stimmen, daß die Stadt die Reinigung auch auf (Sofien und Trottoirs ausdehne. - - Herr Petri spricht sich ebenfalls für Gossen- und Trottolrreinigung durch die etaöt aus die Arbeit der Dienstboten sei mitunter eine sehr mangelhafte. — Herr Han stein erklärt sich gleichfalls mit den vorhergehenden Rednern einverstanden und will nur die Verpflichtung der Hausetgenthümer zum Entfernen von Schnee und Eii, sowie zum Bestreuen des Trottoirs bei Glatteis aufrecht erhalten wissen , da die Abstellung der damit verbundenen Uebelstände meistens sehr schnell bewerkstelligt werden müsse und dies von der Stadt ohne ein Massenaufgebot von Arbeitskräften mcht bewerkstelligt werden könne. - Herr Hornberger vertritt die Meinung, day, wenn dre Stadt die Straben reiniae, sie auch die Gossen mit übernehmen könne, die Trottoirs könne man den Hausbesitzern überlassen, wogegen Herr Ad. Noll anführt, daß Gosse und Trottoir sich nicht gut getrennt reinigen ließen. — Nach einer nun folgenden Geschäftsordnungs- Debatte wird der Antrag der Baudeputation angenommen und weiter beschaffen, daß die Stadt auch das Reinigen der Trottoirs und Gossen (ausgenommen die Entfernung von Schnee und Eis, sowie daß Streuen bei Glatteis) mit übernimmt - Nachdem früher beschlossen worden, den Stadtringgraben auf der Strecke Wallthor-Aserweg in eine Steinsohle zu fassen, hat die Baudeputation beantragt, mit Herrn Albrecht Stein in Wetzlar über die Fassung der Reststrecke wegen des Kostenpunktes in Ver- banbluna zu treten; die Versammlung ist damit einverstanden. — Die zur Herstellung eines Weges in den Wingert en erforderlichen Mittel, veranschlagt auf 1230 incl. Geländeerwerb werden bewilligt. - Großh. Polizeiamt ersucht um Beschaffung von Straßenkehrgeräthen, Besen, Schippen, Hacken, Karren ?c., um die die Hülfe der hiestgen Ver- pflegungsftation in Anspruch nehmenden Durchreisenden genügend beschäftigen zu können; die Versammlung bewilligt die zu beregtem Zwecke erforderlichen Mittel. -
dem Gesuche der Handwerkerschule um Ueberlaffung eines Schulsaales beschließt die Versammlung Annahme des Antrags der Baudeputation, welche dem Gewerbeverein den Saal der Industrieschule im Gebäude am Afterweg zur Mitbenutzung über- lassen will. — Bur Ergänzung des Brandkatasters wird die Beschaffung eines nöthig gewordenen Supplementbandes beschlossen. - Die aus der „Verminderung der Sperlinge" resultirenden Kosten werden bewilligt. Auf die Bejahung der Anfrage des Herrn Baist, ob das Abschießen der Vögel noch fortgesetzt werde, beantragt derselbe daß zu diesem Zwecke keinerlei Mittel mehr aus der Stadtkasse bewilligt werden möchten, worauf Herr Georgi betont, daß das Abschieben der Sperlinge zu allerhand Mißständen führe, die Schützen feuerten auf offener Straße auf die Vogel, andere betrieben dies wieder als Sport. Man solle doch die Feldschützen entsprechend in- ftrutren. Der Antrag des Herrn Baist wird abgelehnt. — Die durch Regulirung der Einkommensteuer verausgabten Gebühren werden bewilligt; desgleichen die Kosten für Anschaffung verschiedener kleiner Gegenstände für die Einrichtungen im Schlachthause.
Vermischtes.
„An das Fenster Hopft es: pick, pick!
Macht doch auf einen Augenblick!
Dick fallt der Schnee, der Wind geht falt, Hab' kein Futter, erfriere bald!"
Wenn der böse Frost des Winters die Stimmen der kleinen Sänger draußen in Wald und Hain verstummen macht oder sie gar in banger Flucht längst daoon- getrieben hat, wärmeren Gefilden zu, behauptet doch ein wohlbekanntes geingesehenes Zugvögelein zuweilen seinen heimathlichen Platz, indem es vor der Zeit dahin zurück- I kehrt oder gern dort überwintert: das muntere zahme Rothkeh'.chen. Mit Hellem Äug' hüpft es umher und läßt die klaren Töne erschallen durch die Stille der Natur, zur lieben Weihnachtszeit die Geburt des Heilandes der Welt mitfeiernd, denn der kleine Vogel mit der rotben Brust und rotben Kehle ist von Alters her dem lieben Gott geweiht, wie eine fromme Sage uns erzählt. Als Jesus Christ für alle Menschen einst am Kreuze starb und im bitteren Schmerze mit dem Tode rang, als man die Dornenkrone ihm zu Schimpf und Spott auf's Haupt gedrückt, da tarn ein kleines Vögelchen herbeigeflogen und suchte mitleidsvoll mit großer Mühe ein Dörnlein aus der Krone ihm zu ziehen. Doch das heilige Blut, das aus Der Wunde floß, als das Vöglein an dem Dorne zog. färbte dessen Brust mit rothem Schein und fo ist es auch fortan geblieben, und „Rothkehlchen" heißt noch jetzt das mitleidige Thierchen, das allein die Geburt des Erlösers, das liebe schöne Christfest, mitfeiern darf und das man deß- httb auch das „Gottesvögelein" benannt.
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