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Dienstag den 25. October
1887.
Vureaur Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Betreffend: Den Herbst-Faselmarkt des landwirthschastlichen Bezirksvereins zu Friedberg pro 1887.
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Toulon, 22. October. Clemenceau hielt gestern vor seinen Wählern eine Rede, in welcher er sagte, die Ministerien, wie sie aufeinander gefolgt seien, halten alle, wenn auch von verschiedenenMnsichten ausgehend, dieselbe Politik der Verzögerung verfolgt. „Wir werden nur einer solchen Regierung Vertrauen schenken, welche gewillt ist, Reformen einzuführen." Redner beschuldigt das gegenwärtige Ministerium, mit der Rechten paktirt zu haben, setzte dann die einzelnen seiner Ansicht nach unerläßlichen Reformen auseinander, worin er besonders die Trennung von e>taat und Kirche heroorhebt. Zu keiner Zeit sei ein Zusammenhalten Der Republikaner sowohl in inneren wie äußeren Fragen nothwendtger als im gegenwärtigen Augenblicke. In ganz Europa herrsche nur Unruhe und Unsicherheit. Die Versammlung verlief sehr bewegt. Resolutionen wurden nicht angenommen.
Die provisorischen Ausführungs-Bestimmungen zum Brannt- veinfteuer-Gesetz haben bekanntlich in Interessentenkreisen nicht geringe
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
London, 22. October. Letzte Nachrichten über den auf der Fahrt von Melbourne nach Sidney gescheiterten Dampfer 'Cheviot" melden, daß 34 Personen ertrunken sind.
Politische Neberfkcht»
Gießen, 24. October.
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Der diesjährige Herbst-Faselmarkt des landwirthschastlichen Bezirksvereins zu Friedberg soll Mittwoch den 26. l. MtS. zu Kriedbeen abgehalten werden. " “
Die ausgetriebenen Fasel werden durch eine hierzu bestellte Commission gemustert und wird den Eigenthümern der als prämiirungswürdig erkannten Thiere auf Verlangen eine Wegvergütung ausgezahlt, wozu Seitens der Kreisstadt Friedberg ein entsprechender Betrag zur Disposition gestellt worden ist. Von der Bewerbung sind Gemeindefasel ausgeschlossen, desgleichen Fasel, die um 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze sind. Nicht genügend gefesselte Thiere werden von dem Platze weggewiesen.
Die zum Abschluß kommenden Verkäufe wollen dem Großherzoglichen Bürgermeister, Herrn Steinhäußer, zur Anzeige gebracht werden.
Zu recht zahlreichem Besuche des Marktes wird hiermit eingeladen.
Friedberg, den 17. October 1887 Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Friedberg.
.. I. V.: Dr. Wallau.
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stündlich erscheint. Mit dieser Entscheidung ist Caffarel dem Bürgerstand zurückgegeben und Sache der Civilgerichte wird es nun sein, die weitere Untersuchung gegen den schuldigen Ordens-Hausirer zu führen. Wie die Sache mit dem sau- gauen oeiannlucy in -yniereneniencceijen mcgi geringe . «hVUn&tSenator b $llnblau, Eerstimmuna hervoraerusen. Wie ofstciös verlautet beabsichtiat nun die Reaie- eigentlich Niemand recht, vorläufig schemt man ihn noch gar nicht „gefaßt rvng, einige der AussührungS-Bestimmungen im Interesse der Producenten ab.
Indern. Nach den bestehenden Bestimmungen haben die Producenten anzumelden, druck alr^ ab man in den rnnrif?? »»ikn
na6 für Spiritus stc brennen wollen und die darüber ausgefertigten Melde- rnff,« b »a . ; ^sten Gras darüber
iifieine sind unabänderlich Da dies mit manchen Unruträalicbkeiten nerfnünft I laffen möchte. unterliegt jedoch kaum einem Zweifel, daß bei der st, io soll beabfichkigt fein, diese Bestimmung dahin abzuändern, daß eine nach, Medurchgehechelr
Mögliche Modificatton der Anmeldungen gestattet wird. — Das spanische Regie- Ä?»ZÄ ä )hun, um dem
mugSdecret, welcher den Hamburger Sprit aus Spanien aurschließt, ist mit S,’3?4*" m0U,ö ei ben ,“n die Rock^chdße zu hängen und die
ioem 15. d. Mts. in Kraft getreten. Ob die Reichsrezierung gegen diese den ^e6 etun9 ro rb le‘'en^C5 teine -e‘^te' *Usn 3RtnbsRen feme Qnße'
Hamburger Sprithandel schwer schädigende Maßregel in Madrid vorstellig 9 '
werden wird, muß noch dahingestellt bleiben; wie erinnerlich, ist seitens der _ .
Vertreter des Hamburger Senats beim Bundesrathe in diesem Sinne reclamirt Jeutjchsano.
worden, Darmstadt, 22. October. Se. König!. Hoheit der Großherzog em-
Neben dem Germamsirungswerke in den östlichen Provinzen geht die pstngen heute den Professor Heß, Rector der Landes-Universität Gießen, den
Musische Regierung seit einiger Zeit auch in Nord-Schleswig mit germa- Rendant Stroh von Gießen, den Stabsarzt a. D. Dr. Draudt, beauftragt mit
notorischen Maßregeln vor. Hier behauptet sich das Dänenthum mit den ärztlichen Functionen bei dem Personal des Hofmarschall- und Hofstallamtes
bemerkrnswerther Zähigkeit und zu seinen Hauptstützen gehören die dänisch den Vorstand der Bau- und Betriebsverwaltung der hessischen Nebenbahnen im
Myenoen Geistlichen und Lehrer, gegen welche sich die Maßnahmen der Regie- Privatbetrieb, bestehend aus dem Vorsitzenden Oberingenieur Rötelmann und mg zunächst richten. So sind kürzlich vier aus der Dänenzeit übernommene den Mitgliedern Ratschte und Paulsen; zum Vortrag den Staatsminister Finger Östliche ihres Amtes als Schulinspectoren enthoben worden, da sie ihre den Minifterial-Präsidenten Weber, den Geheimerath Dr. Becker.
