Ausgabe 
24.7.1887 Zweites Blatt
 
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cm uÄrr ba§ furchtbare Brandunglück', welches den in der Rhön gelegenen Marktflecken Oberelsbach bei Bischofsheim am 13. d. M. heimgesucht hat, wird Folgendes mttgethetlt: Das Feuer brach gegen Mittag in einem dem Georg Joseph Hergenhahn gehörigen Holzschuppen auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise aus, therlte sich sofort vom Winde begünstigt, den übrtgm Wirtschaftsgebäuden und dann dem Wohnhause mit, die bet der großen Hitze wie Zunder brannten. Dann, vom Winde gepeitscht verbreitete sich das furchtbare Element mit rasender Schnelligkeit in östlicher Richtung weiter und in kaum einer Stunde standen über 200 Gebäude in Flammen. Vergeblich war es, zu löschen und zu retten, rathlos und thatlos standen die wenigen im Dorfe anwesenden Bewohner der Macht des Feuers gegenüber, denn die meisten Männer und Frauen waren weitab oben aus der Rhön mit Heumachen beschäftigt. Von nab und fern eilten die Feuerwehren herbei und boten alles auf, um dem verheerenden Elemente Einhalt zu gebieten, was denn auch nach stundenlanger angestrengtester Arbeit gelang, so daß ein Lheil des Ortes gerettet wurde. Das Elend ist unbeschreiblich die meisten der Abgebrannten sind an den Bettelstab gebracht, denn die Mebnabl batte nichts versichert. lieber 300 Personen sind obdachlos. Die Roth ist groß, es fehlt am

Frankfurt a. M. Die bei den Damen so sehr beliebte Kartenschlägerei hat in einer hiesigen Familie großes Unheil angertchtet. Vor einigen Wochen gab die Gattin eines hiesigen Kaufmannes ein Kaffeekränzchen. Man amüsirte sich mit aller­hand Spielen und kamen auch schließlich mehrere Damen auf den Gedanken, sich gegen- seitig die Karten zu legen. Die Gesellschaftsgeberin kannte das Spiel seither nur durch die Erzählung, heute lernte sie es aber auf unliebsame Weise kennen. Dreimal denn das ist die heilige nothwendige Zahl - legte man ihr die Karten und dreimal konnten die Wahrsagerinnen nur constatiren, daß die Dame nur deßhalb sich glücklich suhle, weil sie von den Schlichen und Geheimnissen ihres Gatten keine Kenntniß habt. Derselbe unterhalte ganz bestimmt ein Verhältniß mit einer jungen schwarzhaarigen Dame. Wahrend die Gesellschaft noch beisammen war, scherzte man über das Orakel, als icdoch der letzte Gast verschwunden, da setzte sich die junge Frau hin und vachle darüber nach, wer denn eigentlich die sein könne, mit welcher ihr Gälte mit dem sie nun bereits drei Jahre recht glücklich verheirathet war, ein Verhältniß unter; ?a"e. Die schnellfüßige Phantasie führte der Geängstigten bald eine Menge schänd- licber Verräterinnen vor Augen, die alle mit ihrem Gemahl intim fein könnten da Ne doch schwarzes Haar halten. Die arme Frau hatte keine ruhige Stunde mehr Sie behandelte ihren Gatten, den sie seither sehr liebte, recht unfreundlich, sie machte ihm Vorwurfe und forschte ihn aus. Erst; fand er das Gebühren lächerlich dann wurde er grob und schließlich gab es keine Stunde mehr, in welcher die Eheleute sich nicht in den Haaren lagen. Der unglückliche Ehemann hielt dies für die Dauer ganz kurzer Zeit lernte er fein ehemals geliebtes Weib hassen und schließlich entzog er sich allem Elend durch die Flucht. Alles, was er an Baarmitteln beiafc, nahm er mit so daß der zurückgebliebenen Gattin nichts übrig blieb, als mit tören zwei kleinen Kinderchen den Eltern wieder zur Last zu fallen. Die Unfrieben- jenem Kaffeekränzchen nicht mehr sehen und staunen nun über die plötzliche Trennung des Ehepaares, ja, sie gehen sogar so weit, zu behaupten, die Frau habe ledensalls durch leichtsinnigen Lebenswandel ihrem Gatten gerechten Grund zu seiner Flucht gegeben. Man bedauert den armen Mann.

, ~ Leber die Vereinsmeierei in München macht ein dortiges Blatt äußerst

erbauliche Mittheilungen. Nicht weniger als 1165, sage mit Worten©intaufenb;

r Gesellschaften und Vereine sind bei der Polizeidirection an.

ffMCnbCt' f ^uch dort hat man sich in der Wahl geschmackvoller und sinniger Vereins­titel anerkennenswerthe Muhe gegeben. Da gibt es:Maßkrugia",Die Durffiaen"

Nasse Klause",G'spunts",Sumphia",Katerclub",' Ahd ; "F Kurzen 'Leerplaudereroerem",Gmoa Rumpelboam",Gmoa halt s enk eamm ,Lapplander und Kameruner" rc. zc. Selbst die Reichsbauotftadt steht mit ihren 990 Vereinen hinter München zurück. <neicysyaupt,tadt

sRappier und Nabels In Lyon fand nnr v

Hinterbliebenen des verunglückten FechtmeistersGuilet eine Gunsten her

Produktion statt. Zn diesem Anlasse erschienen auch mehrere CAebrÄ»""iche Fechn und die Nachfrage nach Karten war enorm. Die 17iäbrii,,vn »Moritaten aus Pa^ ihre trefflichen Leistungen enthusiastischen Beifall indem es erntete für

