche Heinrich Huhn erhielt hierbei angeblich von dem Jager Schulze mit einem Messer einen Stich "in die Seite Der PorfQ% Steige gebraut und bereits am folgenden Tag erfolgte
durch Gr. Amtsgericht Friedberg die Einleitung der Untersuchung gegen Schulze wegen , Körperverletzung Am 25. Januar d. I. wurde die Sache vor dem Schöffengerichte zu^Friedberg verhandelt und es erfolgte die eidliche Vernehmung einer Reihe von I
3eugen. Schulze leugnete gestochen zu haben, überhaupt kein r.,- . ,
Zu haben und die am ragt Abend in feiner 6ct gehabt
dies; während der Angeklagte Klein Äate
will und die beiden anderen Angeklagten den Vorfall fn ^hnrffpntpn C haben mit dem V-rlcht-n Huhn im H°> allein Mammm a troff n L M sammentreffen habe Dickenberger gesehen, daß Sckulre den / ?lefcm Zu-
Aussagen führten zu der Verurtheilung des Schulie nnd in Ä Diese
die Sache vor hiesige Strafkammer. Dieselbe nrbnph» 9« 9clan9te
Sprüchen der Zeugenaussagen nochmalige ausführliche Erhebungen
bie drei Angeklagten in Untersuchung wegen Meineids ! Sm« ' , bcrenJJoIge heutigen Verhandlung gibt Schulze zu, ein Messerbei^ der
Uebrigen stehen sich auch heute wieder die Aussagen der Schloß^nb
m nebensächlichen Punkten theilweise gegenüber und es werden -^.wohner
Letzteren unbeeidigt vernommen. Bezüglich des Klein beantraafp C !TJ9e bcr
sogleich Freisprechung, wegen der beiden anderen Angeklagten toat^anwalt
Geschworenen verneinten jedoch die sämmtlichen ihn^L ÄLL«! b‘e
Vermischte».
,. A a in3, 24. Juni. Ein Eioilprozeß. bei weichem firfi nm ■ object Don X 4o bandelte, brachte heute die Makler @o ttfrieh %.> i Friedrich Jackobs von Flonheim vor die Schranken des bieiia/n rller und unter der Anklage des Meineids. Beide machten bei ihrerleuae b^Än^^/^'^ in dem Prozeß vor dem Amtsgericht in Wöllstein Aussagen bie° berarMn h?m‘^mun9 Widerspruch mit den Aussagen der übrigen Zeugen staL bah ber Om\±l,Cn^ra‘™ sich veranlaßt sah. die Sache zur Kenntniß der StaatSan'waltichait >n 'hb ^rrhter der heutigen Verhandlung traten unter den Zeugen wiederum mehrjack^^k' tewor, Jo daß die Geschworenen nicht zu der Ueberzeugung mlangten^ ichuldigten emen wissentlich falschen Eid geleistet und sprachen nurUlrfrT’ 5e0er des fahrlässigen Meineids schuldig, worauf von dem Assisenhof eine Straff°n»" b Monaten gegen denselben verhängt wurde. totla,e Don
hllr , △ Juni. In dem Gonsenbeimcr Walde passirte letzter ^aae einem
durch eine reiche Erbschaft über Nacht zum Rentier gewordenen Mainzer Metzaer d^ einen Waidmannsvergnügcn opfert, das Unglück, statt einen LaÄn
einen Treiber zu schießen und demselben die ganze Ladung Schrot in Kopf nnd " ,a0?A,2err-®etoof|cne mußte noch am Abend in das Spital nErbiS roe Ln VU ist über den Vorfall derart untröstlich, daß er sich L erkkä I zu übeAassem"' $£ 6 " einCn ßro6m ZI)eiI 'etn£§ nicht unbeträchtlichen Vermögens
A Vo m R b ein. 24. Juni. Am 24., 25. und 26. d. Mts findet in
Mnide^ Kreditgenossenschaften für Rheinland. Westfalen, LippeÄ
Waldeck statt., Die Vorversammlung findet Freitag den 24. Abends 8 llbr r
Hauptversammlung Samstag den 25., Vormittags 9 im Ho '^ur -raube ^"- Sonntags schließt sich eine Festfahrt und ein Bankett an
o, r, „ ri . Heirathsschwmdlern trotz aller Warnungen immer noch ein
L^b^h offen steht, bewies eine Verhandlung, welche vor dem Berliner Landgericht n^pn eA .®r.nft Neumann stattfand Der Angeklagte wohnte eine Zeitlana M Schlafbursche bet einer Wittwe Haase, der er nach ^öefannt^^^afreinen^ße"ratfi§
antrag machte. Die Wittwe war aber vernünftig genug, den 38jährigen Freier daraus machen, daß^ sie ihrem Alter nach ganz gut seine Mutter sein fönne jjaebte aber den Heirathslustigen auf die ihr bekannte unverel.eliäite' in u Ä ??1"'/1!6 Urbare Jungfrau von 40 Jahren, welche nicht abgeneigt war in den Ehestand zu treten. Als der Angeklagte erfuhr, daß die Müller im N?siüp eigenen Wirthschaft und eines kleinen Ersparnisses war, da hatte er sein Ideal gefunden- d leiette er Mit Fraulein Müller öffentliche Verlobung und zog zu^ 10r Neumann schütt Ans Cr«f Se.lt Nichtsthun, er erklärte seiner Brant, daß er Anwar"
