ber Medien ging in voller Ruhe vor sich, auch gelangen die ersten Experimente ganz vortrefflich. Unter den Medien befand sich auch ein anscheinend dem Arbeilerstande anaehörend'er Herr, an welchem Herr Böllert seine Kunst probirte. Das Medium zeigte sich sehr empfänglich, mit Leichtigkeit war es in Schlaf versetzt. Herr Böllert executirte das bekannte „Froschexperiment": er suchte das Medium in den Wahn zu versetzen, er sei ein Frosch und müsse hüpfen und quaken wie ein Frosch. Herr Böllert machte die Bewegung vor, und richtig, das Medium hüpfte hinterdrein'. Großes Staunen der Versammlung. Der menschliche Frosch hüpfte, wie das „K. I." berichtet, noch einige Male vorschriftsmäßig im Saale umher, da plötzlich ein mächtiger Hupf auf das Podium, der Froschmensch stößt ein wahres Jndianergeheul aus und ruft dem erstaunten Publikum und dem wie hypnotisirt diese Verwandlung betrachtenden Hypnotiseur zu, daß „Alles Mumpitz und fauler Zauber sei, die Medien seien bezahlte Subjekte" u. s. w. Ein unbeschreiblicher Tumult erhob sich, das Publikum drängte nach dein Podium, die Enthüllungen des Simulanten mit Ausrufen der Entrüstung beantwortend. Mit Mühe nur gelang es Herrn Böllert, sich Gehör zu »erschaffen. Er bezeichnete den skandalösen Vorfall als ein unsauberes Kampfmittel seiner Gegner, welche kein Mittel unversucht ließen, ihm zu schaden. Es sei traurig, daß sich der Simulant, den zu entlarven nicht in seiner Macht gestanden habe, zu dieser wenig noblen Rolle hergegeben habe. Ein „echets" Medium ging dem Simulanten mit scharfen Worten zu Leibe, dieser solle für seine Beschuldigungen Beweise beibringen, das könne er aber nicht, mithin falle der Vorwurf der „bezahlten Subjecte" auf ihn selbst zurück. Das Auditorium nahm theils für, theils gegen Herrn Böllert Partei; die Majorität trat für denselben ein. Die Auseinandersetzungen der Parteien nahmen einen immer heftigeren Charakter an, Injurien flogen herüber und hinüber, ein Zusammenstoß schien nicht ausgeschlossen. Da tauchten die Helme der requirirten Schutzleute auf, die Skandalmacher wurden zur Wache sistirt. um dort über den Vorfall zu Protokoll vernommen zu werden. Im Saale legte sich die Erregung nur sehr langsam, schließlich aber blieb der Sieg den Anhängern des Herrn Böllert, welcher die Seance obne wettere Störung zu Ende führen konnte.
Literarische-.
— Das Preisausschreiben der illustrirten Zeitschriftbetreffend, erläßt die Redaction dieses Journals soeben die nachstehende Bekanntmachung:
„Die außerordentlich rege Theilnahme an dem von uns im verflossenen Jahre erlassenen Preisausschreiben, zu dem, wie bereits angezeigt, nicht weniger als 410 Manu- scripte eingegangen sind, machte es den Preisrichtern unmöglich, das Resultat zu dem vorher festgesetzten Termin (1. Mai) zu veröffentlichen. Voraussichtlich wird die umfangreiche und schwierige Arbeit bis Ende dieses Monats zur Erledigung gelangen und bitten wir die pp. Concurrenten die eingetretene Verzögerung entschuldigen zu w0Qen." ' D. Red. d. „Universum".
GchifsSn ach richten.
Bremen, 20. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampftr Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Mai von Bremen und am 12. Mat von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Telegraphischer SchiffSbericht
der „Red Star Line" Antwerpen.
Philadelphia, 17. Mai. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red-Star-- Lmie, welcher am 4. Mai von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
New-Nork, 18. Mai. Der Postdampfer „Noordland" der „Red-Star- Line , welcher am 7. Mai von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
fatthl und Verkehr
24. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ^L0.90—1.10, Hühnereier per St. 4—5H, Enteneier St. 5—OH, Käte vr. St. 5—7H, Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen 24 H, Tauben per Paar 60 bis 70 H. Hühner per Stück JL 1.50—1.70, Hahnen pr. Stück X 1.70—2.00, Enten per Stück v*L 1.70—2.30, Gänse per Pfund 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleisch 50 bis 62 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.uO, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner 6.00—8.00, Kirschen per Pfund 80 H.
Frankfurt. 23. Mai. Der heuttge Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 501 Ochsen, ca. 23 Bullen, ca. 431 Kühe und Rinder, ca. 381 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Quak JL 60—63, 2. Qual. 54—57, Kühe und Rinder 1. Qual, jt 52—54, 2. Qual. JL 44—48 per 100 Pfund Schlachtgewicht» Kälber 1. Qual. 50—55 H, 2. Qual. 45—50 H per 1 Pfund Schlachtgewicht.