Fechtkünftlern Stand zu halten, und wurd ihr auch eUVm0Ä b^ berühmteste erkannt. Mlle. Dricot saß später beim Souper da brackÄ crJte Preis nad) bencnßcctüre sie bewußtlos zu Boden sank. Dasselbe war^. ctnJS(^retbem

dem Advokaten Mouchet, und enthielt die Worte: kbien ®räuti8am?

nach Paris und suche mir dort eine Frau, die mi d'er Lnade7 «3

zugehen versteht wie Du mit dem Rappier." a°nal)el gewandt um-

Man soll nichtschwefeln", heißt es zwar lumpen .

doch recht gute Dienste leisten, denn vom mineralischen und nid)/ Standpunkt- aus betrachtet - liefert er bekanntlich als Arin^imitte? S fbtbk als eines der wichtigsten und verbreitetsten chemischen ^denR^« -strotz des üblen Geruches, in bcm er steht, besser ist als sein Rui d°d

DEr?anft ty* 1 *" a5?nc6cS "" nicht nur die Schweselhölzer

ift es, der unsere weißen Sttumpse verjüngt, unsere weißen Flanelle auffrH^l,le,C st-gelb geworden sind, indem man ste noch feucht fthroeMt l**' °«ni ßU6ten ©tr°Müten verleiht er gleichfalls neue Jugendblüthe aus daß st?d^ L'" über reichen oder verschiedene Sommer gute Dienste leisten können B a'tft S?"' betreffende Strohhut vor allen Dingen fein säuberlich gewaschen, das heißt ktt einen Flanell-Lappen, lauwarmes Wasser und seine Seife, reib letztere w nl®1 ben Sappen unt, sei t und reibt den Hut damit so lange, bis e? rein aewÄ" A alsdann spult man ihn in reinem Wasser nach, reibt ihn mit tintm trS be2 ab und schwefelt ihn nur circa eine Viertelstunde. Hat das Schwestln stallt wird er gebügelt wöbe, man -in Blatt seines Papier unterlegt, und gaw ?a ^^ streich! man noch den rcstaurirten Hut aus setner inneren Seite mit ~ Auch gegen das Ungeziefer wirkt der Schwefel in seiner Blüthe zuw-Um b°°Mnd Um es z. B. aus Hühnerställen zu vertreiben, braucht m»? b<t mtt Damp, und Schwefel aus,urauchern, indem man - nachdem alle Hübner M? nur

verlassen haben, in einer irdenen Psannc so viel Schwesclblüthe aus ü n a??c verbrennt, daß der rauchende Dampf des Schwele,

dick und dicht wird und in leden Winkel des Stalles eindringt, welchen man Zwecke bis zum Mittag gut zuschließen muß. Hierauf öffnet man ibn unb tos k® Qualm vollstandtz sich verziehen, damit der Geruch dem Geflügel 'dessen lÄu zerstört worden ist, keinen Schaden dringe; - auch hat man sich vor buten! Der Schwefelest also wirklich nicht ganz so schlimm, wie «Ä{ !??? ^rühmteSchwefelregen" im Frühjahr ist kein Werk bes Bösen Holle sondern nur ein harmloser kleiner Scher; der Natur, welche sich zuweiÄ^ und die Menschen durch einen, mit dem aelben ?

8unfe*enn ßtutWaub bcr Kiefer vermischten Regen in Schrecken unb%ermunttg r.r. T" sDie letzten Hinrichtungen in Amberg und Duisburg scheinen die Misfpn. ^aft ebenso beschäftigt zu haben wie frühere Hinrichtungen. Es werden ftonÄ ^I°Ä^^acht, um die Lebenskraft des Menschen zu prüftn u s m' Ä gleichen Betreff hat am letzten Mittwoch Professor Dr. Charcot in der Pariser Ma. demte der Medwin über Beobachtungen berichtet, die an einem Hingerichteten aem^!

b^ letzteren gab schon zwei Sekunden nach der Hinrichtung feüi Lebenszeichen mehr von sich, selbst die Zuckungen in der Hornhaut des Auaes Jnh in ben Mundwinkeln horten schon in der sechsten Sekunde völlig auf. Die Herrblweaunntn dauerten dagegen noch eine volle Stunde. Der Tod - meint n? ßS ?8? Mi burch Erstickung, sondern durch die plötzliche, alle Nerven zugleich ergreifende @r- chui erung em welche der Fall des Beiles verursacht. Der Tod soll ".**'b » SSt

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Gießen, den 19. Juli 1887.

Großh. Ortsgericht Gießen.

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Gießen, den 19. Juli 1887.

Großh. Ortsgericht Gießen.

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Nachmittags 2 Uhr, werden Wolkengaffe 14 im Hause des Herrn Bäcker Plank, Nachlaß der Frau P l a n k W w e, Möbel, als Kleiberschränke, Glasschrank, Kommode, Tische, Sopha, Stühle, Bettstellen, Frauenkleider, Betten, Weißzeug, Küchengeräth und sonstiges Hausgeräth versteigert.

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