<?nrhLtf Ufp}ntnCew CQsuten 4tcPe Jabe; sobald seine Ernennung erfolgt wäre, sollte die nn»?ßn n^tC ^I?ut Janb erklärlich, daß der zukünftige Beamte eine Kaution
2Infte6Qu^ Ahpr" händigte sie ihm das Geld dazu ein. Als di"
^nfteflun0 aber immer nicht kommen wollte, überraschte der Angeklagte seine Brant °-n-f Tages mit der Anzeige, daß er -ine Restauration gekauft habe °Hi-rzu b?d7rst tob üe ihrpn^Q Ur° tron 8V'"*‘ bic§ Geld gab ihm die zärtliche Braut und dann !iPtrnLepJbren *^UcvUn^ -r9jn larnßere Z"t nicht wieder. Sie sah zu spät ein, daß sie ararerö5rh^r\r^ntro;1 aucb bie Wittwe Haase erfahren, daß Neumann^ ein
sEr «?®1 ,d; b-rs-lb- war seit 14 Jahren verheirathet und Vater zweie? Müller £in b?reI^”terbral5t 6attC| ftctIte er f’» wieder bei der halb Li m * j n 9pfer uoch weiter zu brandschatzen, erfuhr aber Senerol6 MU S? fi,?“?' «kommen war. Er entfernte sich und kaufte ein . ' ^t dieser Waffe begab er sich wieder zu der Müller, wo er auch die Wittwe traf „Ha! Schlange! Die erste Kugel ist für Dich, die zweite für die da und bal?an/d^A^ m39?11 diesen Worten richtete er die Schußwaffe bald auf die eine eii? Da? b^ÄnA^Ä"^ Iam\barbur^ be^ grauen keinen geringen Schrecken bernnr haüb bi? 9t b^ Bedrohung lediglich Komödie spielte, ging daraus APk«o^ die Waffe nicht gelaoen war und Munition bei ihm überhaupt nickt 10 M°7at- G-sängMß. ,em ®runbe elfannte bas Gericht wegen Betruges nur auf
Montag den 27. d. M., Nachm. von 3 Ubr an, ^llen im hiesigen botanischen UniverfitätS- Garten — am Pilgrimtzein — neben anderen entbehrlichen Kalt- und Warmhaus-Pflanzen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden:
1 Magnolia grandiflora, Höhe ca.
5 m, Kronendurchm. ca. 1,50 m, 1 Jambosa australis, Höhe ca. 5 m, 1 Dacrydium cepressinum, Höhe ca. 7 m,
1 Callistemon lineare, Höhe ca. 5 m, Kronendurchm. ca. 1,70 m,
1 Acmena floribunda, Höhe ca.
6 m, Kronendurchm. ca. 1,50 m, 1 Raphis flabelliformis, ( starke 1 Latania borbonica, Exemplare Marburg, 23. Juni 1887.
4871 Kgl. Universitätskaffe.
Gesucht
ein braver Junge, der die Bäckerei zu - erlernen wünscht. 4880
Christian Faß, Neuen Baue. \
4864] Lagerfässer verkauft Jungblut, Promenadehaus. <
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
In dem Orte Lauter wird am 1. Juli eine Posthülfstelle einaericbtet übertragen
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor.
In Vertretung:
__Winkelmann.
Wiedemrkäufer
fonnen Strohhüte nirgends billiger beziehen als:
Wettergaffe S, Kren; S
SÄ“ a8- "■» ao- »»• M». -In , „---etta-I
_ __ 4866
Zahresfest des Gustav-Adolf-Vereins.
bunftßö um 10 Uhr, der des Mittagsgottesdienstes um 2 Uhr. Die Mitglieder und Freunde des Vereins werden dazu freundlichst einaeladen Jeder
Lang.Göns, 24. Juni 1887.
--------------- Dr. Strack. Dekan.
Arbeitsvergebung.
Dienstag de» 28. I. Mt»., Mittags 1 Uhr, । sollen in dem Gemeindehause zu i Alt en-Buseck nachstehende Arbeiten ! öffentlich in den Accord gegeben wer- ^n: veranschl. zu
Zimmerarbeiten 10 «A
Dachdeckerarbeiten 80 „
Schreinerarbeiten 105 „
Weißbinderarbeiten 49 „
Gießen, am 25. Juni 1887.
Senssfolder, __Bez.-Bauauss eher.
Heugras- ! Verfteigerung»
Mittwoch den 29. Juni l I., Vormittags 9 Uhr anfangrnd soll das Heugras- von den hiesigen städtischen Wiesen, ca. 60 Morgen, an Ort und Stelle versteigert werden.
Zusammenkunft am Unterthor.
Allendorf a/Lda„ 24. Juni 1887. ! ®r. Bürgermeisterei Allendorf a/Lda.
Bieber. 4865
4855 Mehrere Ccntner Hafcrstroh zu 1 verkaufen bei Balth. Strauch.


