Literarische-.
, ™ Heinrich Heine s sämmtliche Werke, im Verlage von Otto fienhrr br'chnnend, sind bisher vis zur 15. Lieferung, mit welcher der zwu e Band abschlteßt, versendet worden. Diese Ausgabe, welche sicü desnnbeVs ltchen, dem Auge nicht nachtheiligen Druck auf gutem, geglättetem Paoier wird in 30 Lieferungen ä 25 V vollständig ein fil iftmithin
Ausstattung bei gleichzeitiger Billigkeit unübertroffen. Die bisher erschienenen Äefe-^ rungen können durch iede Buchhandlung in beliebigen Zwischenräumen Een»erben ctm roirb-f-* bi°"
Frankfurt a. M., 20. September. Vor einigen Tagen satz im Palmengarten an einem Tische ein junges Mädchen in Gesellschaft einer älteren Dame. Der Saal war ziemlich stark besetzt. Plätze wurden gesucht. Ein junger hübscher Mann nähert sich höflich den Damen und bittet ? an dem Tische Platz nehmen zu dürfen Man gestattete ihm dies. Es entspann sich zwischen ihm und dem Fräulein eine Unterhaltung. Er erzählte über seine traurigen Verhältnisse, wie er aus Roth Unterofficter geworden sei, wie er seinen Abschied genommen und jetzt schon seit Monaten vergeblich nach einer Stelle suchte. Das Fräulein hörte der Erzählung des Mannes fleißig zu. Als er geendet, sagte sie ihm, daß sie eventuell für ihn ein Unterkommen habe, wenn er gewillt sei, zu heiralhen. „Ich bin eine Waise" — erzählte sie, besitze 276 000 JC. Vermögen, doch wird dasselbe erst dann in meinen Besitz gelangen, wenn ich mich oer- heirathe. Die Wahl des Mannes steht mir frei. Ich könnte Sie recht wohl leiden, wollte Alles mit Ihnen theilen, wenn Sie an meiner Delle als Gemahl leben wollten." Der junge Mann war über diesen Antrag wie aus den Wolken gefallen. Im Innern hatte er schon von diesem Geständniß sich überzeugt, daß er glücklich wäre, wenn dies reizende, offenherzige Mädchen sein Eigen wäre. Er zögerte keinen Augenblick, willigte ein und war, als er den Palmengarten wieder verließ, der Verlobte des jungen Mädchens. Schon in wenigen Tagen findet die Trauung des Paares statt.
, Berlin, 20. September. Einige zwanzig junge Damen sind am Samstag als städtiscye Beamte — nämlich als Fleischbeschauerinnen - von Herrn Stadtrath Hübner mit Handschlag vereidigt worden. Meist sind junge Mädchen und jüngere Wittwen mit scharfem gutem Auge bevorzugt worden. Sämmtliche neu angestellte Fleischbeschauerinnen sind, der „Allg. Fl.-Ztg." zufolge, für die neue — sechste — Abteilung der Trichinenschau bestimmt, die jetzt auf dem Eentral-Schlachthofe errichtet werden mußte, da in Folge der Einführung der obligatorischen Fleischschau für von auswärts eingeführtes Fleisch die Zahl der lebend eingeführten und auf dem Central- Viehhof geschlachteten Schweine sich außerordentlich vermehrt hat.
London, 20. September. Bei der Untersuchung über den Theaterbrand in Exeter wurde gestern der Director der Schauspielergesellschaft verhört. Derselbe er- klärte, daß das Feuer leicht hätte gedämpft werden können, wenn sich Löschvorrichtungen im Schnürboden befunden hätten. Auf den Bauplänen fei ein Hydrant im Schnürboden angegeben, aber nicht angebracht worden. Der Pächter des Theaters sagte aus, daß im Theater drei Dutzend Handgranaten bereit gelegen hatten.