'Stellung zu national-agitatorischen Zwecken benutzten, und verschiedene Lehrer, Berlin, 22. October. Se. Maj. der Kaiser nahm heute Vormittag W.e aus ihrer dänischen Gesinnung kein Hehl machten, wurden nach rein deut- Vorträge des Grafen Waldersee und v. Albedyll's entgegen und begab sich Nach-
Wn Districten versetzt. Ueberhaupt widmet die Regierung dem Schulwesen in mittags 21/4 Uhr nach Potsdam, um der Prinzessin Wilhelm zum Gebuttstag
Rord'Schleswig eine größere Aufmerksamkeit und ist u. A. in den dortigen zu gratuliren und an dem beim Prinzen Wilhelm stattfindenden Diner theilzu-
^chulen deutscher Religionsunterricht eingesührt worden; die Errichtung von nehmen. Zu dem morgigen Diner bei dem Kaiser haben die hier anwesenoen
Erioatschulen wird fortan nur solchen Personen gestattet, über deren deutsche Minister Einladungen erhalten.
Besinnung kein Zweifel obwaltet. In manchen dänisch redenden Gemeinden Berlin, 22. October. Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Wilhelms «e abwechselnd deutsche und dänische Kirchensprache eingeführt und dänische gingen anläßlich Ihres heutigen Geburtstages von Ihrer Maj. der Kaiserin Mterthanen, welche bislang Mitglieder der kirchlichen Gemeinde-Vertretungen dem kronprinzlichen Paare, sowie von verwandten und befreundeten Höfen tele-
Mnen, müssen jetzt aus denselben ausscheiden. Gegen dänische Unterthanen, die graphische Glückwünsche zu; zahlreiche Personen sprachen durch Einzeichnung
W irgendwie lästig machen, wird energisch vorgegangen, sogar durch Auswei- ihrer Namen in die im Potsdamer und hiesigen Schlosse aufgelegten giften ihre
Ren; selbst die Inhaber von Theater-Concessionen in Nord-Schleswig sind Glückwünsche aus. Alle öffentlichen und viele Prioatgebäude hatten Flaggen-
öon den Maßnahmen der Regierung nicht verschont geblieben, indem ihnen schmuck angelegt.
versagt wurde, dänische Schauspiel-Gesellschaften in ihren Localen auftreten Straßburg, 22. October. Wie die „Landes-Ztg. für Elsaß-Lothrin- ^*anen. gen" mittheilt, hat der Statthalter Fürst Hohenlohe auf die Geburtstags-
Die innerpolitische Lage in Oesterreich ist noch immer eine Glückwünsche an Se. K. und K. Hoheit den Kronprinzen folgende Antwort
Mpannte. Die Czechen scheinen nicht gewillt, in ihren „Compensations-Forde- erhalten: Meinen besten Dank für die freundlichen Wünsche, die Aerzte sind
Mgen" etwas nachzulaffen — offenbar, weil sie sich zu stark engagirt haben — vollkommen mit meiner, wenn auch langsam vorwärts schreitenden Genesung Md bie Regierung anderseits bleibt merkwürdig fest. Wenn man wenigstens zufrieden. Friedrich Wilhelm.
^4 ben officiösen Blättern urtheilen soll, so weht in der That jetzt am Wiener
^allhausplatz ein scharfer Wind gegen die „Söhne Libussas"; das „Fremden- I Mt" hat einen energischen polemischen Feldzug gegen die interpellationswüthigen Sechen eröffnet und führt ihnen zu Gemüthe, daß sie sich bei ihrem ferneren Wurme gegen ben Mittelschul-Erlaß nur die Köpfe einrennen würden. Der Donnerstag unter dem Vorsitze Taaffe's abgehaltene Ministerrath soll sogar regelrechtes Ultimatum an die Czechen formuürt haben, welches Herrn
^r. Rieger, als dem Vorsitzenden des Czesky-Clubs, angeblich bereits mitgetheilt pben ist und die Czechen werden sich nun entscheiden müssen. Ob es dies« zum Aeußersten treiben und eventuell aus dem „eisernen Ringe" der Reichs- r^ths-Mehrheit ausscheiden werden, wie die Czechenblätter verkünden, wird sich * ja zeigen.
Der Casfarel-Scandal in Frankreich nähert sich seinem endlichen ^»gange. Das „Journal osficiell" veröffentlicht ein Dekret, wonach General Marel verabschiedet und in ben Listen der Armee gestrichen worden ist. Der M der Ehrenlegion hat sich dahin ausgesprochen, daß Caffarel auch in den der Ehrenlegion zu streichen und ihm das Recht zu nehmen sei, irgendeine ^oensauszeichnung zu tragen — ein Beschluß, der eigentlich ganz selbstver-