Frankfurt, 23. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer M 19,75—20,25, fremder JL 18,50—20,50, Roggen eff. hies. JL 14,50—00,00, fremder v4L 13,50—14,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 15,00—17,00, fremde v* 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 12,25—12,50, fremder JL 00,00-00,00.
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aus Alpenmilch und Weizen-Extrakt, gibt, nur mit Wasser verdünnt, die kräftigste und leichtverdaulichste Nahrung, bei der die Kinder von der Geburt an sehr gut gedeihen; bei Darmkatarrh besonders zu empfehlen. JL 1.20 per Büchse in den Apotheken, en gros von Ed. Loeflund in Stuttgart. 937
nunmehr 19 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen hinüber- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 H u. JL 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 1215
Berichtigung.
In dem Bericht über das Licher Turnfest (siehe Nr. 117 d. Bl.) ist durch ein Versehen der IX. Preis als einfacher aufgeführt, während er ein Doppelpreis war. I Der zweite Errmger ist Turner C. Gutbub von Gießen.
Oeffknlliche KeklMnIiNchnng.
In dem Konkurse über das Vermögen des Schneidermeisters Gustav Kautz von Gießen ist Vergleichs- lermin bestimmt worden auf Dienstag de» 21. Juni ISST, Vormittags 11 Uhr-
Gießen, am 16. Mai 1887. Großherzogliches Amtsgericht.
________Gebhardt. 4047
^Freitag den 3. Juni,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Daniel Vogt Eheleuten gehörigen Immobilien
Flur VI Nr- 92 — 2956 Mtr. Acker am Laufertsröderweg,
„ VIII Nr. 18 - 2500 Mtr- Acker diesseits am Grasweg,
„ XXV Nr. 58 u. 59,7 — 1656 Mtr.
Acker vor dem Weiher,
„ XXVII Nr. 233 — 2238 Mtr. Wiese an der Stephansmark jenseits derWieseck, stößt auf das Bruch, „ XXVIII Nr. 194 - 444 Mtr. Acker am hohen Rain,
„ XXVIII Nr. 195 - 1225 Mtr. Acker daselbst,
„ XXXI Nr. 29 — 3750- Mtr. Acker zwischen dem Grüninger Pfad und dem Erdkauter Weg,
„ XXXII Nr. 116 — 2569 Mtr. Wiese am Altenfeld vor dem alten Weiher,
„ XXXIII Nr. 149 — 275 Mtr. Acker am Nahrungsberg, auf den Steinbacher Weg,
- freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Mai 1887.
Großh. Ortsgericht Gießen-
I. A-
Vogt- 4054
'Mobiliar-Versteigerung.
Donnerstag den 2.
Nachmittags ili2 Uhr, werden Südanlage 16, 111. St., aus dem Nachlaß der Frau I. Baherthal Wrve. Möbel und sonstige Hausgeräthe, insbesondere eine seine Plüschgarnitur, Caufeuse, 2 Sessel und 6 Stühle, Sopha's, Kleider- und Weißzeug- schränke, Spiegel, 1 feiner Blumentisch, Teppiche und sonstiges Haus- anobiliar versteigert.
Sämmtliche zum Ausgebot kommenden Gegenstände sind sehr gut erhalten und können am Versteigerungstage Morgens von 9 Uhr an eingesehen werben.
4061 Im Auftrag
Hoffmann, Ortsgerichtsmann.
4052 Ein zweiter Hausbursche wird gesucht im Hotel Prinz Carl»
Allgemeiner Anzeiger.
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M. Kann, Wäsche- und Ausstattungsgeschäft,
Marktstraße, Ecke der Wetterqaffe (früher Lindenplatz).
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Männer-Bade-Berein.
Die Anstalt ist eröffnet. Der Abonnementspreis beträgt ver Saison 3 — Söhne von Mitgliedern zahlen, wenn sie sich in dem Knabenhaus
aus- und ankleiden, unter 14 Jahren nichts.
Eingezäuntes Bassin für Nichtschwimmer. 3615
Mittwoch den 25. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Baarzahlung:
Sopha's, Kommoden, Glasschränke, Kleiderschränke, 2 Waschtische, 2 Wanduhren, Tische, Bilder, Spiegel, eine Ladeneinrichtung, 2 Pferde, 1 Kuh u. a. Zusammenkunft in meinem Bureau
Geitzler, 4027 Gerichtsvollzieher.
Freitag den 27. Mai l. I., Vormittags 9 Uhr, soll im Pfandlocal (Seltersweg 11)
1 Futtermaschine,
1 Kleider- und
1 Küchenschrank gegen baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 23. Mai 1887.
4058 Grünewald.
Iieitgeöotenes.
Plakatfahrpläne, Reichskursbuch, Taschenfahrpläne rc- o empfiehlt H. Kühn.
Haus mit Laden unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres 4056________Schloßgasse 10.
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