— sEilenbahn - Lehrwerkstätten.^ Die zufolge Anordnung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten Seitens der Staatseisenbahnverwaltung eingerichteten Lehrwerkstätten haben sich bisher gut bewährt und als zur Erreichung des Zweckes tüchtige Handwerker auszubilden und für den Eisenbahndienst der Locomottoführer' Wagen- und Werkmeister geeignete Kräfte heranzuziehen, sehr dienlich erwiesen. Die Lehrzeit dauert, nach der „Voss. Ztg.", vier Jahre, und die Lehrlinge werden in den ersten zwei Jahren tn allen Arbeiten, wie Schmieden, Drehen und Bohren, unter; richtet. Alsdann werden die Lehrlinge verschiedenen Werkstattsabtheilungen überwiesen und zuverlässigen Arbeitern zugetheilt, um mit den oorkommenden Arbeiten bekannt gemacht zu werden. Auch an den verschiedenen Werkzeugmaschinen erfolgt die Unter- roeifung und zuletzt haben die Lehrlinge an dem Unterricht in den Fortbildungsschulen ^etlzunehmen. Die tägliche Beschäftigung ist auf 10 Stunden, unter Ausschluß der (5onntagö;unb Nachtarbeit festgesetzt. Die Lehrlinge erhalten je nach den Leistungen und nach der Dauer der Lehrzeit einen Lohnsatz von 40 H bis 1 40 H täglich,
und zwar unter Abzug von 10 Procent Spargeld, das nach beendeter Leh^eit aus- a ?trb* ?ach gut beendeter Lehrzeit und Anfertigung einer Probearbeit erhalten KLshl}11106 ^uetUfßtm6, m fl?!er Führung und guten Leistungen die Weiter- beschaftigung als Gesellen. Neuerdings machen die Staatseisenbahndirectionen mehr und mehr von der ihnen seitens des Ministers der öffentlichen Arbeiten gewährten Erlaubmß Gebrauch, in den Werkstätten die Lehrlinge nicht nur in der Schlosserei, Jonkern auch in der Tischlerei, Sattlerei und Drechslerei ausbilden zu lassen Dies
°m°r Erhöhung der Zahl der Lehrlinge geführt und würde'sicher nochline 8Ur Folge haben, wenn nicht laut Anordnung des Ministers May- bedingte ^arf der Verwaltung
m uift eis Kaupterforderniß für die menschliche Gesundheit. Sie
ist so wichtig wie Speise und Trank und gerade der Unbemittelte, welcher sich nicht
Handel und Verkehr.
_.f Berlin. Die Frage, ob es gestattet ist, zur Erlangung von FreiaeoLck fflsenbahn ein fremdes Billet zu benutzen, soll nächstens vor Gericht eröttett
Herren hatten zusammen in einem Gasthofe gewohnt und fuhren im jum Bahnhof, um die gleiche Fahrt zu unternehmen. Als unterwegs der estie er habe so viel Gepäck daß er wohl Uebergewicht bezahlen müsse, e?bot ficb bir Ä'' jur Erzielung von weiteren 25 Kgr. Freigewicht fein Billet herzugeben. Da« mit Dank angaiomincn unb beide Herren traten zusammen an die Abfertigung»^ um für beide Billete fast ausschließlich das Gepäck des einen aufzuge^n!
schon bem Zug bestiegen hatten, trat der Stationsoorsteher in die Abtb^,mm und stell e die Persönlichkeit des Fahrgastes mit dem Gepäck fest. Dieser fil te üeranlafet atn folgenden Tage die Kosten für das Uebergewicht nachträglich m mit dem Bemerken, er habe geglaubt, es sei gestattet, ein fremdes Billet für bas gepacf zu Hulse zu nehmen. Indessen ist er jetzt wegen Betrugs angeklaat die Angelegenheit kommt im nächsten Monat zur Verhandlung und wird vorausstch'klich mie k!C ^uch Routen mag, durch alle Berufungsstellen gehen. Die Fraa'e fnil
die Gerichte bisher noch nicht beschäftigt haben. " ö0e 'ol1
das Beste und Zuträglichste zur Nahrung wählen kann, sollte sich Qm
reine Luft verkümmern, welche er, wie den Sonnenschein unb all bie bi-
feiten in Gottes schönem Garten, gleich dem Reichsten genießen kann unhS ^niidj- Erhaltung der für ihn doppelt werthoollen Gesundheit unb Arbeitsfrei? v iL elenb ist es aber wenigstens um bie reine Luft in ben Wohnunaen n mt- Li, - bestellt, in benen ein Theil bes Tages unb bie ganze Nacht der bei rm ^^tlelten Theil des Lebens zugebracht wirb. Wolle man sich boch danach rickt,» gröfete genügenden Durchlüftung der meist überfüllten, ,,u niedrigen und mi.7° ,^.zur Fenstern versehenen Wohnungen durchaus nicht genügt, wenn täglich ? J kleinen Ausfegen einmal auf kurze Zeit ein oder zwei Fensterflügel geöffnet 4,1 lüfte wiederholt unb tüchtig, ober lasse lieber, so lange bies bie
bie Fenster ben ganzen Tag geöffnet. ^regjeit gestattet,
r „7" Die Vorhersagungen bes Professors Falb im Hinblick <,„f v sphärischen unb vulkanischen Ereignisse, bereu Schauplatz unser Welttkeit ?' v atmo- Halfte des Monats September sein sollte, sind bisher nur zum Tbetl/1 zweiten gegangen. Der ausgezeichnete Gelehrte, welcher uns eine Reihe von Erd^k!!!' küllunA Stürmen unb sonstigen kleinen Annehmlichkeiten in Aussicht stellte bat n gerungen, Punkte seines prophetischen Programms Recht behalten, und ' selbst 01 ersten, bescheidenem Maße, denn außer einer kleinen vulkanischen Beweamw nur in graphisch bereits gemeldet, in der Nähe von Temesoar unb Agram - öit kele- schemen bie übrigen Naturkräfte, bereu Mitwirkung uns versprochen wurde, Necepte berühmter anberer Solisten abgesagt zu haben. Insbesondere finh dem Fulb für ben 17. bis 19. vorhergesagteu Stürme, welche bie an sie °tc Don nungen nicht erfüllten. Bisher wenigstens deutete nichts daraus bin SÄ11 ^°ff: mäßige heitere Ruhe, durch welche sich der schöne Herbstmonat auszeichnet ? ^«leich- erfahren werde. 3 w eine Storung
...... sUnglücksfalle in ben Alpens Am vergangenen Sonntag ver»n»s"^ .
20jahnge Bauernsohn beim Petriuger in St. Johann im Winkel a7i U?,,c bcr Retlenstein beim Edelweißpflückeu. Der Unglückliche würbe mit fldn« tobt aufgefunben unb heute besten Leiche in feine Heimath flebrach?^em Äopff Neuenburg, 13. September, roirb gemelbet: Eine Dame aus dem ^us sich Abends auf dem Chuffort verirrt hatte, fiel über eine Felswand btnunt r ^?)dd,e sogleich tobt. y unier und war
Ati gemeiner Anzeiger.
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Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen: ______ ßtto Bergen.
Gaspreisermäßigung.
. . bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß. daß infolge Beschluffes de. Stadtvorstandes vom 21. Juli d. I. der Gasprciö für privat-
*•31 “ *”*♦
Der Preis des Gases für BeleuchtungSrwecke wird von seüher 2 5 Pfg. auf 22 Pfg. pro Kubikmeter unb der Preis des Gases zum Betrieb von Gasmotoren - bei Wellung einer besonderen Gasmessers für dieselben - ,,con "O Pfg. aus 16 Pfg. pro Kubikmeter herabgesetzt.
Gleichzeitig wurde beschlossen,
den Preis des Gases für alle übrigen nicht der Beleuch- tung dienenden Zwecke ebenfalls auf 16 Pfg. pro Kubtt- Meter zu ermäßigen, wenn auch hierfür ein besonderer Gas- messer aufgestellt und den weiteren besonderen Bedingungen entsprochen wird.
.. SEA"ch d°r. Gasmotoren wird an obige Preisermäßiguna iedoL
Ä'ÄÄ*b“8nd“
Gießen, den 20. September 1887.
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Carl Punae
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